Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 47 (1.12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 47 nphm einen großen Teil der Tiskussiott in Anspruch^ und würde ein diesbezüglicher Antrag angenommen. Bcii einem Tankesvotum des Borsitzenden der Bersammlung an das unermüdliche Mitglied des E.-A.-C. Hernt Tr. Hantke schloß die äußerst instruktive Bersammlung. Wien. Seil dem Jahre 1W0 besteht in Wien eine Bereinigung der israekiüschen Fraaenvereitwznr Unterstützung von Wöchnerinnen unter dein Namen „Berband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen". Seine Tätigkeit besteht darin, den grauen in ihrer schweren Stunde nach jeder Richtung hin behilslich zu sein. Er bietet ihnen vor allem die kostenlose Zuweisung der Hebamme, i in erforderlichen Talle auch einen Arzt, eine Pflegerin, Bargeld, hygienische Behelfe sowie Kindes, Leib- und Bettwäsche. Tie einzelnen Fälle werden von Borstandsdamen in diskreter Weise recherchiert und in einer allwöchentlich am Mittrvoch stattfindenden Sitzung eingehend besprochen. In diesen Sitzungen werden die erforderlichen Gelder und die für jeden Einzelsall not wendigen Anordnungen getrosfen, die sodann gewissen hast ausgesührt werden. Im Jahre 1915 wurden o Fälle behandelt und hiefür Lt.7!0 Kronett ausgewendet. Solange es möglich war, hat der Berband selbst unter den bedeutendsten Opfern die erforderlichen Wäschestücke angekaust, um sie seinen Schützlingen bieten zu können. Der Krieg hat aber auch hier zu Ungunsten dieser Armen gewirkt, da jetzt keine Wäsche mehr im Borrate liegt und die Anschaffung von neuer "Wäsche, abgesehen von den bedeutenden und für den Berband beinahe unerschwinglichen kosten, im Handel in solchem Ausmaße nicht zu erlangen ist. Aus diesem Eirunde wendet sich die gefertigte Lei tung des Berbandes an die Oeffentlichkeit, bauend auf das jederzeit bewährte Mitgefühl mit Armen, und hofft, das; auch dieser Appell iu die Herzen der edlen jüdischen Frauen Eingang finden werde. In jedem Haushalte dürften sich so manche alte Wäschestücke vorfinden, die von der eigenen Familie nicht mehr benützt werden können, jedoch den armen Frauen oder den Neugeborenen noch gute Dienste leisten könnten. Jede .an das Bureau des Berbandes, l. Bezirk, Seitenftettengasse Nr. 2, gemeldete Spende wird dankbarst angenommen und über Wuttsch auch abgeholt. Charlotte Freifrau v. U önig s w arte r, als Präsidentin. Mathilde H e r z l, Bize-Präsidentin. Therese Geisenheime r, Schriftführerin. Flüchtlings-Komitee des Vereines „Tomech Ewjonim", Wien, 2. Bez., Obere Donaustraße 89. Aufruf. In bewegter, stürmischer, bitterer Zeit erwächst alten Edlen die heilige Pflicht, die Wellen zu glätten, an denen das schwanke Lebensschifflein so vieler Bedauernswerter zu zerschellen droht. Auch wir müssen immer und immer wieder unsere Hilfsbereitschaft beweisen und appellieren daher an Ihr warmes, edles Herz noch einmal mit der Bitte, uns ein Scherflein beizulragen, damit wir weiter das gute, edle Werk ausüben können. Seit Kriegsbeginn werden im Lokale, <2- Bez.. Große Schiffgasse 6. welches die Hauseigentümerin Frau Regine P o l l a k in Anbetracht des humanen Zweckes kostenlos zur Perfügung gestellt hat, «viele hunderte arme Flüchtlinge i Männer. Greise, Frauen und Kinder im zartesten Alter) mit Frühstück, und Abendessen täglich versehen, und wird ihnen Tee und Brot unentgeltlich verabreicht. Weiters werden wöchentlich zirka 600 Personen unentgeIt - l i ch mit Mittagskost versehen. Männer und Frauen l Edle Spender! Helfet das schöne Werk vollenden, damit wir unsere Aktion zweiter ausüben können. Jeder steuere nach seinen Kräften bei. üm den Aernisten der Armen zu helfen. Unsere Mittel sind erschöpft, daher Hilfe dringend nötig! Wer gleich gibt, gibt doppelt. Seite 787 Wir laden Euer .Hochwohlgeboren ein. sich persönlich durch Augenschein von dem segensreichen Wirken unserer Hilfsaktion zu überzeugen, dann sind wir Ihrer Förderung und Unterstützung sicher. Hochachtungsvoll Für den Vorstand: Glias W e i ß, Obmann; M. Spiegel. Schriftführer; Geza Brau n. Kassier; Julius Weiner, Oekonom.- Wilh. K o h n. Oekonom. Gegen .Kriegewucher und Preistreiberei. Ter Borstand der „£ e st e r r. - I s r. U n i o n" hat au Iustizminister Tr. Klei n ein Begrüßungsschreiben gerichtet, in welchem es unter Bezugnahme auf die Antrittsrede des Iustizministers u. a. heißt: „Mit voller Genugtuung hat uns in dieser Rede die Berurteilung des von gewissenlosen Kriegssvekulanten geübten Frevels des L e b e n s mittel w n ch e r s und der P r e i s - treibe r e i erfüllt. Durch unsere tägliche Arbeit mit den Leiden und Kümmernissen der unbemittelten Bevölkerung aufs genaueste vertraut, wissen wir die verheerenden Wirkungen des .Kriegswuchers ganz zu ermessen. Auch nur verdammen mit tiefstem Abscheu dieses valerlandsfeindliche Treiben und getreu unserem stets betätigten Grundsätze, daß unser Rechtsschutz niemals ein Schutz des Unrechtes wjerden dürfe, verdammen lvir es dovpelt, lvenn es von Juden geübt wird. Auch wir wünschen die rücksichtslose Ahndung dieses Frevels mit der vollen Schärfe des Gesetzes ohne Ansehung der Person, des Standes und des Religionsbekenntnisses. Cs muß eine s ch a r f e G r e n z lini e gezogen werden zwischen denen, welche die Not des Vaterlandes zur Ausbeutung der Bevölkerung mißbrauchen, und denen, die mit vatriotifcher Hingebung und Treue, mit Gut und Blut, ja oft mit dem Einsätze ihrer bürgerlichen Exi-> ftenz zum Siege unserer Waffen beitragen. Es muß aber auch ansgesorochen iverden, daß die s e G r e n z f t it i e unheilvoll vers ch obe n w ü r d e, iv e tut aus d e r Br a f f e d e r K r i e g s fvek u l ante it n u r e i n z e l n e G r n vpen he r a usge g r i ffeit, über att de re daa c g e n t il f ch i e ch t a n g e b r a ch rer 5 ch o n u n g d e r S ch l e i e r d e s S ch w e i g e n s g e b r e i t e t w ü x d e. Ein solcher Borgang widerspräche dem von Eure.' Exzellenz neuerlich mit allem Nachdrucke betonten Grundsatze, daß Recht Recht bleiben müsse." Einweihung des jüdischen Heltenfriedhoies in Lemberg. Ter jüdische Friedhof in Lemberg war Tienstag, den 14. November, der Lchauvlatz einer in ihrer Art ebenso seltenen als denkwürdigen Feierlichkeit. Sie galt der Weihe des stattlichen, weithin über das Friedhofsgelände sichtbaren Denkmals, das die Militärbehörde ans der Heldenabteilung zu Ehren der dort bestatteten Opfer des Krieges errichtet hatte. Es find bis nun 1.83 wohlgevflegte, mit einer Betonumfassung versehene Einzelaräber, in denen Freund und Feind friedlich nebeneinander ruhen. Tie Zahl der Russengräber dürste sich auf ein Trittel der Gesamtzahl belaufen, mehrere Offiziere und Soldaten sind sevarat in Familiengräbern bestattet. Tiefer Soldatenfriedhos wurde zu Beginn des Krieges auf Anordnung des damaligen, fväter als Geisel entführten Vizepräsidenten Tr. Jakob Tiamand auf einer von der Soitalsverwaltung im unmittelbaren Anschlüsse an die neue Zeremonienhalle aufgeführten Anhöhe errichtet. Um die Instandsetzung desselben wie auch um die Ausfindigmachung und Exhumierung der verstreut bestatteten Krieger hat sich der durch sein gemeinnütziges Wirken bestbekannte, während der Invasion in Lemberg verbliebene Svitalsrat Adolf Rosuer, unterstützt von seinem Kollegen K r o ch, besonders verdient gemacht. Später standen ihm die Kültusräte Blauer und Tirektor Dr. Bloch s Wochenschrift jeder treue Jude zeichnet die fünfte Kriegsanleihe