Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-22 · 50 (22.12.1916) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
50 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022195-3022246--25638-3050952
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 50 Tr. Btoch's Wochenschrist Seite 833 iinläfelid) der Fahrzeit ihrer Mutter: ttcul Trincser: Dr. Von Frau N. Messing . Für blinde Frauen Bon Herrn Oberleutnant Für jüdische Arme Bon Frau Hermine Ianowitz: Zur Ausspeisung eines armen jüdischen Kinde5 Entnahme der Sammelbüchsen im Stadttempel: Kr. Waisenverein Arme in Jerusalem Frauenverein, 1. Bez. Chewra Kadischa Armenanstalt Kinderbewahranstalt Armenhaus. 3. Bez. „Allianz" Wöchrerinnen-Berband Entnahme der Sammelbüchsen Armenanstalt Waisenverein Ehewra-Kadischa Arnie in Zerusale:n Kinderbewahranstalt Israel. Armenhaus. 3. Bez. Frauenverein Entnahme der Saminelbüchse Kr. Kr. Kr. Kr. Kr. Kr. Kr. Kr. Kr. 1095.50 297.98 178.17 343.43 332.21 98.70 141.86 94.10 50.60 Kr. Kr. Levpoldstadt: Kr. 151.60 Kr. 186.50 Kr. 139.50 Kr. 41.77 Kr. 45.20 Kr. 39.80 Kr. 106.47 10. >0. Kr. 2632 55 im Matrikelamt Kr. Kr. 710.81 13.50 Weiters ein Dankschreiben des Herrn kais. Rates Adolf Ruzicka für die Gratulation des Vorstandes anläßlich seines 70. Geburtstages. Dankschreiben des k. u. k. General-Oberstabsarztes Prof. Dr. Alois Pick für die Gratulation des Vor standes anläßlich der ihm verliehenen Allerhöchsten Aus zeichnung. Dankschreiben des Vorstandsmitgliedes Herrn Ge meinderates Dr. Rudolf 2 ch w a r z - H i l l e r für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des Ablebens seines Vaters^ des Herrn Isidor Schwarz s. A. Zuschrift des /.Patriotischen Hilfsvereines vom Ro.en Kreuz" .über die Erhöhung der Berpflegskosten für die im Spitale der Kultnsgemeinde (als Reservespital Rr. S) befindlichen Gagisten und Mannschastspersonen von K. 4. aus K- 5.50 pro Kopf und Tag,- rückwirkend am l. Juli 1916. Bericht der Direktion der .-.Edler von Lämel-Schnle" zu Jerusalem anläßlich des 60jährigen Bestandes dieser Anstalt. Me Stimmung während des Empfanges der Vertreter der österreichischen Judenschast durch das Kaiserpaar. (Von einem Augenzeugen.) Die Zeitungsberichte haben diesen historischen Vorgang in allen Einzelheiten genau geschildert/ aber man vermißt ein Wort über die Stimmung/ die das Ganze beherrschte und ihm erst das Gepräge verlieh. Ohne daß man den Vorgang als eine Feier bezeichnen könnte, so ward er doch durch eine Feierlichkeit und eine Weihe gehoben,- die den Augenzeugen immer tiefer und mach tiger ergriffen. Nichts kann lauter und eindringlicher zu dem Herzen des Menschen reden, als die Stille, die etwas Außerordentliches anzeigt. Denn diese und nicht geräuschvolle Bewegung ist der beredteste Ausdruck des Ungewöhnlichen. So sagte einst/ nach der Erzählung des Talmud,- der blinde R. Scheschet zu der bei dem Einzüge des römischen Kaisers versammelten Menge,- die ihn verspottete, weil er ohne Augenlicht diesem Ereignis beiwohne: „Ich werde früher als ihr wissen, wann der Kaiser kommt?" Und wirklich ries er im rechten Augenblicke: /.Der Kaiser!" Er hatte ihn nicht gesehen, aber die plötzlich eingetretene Stille gehört,- die das Erscheinen des Kaisers ankündigte. Eine solche beredte Stille breitete sich auch immer vernehmlicher über den Empfang der jüdischen Huldigungsdeputation durch das Kaiserpaar ans. Es war die Stille des Unerwarteten/ des freudig Ueberraschenden. Ueberraschend war die jugendlich bewegte und doch im schönsten Ebenmaße zusammengehaltene Gestalt des Kaisers,- überraschend waren die hell und freundlich blickenden,- dabei von männlichem Ernst überschatteten Augen, überraschend war seine Art zu sprechen. So Leut lich und vernehmlich in ansprechender Stimmlage, mit Leichtigkeit hervorgebracht, waren die Worre des Kai fers,- daß schon die Rede an sich, abgesehen von ihrem bedeutsamen Inhalte, die Herzen der Zuhörer gewann. Wie dann der Kaiser unter Führung des Präsidenten die Reihe der Delegierten abschritt/ wie die durch Huld volle Handreichung und Ansprache Ausgezeichneten ficht lich beglückt waren,- während die anderen diesen Ehren erwartungsvoll noch entgegensahen,- das war ein bei gespanntester Aufmertsamkeit aller Beteiligten sich vollziehendes Schauspiel. Man fühlte den Pnlsschlag einer denkwürdigen Stunde, der allen Anwesenden durch das Leben nach klingen wird. Man pflegt zu sagen,- daß ein Engel durchs Zimmer schreite, wenn unter den darin Versammelten plötzliches Schweigen eintritt. Daran erinnerte die Kaiserin,- die, ganz in Schwarz gehüllt/ einfach, freundlich und doch die ganze Hoheit ihrer Würde durch die Haltung zur Anschauung bringend, dem Kaiser auf seinem Gange folgte. Der Beobachter konnte nicht die leiseste Seitwärts bewegnng des Hauptes,- noch weniger ein unruhiges Um herschweifen des Blickes, wie es durch Abspannung, Ermüdung oder Mangel an Teilnahme bewirkt wird,- wahr nehmen. Im Gegenteil : die Kaiserin war die Aufmerksamkeit selbst. Wenn sie auch nicht sprach,- so war sie doch ganz bei der Sache, lauschte den Worten des Kaisers so teilnahmsvoll, daß der von diesem Angeredete sich auch von ihr angesprochen dünken mußte. Man kann die Teilnahme,- ohne sich der Worte zu bedienen, auf keine zartere,- feinere, wirksamere Weise durch die bloße Körper Haltung allsdrücken.- als es durch die Kaiserin geschah. Rach dem Cercle verließ das Kaiserpaar den Saal in derselben zwanglosen Weise,- wie es ihn betreten hatte. Hochrufe durften der Hoftrauer wegen nicht ausgebracht werden. Es herrschte ein tiefes Schweigen. Ein Engel schwebte durch den Raum. In unseren Versöhnuugstagsgebeten heißt es (von der Feier im Temvel zu Jerusalem): /.Heil dem Auge, dem solcher Anblick vergönnt war." Die Mitglieder der jüdischen Huldigungsdeputation werden dies auch von ihrem Empfange durch das Kaiserpaar gesagt haben. Komitee zur Aufklärung über ostjüdische Fragen. Seine im vorigen Jahre begonnene Tätigkeit setzt dieses Komitee,- welches durch Veranstaltung von Vorträgen über Geschichte. Wirtschaftsleben. Sprache. Kunst und Literatur der Ostjuden sowie durch Veröfseutlichung von Flugschriften aus diesen Gebieten und andere zweck dienlich erscheinende Mittel die durch den Weltkrieg aus gerollte Ostjudenfrage einer gedeihlichen Lösung zuzn führen behilflich sein will, auch in diesem Winter fort. Die Reihe der Vorträge erösfnete am vergangenen Sonn tag vor einem dichtgedrängten Anditorium im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines der bekannte Schriftsteller Tr. Max Brod ans Prag,- der in raschem Ausstieg seinem Namen einen guten und hoffnungsvollen Klang erworben hat. Dr. Brod wurde durch die Zu Wanderung der Kriegsflüchtlinge nach seiner böhmischen Heimat zunächst für das Schicksal dieser Bejammerns werten seelisch gewonnen und,- indem er sich mit aller Hingebung der Flüchtlingsfürsorge widmete,- durch den täglichen Umgang mit ihnen zu dem östlichen Judentum selbst und seinem innersten Leben und Weben in innige Berührung gebracht. Was er uns in feinem Vortrage über /.die Ostjuden aus meiner persönlichen Erfahrung" in gemütlichem Plauderton zu erzählen wußte,- führte darum auch tiefer zu den Lebensfragen des Judentums

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.