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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-11-17 · 45 (17.11.1916) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
45 (17.11.1916)
Date
1916-11-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 45 Tr. Bloch's Wochenschrift Sette 757 Rosa Kno bloch aus Janow, derzeit Teplitz. Papiergasse 1, sucht ihren Bruder Jsak Wasserberger aus Czernowitz. Fanny Hauer aus Kolomea. derzeit Prvbstau Nr. 55. sucht ihre Schwägerin Dine Schortz aus Kolomea und ihre Schwester Ehre Beile Seiler aus Czanow. Ryfle Katz aus Kolomea, derzeit Weißkirchlitz Nr. 195. sucht ihren Gatten Leiser Katz und ihre Tochter Golda aus' Kolomea. - Marie Fros>^Fuchs aus Zablatow. derzeit Weißkirchlitz Nr. 195. sucht ihren Onkel Modche Fuchs aus Jspas. Bezirk Wiznitz. Joses Eoldmg, k. k. Ldst.-Wachkompagnie 30 in Aiährisch- Neustädt, sucht seine Gattin Jetti Golding, seinen Vater Hersch (v5tding, seinen Schwiegervater Jankel Eifert, alle aus Alt- Broskowitz, Bezirk Strozynitz (Bukowina). Gesucht wird Solomon Pinkassowitsch, Oberkantor in- Czernowitz. samt Frau Geni und vier Kindern (Anna. Lise, Mathilde und Josef). Auskunft erbittet Dr. Erlanger, Luzern (Schweiz). Ein Kriegsgefangener, Hermann Arelrad, in Zolotaja Orda (Rußland) sucht seine Frau Rosa Arelrad und Schwiegervater Nissen WiUner aus Trembowla. Hermann Arelrad geriet in Gefangenschaft nach dem Fall der Festung Przemysl. _ Ein italienisches Landeskomitee ersucht, die Grabstätte des am 5. August d. I. auf der im Trentino gelegenen und I. Castelli Nr. 1295 genannten Stelle gefallenen italienischen Unteroffiziers Levi Giuseppe Amadio festzustellen. Dieser, geboren im Jahre 1895, diente beim ital. Jnf.-Reg. Nr. 79, Komp. 10, und war am erwähnten Tage Führer eines Beobachtungspostens. Als er von einem Schützengraben in den anderen überging, fiel er. durch eine Bombe getroffen. Die Unfallstelle ist gegenwärtig in österreichischem Besitz. Die Familie des Gefallenen möchte von der Grabstätte Kenntnis haben, um nach dem Kriege die Leiche ins Familiengrab nach Genua überführen zu können. Auskunft an Herrn Dr. Erlanger, Luzern (Schweiz). Feuilleton. Die Anschauung der Kllrel über Anshrrngerungskriege. In Europa waren bis nun feindliche Aushungerungsversuche gegen ein fremdes Land wenig bekannt. Da bis vor ungefähr 50 Jahren die europäischen Staaten sämtlich einen ausgesprochen agrarischen Charakter hatten, so waren die einzelnen Länder auch soweit mit Nahrungsmitteln versehen, daß im Kriegsfälle sie nicht ausgehungert werden konnten. Geschichtlich sind derartige Repressalien nur bei den alten orientalischen Völkern nachweisbar. Nur wurden im grauen Altertum Aushungerungskriege in einer anderen Form, ald der. den England gegenwärtig gegen Deutschland führt, unternommen. Es wurden Freischaren organisiert und in das feindliche Gebiet geschickt, um die Erntefelder und die vorhandenen Lebensmittel zu vernichten. Aber das Ziel war damals wie heute das gleiche: die Aushungerung des Gegners, um, was mit den Waffen nicht erreichbar, durch Hunger zu erzwingen. Unter derartigen Aushungerungskriegen hatte auch das biblische Israel viel zu erdulden gehabt. Oft haben die Volksstämme, die um Palästina wohnten, und die zu Israel, wie heute Albion zum deutschen Volke, stammverwandt waren, die Saat- und Erntefelder zu vernichten gesucht. Wohl wurden gegen diese Aushungerungsversuche verschiedene Abwehrmatznahmen getroffen. Aber man konnte nicht verhindern, daß die räuberischen Freischaren an verschiedenen Stellen die Grenzen überschritten und alles vor sich vernichtet und verwüstet haben. Nur Burgen und Festungen haben einen Schutz gewährt. Das pentateuchische Gesetzbuch und die führenden Männer der biblischen Zeit, so besonders die Propheten, hatten demnach reichlich Gelegenheit. Stellung zu Aushungerungskriegen zu nehmen. Die gesetzlichen Bestimmungen, die im Pentateuch erhalten, und die Anschauungen der Propheten sind noch heute von hohem Interesse. Führt doch heute England einen Aushungerungskrieg gegen Deutschland. Und zwar das nämliche England, das sich wegen seiner äußerlich puritanischen Frömmigkeit gerne als biblisches Volk überall gefällt. Im Gegensatz zu den deutschen „Barbaren" bezeichnet sich der Engländer als biblisches Volk. Betrachten wir daher, wie die Bibel über Aushungerungskriege denkt und urteilt. Beginnen wir mit den pentateuchischen Gesehen. Hier bemerken wir verschiedene Bestimmungen, für den Fall vorgesehen, daß Israel feindliche Festungen belagern sollte. In humanster Weise fordern sie, daß dem Gegner auch während des Kampfes die Nahrungsmittel nicht entzogen werden sollen. Sie verbieten nicht nur. dem wehrlosen Teil des feindlichen Volkes die Nahrungsquellen abzuschneiden, sondern sie setzen sich auch dafür ein. daß feindlichen Kämpfern die Zufuhr von Lebensmitteln nicht verlegt werde. Nach Anschauung der Bibel soll das Schwert und nicht der Hunger entscheiden. Diese milde Anschauung und diese humane Behandlung des Gegners ist umso höher einzuschützen, als. wie bereits erwähnt, die Völker um Israel Aushungerungskriege in brutalster Weise führten. Aber Israel durfte keine Rache an feinen Feinden nehmen. Der erwähnten Anschauung gemäß verbietet das pentateuchische Gesetz, Fruchtbäume, die in der Nähe einer feindlichen belagerten Stadt stehen und von denen der Feind seinen Unterhalt erhält, abzuhauen. Ebenso ist untersagt, die Wasserquellen, die die feindliche belagerte Stadt und die um sie gepflanzten Bäume mit Wasser versorgten, zu verschütten. Das Abhauen von fruchtspendenden Obstbäumen war für Israel auch dann verboten, wenn das Holz Zum Zwecke der Belagerung verwendbar war. Selbst wenn die Belagerung lange Zeit dauerte, mußten die Fruchtbäume verschont bleiben (vgl. hiezu Deuteronomium 20, 19 k. und die Kommentare daselbst). Im Talmud wird yn einer Stelle sogar gefordert, daß Israel während der Belagerung einer feindlichen Festung die Bäume und die Quellen ringsum erhalte und pflege. Für die entschieden ablehnende Stellungnahme der Bibel gegen jedwede Aushungerung des Feindes sind folgende Begebenheiten. die sich in der biblischen Zeit abgespielt haben, haben, charakteristisch. Der König Hiskia sieht das mächtige assyrische Heer gegen seine Hauptstadt heranziehen. Der König beriet sich mit seinen Fürsten und Heerführern, um die Wasserquellen, die außerhalb der Stadt fließen, zu verschütten. Diese rieten dem König dazu. Ohne weiter einen Bescheid von ber obersten Behörde, dem sogenannten Synhedrion, dem alle derartigen zweifelhaften Dinge zur Entscheidung unterstellt waren, einzuholen, ließ Hiskia große Mengen Volkes versammeln, um die Wasserquellen zu verschütten. Dem peutateuchischen Gesetze entsprechend, erhob nun das Synhedrion Einspruch gegen die Verschüttung der Wasserquellen. Es Widersprach eben dem jüdischen Empfinden, ein feindliches Heer durch Entziehung von Nahrungsmitteln zu besiegen. Einer ähnlich schroffen Auffassung über die Entziehung der Lebensmittel vom Feinde begegnen wir im Talmud. Bekanntlich hat ein großer Teil des israelitischen Volkes, noch zu Lebzeiten Saul's. des ersten israelitischen Königs, David als König anerkannt. Saul wußte, daß sein Königtum von David sehr bedroht sei. Wurde doch David im Geheimen von einem Propheten als alleiniger König aller israelitischer Stämme gesalbt. Saul traf daher die schärfsten Maßnahmen gegen seinen Rivalen. Einst kam David mit seiner Anhänger schar nach der Stadt Nab und verlangte daselbst Lebensmittel. Die Einwohner von Nab nahmen sich des Ermüdeten und Hungrigen an. Dafür hat Saul die Stadtleute bestraft. Damit hat nun Saul, so meint der Talmud, gegen die bisher geheiligte Sitte, selbst dem Gegner Lebensmittel zu geben, gefehlt. Daß Saul's Königtum nur von zweijähriger Dauer war und daß er ohne erbliche Nachkommen gestorben, ist. so wird daselbst weiter ausgeführt, wohl auf den Umstand zurückzuführen, daß Saul die Leute bestraft hatte, wo doch ihr Handeln dem geltenden Gesetz entsprach. Keinen Fehler ließ sich Saul sonst zu Schulden kommen; dies genügte, daß er durch die Bestrafung der Leute von Nab ein Gesetz verletzte, das die Ernährung des Gegners fordert. Zuletzt möchten wir noch ein Vorkommnis hier anführen, in dessen Folge die Einwohner zweier Städte nur wegen Entziehung der Nahrungsmittel vom Gegner auf die grausamste Weise bestraft wurden. Israel wurde nämlich von seinem Nachbar Midjan hart bedrängt. Nun war es. wie bereits erwähnt» bei den Völkern, die um Palästina wohnten, Brauch, dem Gegner die Nahrungsmittel zu entziehen. In diesem Sinne hat Midjan den Einwohnern der von ihm eroberten Städte bei Todesstrafe verboten, den noch freigebliebenen israelitischen Stämmen Nahrungsmittel zu geben. Eingedenk der schweren angedrohten Strafe wurden dem gegen den Unterdrücker ziehenden israelitischen Heere tatsächlich die Nahrungsmittel verweigert. Wiewohl nun die Ent-

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