Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 49 (15.12.1916)
- Date
- 1916-12-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Nr. 45» Dr. Bloch t Wochenschrift in Muhren wird ihr Sohn S a in s o n B a ch r a ch 1607 in P o h r I i tz bei Nikolsburg geboren. Dieser heiratet 1627 i» erster Ehe Dobrisch. Tochter des Ung.-Broder Nabbinats-Asscssors Isak b. P h ö b u s, und in zweiter The 1622 P.h ege (gest. 1666), die Witwe nach R. Mosche K o h e n, Rabbiner j,von Nerol und Metz. Samson V a ch r a ch wirkte als Rabbiner in Eöding, Leipnik, Prag und später in Worms und stirbt daselbst 1670. In Leipnik wird ihm 1638 sein nachmalig berühmter Sohn, der Verfasser des „Chawos Iair", Simon I a i r C h a i m geboren. Dieser ehelicht S a r l (Sorte), gest. 1703, Tochter des Fuldaer Rabbiners Susmann Brilin. Simon Iair Chaim B a ch r a ch bekleidet das Rabbinat in Koblenz und Worms und stirbt in Worms, 64 Jahre alt, im Jahre 1703. Von seinen fünf Kindern verbleibt nur sein Sohn Samson Bachrach in Mähren. Dieser heiratet Cheile, Tochter des R. Isak Brünn. Samson ist der erste der Familie B a ch r a ch. der in Nikolsburg beerdigt wird. Auf seinem Grabstein ist seinem Namen auch das Ursprungsland seiner Familie. „Aschkenasi", hinzugesügt. Tr starb am 3. Ab 1721. Von seinen zwei Kindern ist nur Isak Bachrach (gest. 1756) an der Seite seines Vaters beerdigt, seine Tochter ist die den Doppelnamen tragende Sara Sitz!. Sara nach ihrer Großmutter väterlicherseits, der Gattin des Simon Iair Chaim B a ch r a ch, und Sitz! als feminalisierter Name ihres Urgroßvaters Susmann Brilin. Sara 'Sißl ist nun die eingangs erwähnte, an Mendl Frankl — aus der Familie der T h e u m i m — in Breslau verheiratete und dort 1763 beerdigte Stammutter der bekannten Londoner Familien: Samuel, Isaaks, Montag u, Franklin und Adler. Der letzte Sprosse des Nikolsburger Zweiges starb hier kinderlos im Jahre 1907. *) Anläßlich meiner Beschäftigung mit der von mir erbetenen genealogischen Erforschung der Familie „Bassewi" erklärte sich einer der in Ungarn lebenden Nachkommen der Familie bereit, einen Teil der Auslagen für die technisch leicht zu bewerkstelligende Herausnahme der Grabsteine zur Verfügung zu stellen, auch an dem verständnisvollen Entgegenkommen des Vorstandes-, mangelte es nicht, aber die Kosten erwiesen sich höher, als der zur Verfügung gestellte Betrag. Die verschiedenen Vereine zur Förderung der jüdischen Geschichte würden sich ein großes Verdienst erwerben, wenn sie vereint es ermöglichten, diese Schätze zu heben. Literatur. Gin feldgraues Jargonthealer. Aus Warschau schreibt man der „Frkf. Zeitung": Die deutschen Krieger, die im Feldzug von West nach Ost, von Nord nach Süd durch halb Europa gekommen sind und selbst asiatischen Boden betreten haben, werden sicherlich einen wesentlichen Gewinn heimbringen: die Kenntnis fremder Völker und ihrer Art und das daraus hervorgehende Verständnis für ihr Wesen. Tausende, die sonst wohl nie ihre Heimat verlassen hätten, haben nun einen lveiteren Blick bekommen, und haben gelernt, über fremde Art nicht leicht hintvegzugehen. In Warschau hat jüngst eine Veranstaltung stattgefunden, die in Beziehung auf die Erweiterung des Gesichtskreises insofern besondere Beachtung verdient, als die Bühne immer am stärksten völkische Eigenart widerspiegelt. Die mehr als 1200 feldgrauen Insassen der Warschauer Lazarette, die einer Einladung in das Theater.Nowoßy zu einer Vorstellung des jiddischen Zentraltheaters gefolgt sind, werden bei dieser Gelegenheit eine neue Welt kennen gelernt haben. Man gab die jiddische Operette „Der Strohwitwer". Um das Verständnis zu erleichtern, hatte man den Text nach Möglichkeit dem Hochdeutschen genähert. Aber da insbesondere die Darsteller der mittleren und kleineren Rollen ihren gewohnten Jargon nicht ausgaben und da die Handlung des Stückes, die durchaus im jüdischen Leben wurzelt, nicht verändert war, so gewannen die Zuhörer einen Einblick in die nationale Kunst der jiddischen Bühne. Der lebhafte Beifall, den sie zoll len, bewies, mit welchem Interesse sie diese Einführung eutgegeuuahmen. „Jung Juda". Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 17. Jahrgang. Prag, 24. November 1916 (20. Cheschwan 5677). Redaktion und Administartion: Prag, II., Stefansgasse 629. Inhalt: Unser Kaiser. — Ben Iehuda: Zum Wochenabschnitt. — Davids Tod (Schluß). — Denn er verwundet und verbindet. — Dr. H. Friedländer: Rabbi Jesaias Halewi Hurwitz. — M. Scherlag: Des Flüchtlings Lied. — Wandererballade. — Schatten. — I. L. Perez: In lichter Höh'. — Der Bär und der Bauer. — Schalom Asch: Jakobs Flucht vor Tsau. — Uebersetzungsaufgabe. — Rätselauflösungen. — Rätsel. „Ost und West". Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Herausgegeben und redigiert von Leo Winz. Heft 12. 16. Jahrgang. Dezember 1916. Verlag „Ost und West", Leo Winz, >Charlottenburg. Knesebeckstraße 32. Inhalt: Sidonie Werner: Kriegsarbeit der jüdischen Frauen. — Dr. Karl Schwarz: Skizzen aus Litauen, Weißrußland und Kurland (mit acht /Illustrationen). — Dr. A. Kahn: Von der Wohltätigkeit und den Wohltätern, von der Förderung und den Mäzenen, II. —- Dr. S. Schiffer: Rumänien und seine Juden, II. Die Regierungszeit des Fürsten Cusa. Die Juden Rumäniens unter dem Schutze von Europa. Politik und Gesetzgebung. Der Kamps um die Gleichberechtigung. Das Gesetz der Entrechtung. — Rabb. Dr. Perles: Bei den jüdischen Kriegsgefangenen in Heilsberg. — Elijohu hanowi (Hawdalah-Melodie), Noten. — B injamin Segel: Am Tage des Gerichtes, Novelle. — Kriegsliteratur. „Blau-Weltz-Blatter". Flugschrift des „Blau-Weiß-Bnnd" für jüdisches Iugendwandern in Deutschland. Schriftleitung: Karl Glaser, Berlin. Tagebuch für die jüdische Jugend. R. L ö w i 1 - Verlag, Berlin-Wien. Preis Kr. 3.30 (Mk. 2.20). Das „Tagebuch für die jüdische Jugend" ist ein gelungener Versuch, eine geeignete Lektüre für die jüdische Jugend zu schassen; sein Zweck ist ein doppelter: Anregung. Tagebuch zu führen und Einführung der Jugend in Sinn und Zweck des jüdischen Kalenders, der jüdischen Zeit. Die Namen der jüdischen Monate, das jüdische Jahr als Mondjahr; Neumond. Sabbat und Feste werden durch dieses Buch anziehend und lebendig. Die interessante Schilderung der Geschichte unserer jüdischen Feste, ihre Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart unseres Volkes, wird die Feste zu neuen Erlebnissen werden lassen. Bilder und Lieder werden eine willkommene Beigabe sein. Srirfkasterr. Varmizwah- Der 23. März 1904 fiel aus Mittwoch, den 7. Nissan 5664 und der 7. Nissan 5677 fällt aus Freitag, den 30. März 1917. K. F. in P. Die ungarischen Krönungszeremonien, die nunmehr anläßlich der Krönung des Kaisers Karl I. zum König von Ungarn erneuert werden, enthalten auch die Vorschrift: „Bevor der König und die Königin sich zur Krönungsmahlzeit setzen, waschen sie ihre Hände. Zwei ungarische Magnaten bringen das Waschbecken und ein Vertreter des Reichstages gießt über die Hände des Königs und der Königin das Wasser, der Fürstprimas überreicht beiden das Handtuch und sagt hieraus ein kurzes Gebet. Dann erst setzt sich das Königspaar zur Tafel." Diese Zeremonie entspricht den Vorschriften des alten jüdischen Zeremonialgesetzes. . Notiz. Jüdische Bühne. Direktion S. Podzamcze, 2. Bez.', Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). W o ch e n - P r o g r a m m : Freitag, den 15. Dez.: „Der II. Haman", Operette in vier Aufzügen. Samstag, den 16. Dez., nachmittags halb 4 Uhr: „Mensch soll man sein"; abends 8 Uhr, zum erstenmale: „Kidesch Haschem". Operette in vier Aufzügen. Sonntag, den 17. Dez., nachmittags halb 4 Uhr: „Der Deserteur", Lebensbild in vier Auszügen; abends 8 Uhr: „Kidesch Haschem". Montag, den 18. Dez.: „Vlümele", Operette in vier Aufzügen. Dienstag, den 19. Dez.: Chanukkafeier. Literarischer Abend: „Zirikgekimen" von S. Asch, „Schwestern" von I. S. Perez. Mittwoch, den 20. Dez.: „Die goldene Chasene", Lebensbild in vier Aufzügen. Donnerstag, den 21. Dez.: „Zu spät", Lebensbild in vier Auszügen. tzeran-geber und vcrawÄsrtllcher Redakteur: Dr. Zssef S. Bloch — Diuck von L. Beck L Schn. Wien. VII