Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 50 (22.12.1916)
- Date
- 1916-12-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Xr. Btoch'S Wochenschrift Nr. 50 Leite 832 silberne Tapsrrkeitsmedäillc beantragt und selbstverständlich habe ich die Eingabe bezüglich Deiner Beförderung zum Fähnrich eingebracht. Soviel tann ich Dir schreiben, das Bataillonskominando hat es sofort genehmigt und auch unterschrieben. Haben wir Geduld, auch das wird kommen. Auf ehebaldiges Wiedersehen als Fähnrich mit der Tavferkeitsmedaille. grüßt Dich Dein Kompagniefommandant Marlin Oberleutnant. Zur Kruge der jüdischen Abstammung Heinrich Kerl;'. Ueber die Abstammung Heinrich Hertz',- des berühmten Physikers und Entdeckers der elektrischen Wellen, auf dessen Theorien die Telegraphie ohne Draht beruht,- teilt ein Verwandter dem Herrn Pros. I. G oldste in aus Darmstadt solgende Daten mit: „Der Vater des Physikers H e i n r i ch Hertz war der Senator Dr. Gustav Hertz. Ob dieser bei seiner Geburt oder später getauft wurde, weis; ich nicht. Der Vater des Senators, also der Großvater des Physikers,- war Heinrich David Hertz, der ursprünglich Jude war, dann aber sich taufen ließ. Die Mutter des Senators Dr. Gustav Hertz,- also die Großmutter des P h y s i k e r s,- ivar eine g e - 6oreite Oppenhcim aus Äöln^ gehörte der dortigen Familie Salomon Oppenheim junior an,- war also zweifellos jüdischer A b st a m m u n g." Die Mitteilung schließt mit den Worten: ,-,Die Mutter des Physikers war eine geborene P f e f f e r k o r n a u s Franks n r t a. M. Ob die Familie Pfefferkorn eine jüdische ist,- ist mir unbekannt." Vielleicht weiß ein Leser dieser Zeitschrift über den letzten Punkt verläßlichen Bescheid? Dr. A. Sch. Korrespondenzen. Aus der öffentlichen Plenarsitzung des Wiener Kultus- Vorstandes am 17. DezemLer 1916 unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Alfred Stern. Bericht des .Präsidenten über die Tratte rfeierlich leiten anläßlich des Ablebens weil. S r. M a j e st ä t des K a i s e r s F ranz I o s e f I. Der ausführliche Bericht des Präsidenten über die Trauerfeiern und Trauergottesdienfle,- sowie über die Teilnahme der Vertreter der österreichischen Judenschaft au der Trauerfeier inr Stefansdom,- über tvelche wir seiiterzeit bereits eingehend berichteten,- wurde zur Kenntnis genommen. HinzugejÜgt sei nochdaß dem Kultusvorstande aus diesem Anlässe das nachfolgende Kondolenzschreiben der Berliner jüdischen Gemeinde zugekommen -ist. Berlin,- 25. November 1916. Sehr geehrte Herren! In schweren! Waffenringen stehen mit unverbrüchlicher Bundestreue ganz Deutschland und Oesterreich- Ungarns Völker zusammen,- Freud und Leid mit einander teilend. Aus diesem Gefühle der Zusammengehörigkeit entspringt unsere auftichtige und herzliche Teilnahme an dem schweren Verluste,- der mit allen anderen Beivohnern der Monarchie die österreichisch-ungarische Judenheit durch den Heimgang weil. Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. erlitten hat. Wir haben volles Verständnis für die tiefe Trauer seiner getreuen Landeskinder, die in ihm den fürsorglichen Vater beweillen, welcher über sie alle,- ohne Unterschied, mit gleicher Liebe die milde» Strahlen seiner Gerechtigkeit und fürstlichen Gnade leuchten ließ. Unauslöschliche Dankesschuld zollt ihm die Judenheit auch dafür,- daß er ihren Wünschen nach bürgerlicher Gleichstellung unter dem Szepter seiner ruhmreichen Regierung Erfüllung zuteil werden ließ. Möge es der Monarchie nie an Herrschern fehlen, die,- gleich Franz Josef I., zum' Heile ihrer Völker in der Wahrung der Grundsätze der Gerechtigkeit und Menscheuliebe den Leitstern ihres Lebens erblicken. In ausgezeichneter Hochachtung Vorstand und Revräsentanteuversammluug der jüdischen Gemeinde: Heinrich E i s n e r >ni. p. Dr. Georg Minden in. p. K a ise r Franz Jo sef I. -G ed äch tn is-St is - tung. Der Antrag des Vertreter-Kollegiums auf Errichtung einer „Kaiser Franz Josef I.-Gedächtnis- S tiftun g" im Betrage von 100.000 Kronen Kriegsanleihe zugunsten jüdischer verlassener Kinder, vornehmlich Kriegswaisen, wurde einhellig angenommen. H u l d i g u n g der I u d e n s ch a f t O e st e r r e i ch s a n - läßlich der T h r o n b e st e i g u n g Kaiser K a r l I. Präsident Dr. Stern erstat ete eingehenden Bericht über den Verlauf der Hüldigungsaudienz der Vertreter der österreichischen Judenschaft bei Ihren Majestäten Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita. Die in dieser Audienz vorn Präsidenten Dr. Alfred Stern gehaltene Huldigungsansprache,- solvie die. äußerst huldvolle Antwort Sr. Majestät des Kaisers wurden verlesen. Der Präsidiafbericht wurde mit außerordentlichem Beifall zur Kenntnis genommen. Die verlesenen Reden wurden im Wortlaute dem Protokolle einverleibt. E r r i ch t u n g eine r Ä a i s e r K a r l I. - Huldigungs-Stiftung. Im Sinne des Antrages des Vertreter-Kollegiums imirbc einstimmig beschlossen^ anläßlich der Thronbesteigung Sr. Majestät des Kaisers Karl I. eine „Kaiser Karl I.-Huldigungs-Stiftung" im Betrage von 100.000 Kronen Kriegsanleihe zugunsten jüdischer verlassener Kinder,- vornehmlich Kriegswaisen, zu errichten. Einlauf für die Plenarsitzung des Kultusv o r st a n d e s a nt 17. Dezember 1916. Im Einlaufe befinden sich: Bon Herrn kaiserl. Rai Julius Stern, Spende für nachfolgende Zwecke: Denr Handwerkerverein Kr. 200. Dem Handlungs-Krankenverein Kr. 200.— Dem Chorpersonal des Stadtiempels Kr. 100.- Kr. 500.— Von Herrn Direktor Heinrich Glücksthal: Für die Heimstätte der jüdischen Kinder Kr. 300.— Legat Eduard Spreiser: Zur Verteilung an vier unheilbare arme Kranke je Kr. 50.— Kr. 200. - Bon .L. 23.: Zur Perteilung durch das Wohltätigkeilsamt Kr. 150. - Von Herrn Samuel Löb: Für den Waisenverein Kr. 100.- - Anonyme Spende zur Veteilung an 4lrme für Bekleidung und Beschuhung Kr. 100. Von Herrn Direktor Dr. Mar Berliner: Spende für Arme nach Verfügung des Herrn kaiserlichen Rates Dr. Theodor Lieben Kr. 50. - Von Frau Therese Kann- Für wohltätige Zwecke Kr. 30.— Von Herrn Alexander Golde: Für Ausspeisung armer Kinder Kr. 10.— Für die israel. -Volksküche Kr. 10.— Für Kriegshilfszwecke der Kultusgem. Kr. 10.— Kr. 30.— Von Frau Paul Ulrich Edle don Trenkheim. Generalsrvitwc: Statt einer Blumenspende auf ein Grab Kr. 20. Von Frau Eugenie Herzfelder: Zur Verteilung an hilfsbedürftige Waisen, anläßlich der Erinnerung an einen teueren Verstorbenen Kr. 20.—