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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-22 · 50 (22.12.1916) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
50 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 838 Nr. 50 Dr. Bloch'S Wochenschrift „Belh Haam" (Jüdisches Volksheim), 16. Bez., Wurlitzergasse 11. Samstag, den 23. Dezember I. I.. halb 8 Uhr abends: Lhanukkaseier und Konzert unrer der Leitung des Herrn Oberrantors M. B. Kaufmann. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Anmeldungen von Vorträgen und Mnwiriungen bei Konzerten wolle man an den Präsidenten Dr. Atariin F ö r st e r. 16. Bez., Thaliastratze 22, richten. Wien. Ter I s r a c l. H u m ö n i r ä r c U n r c 1st ütz u n g s v e r e i n der K o l o m e a e r in Wie n veranstaltet am vorletzten Chanutraabend,- Montag, den 25. Dezember 1916,- halb 8 Uhr abenos, im Eaf6 Prücke!,- 1. Bez., Slubenring 24, einen Gesellss ch a f t s a b e n d. Außer Herrn Regisseur Egon B r e ch e r von Leu Jarno-Bühnen,- welcher ausgewäyuc jüdische Dichtungen von Asch, Berdh czew s ii, 3chal om A l e i ch e m, P e r e z und Z u ck e r m a n n zum Borrrage bringen wird,- haben namhafte Klmstträste, darunter die Herren Jo,es Boksenbaum,- Kamor Grob, Sigmund Habe r,- K ö n i g s f e st und die Damen Feig! und Hirsch ihre güftge Mitwirkung zugesichert. Karlen zu Kronen 1.50 sind im Vorverkauf in der Buchhandlung R. Löwit,- 1. Bez., Rotenturmstraße 22, zu beziehen. Austritte aus dem Judentum vom 10. bis 16. Dezember 1916. Berger Isidor, Fabrikant, geb. 18. November 1858, Kenty b. Bielitz, i. Bez.. Lovlowitzplatz 1. Deutsch Arpad, Atascyinschlosser, geb. 22. Januar 1896, Obecse «Ungarn), 10. Dez., Troststratze. Erüi.baum Otto, Kaufmann, geb. 24. Dezember 1878, Wien, 6. Bez., Kösilergasse 7. Guttmann Regina, Klavierlchrerin, geb. 31. März 1887, Wien, 10. Bez., Davidgasse 96. Hilspem'Stephanie (Ester), Schneidelin, geb. 27. Januar 188/, Kadrazowa, Dez. Änjstenic (Galizien), 7. Vez., .Kaiserstratze 65. Landau Leopotdrne, Private, geb. 7. Fevruar >900, Wien, 7. Bez., Linke Wienzeile 52. Lateiner Franz, Privatier, geb. 25. Oktober 1900, Brzaza 'Galizien), 10. Bez., Gudrunstratzc 7. Pouaczet Gustav Siegmund, geb. 7. August 1895, Wien 'laut Zuschrift der israel. Kultusgemeinde Graz). Salner Sali, Private, geb. 17. November 1889, Suczawa «Bukowina). 19. Bez., Prälatenlreuzgasse 4. Sine! Gustav, k. u. k. Oberleutnant, geb. 1. November 1887, Wien, 1. Dez., Kärntnerstratze 31. Warnung! Im Lause der vorigen Woche erschien in Linz ein Mann, angeblich Schlesinger, welcher in Hernrannstadt (Siebenbürgen) und in vielen anderen Gemeinden als ^Ober.antor gewirkt Hasen will. Derselbe gab an, hier am Don«rstag, den 13. Dezember, mit noch drei anderen Kantoren ein lityurgifches Konzert zu veranstalten. Er agitierte mit Einladungskarten und es gelang ihm, auf einem Subftriptisnsbogen größere Beträge hrrauszulocken. Das Konzert fand aber nicht statt, der Mann ist spurlos verschwunden. Es oblegt mir die Pflicht, alle Kultusgemri idrn und Kollegen vor weiteren eventuell solchen Vorkommnissen zu warnen und. unnachsichtiich einen solchen Schwindler der Behörde zu überliefern, damit dadurch unser Stand nicht herabgewürdigt werde. Linz, den 19. Dezember 1916. Bernhard Löwensohn, . Oberkantor der israel. Kultusgemeindc Linz. Jarosiau. (T e l e g r a m m d c r c st c r r c i ch ifch e n W o ch c ir sch r i f 1".) Aus Anlaß . der Thronbesteigung Sr. Majestät Kaiser Karl I. fand ein Huldigungsgottesdienst in der Hauptsynagoge zu Jaroslau statt. Professor Dr. Taubels,- Rabbiner von Tarnopost hielt eine ergreifende Predigt. Hohes Alter. Aus Bielitz wird berichtet: Seit fast dreißig Jahren lebt in unserer Stadt bei seinen Kindern und Enkeln Herr Bernhard Richter,- der am 19. Juli 1808 in Witkowice (Galizien) geboren wurde. Der sohin im 109. Lebensjahre stehende Greis,- dem sein Pfeifchen noch immer lvohl mundeft war bis zu seinem ,32. Lebensjahre hebräischer Lehrer,- dann bis zum 86. Lebensjahre Rohproduktenhändler,- worauf er sich zur Ruhe setzte. Eine gütige Vorsehung hat ihm durch die Liebe der Semen einen so langen,- glücklichen Lebensabend bereitet. Er ist Vater von acht Kindern (fünf Söhnen und drei Töchtern), Großvater von 21 Enkeln und Urgroßvater von 11 Urenkeln. Das Bild des alten Herrn ist dem hiesigen Museum einverleibt ivorden. Zagreb. Wie erinnerlich, wurde vor mehr denn zwei Jahren auch Ravoiner Dr. Moses M a r g e I, Bezirksrabbiner in Pozega «Slawonien), zum k. k. Feldrabbiner ernannt. Er war bis jetzt dem k. u. t. Korpskommando in Zagreb zugeteilt und hier wirkte er auch segensreich in der k. u. f. israel. Miiitärseelsorge volle zwei Jahre. Da er nun auf den Kriegsschauplatz abgeht und somit von uns scheidet, geziemt es sich wenigstens elwas von seiner rühmlichen und wirklich anerkennenswerten Wirksamkeit, die auch, was unseren Stolz bildet, in nichtjüdischen Kreisen lobend yervorgchoben und besprochen wird, der weiten jüdischen Oeffcntlichieit bekanntzugeben. Dr. Margel ist als bedeurender Liierai wohl bekannr. Weniger dürfte es der weiten jüdischen Oesfentlichkcit bekannt sein, datz er sich aus dem Gebiete der jüdischen Humanität unvergängliche Verdienste erworben hat. Denn Dr. Pt arge! ist nicht nur ein Mann des jtiüen Siudiums, nein, er ist auch ein Mann der Tat. Hat er als Professor für Religion am Gymnasium zu Pozega es verstanden, das jüdische Gefüyl im Herzen der studierenden Jugend zu wecken, so datz fast alle seine Schüler, die. ihre Studien vollendet, nun im öffentlichen Leben wirken, begeisterte Nationaljuden geworden sind, so hat er es in seiner Gemeinde als Rabbiner erst recht verstanden, das Interesse für das Judentum und für dessen heilige Ideale zu wecken, wobei ihn die hervorragende rhetorische De gabung, die ihm eigen ist, wesentlich unterstützte.' Hier in Zagreb hat Herr Dr. M arge! gleich beim Antritte seiner militärseclsorgcrischen Tätigkeit die jüdische Oeffentiichkeit Zagrebs auf sich gelentr. Bei den von ihm für die jüdische. Mannschaft veranstalteten Gottesdiensten konnte man die ersten Persönlichkeiten in Militär und Zivil bemerken. Seine Predigten waren ein Anziehungspunkt für die gebildete Welt Zagrebs ohne Unlerschied des Glaubens und des Standes: Großer Beliebtheit erfreute sich Herr Dr. M a r g e I beim Zagrever Publikum auch darum, datz er nicht nur seinen Gkaubcnsgenosjen, die Kriegsdienste leisten, beistand, sondern auch der nichljüdischen Mannschaft in den Krankenhäusern und antzerhalb derselben nach Matzgabe seines Könnens Retter, Helfer und Tröster war. Er versorgte an Pessach- und sonstigen jüdischen Feiertagen die jüdische Mannschaft mit ritueller Kost. Wenn ihm die traurige Pflicht auserlegt wurde, einen Juden auf seinem letzten Gange zu begleiten, so wies er in seinen diesbezüglichen Trauerreden immer auf die unwandelbare und hingebungsvolle Treue und Liebe des jüdisches Volkes für Kaiser, Reich und Vaterland hin. Und wie verstand es Herr Dr. Marge! die jüdische Mannschaft anzufeuern, alles zu opfern für das Wohl unserer erhabenen und glorreichen Dynastie sowie für das Wohl des Vaterlandes. Seine Tätigkeit in Zagreb war auch von den schönsten Erfolgen gekrönt. Hoffen wir, datz der allzeit hilfsbereite und redegewandte Herr Feldrabbiner Dr. M arge! bald wieder nach Zagreb zurücktchern werde. Nachum H a in a s ch g i a ch. Vttiovar. (B e st a t t u n g.) Hier wurden die sterblichen Reste der in Sarkad (Ungarn) provisorisch beigesetzten und hierher überführten Frau Emma Stern, Gattin des angesehenen Arztes Dr. Moritz Ster n, Präsidentin des israel. Frauenvereines, zur ewigen Ruhe bestattet. Eine grotze Trauergemeinde erschien in der Leichenhalle, wo Obertantor Schwarz und Kantor Springer die Trauergebcte eretutierten. Oberrabbiner Dr. Diamant schilderte in einer ergreifenden Trauerrede die edlen Eigenschaften der Verklärten, die als Opfer der Mutterliebe ihre Seele aushauchte, während ihre Tochter und ihr Enkelkind infolge der hingebenden Pflege der Mutter und Großmutter von der tückischen Krankheit befreit wurden. Die Ausschutzdamen des Frauenvercines stifteten zur Ehrung des Namens der Präsidentin einen ansehnlichen Fonds. Hohenems. Nach langem, schwerem Leiden ist am 14. d. M. Oberlehrer Moritz F e d e r m a n n verschieden. Mit ihm ist ein Mann von rastlosem Eifer und seltener Arbeitskraft dahingegangen. Fast ein Menschenalter als Lehrer wirkend, betrachtete er seinen Berus als heilige Aufgabe, der er in treuer Pflichterfüllung feine ganze Kraft widmete. Von ganzem Herzen seiner Gemeinde zugetan, konnte er sich von dieser auch nach seiner Pensionierung nicht trennen, trotzdem seine Freunde und Altersgenossen dahingegangen waren und er mit Wehmut die Auflösung der einst blühenden Gemeinde voraussah. Die Gemeinde Hohenems, die mit anerkennenswerter Noblesse dem Verblichenen einen sorgenfreien Lebensabend bereitete, wird ihrem treuen Lehrer stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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