Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 4 (26.1.1917)
- Date
- 1917-01-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3022248-3022253--25730-3051049- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 4 .-.Dr. Blechs Wochenschrift" Leite 57 - Herr ^Rabbiner Dr. G runwa-ld hat. m.Erkenntnis der großen sozialeir und wirtschaftlichen Bedeutung seiner solchen Aktion, sich, bereiterklärt, die Durchführung dieser wichtigen / Arbeit in. di- Wege! zu leiten. Ayl 20. Januar fand in der Wohnung ’ des Herrn Dr. G r n nw ab d eine. Besprechung irr dieser Angelegenheit statt,' an welcher teilliähnken die Herren: Prof. Dr. B alab an, Dr. JosefS. 'Bloch, Direktor Jacques Bri cht a, Sekretär Jakob K r au sz, Dir. Rich. Lisfau, L. Marcus> Wolf Pappenheim, Oberräbbiner G. SchMelkes, Obmann des Vereines zur Bekleidung alter Männer Isidor Schwarz, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. S t ig li tz, während ihre Abwesenheit entschuldigten die Herren: Konitnerzialrat Leop. Baß und Hofrat Dr. Jul. Sch l a g. Nach eingehender Beratung erklärten sich die Anwesenden berett, die Arbeit zu Wernehnren, die hauptsächlich darin bestehen soll, die Inden in Galizien und der Bukowina, welche durch den Krieg in Not geraten sind, ans das Nachdrücklichste darüber aufzuklären, daß. es in ihrem eigensten Jn'e^esse gelegen ist, so rach als tunlich ihre eigenen Adressen sowie die Adressen ihrer Verwandten in Aurerika bekanntzugeben, damit sie in der möglichst kürzesten Zeit in den Besch der ihnen von ihren 'amerikanischen Verwand'en zugedach en Gcpu-terstützungen gegangen. Als Sammelstelle für die einzusammelnden Adressen wurde die Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift",nachdem' sich diese in uneigennütziger Weise hiezu bereit erklärt hatte, bestimmt. Es wird nun an. den jüdischen Gemeinden in Galizien und der Bukowina sowie an den jüdischen Komiteesist heileinzelnen FlnchtlffrgZlägern, all welche schon m den nächsten Tagen die entsprechenden Aufrufe ergehen werden, liegen, 'daß den armen notleidendeil Juden auf dem kürzesten Wege die so lange ailSgebliebeile und ,,-..sy sehr ersehnte-Hilfe, von ihren amerikanischen Verwandten zukonnne. .. . Zuin Schlüsse sei noch erwähnt, daß Herr M a r c u s gleichzeitig voll den Ukrainern und Polen in Amerika ersucht wurde, dieselbe Mion auch für die Polen und Ukrainer in Galizien und der Bukowina hier dürchzusühren, und daß die maßgebenden polnischen und ukraini- ., schen Kreise in Wien nach vorangeqanaenen Besprechungen mit Herrn Marcus d'e Aktion für ihre Konnationalen gleichfalls bereits in Arlgrisf genommen haben. Jüdischer Kongreß in Stockholm. Die Lösung der jüdischen Probleme. Der „B. Z." wird aus Stockholm telegraphiert: Ein jüdischer Kongreß inStockholm. zum großell Teil besucht von Flüchtlingen aus den kriegführendeil Ländern, ist am 23. Januar erösftiet worden. Vertreter aus Kopenhagen, Christiania, Bergen, Trondjem/ Stockholm, Gotenburg nnd Malmö sind erschienen. Der Stockholmer jüdische Rabbiner hielt die Begrüßungsrede. Der Kongreß soll über die Mittel zur Linderung der Not der Juden in den kriegführenden Ländern ver- .handeln und für die Lösung,der jüdischen Probleme nach Friedensschluß arbeiten. Er findet aus Initiative-des skandinavischen Zentralkomitees für die Hilfe für Juden, die durch den Krieg Not leiden, statt. Mrgesenvet. . Man teilt uns /Mit: Indischen Soldaten, die im :'' Nriegsspital. '-G-rinziilgs um- Lektüre ersuchten, würde. das 'Evangelium Lucas in jüdischer Sprache (die hei.igePfire toiwe von (Lucas) aus der. Bücherei-MH.! -Kriegsstruales überreicht. Uns beunruhigen diese Versuche der Mission nicht sehr. Wir möchten bloß das eine erfahren: Weshalb verschafft die jüdische Seelsorge unseren Verwundeten nicht geeigneteren Lesestoff? Komitee zur Ausklärnng Wer oMdifche Frugen. (R echenschaft s b e r i ch t 1915/16.) „Der Siegeszug der Heere der Zentralmächte hat auch die Ostjudenheit in beit Vordergrund des allgemeinen Interesses gerückt. Viel hängt nun für sie, aber auch für alle Beteiligten davon ab, daß die bisher so vielfach unzutreffenden Vorstellungen über ostjüdisches Wesell und Leben gründlicheren Kenntnissen Platz machen. Das „Komitee zur Aufklärung über ostjüdische Fragen" hat sich zum Ziele gesetzt, solche Kenntnisse zrr verbreiten, eine richtige Wertung der einschlägigen Probleme anzubahnen und Jrrtümern, wo immer sie austanchell. mögen, entgegenzutreten. Durch Vorträge Berufener über die verschiedenen einschlägigen Themen, sowie durch Verbreitung oyn zweckentsprechenden Flugschriften, ichll das Komitee im Sinne seiner : 'Ausgabe lvirken." . . , _ Mit dieser Erklärung ist im November des vorigen Jahres das gefertigte Komitee vor die OeffenEchteit getreten, und mit Genugtuung kann es heute konstatieren, daß es ihm in diesem ersten Arbeirsjahre vielfach gelungen ist, weiteste Kreise für seine Bestrebungen und formt für die ostjüdischen Dchrge zn^ interessieren, .und die uwratische sowie materielle Unterstützung. namhafter Persönlichkeiten phne Unterschied des Glaubens, der Volks¬ und Parteizugehörigkeit zu gewinnen. ' . Aus feiner Tätigkeit gestattet sich das Komitee folgendes hervorzuheben:. ' . Vorträge hielten, die Herren: . Dr. Osias Thon: „Schöpserische Kultnrkräfte im osteuropäischen Judentum-"; . Univ.-Pros. Dr. Moses S.chorr: „Geschichte der' Dr. Nathan B i r n ba u m: „Die Sprache der Ostjuden"; . Abraham Sonne: „Das Hebräische und seine.Literatur bei den' Ostjuden"; Dr. Sanluel R app a p o r t: „Das religiöse Leben der Ostjuden"; Dr. Max Gr unwald: „I. L. Perez als Schulderer des ostjüdischen Bolkslebens". Sämtliche Vorträge fanden in Wien im Festsaale des Ingenieurnnd Architekten Vereines vor einem immer sehr zahlreichen Publikum statt, unter dem sich auch höhere Ministerialbeamte mrd Offiziere sowie.Universitätslehrer befanden. Wir hatten auch die Genugtuung, daß das löbl. k. u. k. Platzkommando Wien zur Information der Herren Offiziere manchen der Borträge ankündigen ließ. Anläßlich des Todes ScholeM Ale schein s, des großen ostjüdischen Humoristen, veranstaltete das Komitee einen öffentlichen Abend, an dem Herr Dr. Nathan Birnbaum die Conference über den Dichter hielt, während Herr Egon Brecher, Mitglied de; Jo'essMter- Theaters, und Herr Löbl Taubes ans dessen Schriften vorlasen. Der erstere in' Uesersetzung, der letztere im Original. Die Reihe der Flugschriften wurde durch das ans der Feder Dr. Nathan Birnbaums stammende „Was find Ostjuden?" (Zur ersten Information)*.- eingeleitet. Weitere Flugschriften über die verschiedenen Seiten des ostjüdischen Lebens, Relig'vn, Gechich'e, Wr'ckschaft, Sprache, Literatur,' Schule nsw. sollen folgen. Presse. Durch ein. vor dem ersten Vortrag der Presse zugegangenes EoMmuuiqnö wurden die Zie*e des Komitees und die Wichtigkeit derselben dargelegt, und wir /konstatieren mit Dank, daß sowohl dieses ComMuniquö *) Merlag Löwit. Wien. Preis Kr. —<*30.