Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-12 · 2 (12.1.1917) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
2 (12.1.1917)
Date
1917-01-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022251--25697-3051014
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 26 Dr. Bloch's Wochenschrift" Nr. 2 aufopferung in den Dienst dieser heiligen Sache gestellt hat, wird nur: auch diesen bedauernswerten Geschöpfen einige Fürsorge zuteil werden. Zunächst sind bereits durch Vermittlung des Lokalkomiteech an dessen Spitze der Kultusvorsteher Israel Eich Mann und Postoffizial Bodek stehen, die staatlichen Unterstützungsbeiträge unter gleichzeitiger Organisierung einer Waisenfürsorgekomrnission zur Verteilung gelangt. Am letzten Chanukkatage fand in einem von Herrn Goldfisch er uneigemrützig tiberlassenen Saale eine Festsause für 40 Waisen statt, in deren Rahmen die Verteilung.pes vom Verein zum Schutze der verlassenen jüdischen Kinder gespendeten Schuhe und Mäntelchen erfolgte. Postoffizial >B o d e k begrüßte die erschienenen Gäste nrit einiger: herzlichen Worten, appellierte an die Darrten, sie nwger: sich irr Hirrkmrst der atmen Waiserr arrnehmen urrd entzündete sodann die Chanulkalichter, worauf ein Chor jüd. Miletschüler ein hebräisches Lied vortrug. Religionslehrer Glas mann hielt darirr eine nach Form und Inhalt gelungene Festrede, worauf die Schülerin Mehr einige hebräische Gedichte mit viel Verständnis, deklamierte. Während nun die Damen des Komitees der: Kindern die aus freiwilligen Beiträgen beschaffte reichliche Jause darboten, produzierter: sich die jugendlicher: Sänger und Mandolinisterr. Um das' Zustandekonmren der Feier haben sich besonders Frau Arrwlie Galanter, Frau Berta Wohl m a n n, die.Geschwister C i ch irr a n n urrd Blaser, Fräulein Schiffmann, Fräulein Frankel. Lehrer Glasmann und Herr Weiß jün. verdient gemacht. Eine Forderung des Tages. Von Rosa Bodenhermer, Köln a. Rh. Alle modernen Probleme, die der Krieg aufgerollt hat und die sich etwa in derr Schlagworten ausdrücker: lassen : Bevölkeruugspolitik, Wohnungsteform, Frau err- . dienstjahr, finden ihre beste Lösung in der Rückkehr zur Scholle. Darum tritt rnarr zielbewußt für die Erhaltung eines kräftigen Bauerrrstandes ein. Man gründet Wirtschaftsheirrrstätten, d. h. kleinbürgerliche Betriebe auf dem Lande, nur so eine Quelle der Gesundung und einen Hort ruhiger Entwicklung zu schaffen. Wie ganz besonders rrotwendig aber wären solche Maßnahmen für das jüdische Volk! Und von diesem Gesichtspunkte aus betrachten wir es' als eine Forderung. des Tages, alle, bereits vorhandenen Einrichtungen, die diese Bestrebungen fördern, zu unterstützen und zu erhalten. Richten wir daher unsere Aufurerksamkeit für eir:er: Augenblick auf die Mädchenfarm Kinereth. Auf Anregurrg und aus Mitteln des Verbandes jüdischer Frauerr für Kulturarbeit irr Palästina wurde diese Farm irr Kinereth am Tiberiasee im Jahre 1910 ins Leben gerufen. Sie wird von Frau Dr. Maisel, einer europäischen Jüdirr, die irr der Schweiz Landwirtschaft studiert hat, fachgemäße geleitet. Das beste Bild der Farm erhalten wir wohl aus einem Reisebericht des Vorsitzerrden des Jüd. Nationalfonds aus dem Frühling 1912, worin es u. a. heißt: Die Besichtigung der Mädchenfarm Kinereth gab Gelegenheit, sich von der Nützlichkeit der Arbeit zu überzeugen, welche Frau Dr. Maisel durch Erziehung von Mädchen zu Gartenbau und Gemüsezucht geleistet hat. Die im Alter von 16 bis 24 Jahren stehenden Mädchen, welche sich unter Frau Dr. Maisel s Leitung. nrit Gemüse- und Obstbau, Geflügelzucht und Milchwirtschaft beschäftige::, sirrd fleißig und haben große Freude am landwirtschaftlicher: Betriebe. Nach den Mitteilungen der Leiterin ist diese genötigt, zahlreiche Anmeldungen Zurückzuweisen. Das ist außerordentlich bedauerlich; denn durch diese Einrichtung Werden andauernd weibliche Hilfskräfte für die Landwirtschaft in Palästina herangebildet, die sich später als Kolonistenfrauen praktische bewähren können. So lagen die Verhältnisse vor Ausbruch des Weltkrieges. Aber der Krieg hat sich auch hier bemerkbar gemacht. Bei Ausbruch "desselben mußte das Budget der Farin stark eingeschränkt werden. Das ging für einige Zeit. Wenn jedoch der Betrieb' weiterhin aufrechterhalten werden soll, so müssen wesentlich höhere Summen zur Verfügung gestellt werden. Zwar gibt es dort Gemüse, Milch und Eier reichlich) und die Berichte Wer den Stand der Arbeiten sind sehr erfreulich. Mit seltener Hingabe der verantwortlicher: Kräfte sirrd bisher alle Schwierigkeiten überwunden worden. Wer leider erwachsen große Ausgaben durch Pacht und Miete, durch Bewässerung und Steuer::, durch die Notwendigkeit, größere Vorräte an Kolonialwaren anzusch affen und durch die furchtbare Teuerung überhaupt. Auch Haber: dort -- wie bekanntlich überall ir: Palästina — die Heuschrecken gewütet. Und so erhalter: wir irr: gegenwärtigen Augenblick, wo die Felder aufs neue für das! nächste Jahr bearbeitet werden müsse::, die Nachricht, daß die Geldmittel beinahe vollständig erschöpft sind. Um das Budget für 1917 zu decken, genügt das Vorhar:der:e nicht. Es muß eine größere Summe aufgebracht Werder:, die es erlaubt, der: Betrieb hochzuhalten und ihr: durch die schwere Kriegs^ zeit zu steuern. Wenn jede Jüdin, jeder Jude aus einem ganz natürlicher: Pflichtgefühl heraus zuM Unterhalte einer so nützlichen urrd notwendiger: Jnstitutior: das Ihrige beitrager: würden, würde:: die nötigen Mittel in schnellster Zeit zur Verfügung stehen. Gerade jetzt, rvo sich in aller: modernen Kulturstaaten die Anschauung bahnbricht, wie notwendig die Erziehung der Frau zur Landwirtschaft ist, gerade jetzt, wo überall die „Landwirtschaftlichen Frauenschulen" wie Pilze aus der Erde wachsen, und trötzdern alle Plätze uberffrlll sind, würde es auf uns Juden, die wir bei jeder Gelegenheit, wo es für gute. Zwecke zu spenden gilt, an der Spitze stehen mit großen und größten Summen, ein seltsames Licht werfen, wenn wir nicht einmal imstande wären,, eine einzige schon besteherrde FarrN zu erhalten. In der Ueberzeugung, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um die Gebefreudigkeit unserer alter: Freunde anzureger: und uns zugleich neue Freunde und Gönner zu schafferr, die zu schneller Hilfeleistung bereit sind, treten wir mit dieser: Mitteilungen an die Oeffentlichkeit. Wir geben ur:s der fester: Hoffnung hin, daß die Mittel reichlich fließen und uns die Möglichkeit gebe:: werden, ur:sere Farm einer besserer:, gesicherten Zukunft entgegenzuführen. i Spender: sind zu richten' an das Bankhaus A. H. Heymann & Co./Berlin, Postscheckkonto Nr. 7645, für der: Frauen V erb and. tDermiscfetes. „Hilfskommission 1915" und „Oesterreichisches Landes- Komitee" für Palästina. Wien, 4. Bez., Frankenberggasse 14. Baron Sigismund v. Springer, Wien, Kr. 3000.—; Michel Benies, Wien. 300.—; Ezeczowiczka, Partschendorf, Josef Dreßler, Wien, je 100.—; Israel. Kultusgemeinde Gänserndorf 20.—; Rabbiner Dr. H. Rosenmänn, Wien, Sammlung H. Liebesmann in Skole, 17.—; S. Trost. Wien, für bei: Bethausverein des 3. Bezirkes, Erdbergstraße, 8.—; Heinrich Bober, Wien, Ludwig Wantoch, Nimburg, „Verpflichtet", Nachod, je 5.—; Rosa Körner, Wien, 3,—,; Mogen-Dovid-Nagelspenden: Dr. M. Goldberg, Wien, Sammlung in den Oberklassen des Mädchenlyzeums Wien, 2. Bez., Kr. 68.60; Direktor B. Planer,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.