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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-26 · 4 (26.1.1917) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
4 (26.1.1917)
Date
1917-01-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
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£©citc 56 $r.~ Blöch's Wochenschrift" Nr. 4 Die dritte ist die/weUn derWohltärerweiß, wem er gibt, aber der Arme nicht weiß, von wem er einp- Die fünfte ist die, daß jemand gibt, bevor er darum gebeten wird. . Wir sehen, die alttestamentliche Religion bietet in der Tat starke Motive und kräftige Antriebe zur. sozialen Fürsorgeärbeit und willigen Gebest eudigkeit." Jur Krage der jüdischen Abstammung Keinrrch Kertz'. .Zu der Notiz Ln Nr. 50 (1916) dieser Zeitschrift unter der gleichen Aufschrift verdanke ich der Freundlichkeit des Herrn Dr. A. Fr eimann, Frankfurt a. M., folgenden Auszug aus' dem dortigen Trauungsbuch, „Civil-Staud der Stadt Frankfurt. Auszug aus' dem Trauungsbuch, Jahr 1856. Seite 70: Hertz Gustav Ferdinand (der Vater des-Physikers), Dr. jur., Advokat zu Hamburg,, ehelicher Sohn des dasigen KaUfinanns Heinrich David Hertz und beffeu Ehefrau Betty, geb. Oppenheim', geboten daselbst am 2. August 1827, ' : ' - . . und . Pfesferioru Anna Elisabetha ^Mutter des "Physikers), eheliche Tochter desverstorbenen hiesigen Bürgers, practffchen Arztes und GarnffonsUrztes Dr, med. und chir. Johann Peter Hieroniums' Pfefferkorn und dessen nachgelassenen Wittwe Susanna Elisabeth«, geb. Sackreuter, geboren dahier am 11. Avril 1835, entlassen aus dem hiesigen Bürgerverbande kraft-Beschlusses hohen Senats vom 13. März 1856, wurden dahier Bürgergerlich getraut Mittwoch, den 16. Avril' .18.56." ’ Sie ersehen aus der Trauungsurkunde, daß der Vater Gustav Ferd. Hertz 1856, als er dieAntta-Eli-" fabetha Pfefferkorn heiratete, schon'.getauft war. Der Vater der Anna Elis. Pfefferkorn, Dr. med. Joh. Peter Kieronimus, geb. in Franffurt am 28. Dez. 1793. tnachte als Freiwilliger 1814 den Feldzug gegen ' Frankreich .mit, war seit' 1824 Ayzt am Waffenhaus, seit' 1825 Garnisonsarzt und starb am 12. November 1850 in -Loden. Ein Brüder der Anna Elisabecha, Dr. jur. Rudolph. -geboren am 29. Mai 1826 ln Frankfurt, war seit 17. Avril 1850 Rechtsanwalt, seit 29. Oktober 1857 Mitglied der ständigen. Bürger-Repräsentation und ist am 5. Oktober 1883 in Frankfurt a. M. gestorben. Es gibt heute noch P f e s fe r ko r n i n F r a n k f n r t. d ie C h r i sten si n d un d auch Pfe ff e r körn, d i e Juden sind. Beide Familien aber haben, soweit ich feststellen kann, teure verwandtschaftlichen Beziehungen zueinander gehabt. Die Frau der Hamburger Hertz' .flammt aus einer alten christlichen Familie. . „ - Dr. A. Sch. Die Krage der Juden im Hstett. In der kürzlich erschienenen Nummer des „Cgyenlösea" schrieb Graf Karl K h u e n -? H e d e r Vary Wer diese Frage folgendes: Die Fr<rge der Juden im Osten halte , auch ich für ein bedeutsames polnisches Problem, dessen auf, die polnischen Juden bezüglicher Teil hauptsächlich die deutsche und die österreichische Politik interessiert, obwohl die richtige öder partielle Lösung dieser Frage! auch für-uns wichtige Resultate nach -sich ziehen würde. Da Pole r während: eines solchen Eroberungskrieges geboren: wurde, der die Freiheit der Völker auf seine Fahne' geschrieben hat, teile Puch ich die Ansicht des Ministerpräsidenten Stephan Tisza's, daß die polnisch: Ration, welche ihr Selbstbestimmüngsrecht zurück-- gewonnen hat, sich auch in dcr Judenfrage auf den Standpunkt Freiheit und- Rechtsgleichheit gellen wird. .Wenn in -dieser Be-/ -iehung. heute Klagen hörbar werden, schreibe ich es dem Amstande zu. daß die Einrichtung des neuen Staates ohne Erschütterung nichts Möglich ist, und zum Verscheuchen ■ eines jahrhundertealten, künstlich geschürten Hasses? einige, /kurze Monate -nicht - hinreichen. Ich vertraue ^auf /den ritterlichen, -freien Geist der polnischen Nation und. auf den ersprießlichen umgestaltenden Einfluß ihrer verantwortlichen/Führer sowie des Liberalismus . der Zenträlmächte. und'- hoffe, daß bas zwei Millionen zählende polnische . Judentum vermöge-des autonomen Beschlusses des Landes alsbald auf der großen Linie zur vollen Freiheit und zum vollen Genuß der Menschenrechte gelangen .wird. Was die Lage der rumänischen Juden betrifft, bin ichder Ansicht, daß diese letzten Sklaven Europas — wie sie Elemenceau, der heutige Verbündete Rumäniens,, genannt hat — nicht "mehr unter die erniedrigenden Verhältnisse zurückgeraten können, von welchen* toit sie jetzt befreit, -'haben. Es ist direkt eine Frage der Kultur, daß Bukarest nicht mehr die Stadt der Progrome sein und das Stück Mittelalter aufhöven soll, das bisher beim Rotenturmpaß begonnen hat. . .Kitte neue Wetigion der Keutschv Mischen. In bent antisemitische« „HaUimer" finden wir nachstehendes Inserat: „Die Deutschgläubig e -Gemeinschaft sammelt deutsch geborene Menschen, Herdstälten und Sippen auf der Grundlage deutschen Glaube n szu gegenseitiger Förderung Und Festigung-. Freunde deutschreligiöser B e st r e b u n g e n werden gebeten, niit uns Führung zu nehmen. Auskunft erteilen: Sanitätsrat Dr. Bilfinger, Dresden-Radebeul (Bilz-He'lstätte): Dr. - Ernst Hunkel, Berlin-Lichterfe^de, Feldstraße 18; Adolf Knehr, Leipzig- Gohlis', Jäg'erstraße 7; Otto Sigfried Reuter, Elberfeld, Gahnerberg: Ing. Karl Wenz, Kiel-Gaarden, Hügelstraße i6/v Die amerikanischen Juden Mr ihre Verwandten in Gülilzien mrd der Bukowina. Eiste" von' den Juden iir Galizien imb der' Bukowina schwerst empfundenen Folgen dieses schrecklichen Krieges ist der Uurstand, daß ihnen die Möglichkeit.genommen ist, Ihtit 'ihren Verivandten in Amerika, von denen sie auch in Friedenszeit in Fallen der Not unterstützt wurden, in Verbindung! zu treten und von ihnen Geldunterstütznngen zu erhalten, Hüben wie drüben, hier wie jenseits des.Ozeans sind die Verwandten uni das gegenseitige Schicksal besorgt, und es gab bisher keinen sicheren Weg, um eine Verbindung herznstellen, durch welche die amerikanischen Juden ihren Verwandten in Galizien, und der Bukowina in dieser größten Notlage helfend beistehen könnten. Zahllos sind die Briefe und auch die Geldsendungen, welche aus Amerika abgegangen sind, jedoch' den Adressaten nicht erreichten. Aus amerikanischen Blättern geht der tiefe Schurerz hervor, von dem die amerikanischen Juden erfüllt sind, weil sie ohnmächtig Zusehen müssen, wie ihre Blutsverwandten zu Hause unter der Kriegsnot leiden, trotzdem sie ihnen so gerne helfen möchten. . Run haben sie sich zusammengetan und. einen VertrauensUiann der Oestprr.-Jüdischen K'lfsorganisat'on in Amerika, Herrn Lionel M a r c u s ans? Newyort) nach Europa gesendet, Uni eine Mion in dieser Richtung, in die Wege zu leiten. Herr Liönek Marcus hat auch in Wien bei Herrn Rabbiner Dr. Max Grunw ald vorgesprochen und ihn ersucht, sich dieser Sache /anzunehmen, um den notleidenden galizischen und bukowinaer Juden dazu zu verhelfen, nicht Älinosen, sondern von ihren amerikanischen Verwandten Geldunterstützungen zu erlangen, welche diese aus volleni Herzen gerne geben möchten. Es. handelt sich bei dieser Mion ausschließlich darum, daß die amerikanischenJuden zur Kenntnis^ des jetzigen Anfenthültsortes' ihrer Verwandten aus, GalJien .und "der Bukowina /gelängen. : /? / : i /?

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