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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-22 · 50 (22.12.1916) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
50 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 50 Tr. Bloch s Wochenschrift Satte 807 Ehannkta in den L.iNlläle.injttMcn Wien-:. Anläßlich des Chauukkasestes wurden die Kriegs blinden und sonstigen invaliden Soldaten von der ifraeii tischen Militärseelsorge in Wien durch eine Liebesgabe erfreut. Dieses schöne Werk wurde durch einen namhasten Betrag,- den die israelitische 'Kultusgemeinde Wien der israelitischen Militärseelsorge zur Verfügung stellte,- gefördert. Auch zwei durch ihren Wohltätigkeirssilln bekannte Damen,- Frau Berta Bunzl und Frau Landesgerichtsrat Auguste Fleisch er>- haben durch eifrige Sammeltätigkeit wesentlich zum Ehlingen des Liebeswerkes beigetragen. Am ersten Abend des Chanutkasestes fanden irr den Bethäusern der Kriegsspitäler Festgottes dienste mit Predigt statt. Wien. Der israelitische Frauen-WotzltätigLeitsverein Floridsdorf veranstaltet am Montag,- den 25. Dezember 1916, nachmittags 4 Uhr, im Tempel, 2l. Bez., Holz ineistergasse 12,- einen C h a n u c k a f e st g o t t e s d i e n st. Wien. Herr Elias Weisz, der verdienstvolle Ob maitnstellvertreter deS Bethausvereines „Montefiore". II, Taborstraße 38,- der auch iit anderen Humanitären Ber einen segensreich tätig ist,- feiert Jamsrag, den 30. d. M.. seine goldene Hochzeit. Der Borstand des „Monte'iore" Vereines ehrt den Jubilar im Rahmen des feierlichen Minjah-Gottesdienstes, der am 30. d. M., vormittags um 10 Uhr,- im Bereinsvethanse, II.. Taborstraße 38, stattfinden wird. Nur einen Freitisch für mein Kind.' So bittet eine arme kranke Witwe, die sich mühsam durch Hausieren ernährt und lies bekümmert ist, daß ihr 10 Jahre alter Knabe täglich bleicher wird, weil sie außerstande ist. ihm die genügende Nahrung zu verschaffen. Das Kind e.hält erst ein kärgliches Mahl, wenn die Mutters des Abends von ihren Geschäftsgängen heimkehrt. Edle Menschen, die bereit sind, dem armen Knaben einen Freitisch zu gewähren, werden gebeten, ihre Adresse unter ..Freitisch" bekanntzugeben. Allgemeiner IM. Arbriterv^cein „Poate Zion". Wien. Privatlokal: 2. Bez., Stefaniestraße 2. 3. Stiege, Tür 34. Samstag, den 23. d. M.Jfindet im Privatlokal eine Makkabäerfeier mit reichem Programm statt. Beginn 8 Uhr abends. Eintritt^ frei. Wien. Am 17. d. M. hat der Verein ..Fides", Witwen- und Waisenverein für den 3. Bezirk, die Bekleidung vieler Waisen vorgenommen. Der Obmann Joses Popper jun. begrüßte die erschienenen Gäste. Herr Rabb. Dr. A b e l e s hielt eine glänzende Rede, welche bei allen Zuhörern einen tiefen Eindruck erweckte. Unter den Anwesenden bemerkte man die Herren: Mar L ö w q. S. K a n i tz e r - G o t t e s m a n n, Dr. Straffer. Schriftführer Schwarz und andere. Wien. Das Leichenbegängnis des Herrn Isidor Sitzwacz s. A. gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung der Liebe und Wertschätzung sowohl für den Heimgegangenen, als auch insbesondere für die schwerbetrossenen Hinterbliebenen: die liebevolle Gattin Frau Anna Schwarz, geb. Hiller, die drei Söhne: Herrn Gemeinderat Dr. Rudolf Schwarz-Hitler und dessen Gemahlin. Herrn Dr. Georg Schwarz, f. u. k. Leutnant, derzeit auf dem nördlichen Kriegsschauplätze. und Herrn Friedrich Egon Schwas, Kaufmann in Antwerpen, dem es infolge Patzschwierigkeiten ebensowenig vergönnt war dem Sarge seines Vaters zu folgen, wie seine.» Bruder Georg. Der grotze Zeremoniensaal konnte kaum die Menge der erschieneneil Trauergäste, unter denen sich viele offizielle Persönlichkeiten aus dem Ministeriunl des Innern, der Kultusgemeinde, dem Rathause, verschiedenen humanitären und politischen Vereinen befanden, fassen und in tiefer Ergriffenheit lauschten die Anwesenden nach den stimmungsvollen, rituellen Gesängen des Herrn Oberkantors I. Morgenstern und des Doppel-Quartettes dem ohne Pathos, in dem schlichten Tone wahrer Ueberzeugung gesprochenen Nachrufe des Herrn Rabbiners Dr. Mar Kruiiwaid, der unter anderem ausführte: „Als ein verdienstvoller Träger des modernen Humanitätsgedankens einst bei festlichem Anlaß laut gefeiert wurde, da fand er aus alle Lobeverhebnilgen nur die eine Antwort: ..Ach, hattet Ihr meinen Vater gekannt!" In diesem Worte offenbarte sich die geheimste Triebfeder eines rastlosen Eifers für das Wohl seiner leidenden Menschenbrüder. Es war rührende Pietät, das kindlich treue Streben, dem Vater, solange er lebte, Freude, den. Verewigten Ehre zu bereiten. Einer solchen Pietät seiner Kinder erfreute sich auch der Entschlafene, Und er verdient es vollauf. Er hinterlätzt seiner Familie einen Namen, geachtet nicht allein wegen seiner in Ausübung des Berufes bewährten Tüchtigkeit und mustergiltigen Rechtschaffenheit, sonder» auch und ganz besonders um der hilfsbereiten Herzensgüte willen, die er gegen jeder mann bekundete. Die treue Gattin, die dankbaren Söhne, dir liebevolle . Schwiegertochter, sie alle mögen ihren Trost darin suchen, dah sie im Andenken an den Verewigten sich eng anein anderschließen und treu zueinanderhalten. Wie er stets f ü r sie und m i t ihnen gelebt, so möge er i n ihnen fortleben, wie in seinem Erdendasein, so über das Grab hinaus ein Segen!" Der lange Trauerzug setzte sich in Bewegung und als am offenen Grabe der durch seine großzügige, ausopserungsvolle und segensreiche Tätigkeit auf dem Gebiete der Flüchtlingsfürsorge allgemein verehrte Gemeinberat Dr. Rudolf Schwarz-Hilter die Worte hervorschluchzte: ..Leb' wohl, Papa!" da blieb kein Auge tränenleer. Die Schollen rollten dumpf auf den Sarg und Mutter Erde nahm wieder auf in ihren urewigen Schoß ein kostbares Gatten-, Pater- und Menschenherz. Friede seiner Asche! Dr. A. L. Wien. Leichenbegängnis.) Am 13. d. M. ist Frau Rosa Eisenstein. Gattin des General-Repräsentanten der „Rew- Porl" Herrn Viktor M. Eisenstein, zur ewigen Ruhe bestattet worden. Die Verblichene ist buchstäblich an gebrodenem Herzen gestorben. Die Rachricht von dem Heldentode ihres ältesten Sohnes Benno, der als Oberleutnant in den Kämpfen gegen die Russen erst vor wenigen Wochen gefallen ist. und den sie abgöttisch geliebt hat. hat die arme Frau, welche sich bis dahin einer blühenden Gesundheit erfreute, derart erschüttert, datz sie sich von dem furchtbaren Schlage nicht zu erholen vermochke. Eine der edelsten jüdischen Frauen ist mit der , Verstorbenen dahingegangen: ihre unendliche Herzensgute und innige Frömmigkeit. verbunden mit einem besonders entwickelten Sinne für die Leiden ihrer Mitmenschen, welchem sie auch allerdings im Stillen werktätig Ausdruck verliehen hat. gewannen ihr die geradezu schwärmerische Liebe aller, die je das Glück hatten, mit ihr zu verkehren. Die überaus zahlreiche Trauergesellschaft. welche sich eingefnnden hatte, um der Verstorbenen das letzte Geleite zu geben, war aufs tiefste ergriffen, als man die sterblichen Reste dieser im wahrsten Sinne des Wortes edlen Frau in die Gruft versenkte. Ehre ihrem Andenken für immer! Toynbeehalle (Jofefine Meiwl-Wohl fahrtshaus). 20. Bez., Denisgasse 33. Der am 16. Dezember durchgeführte Kammermusikabend vertief in glänzender Weise. Die Eröffnung durch das herrliche Gold mark-Trio brachte gleich die intensiv gefesselte Zuhörerschaft in angeregteste Stimmung. Die gut studierte Aufführung des musikalischen Meisterwerkes durch die ausgezeichnet zusammenstimmende Triovereinigung Herr Hermann Spitz. Geige. Herr Julius Bürger. Klavier. Herr Ernst Slusky, Eello) war vortrefflich. Herr Spitz zeigte auch in seinen Solovorträgen schönen Ton. echt musikalischen- Sinn und tadellose Technik. Frl. B a r b. eine Schülerin der rühmlichst bekannten Gesangsmeisterin Frl. Franzi Mütter, sang mit einer selten schön klingenden, umfangreichen und kraftvollen Altstimme Lieder von Brahms und Schubert mit innigem Ausdrucke und tiefer, musikalischer Empfindung und erzielte, von Frau Möller in vortrefflicher Weise begleitet, mächtige Wirkung. Das enthusiasmierte Publikum verlangte reiche Zugaben. Den Schluß des Konzertes bildete der gelungene Vortrag des melodiösen Klaviertrios von Mendelsohn, der den Jnstrumentalisten überaus reichen Beifall eintrug. Samstag, den 23. Dezember, findet die Chanukkafeier und ein von Kantor Leo Funke geleitetes Konzert statt. Montag, den 25. Dezember: Konzert, veranstaltet von Herrn U n g a r. Mittwoch, den 27. Dezember: Vortrag des Schriftstellers Herrn Albert L ö w : Tierschutz nach Bibel und Talmud. Samstag, den 30. Dez.: Konzert, veranstaltet von Frau F u n k - F r e n n d. Wie». I o s e f i n e M e n d l - W o h I f a h r l s h a u s.t Die Ehanukkafeier findet Heuer am Montag, den 25. Dezember, für 300 Kinder, und zwar zum Teil für Hortzöglinge und zum Teil für Flüchtlingskinder der gal.-hebr. Schule; Dienstag, den 26. Dez. für 300 Flüchtlingskinder der Baron Hirsch-Stiftungsschule statt. Beginn an beiden Tagen präzise halb 4 Uhr nachniittags. Für das Komitee: Karl Freund, Obmanii-Sleilvertre.er ber T. >5. und Kinderhorte.

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