Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 50 (22.12.1916)
- Date
- 1916-12-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 880 Dr. Bloch's Wochenschrift Zipfer und Antal Nasch dev Spitals morgen/ 11.Uhr vormittags, durch Herrn Mil.-Stationskommandanlen denselben überreicht. Hiezu haben die Genannten zur angegebenen Zeit in Marschadjustierung pünktlich in der Mil.-Srariouskonimando-Kauzlei zu erscheinen. Tie Auszeichnung dieser zwei braven Unterossiziere gereicht mir und dem ganzen Spitale zur außeeordenlichen Freude/" Feldwebel Zipfer ist aus Körösinezö, wo 00 Prozent der nmfsenfähigen jüdischen Bevölkerung Militärdienst versieht (die Hälfte derselbe!! ist gefallen, verwundet oder in Gefangenschaft geraten). Der Mobilisier runasbefehl hat auch ihn von seinem Familienherde abberufen, kurze Zeit, nachdem er ihn mit seiner jungen Gattin bezogen hatte. Seitdem dient er ununterbrochen, hat sich in vielen blutigen Gefechten und aufopfernden, schwierigen Dienstleistungen die Anerkennung seiner Vorgesetzten errungen. Jetzt erhielt er seine zweite Auszeichnung,- das eiserne Derdienstkreuz mit der .YUoite. Während Z i p s e r, fern von seinen! Heim, für den Ruhm und die Ehre seines Vaterlandes kämpfte,- find ' anfangs Oktober 1914 die Russen in die Marmaros eingcbrochen und brannten in KörÜsmezö das Haus Zipfers,- auf welchem das Schutzzeichen des ruthenifchen Kreuzes selbstverständlich fehlte, mitsamt der ganzen Einrichtung nieder. Seine junge Gattin vermochte ihr Lebeir tlur durch die Flucht zu retten und irrt jetzt obdachlos umher. Der andere Unteroffizier, Feldwebel Antal Nasch, ist aus der Marmaros und besitzt gleichfalls nunmehr die zweite Auszeichnung. Goldene Tupferkeitsmedaiste. Franz Kertesz aus Oebecse in Ungarn,- Freiw.- Zuassührer beiin königl. ung. . Landsturmbataillon, hat für seine ans dein nördlichen Kriegsschauplätze vollbrachte Heldentat die goldene Tapferkeitsinedaille erhalten. Seine Heldentat wird, wie „Egyenlöfeg"' melden in dein amtlicheil „Belohnungsantrag", mit welchem er zur Auszeichnung vorgefchlageii wurde, )vie folgt beschrieben: „Belohnungs-Antrags Einj.-Freiw.-Zngsführer Franz Kertesz, königl. ungar. . Landsturmbataillon. Als Zugskomm audant zeichnete er sich durch feine todesvcrachtende Tapferkeit und durch seinen wunderbar großen persönlichen Einfluß, mit welchem er auf die ihm unterstellte Mannschaft stets einwirkte, besonders aus, ulid zwar: In dein Angriffe und deii Verteidigungskämpsen vorn 16. bis 1,8. Juni bei Zwiniace, anc 24. Juni 1916 bei Kohlpustomity, vom 29. Juni bis 3. Juli bei Pusto mity, voni 3. Juli bis 8. Juli 1916 in der Uingebung von Szklin, in der. Schlacht am 16. Juli 1916 zu Kol Toiiibrowa-Brückenkops ivar Genaiiiiter Verblnduugsosfizier, der mit wahrem Helden mute und Aufopferung inmitten des denkbar heftigsten gegnerischen Gelvehr-, Maschinengewehr- und Kanoncnseuers die Verbindling zwischen Bataillonskommando und Unterabteilungcii herstellte und aufrechtcrhielt. Die rechte Hand des Bataillonskommaudanten war er im wahren Siiine des Wortes, als er ihm behilflich ivar, das Bataillon in schwierigem Verhältnisse in die richtige Frontlinie hineinzubringen und auszustellen. Seine diesbezüglichen Verdienste find kaum schätzbar. Später,- als die Tetephouverbindung (mit den ^einzelnen Unterabteilungen nicht mehr möglich war, beförderte er ivichtigc und dringende Befehle in heftigem Kugelregen, selbst durch die Sperr seuerzone, kühn und mit heldenmütiger Todesverachtung, drinalichkeitshalber zu Pferde. Als der rechte Flügel des Bataillons in eine kritische Lage geriet/ führt? er eilend die zur Unterstützung Nr. 50 zugewiesene Kompagnie des Bataillons ,- ungeachtet jeder Gefahr, ebenfalls zu Pferde, mit einer an Selbstaufopferung grenzenden Pflichterfüllung in die richtige Linie. Mit dieser Heldentat, beseitigte er eine bereits ganz nahestehende Katastrophe. Im weiteren Verlaufe desselben Gefechtes,- als der Gegner fast schon das ganze Bataillon vernichtet hatte und gegen Jerzierce vorgedrnngen ivar,- schloß er sich, ohne hierzu Befehl erhalten zu haben, den wenigen Leuten des Bataillonsftabes an, welche erbittert und verzweifelt, trotz des denkbar heftigsten Kugelregens, mit der Uebermacht todesverachtend, tapfer und standhaft den Kampf nufnahmen. Die Ueberraschung und der zähe Widerstand dieser tvenigen Leute hatte zur Folge, daß der Gegner in Verlegenheit und Unordnung geriet, nach Hinterlassung seiner blutigen Verluste panikartig das Weite sucht'?/ worauf die kleine Gruppe, in die ursprünglichen Stellungen des Bataillons vordringend, die ganze Front des Bataillons insolange gehalten hat, bis von höherent Kommando der Rückzugsbefehl eingetroffen. Mit seinem ruhmgierigen, persönlichen Beispiele vorangehend, von jugendlicher Begeisterung angetrieben, war Genannter die Seele dieser heldenmütigen fteinen Truppe. (L. S.)" Liste der vom 15. Mto^er lns 1. Aezemöer in Men beerdigten Offiziere und Mannschaften. Beerdigt: 20. Oktober: Leopold Steiner, Landst.-Jnf. des 4. Jnf.- Ngls. 25. Oktober: Abraham Rubl, Inf. des Wach-Bataillous 13, 7. Kompagnie. 29. Oktober: Chain: Kroger, Landst.-Jnf. des 57. Jnf.- Ngts. 12. November: Moritz Damast, k.. u. k. Major. 14. November: Robert Hertzka. k. u. k. Oberleutnant. 1.6. November: Jakob Hüll es, k. u. k. Rechnungsrat der Fachrechnungs-Abteilung des k. u. k. Kriegsministeriums, zugeteilt Sandomierz, ' Kriegskommando: ' 17. November: Herbert Reich. Landsturmmann des Landsturm-Bez.-Kommandos Pozsony. 20. Vkovember: Joses Reitmann, Landst.-Jnf. des 14. Honved.-Jnf.-Rgts., 7. Komp. 22. November: Jakob Stier, Korporal des 72. Jnf.- Rgts., 1. Komp. 24. November: Wilhelm Brill,. Landst.-Jnf. 27. November: Leib Tendier, Inf. des Wach-Bat. 75. Dr. Adolf Gerber, erhumierte Leiche, Kriegsschauplatz. 29. November: Siegfried L a n c z i, Zugsführer, Landw.-- ' Jnf.-Rgts. 24. _ , Leldenbestattung. Es wird uns aus Vinkovci (Slawonien) gemeldet: Unter allgemeiner Teilnahme und imposanter Trauerkundgebung der bürgerlichen und militärischen Kreise wurden am Sonntag, den 10. d. M., die irdischen Reste des am 4. Dezember 1914 bei Lazarevac (Serbien) im Kainpfe für Thron und Vaterland den Heldentod gefundenen angesehenen und beliebten hiesigen Advokaten Dr. Albert B r e tz l a u e r, Fähnrich in der Res. des 28. L.-J.-R., zur ewigen Ruhe bestattet. Im Hause schilderte Oberrabbiner Dr. Julius Diamant ans Vukovar in einem ergreifenden Nachruf die Tugenden des beliebten Helden und den unvergeßlichen Verlust der Familie. Eine Ehrenkompagnie schritt vor dem Sarge, dem eine unabsehbare Menge folgte. Im Friedhofe nahm Dr. Ignatz Lang. Mzepräses der Kultusgemeinde, namens derselben sowie der Freunde und Kollegen schmerzlichen Abschied von dein verehrten Rechtsanwalt, durch dessen Heldentod der hiesige geachtete Grotzkaufmann Heinrich B r e tz l a u e r und Frau sowie die treue Gattin des früh verblichenen Helden, Olga. geb. Büchler, mit der er 20 Monate das allerglücklichste Familienleben führte, in tiefe Trauer versetzt wurden. Ehre seinem Andenken! Der Jod fürs MalerLand. Der Inhaber der Firma Jae. Ripper und Chef der Firma Theodor Wiese & Co./ Oberleutnant Julius Ripper,- Besitzer des Signum laudis am Bande der Tapferkeitsmedaille, ist an den Folgen einer Erkrankung, die ihn im Felde befiel/ in: 38. Lebensjahre gestorben.