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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-29 · 51 (29.12.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
51 (29.12.1916)
Date
1916-12-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 850 Nr. 51 Dr. Bloch'S Wochenschrift sowie eine gleichlautende Widnmng von Kr. 1500.— Zur Fundierung des Mitgliedsbeitrages der Frau Rosalie Rothberger. Frau Auguste Kanitz stiftete Kronen 2891.41- Frau Enrma Zinn er machte eine Bettstistung von Kr. 4000.— für drei Kriegerwaisen. Die im Jahre 1913/1914 abgehaltenen Damenjours ergaben die Summe von Kr. 5854.76/ wovon die Hälfte dem Schwesternverein /.Oesterr. Seehofpiz" Zufiel. Eine künstlerische Anfichtskartenaktion ergab einen Reingewinn von 1000 Kr. Die Vorsitzende dankt allen Korporationen für Subventionen/ den freiwilligen Helferinnen, Geld- und Naluralspendern, den Aerzten, den Eisenbahnen und gedenkt dankbarst der Presse für ihr jederzeitiges Entgegenkommen. Der Bericht wurde genehmigt und der Vorstand wiedergewählt. Generaldirektor Phiäpp Porges spricht den Dank der Versammlung für die Vorsitzende Frau Sofie Grünfeld in warmen Worten aus. Ausruf für Kriegsmütter. In rührender Weise hat sich öffentliche und private Fürsorge der Kriegerwitwen und -Waisen angenontmen. So wie sie, ist aber sicher auch die Mutter eines' Gefallenen oder Kriegsinvaliden zu beklagen, der keine Hoffnung,- keine Erwerbsnröglichkeit, keine Zukunft ihrer Kinder mehr winkt,- die den Gegenstand jahrzehntelanger mütterlicher Liebe,- Pflege und Sorgfalt verliert, die in echt jüdischem Geiste,- statt einen Sparpfennig für das Alter sich zurückzulegen/ ihr kärgliches Einkommen der Erziehung und höheren Ausbildung des Sohnes geopfert hat. Zur Unterstützung dieser Mutter hat sich schon im ersten Kriegsjahre,- über Anregung de>s Rabbiners Dr. Feuchtwana, unsere Kriegsmutterkasse gebildet,- die Seiner Ehrwürden auch den Grundstock ihres Kapitales verdankt,- welches die Kasse zu Monatspensionen und Unterstützungen von Müttern von Gefallenen verwendet hat. Mit der Länge des Krieges wächst die Zahl dieser Mütter,- auch solcher, die zwei oder drei Söhne dem Vaterlande opfern mußten. Da unsere Mittel nicht mehr ausreichen,- richtet sich unsere Bitte an die, die ihr Liebstes gesund wiederzusehen hoffen,- an alle Helden, die an der Front gegen den Feind, an Frauen und Mädchen, die im Hinterlande so tapfer gegen Krankheit und Not ankämpfen. Wir bitten unr eine, wenn auch noch so kleine Gabe, Monatsspende oder Subvention im Interesse der bedauernswerten weiblichen Opfer des noch immer tobenden Weltkrieges. Gütige Spenden,- welche die Administration dieses Blattes gerne ausweist,- nehmen entgegen: Herr Rabbiner Dr. Feuchtwana,- 18. Bez., Edelhofgasse 3 6, Frau Berta Donreich,- Kassaverwalterin der Kriegsmütterkasse des Feuchtwangfonds,- 20. Bez., Dresdnerstr. Nr. 7 7,- und die nachstehenden Damen: Jeanette Feuchtwana,- Präsidentin der Kriegsmütterkaffe .(Dr. Feuchtwangfonds), Regine May, Vizeprärdentin, Jda Berliner,- Fanny Dreikurs, Anna Hirsch, Frau Kapralik,- Sofie Waltuch; für die „Weibliche Fürsorge": Regine Ullmann/ Vorsitzende: Helene Kura n da, Kassierin; Röschen Schur, Schriftführerin. Erhöhung der Flüchtlings-Unterstützung. Das Ministerium des Innern hat im Einvernehmen mit dem Finanzministerium die Erhöhung der staatlichen Unterstützung der gemeindeweise verstreut untergebrachten mittellosen Flüchtlinge von 1 Krone auf 1 Krone 50 Heller pro Kopf und Tag mit Rückwirkung auf den Zeitraum vom 1. Dezember d. I. angefangen verfügt. Eine Einschränkung dieser die Lage der Flüchtlinge wesentlich günstiger gestaltenden Maßnahme greift nur insoweit Platz,- als es bei Familien, denen eine größere Zahl von im gemeinsamen Haushalte lebenden Personen angehört/ hinsichtlich der die Zahl 5 übersteigenden Familienmitglieder bei der bisherigen Unterstützung von 1 Krone pro Kopf und Tag zu verbleiben hat. Lemberg. Anläßlich des Regierungsantrittes des Kaisers Karl I. veranstaltete der Vorstand der Lemberger Kultusgemeinde am 16. d. M. Festgo'.tesdienste in sämtlichen Gemeindesynagogen. Zur offiziellen Feier im Tempel hatten sich außer der sehr zahlreich versammelten Gemeinde eingefunden: der Stellvertreter des Stadtkontmandanten Oberst Baron Mayer-Maly mit zahlreichen Offizieren,- Vertreter der deutschen Armee, des deutschen Konsulates wie auch der polnischen Legionen,- der Vertreter des Regierungskommissärs von Lemberg Hofrat Fiedler mit den Beiräten Dr. Schleicher und Rappaport,- der Rektor der Universität Professor Dr. B e ck, Vertreter der staatlichen Behörden u. a. Nachdem Oberkantor Saitz mit Chor- und Orgelbegleitung einen Festpsalm zum Vortrage gebracht,- hielt Religionsprofessor Dr. Freund in Vertretung des Gemeinderabbiners eine eindrucksvolle Festpredigt. Die erhebende Feier schloß Mit der Absingung der Kaiserhymne. Antisemit, Bezirksrat, Ortsschulrat und Hehler. Die „Arb.-Ztg." meldet: Während der Weihnachtstage wurde in Favoriten der Bezirksrat Johann Niß als 'Hehler verhaftet. Er soll seit Jahren aus Eisenbahndiebstählen den Hehlergewinn gezogen haben. Da der Polizeibericht bisher von dieser Verhaftung, die aber Tatfach e ist, keine Kunde gibt und die Angehörigen des Verhafteten, der übrigens auch Gastwirt und Hausbesitzer ist, begreiflicherweise keine Auskunft geben, gehen in Favoriten die abenteuerlichsten Gerüchte um, die gewiß nicht zum Vorteil des Verhafteten ausschlagen. Wir begreifen, Untersuchungen gegen Hehler sind kitzlich, und es können vielleicht Umstände dafür sprechen, daß man nicht gleich mit der ganzen Wahrheit heraus will. Aber da die Verhaftung des Niß, der ein angesehener ch ristlich so zialer Vertrauensmann im Bezirk ist, seit Sonntag in Favoriten im Mund aller Leute ist, haben wohl auch schon Helfer des Niß davon erfahren, wenn er welche hatte. Die Tatsachen, die uns bekannt werden, sind folgende: Man hat bei Niß ein ganzes Warenlager von gestohlenen Sachen gefunden, und zwar nicht, wie mar: meinen sollte, Eßwaren. sondern alle möglichen Waren, Seidenschirme, Stoffe und andere Waren, die aus erbrochenen Eisenbahnwagen gestohlen worden sind. Natürlich vergrößern die Gerüchte, und wenn es am Sonntag hieß, daß ein Streifwagen voll mit gestohlenen Waren weggekührt worden sei, so hieß es gestern schon, es seien Mehrere Wagen gewesen. Da übrigens auch noch die N amen a n d e r e r ch r i stlichsozialer Bezirksgrößen Favoritens mit dieser Sache in Verbindung gebracht werden, so ist es schon aus Rücksicht aus diese geboten, daß man in diesem Fall anders handelt wie vor etwa drei Wochen in Floridsdorf, als es dort nicht geringes Aufsehen hervorrief, daß der Bezirksrat Schöpfleuthner unter dem Verdacht verbrecherischer Umtriebe verhaftet wurde. Schöpfleuthner, der ein Fabrikant in der Floridsdorfer Hauptstraße ist, ist seither wieder aus freien Fuß gesetzt worden, aber die Gerüchte darüber, daß er ein ganz seltsamer Patriot ist, sind heute noch nicht verstummt. Herr Hofrat Stukark ist eingeladen, zu reden, oder Wien wird glauben, er vertuscht. immmääm

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