Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 46 (24.11.1916)
- Date
- 1916-11-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3020846-3022195-3022242--25566-3050876- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
>)lr. 46 Tr. Bloch'L Wochenschrift ^60 drillenmale mit dem Verdienstkreuz mil der Kriegsdeio ration (früher silbernes und bronzenes Signum laudis) ausgezeichnet. Oberleutnant Siegfried Lustig (,u>eia.a, mit dem bronzenett und silbernen oiguum lauci?); L nant Artur Weinreb (Signum laudis): Obera.zt Do^ tor Arnold G r ätze r (zwei Signum laudis): Leutnant Siegfried Beer (silbernes Verdienstkreuz): Stabsfeldwebel Josef Hüttner (Verdienstkreuz): Berthold Zwilling er (goldene Tapferkeitsmedaille). -Lilie der vom 15. September vis 15. H kl ober in Wien beerdigten Offiziere und Mannschaften. Beerdigt: 17. September: Lajos Bard, Landsturm-Infanterist des k. ung. Honved-Inf.-Rgts. Nr. 3, 9. Komp. 22. September: Josef Biel, Stabsfeldwebel des Inf.-Rgts. 71/X. 24. September: ^>alomon Alpe r, Infanterist des Inf.-Rgts. Nr. 41. Kurt N a e m a n n recte N e u m a n n, Ginj.-Freiw. des Draq.-Rats. Nr. 11. Lugen Berger, Wachtmeister des Manen-Rgts. Nr. 11. 1. Ottober: Juda Latainer, Landsturm-Infanien t des Lund sturm-Bez.-Kom. Nr. 39. Otto Frankl, Infanterist des t. k. Aiontursdepots Brünn. 4. Oktober: Wolf Buchsbaum, Landsturin-Infanterist des Inf.-Rgts. Nr. 80. 6. Oktober: Paul M a n 1 l e r, Hauptmann beim Platzkvmmando Wien. 8. Oktober: Felir Steiner, k. u. 1 Fähnrich. 9. Oktober: Heinrich Kandel, Gefreiter-Tit>-Korporal des k. u. k. Inf.-Rgts. 32/711. Berl Pfeffer, Infanterist des Inf.-Rgts. Nr. 30. Siegmund Unterberg, Lrfatz-Reseroist des Inf.-Rgts. Nr. 15. 13. Oktober: Abraham R 0 s e n b e r g, Infanterist des Inf.- Rgts. Nr. 41, 6. Komp. Josef 2 p i tz. Infanterist-Tit. > Feldwebel des k. u. k. Militär-Invalidenbauses in Ragnszombat. Dr. Artur K 0 h n, Assistenzarzt des Landsturm-Bez.- Kom. 5, Reservespital des Roten Kreuzes in Marienbad. Am 1. November 1916 siel der On anie:ist David H i r s ch h 0 r n vom 30. Infanterie-egimen. Derse er war 1874 in Zbaraz geboren und dorthin zuständig. Mit Rücksicht darauf, daß Zbara; je!': besetz: ist un) die Angehörigen des seligen Jnsan eriflen Davio Hirsch Horn in irgendeinem Flüchtlingslager sich befinden dürsten, soll aus diesem Wege die Nachricht von seinem Tode zur Kenntnis gebracht werden. Dr. Bernhard Hau s n e r, k. u. k. Feldrabbiner. Hine Episode aus der neunten Ifonzofchl'acht. Ein wiederholt ausgezeichneter Offizier torrespou-- diert mit einem Wiener Freunde. In einem seiner letz en Briese findet sich u. a. nachstehende Episode erwähnt: „Das Trommelfeuer der Italiener wütet tit un erhörtem Maße. Eine Höhe östlich von .... ist das Objekt der feindlichen Feuervereinigung. F. ldianonen und Haubitzen aller Kaliber speien unaufhörlich ihre Geschosste auf den Bergrücken. Minenwerfer von mächtigster Dimension schleudern ihren Inhalt auf den gleichen Punkt. Die Explosion der Pulverladungen von 5t), ja 100 Kilogramm ist ohrenbetäubend, atemraubend. Die Besatzung der Kote ist in Kavernen. Selbst die Beobachtungsposten müssen unbedingt eingezogen werden, denrr ein jeder wäre des Todes. Ein Trichter entsteht neben dem anderen. Der Schützengraben ist verschwunden. Da nähert sich Laib Jsman, die galizische Ordonnanz, seinem Oberleutnant im Unterstand und fragt: .„Herr Oberlaitnant, bitt' gehorsamst, hebben Se nix an Weg for mich?" Meiner Meinung nach wäre es am besten, so zu schließen. Eventuell kann man hinzufügen, daß der Tiroler Oberleutnant, der bei aller Unparteilichkeit gerade nicht die grösste Sampalhie für den Alzeni der Ordonnanz empsunden und ihn trotz moua e.auger Erprobung uod) nicht ,ür eine Auszeichnung reif befunden hatte, diesmat Ue,ergri,,en und gerührt die brave Ordonnanz zur Belohnung eingab." KottesdienU im Ketde. Im Felde, 10. November 1916. Am Vorabend unseres heiligen Feiertages Reujahr kam der Befehl, alle Soldaten mosaischen Glaubens haben zu:n Gottesdienste nach L.zu gehen und haben an beiden Tagen, wie auch au Jom-Kippur dienstfrei. Unser Herz schlug inniger als jemals zuvor, denn diesmal gingen wir ja aus dem Schützengraben, um für unser ferneres Wohlergehen beten zu dürfen. Unsere Freude wuchs aber erst, als wir unsere Verwandten und lieben Bekannten wiedersahen, und dantren ans tiefstem Herzen unseren himmlischen Vater für seine graste Gnade, dast er uns dis nun das Leben und die Gesundheit scheut.e. Unter uns waren galizische. ungarische, deutsche und mährische Iehudints. Nun kam die festgesetzte Zeit. Herr Divisions-Rabbiner Dr. K a r p f e u betrat die für ihn eigens erbaute Galatribüne und mit anhaltendent Atem schauten wir zu ihm. ein Prachtanblick, diesen gottbegabten Redner zu sehen, man sah die väterliche Güte ans seinen Augen 1 ervorleuchten. ein jedes Wort seiner erhabenen Rede war Balsam auf unsere Herzen. Am Schlüsse seiner Rede ermahnte er uns, an Gott, an unseren Lid als Soldaten, und bemerkte: „Ihr l.abt nichts zu befürchten, da ihr Kinder Gottes seid; wandelt nur in den Wegen Gottes. Amen!" Ihm, unserem hochgeschätzten Herrn Dorlor. danten wir ans innigem Herzen für feine Aufopferung, indem er uns dienstfrei für alle drei Feiertage ..im Felde" erwirkt hat. Rach dieser schönen Rede trat unser bester Kamerad, ja Bruder. Herr Iugsführer Samuel 9l e u Haus e r, Oberkantor, vor dem Omed izum dritlenmale im Feldes. Lntzückt bat uns alle dieser gottbegnadete Sänger durch seinen herrlichen Bariton- Tenor. wie auch durch seinen überaus schönen Vortrag. Wir Gälizianer hatten an ihm einen wahre» Lbassen und Kameraden, dem guten Kantor. Lr rezitierte die Schmauna-Lsre. wie wir sie gewöhnt waren zu hören. Hinreistend waren die Owinu-Malkenu von ihnl. Unvergeßlich war auch sein überaus schöner Gesang an dem heiligen Kol-Ridre-Abend. Solche zwei gute Iehudim und beste Menschen an unseren heiligen Feiertagen und im Lrnste der Zeit anzuhören. gibt uns neue Kraft und frohen Mut der Zukunft entgegenzugeben. Gott erhalte sie beide zur Zierde des Judentums. Amen! Im Namen sämtlicher Kameraden sage ich der löbl. Redaktion besten Dank für ihre Liebenswürdigkeit und zeichne mich ganz ergebenst Jakob R e u m a r k. Kaufmann, aus Tarnow. Die Erlebnisse des Kustauschinvakideu (tzokdliein. Feldrabbiner Freudiger schreibt dem ,Egpen töieg": Freitag kam eine neue Austausch iwatid.atgruipe aus den russischen Gefangenenlagern an. Sie lvurdeu von den Häuptern der militärischen und Zivilbehörden unter Führung der Erzherzogin Auguste empfangen und nach ihrer Bervirtung in das unter dem Kommando des Prof. Dr. Hase »seid stehende Honved-Kriegsspital ge bracht. ... Bei dem einen der angelangten jüdischen Invaliden, dem aus dem Komirate.Besterce Naszod stammen den Martin Gold stein vom . Honved-Infanterie regiment, erkundigte ich mich über di' in Gefangenschaft Befindlichen. Mit Begeisterung erzählt er von den tapferen Kämpfen seiner Kameraden, bis sie in Gefangenschaft gerieten. Er war bei der ersten Mobilisierung ein gerückt und kam bald auf den russischen Kriegsschauplatz: in den Karpathen lvurde er gefaugeugeuommen und nach kurzem Aufenthalte in Orenburg (am U er des Ural, an der europäisch-asiatischen Grenze), wo sie schlecht behandelt, ständig mit schwerer Arbeit abgehetzt und mitunter auch geschlagen wurden, in das Jrcutslec Gefangenenlager (Ostsibirien, nahe der chinesischen Grenze) gebracht, welches unter dem Kommando eines pensionierten russischen Generals steht, der mit den Gefangenen sehr human umgeht. Das Lager ist für 4000 Mann und 340 Offiziere eingerichtet. Er erzählt mir, daß das Lagerkom