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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-12 · 2 (12.1.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
2 (12.1.1917)
Date
1917-01-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Dr. Blochs Wochenschrift ' •Seite 25 Nr. 2 fördern. Das hebräische ...Parlieren" mit richtiger ..Aussprache" ist ganz irrelevant. Die Hauptsache ist. daß jeder Jude in denr ihm gehörenden Schrifttnme 51t Hause sei. Die Propheten, die Psalmen, eirea Jehnd.r Halevr, euren Bialik usw. im Cirnitd gelesen (yi haben, sollte von jeden: Juden als selbstverständlich voransge setzt werden. Wenn I. L. Gordon vor Jahrzehnten der jüdischen Frau int Kehrreime zuries: ..Jscl-oh at loitu nocliiijuii" (-.Jüdische Frau, dn bist uns entfremdet"), dann gilt das heute vom Gros des westlichen urrd schon auch von einem bedentenderr Teile des jetzt heranreisenderr östlicherr Judenturns, des männlichen ivie des weiblichen. Der Ziorrisnurs" hat da wenig Wandel geschaffen, weil er sich vorwiegend politisch ansznleben gesucht hat. „Dir bist uns entfremde:", denn du suchst keinen Zutritt zrr unserear geistigen Hallen. Die Thora bildete all die langen, langen Zeiten ben Jungbrurrnen, in welchem der jüdische Geist sich jederzeit junM.ade'e, tauchen wir wieder in diesen . B unnerr lebendigen Wassers" Urer anasinr cimsinr"). und dar' Gespenst, , ein interessanter Rest einer einst ethisch, intellektuell urrd rvirtschastlich bederüsarnen Religionsgemeinschaft zu werden", .rvird für bestimmt gebannt sein. Esther. Dr. Schleicher zweiter Stellvertreter des Lemberger ' R egi e rn ngMvmm r s s ä es. . H. Aus Lemberg rvird uns geschrieben: Das hiesige Stadtkommando erhielt die Verständigung, daß der aus Rußland zirrückgekehrte, von den Russerr als Geisel dorthin verschleppt gewesene Vizepräsident der Lerrrberger Stadtvertretung, Dr. Schleicher, zum zweiten Regierungskommissär errrarrnt rvorden ist. Der erste Stellvertreter des Regierurrgskommissärs ist bekanntlich Hofrat Dr. F i e d l e r. Wie .die. hiesigen .Blätter berichterr, werde auch der geweserre Bürgermeister Dr. Rutowski, dessen ^Rückkehr aus Rußland rrrrnrittelbar bevorstehen soll, einen Anteil an der städtischen Verwaltung zugewie'en er h alben. Unterhaltsbeitrag für „rituell" getraute G ar rinnen der HeereMngehö eigen. Wir erfahren, daß das k. k. Ministerium für Lau desverteidigung mit Erlaß Dev. XVII a, Z. 860. vom 10. November 1916 angeordnet Hab daß in Hinkunft hinsichtlich des Unterhaltsbei rages die , rituellen" Väter rrnd Gattinnen, sowie die Geschwister aus „rituellen" Ehen — die sonstigen Bedingungen vorausgesetzt - den sonstigen Familienangehörigen tesse bei Benvandtschastsgrades gleichzuhalten sirrd. Dieser Erlaß ist aber rricht rückwirkend. Die obgenannten Angehörigen werden demnach ihrer: Anspruch nur mit der Giltigkeit vom 10. November 1916 geltend machen können. „HilWommission 1915" für P rlästin.r. Vom „Mährischen Landeslornitee der Hilfslomn.iffivu 1915 für Palästina in Brünn" erhielten wir die folgende Zuschrift: Löbliche „Hilfskorrrmission 1915" in Wien. Wir beehren rrns, Jhrren mitzuteilen, daß das gefertigte Landeskomitee beschlossen hat, seine Hilfsaktiorr für. die hungernder: Glaubensgeirossen irr Palästina neuerlich ansznrrehnren und ist mit den entsprechenden Vorbereitungen auch bereits begonnen worden. Hiebei spricht das gefertigte Landeskomitee [eine Ueberzeugnng .arrs, daß nrrr bei Zusammenwirrer: der Gemeinden,. Korporationen urrd Vereine vor: ganz Oesterreich urrd bei Aufrnttetnng jedes einzelnen jüdischen Gewissens jene Intensität der Aktion erziel: rverderr initit, rvelche allein im Interesse der Wichtigkeit urrd llnarrf schiebbarkeit dieser Menschheitssache, sowie für derr endlichen Erfolg derselben unbedingt erforderlich ist. Mit vorzüglicher Hochachtung L a n d e s k 0 m i t e e für P a l ä st i n a: Janos Löw Beer. Volksküche für die orth odor-jüdische Mannschaft in Krakau. Zrr denr Aufrufe zwecks allgenreirrer Unterstützung für obige Zwecke, habe ich folgendes zu bemerke'.:: Vor allen: gebührt Dank denr Frauenkomitee urrd Herrrr Dr. Peiper, die sich für die Verpflegung der orihodox- Mischen Mannschaft bemüherr. Um dem Komitee und anderen Körperschaften die Möglichkeit zrr geben, eine solche Küche zu eröffnen oder zrr erhalten, ohne ans die öffentliche Wohltätigkeil au aewiesen zu sein, verweise ich auf die von mir in To bitschan für 160 -300 Marrn errichtete jüdische Milirär- Menage. Mit Znstirrunnng des Herrrr Oberster: rvurde eine separate jüdische Militär-Menage errichtet. Die Erlaubnis hiezu war auch im Regimentsbefehl enthalten. Es rvurde demnach eine jüdische Menage mit selbständiger Verrvaltnngskarrzlei errichtet. Tie Küche rvurde. wie alle arrderen Militärküchen. im Anschluß eines reich haltigerr Lebensmittelmagazirrs eingerichtet. Die Lebens mitte! rurd Fleisch wirrderr seitens der MiUrärverwai trrng geliefert. Die Auszahlung der Lohne, Brotausgabe wie auch die Brief-, Geld- und Pake-vost rvnrderr in der jüdischen Militärtanzlei erledigt. Ab 11 Uhr vormittags bis zur Nachrnitragsbeschästianng konnten die jüdischen Soldaten die jüdische Menage auffnchen. Die Speisen rvaren rein und vorzüglich urrd stand die ganze Verwaltung unter Aufsicht des Kompaglliekonimandarrten. Das Küchenpersonal wie die Kauzleikräfte bestanden ans jüdischen Kommaildieneu. Samstags rvurde nicht gekocht und in der Karrzlei nicht amtiert. Jeder jüdische Soldat fühlte sich rvie zu. Hanse. Daß auch der Gottesdienst gepflegt rvurde. braucht erst iricht hervorgehoben zu rverderr. Ich will mich irr vielen Details iricht ergehen, stehe aber mit Rat rrrrd Ta: gerne zu Diensten. An solcher: Orten, rvo eine Zentralküche, resp. Menage» rvegen der einfacheren Verrechnung mit der Kon: vaguiekanzlei nicht geführt rverderr kann, tritt damr die Volksküche an ihrer Stelle und kanir sich aber nrrr darrn behaupten, rvertu die Verrvaltung oder jeder einzelne Manu das Relutum erhält. Es ist daher ganz unnötig, daß für eine ständige Militärverpslegung die öffentliche Wohltätigkeit irr Anspruch genominen tvird. Bei dieser Gelegenheit will ich noch erwähnen, daß zur Errichtnrrg der Militär-Menage irr Töbitschan besonders Se. Ehrwnrden Herr Rabbiner Schapp und Herr Vorsteher Jetlinek sich sehr bemühten, denen irnNamerr der vieler! tausenden jüdischen Soldaten, die sich dort so wohl fühlen, gedankt sei. M. S p i e g e l. Troppan. G-rodek bei Lerrrberg. Die heftigen Kämpfe, ki' sich hier in derr Jahren 1914 und 1915 abspielten, rvie auch die fast einjährige Invasion, vor altern aber schwere Epidemien haben diese Ortschaft hart mitgenommen und die Zahl der Kriegswaisen, von denen so manche Vater und Mutter verloren haben, ist leider sehr beträchtlich. Dank der intensiven Tätigkeit der jüdischen Sektion des Landes-Waisellkomitees irr Lemberg, dessen Generalsekretär Herr David Rnbe rr zahl sich mit wahrer- Selbst-

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