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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-29 · 51 (29.12.1916) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
51 (29.12.1916)
Date
1916-12-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 864 Dr. Bloch'S Wochenschrift Nr. 51 dem besonderen Eifer der rührigen Vorstandsdmnen,- stperwmrden. Die Verteilung fand im Vereürslokale unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt und wurde durch eine überaus herzliche Ansprache des ehrwürdigen Rabbiners Dr. Drobinsky in würdiger Weife eingeleitet. Wien. (L-chuhzentrale.) Die Protettorin dieser Hilfsaktion^ Ihre Durchlaucht Frau Prinzessin Franziska Hohenlohe, besichtigte am Dl. d. M. die Schuhzentrale, wohnte einer Beteilung bei und interessierte sich lebhaft für den ganzen Betrieb upd Vorgang der Hilfsaktion, deren rationelle Behandlung ihren lebhaften Beifall fand. Nach einstündiger eingehender Besichtigung verließ der hohe Besuch das Austeillokal,- nachdenr Ihre Durchlaucht noch allen Mitarbeiterinnen und namentlich der Leiterin Frau Dozent Grün selb ihre Anerkennung und Dank für ihre Leistungen aussprach. Professor M. Kanitz,' 40 jähriges AmtSjubiläum. Der Religionslehrer am Erzherzog Rainer-Gymnasium Professor Moritz Kanitz beging in diesen Tagen sein vierzigjähriges Dienstsubiläum. Professor Kanitz, der auch Inspektor für den israelitischen Religionsunterricht an Volks- und Bürgerschulen ist/ wurden aus diesem Anlasse zahlreiche Ehrungen zuteil. Am 7. d. M. versammelte sich der Lehrkörper des Erzherzog Rainer- Gymnasiums im Konferenzzimmer und der Direktor der Anstalt Regierungsrat Dr. Mül ln er überreichte dem gefeierten Lehrer 'die Ehrenmedaille für vierzigjährige treue Dienste — eine der letzten Auszeichnungen, die der verblichene Monarch vor seinem Tode verliehen hat. Regierungsrat Dr. Müllner hielt an Prof. Kanitz eine warme Ansprache,- in der er dem Lehrer, der seit dem Jahre 1892 ununterbrochen an der Anstalt wirkt, den herzlichsten Dank und die Glückwünsche der Kollegenschaft übermittelte. Professor Kanitz dankte tief gerührt für die Ehrung. Von vielen Schülern und Freunden des Jubilars, selbst aus dem Felde,- kamen warme Gratulationen an den gefeierten Schulmann. Austritte aus dem Judentum vom 17. bis 23. Dezember 1916. Bauer Edith, geb. 20. September 1898, Wien, 1. Bez., Ertlgasse 4. Brüll (Brill) Ella, Hochschülerin, geb. 24. Februar 1893, Lipto-Szt.-Miklos, 2. Bez., Venedigerau 1. Teutschberger Baruch (Bruno), Gastwirt, geb. 25. April 1869, Dwory (Galizien), 17. Bez., Wurlitzergasse 89. Gronoweth Bkrnka, geb. 15. Juli 1896, Zay-Ugrocz, Kom. Trencsön, 2. Bez., Ferdinandstraße 25. lÄünhut Paukne, geb. 14. Januar 1883, Wien, 3. Bez., Obere Viaduktgasse 4. Pavekla Anna, geb. Lüstschjtz, geb. 19. November 1875, Labi (Böhmen), 2. Bez., Alliiertenstraße 16. Poklak Elise, geb. 6. März 1894, Brünn, 9. Bez., Liechtensteinstraße 20. Stein Berta, Beamtin, geb. 20. Dezember 1890, Klucz (Galizien), 20. Bez.. Jägerstraße 20. Trapper Adele Else, Hilfsarbeiterin, geb. 27. September 1867, Wien, Pfarre VI, 20. Bez., Bäuerlegasse 26. Wechsberg Käthe, geb. Eisenstädler, geb. 21. Dezember 1883, Wien, 9. Bez.. Maria Theresienstraße 3. Jubiläum Adolf Braunseld. Am 1. Januar 1917 begeht Herr Adolf Braunfeld, Kantor und Sekretär der israel. Kultusgemeinde zu Holleschau sein 30 jähriges Amtsjubiläum. Fleiß, Tüchtigkeit und treue Hingebung im Berufe haben diesem Beamten viele Sympathien gesichert, umsomehr als derselbe die Agenden des Rabbiners seit drei Jahren — wo diese altehrwürdige Gemeinde keinen Rabbiner besitzt — bestens besorgte. Herr Braunfeld hat zwei Söhne, die dem Vaterlande dienen, und vier Töchter. Er entstammt einer achtbaren, wahrhaft religiösen Familie. Die Brüder desselben nehmen angesehene Stellungen in schönen Gemeinden ein. Darunter sind Kantoren und ein Bruder ist Rabbiner. Die Gemeinde wird als solche es gewiß wert finden, diesem tüchtigen Beamten in würdiger Weise die verdiente Anerkennung zuteil werden lassen. A. Löw. St. Pölten. Der israel. Frauen-Wohltätigkeitsverein in St. Pölten veranstaltete am ersten Chanukka-Abend eine Jause für die in den hiesigen Spitälern untergebrachten jüdischen Soldaten. Diese Veranstaltung nahm einen glänzenden Verlauf und entwickelte sich für die teilnehmenden Krieger zu einer , Feier des Gedenkens an jüdische Tapferkeit. Nach Abhaltung des Festgottesdienstes, bei welchem Herr Rabbiner Dr. Schächter die Predigt hielt, versammelten sich die Soldaten im festlich geschinückten Rastauralionssaale des „Park-Casv" und wurden von Damen des Frauenvereines in liebevollster Weise an reichlich gedeckten Tischen bewirtet. Der für die neu systematisierte Militärseelsorge „Erg. Bez.-Kommando St. Pölten" ernannte Feldrabbiner Jakob H o s f in a n n aus Radautz in der Bukowina und Rabbiner Dr. Schächter hielten Ansprachen. Cs sei hervorgehoben, daß auch jene Soldaten, welchen ihr Leiden nicht gestattet hatte, dieser Veranstaltung persönlich beizuwohnen, mit Chanutta-Liebesgaben bedacht wurden. Um das Zustandekommen dieser wohltätigen Veranstaltung bemühten sich neben dem Dereinspräsidium alle Damen St. Pöltens in gleich verdienstvoller Weise. Als Gäste waren erschienen : Frau Oberst Wagner, Herr Kultusvorsteher-Stellvertreter und Chewra-Kadischa-Obmann Samuel Mandl, die Spitalsärzte : Dr. A l p e r n, Dr. B e r d a ch, Dr. K ü r e r und Dr. Steiner, Herr Bank-Oberbeamter Hermann Schärf und andere. Ehaunttnsest im Kriegsspital in Slernthal. Dienstag, den 19. d. M., wurde der Beginn des Chanukkafestes im Lagerspital Sternthal (Südsteiermart) durch den dort eingeteilten Herrn Feldrabdiner Dr. Albert Schweiger in würdiger und erhebender Form gefeiert. Es war ein schöner und herzerwärmender Anblick, als mit Anbruch der Duntetheit die gehfähigen kranken und verwundeten jüdischen Soldaten, viele unter ihnen mit der Tapserkeitsmedaille auf der Brust, von allen Seiten herbeieilten, um in der Kinobaracke an dem Gottesdienste teilzunehmen. Nach dem Abendgebet wurde das Chanuktalicht angezündet und alle Anwesenden, darunter auch eine Offiziers- und Aerztedeputation mit dem Spitalskommandanten Negimentsarzt Dr. R. Reiser an der Spitze, stimmten das Chanuttalied.(Moaus Zur) an. In der darauffolgenden Ansprache verglich Feldrabbiner Dr. Schweiger unseren Kamps gegen die feindliche Ilebermacht mit den Heldentaten der Makkabäer für Freiheit und Recht und speziell die letzten Niederlagen unserer Feinde in Rumänien mit der Niederlage des Königs Antiochns, der so wie Rumänien die Juden entrechten und vergewaltigen wollte. Der eindrucksvollen, begeisterten Ansprache folgte das Gebet für das allerhöchste Kaiserhaus und für das Wohl unseres geliebten Kaisers Karl I. mit Absingung der Volkshymne. Die freudige Stimmung der erschienenen Soldaten erreichte ihren Höhepunkt, als Herr Feldrabbiner Dr. Schweiger die Verteilung von Liebesgaben vornahm, welche dank der Sammlung von Frau Rabbiner Dr. E r u n w a l d und Rabbiner Bela Fischer, Seelsorger des Noten Kreuzes in Wien, in reichlichem Maße eingelaufen waren. L. Wer weiß? Ein Flüchtlings-Mädchen mit Namen Gisela Kümmel aus Dukate, Bezirk Rohatyn (Galizien), sucht ihren dort zurückgebliebenen Vater Moses Kümmel, 70 Jahre alt. Auskunft erbittet Alois Sachs, Sekretär in Damboritz. Inf. Isaak Geringer, k. u. k. Reserve-Spital in Debica, Abt .3, Zimmer 7, sucht seine aus dem Dorfe Michalec, Bezirk Horodenka, geflüchteten zwei Kinder: Verl Geringer (12 Jahre) und Seide Geringer (6 Jahre). Frau Sali Schuster aus Czernowitz sucht ihre vier Kinder, und zwar zwei Knaben (l1/* und 4 Jahre alt), zwei Mädchen (9 und 13 Jahre alt) sowie ihren Schwager Salomon Schnittler aus Czernowitz. Jech-iel Reinstem -aus Dorna-Watra sucht seinen 70 jährigen Bruder Feibifch Reinslein. Basic Ehrlich, Wsetin, Ochrada 645 (Mähren), sucht ihre Schwiegereltern Mendel und Freude Ehrlich aus Kuty (Gal.). Kinder oder Verwandte von Markus Margulies aus Horodenka (Galizien). Derselbe ist am 12. August d. I. in Solotwina gestorben und hatte ein provisorisches Testament bei Herrn Moses Roseichek, Kriegsflüchtling ans Nadworna, derzeit Stein-Schönau (Böhmen), hinterlassen, letzterer will das Testament den Erben veröffentlichen.

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