Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 49 (15.12.1916)
- Date
- 1916-12-15
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr 49 tr Vifch's Wochenschrift Seite 82.'; mentsarzt und militärischer Kreisarzt in Urice (verdien), welcher sich während des ganzen serbischen Feldzugs durch seine unermüdliche Tätigkeit um das Wohl seiner Truppen hervortat und am 30. November, von einem kurzen Urlaube nach Urice zurückiehrend. als glücklicherweise unvecsrhrt gebliebener Passagier des bei Hcrczeghelom verunglückter Wiener Eiizuges an den ersten Reclungsarbeiten in erfolgreicher Weise teilnahm; Herr Dr. Theodor Ernst, Advokat in Warasdin, derzeit Berpflegs-Offizial in Zemun; Herr Philipp Ernst. Banibeamte: in Wien, gegenwärtig an der Front in Galizien. und Herr Bruno Ernst. Bankbeamter, der am Kriegsschauplatz in der Bukowina infolge Eranaterplosion Verletzungen erlitten hat. Herr Hugo Ernst ist ein angesehener Kaufmann in San Franzisro; Herr Paul Ernst, Oberbeamter der .Kroatischen Landes-Hypothekenbank in Zagreb. Die Zahl der eingclangten Beileidskundgebungen ist eine sehr grotze. besonders aus den maßgebenden Kreisen Kroatiens. Berlin. Am 3. Dezember ve'.schied in Berlin einer ier angesehensten Rabbiner Deutschlands, Dorto ' Jos Eschelbacher, int 69. Lebensjahre. Der Berstorbe.-e, ter ursprünglich in Bruchsal und während der setz e r siebzehn Jahre in Berlin tätig war, er,reute sich iu wissenschaftlichen Kreiselt hoher W'e rschätzu'ug: auch s in philanthropisches Wirten sichert ihm ein "D eure. An denken in seiner Aemeiude. Eschelbach e r zählte zrtr konservativen Richtung und wußte senke'.' Etalldornr-. gegenüber der Berliner Eemeindere walrnng stetrwürdig zur Eeltnng zu bringen. Aus Palästina. (Tie Brotfrage.) Im Zentrum aller Z-ragen de.' ,u.nsche.t Desserltlichteit Palästinas steht die Brotsrage. Di? in Zern salem erscheinende Hacherut'' bringt täglich Aussatz.' über die grotze Teuerung des Bro er und ine Tchwierigiei-te i der Versorgung der armen Bevölkerung und des Mittelstandes mit einem minimalen Quantum. Wer weist? Familie Erna Beutel aus Tranto, T-aord Schyrer, Anna EtgUer, Kocine Beutel aus Horosrowitz und Jakob Beikel wecdeu gesucht von Berta Beutel in Erotz-^ichdichfür Nr. 103. Bezirk Marienbad. Alvrom Friedländer, k. u. k. Inf-Rgt. 93, 5. Komp., Mähr.- Schönberg, sucht seine Frau Regine Friedländrr samt Kinder aus Holb Bohorodczany bei Stanislau. > Minister Samuels Uilrolsdurger Abstammung Dargestellt von Rabb. Dr. Lewin in Nikolsburg. Das Ergebnis der Ileberschrift, welches in Anbelracht der leitenden Stellung des Genannten in einem uns feindlichen Staate von Interesse sein dürfte, ve.danke ich der Beschäftigung mit einer an mich gerichteten Frage des Herrn Prof. Dr. Braun in Breslau über den Hinweis auf Nikolsburg in einem Breslauer Epitaph aus dem Jahre 1763. Es lautet: ^iüU - 7-*i » m m u w Mi i 7 u i m w L 'Jur ptrn "i- '/2 dt* 'es: yr *:j «.Hier ruht Sara S i tz l, Tochter des S m .... f. A., aus Nikolsburg. Gattin des verstorbenen R. Mendt F r ü n t l f. A. Sie starb am .Montag, den 24. Ehefchwan des Jahres 5523." Richtig bemerkte Herr Prof. Brau n, datz das Datum fehlerhaft fei, denn im Jahre 5523 war der 24. Ehefchwan nicht Montag, sondern Mittwoch. Die Londoner Familien: Samuel. R u f u s Isaaks. 5)1 o n 1 o g ii, Franklin und Adler nennen diese Sara Sitzt „ihre Stammutter". „Wer ist aus Nikolsburg, von dessen viamen der Zahn der Zeit nur nvch diese beiden Buchstaben übrig ließ, und woher der nicht alltägliche Namen. „Sara Sitzt"? fragte Herr Prof. B r a n n. Das Archiv der Nikolsburger Gemeinde bietet keinen Au holtspunrt, ebensowenig mein ..Register der Nikolsbu-ge: Familien vom Jahre 1760 bis auf die Gegenwart". Das vorhandene Friedhosstataster verzeichnet keine Sterbedaten und bietet nicht den geringsten Hinweis auf den Inhalt der Grabschriften, auch das Suchen von Stein zu Stein hat. iu diesem Falle grotze Schwierigkeiten. Der Nikolsburger Friedhof zeichnet sich durch besonderen Umfang aus und was ihn zum Unikum macht, sind die meterhohen, aus zum grötzten Teile lose Üoereinande: geschichteten. nach Tausenden zählenden, uralten Grabsteinen errichteten Schutzmauern der inneren Terrasse, die schon am Eingänge des Friedhofes beginnt. Diese vor 49 Iah.en errichteten Mauern, welche eine Fundgrube für die Geschichte d:r Juden Oesterreichs b'etcn würden und die so viele biographische Schätze in sich bergen, stehen noch heute unverrückt an ihrer Stelle und bilden ein Buch n-.it sieden Siegeln.*) Bon dort war de.nnach gleichfalls kein Bescheid zu holen, ständen auch alle Behelfe zur Bersügung. welche Bescheid über einen Namen geben lönnten. von welchem nur die ersten zwei Buchstaben bekannt sind. Der 'Raine könnte ebenso und TV'jr^V als Ich oder 7 7 1V lauten. Nur dem Zufall niei:er Beschäftigung mit der Biographie und dem Stammbaume der „Theumim" verda ile ich daszufriedenstellende Ergebnis der lückenlosen Losung der beiden Fragen und dadurch auch die Auffindung des gesuchten Grabsteines. klm nicht in die'em B!a"e den mir freund'.ichit zur Be fügung gestellten Raum über Gebühr zu überschreiten, unterlasse ich hier die Hinzufügung der wissenschaftlichen Belege und beschränke mich bloß auf die rasche Aneinanderreihung de genealogischen Ergebnisse meines zufammengefatzten Stammbaumes, der sich bereits seit Mürz 19t4 im Besitze der genannten Londone.' Familien befindet. Brauns ..Geschichte des Landesrabt i rares iu Schlesien", Kaufmanns „Iair Ehaim Bachrach" und W a ch st e i n s „Jüdische Grabschriften" erleichterten mir die Losung. Der Ursprung führte n-ich in die Mitte des 16. Jahrhunderts, zu R. Ehaim T h e u m i m aus Worms. Die Genealogie, die ich genau iu dem angefertigteu Stammbaume ersichtlich machte, bietet in ihrer vielseitigen Abzweigung nähere Hinweise auf die bekanntesten jüdischen Fannlien des 16. bis!9. Jahrhunderts. Er zeigt uns die Familien: R Iehuda L i w a b. Bezalei „Hoher Rabbi L ö b" , T h e u - mim. Murwitz. Iofua H e s ch t. Eschkeles, Wert hei m e r. L e w u w. B a ch r a ch, G ü n z b u r g, Schäkels, Phi- I i p s b u r g. M 0 s ch i d e s. Britin, M 0 s ch e l s, B p p e >1 - heim. B r a n d e i s. Bettingen, G r 0 1 h w 0 h l, Lipmann Heller. N e u m a r k. 2t> a l I e r st e i n, All u n k h, F r ä n k i, P e r t h e f t e r. K r 0 ch m a I. E i b e n s ch ü tz, A u e r b a ch, S p e i e r. M i e r I s und verschiedene andere. Manche Ergebnisse decken sich auch mit M. B a t a b a n s gelehrter Abhandlung im Bitobe-Hefte der „Monatsschrift für Wissenschaft des Judentums". Ich beschränke mich hier nur auf die Linie de: eingangs er wähnten Faniiiie des derzeitigen englischen Ministers 8 a m u e 1. N. Iehuda Liwa b. B e z a l e l. Landesrabbiner in Nikolsburg, später in Prag; dessen Tochter Vögele heiratet Isak b. Simon K 0 h e n. Mit dem Wegzuge R. Iehuda L i w a s aus Vlikolsburg hat die Verbindung mit Mähren nicht aufgehört. Während der Wirksamkeit seines Bruders und Nachfolgers in» Landcsrabbinate zu Nikolsburg. R. S i n a i. spinnen sich die Faden der Familienbeziehungen nach Böhmen. Niederösterreich. Polen und Deutschland, besonders zur Familie T b e u;:i i m - Fräntl. Slawe, die eine Tochter der Vögele, wird die zweite Gattin des Iat. Meschulem Salman T b e u m i m - F r ä n c i in Prag; die andere, C h a w a. die zweite Gattin des A b r 1). Samuel b. Isat B a ch r a ch. Dieser hält sich einige Jahre in Mähren auf und geht vorerst als ..Darschan" nach Prag, wirtt später als Rabbiner in Iungbunziau und nachher als Nachfolger N. Isachar Spiros in Worms. Er stirbt. 40 Jahre alt. 1615 in Alsbach. Seine Gattin C ha w a. stirbt aut ihr.r Wanderung nach dem Brient 165! in Sofia. Während ihre. Aufenthaltes