Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 45 (17.11.1916)
- Date
- 1916-11-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 756 Dr. Bloch's Wochenschrift Nichts ist dem Menschen so eigen, Nichts steht ihm so an. Als daß er Freundschaft zeigen Und Treue üben kann. Dr. H. W. Jsr. Tempel-Verein für Mariahilf und Neubau \n Wien. Freitag-Predigten von Herrn Rabbiner Tr. I. D r o-- binsty im Winter 1916/17: Am 3. November 1916, Beginn des L'ot-.esdienstes zirka 41/2 Uhr; am 17. No vorüber 1916, zirka 4V2 Uhr; ant 1. Dezember 1916, ö-ina 41/., Uhr; am 22. Dezember 1916, zirka 41/4 Uhr; am 5. Januar 1917, zirka 41/, Uhr; am 19. Januar 1916, zirka 414 Uhr; am 2. Februar 1917, zirka 4-'74 Uhr; am 16. Februar 1917, zirka 5 Uhr; am 2. März, 1917, zirka 514 Uhr; am 16. März, zirka 5:74 Uhr. Wien. (Todesfall.) Am 9. d. M. verschied nach schwerem Leiden im 61. Lebensjahre Herr Adolf Stern aus Lemberg. Der Verblichene, ein Mann von tadellosester Rechtlichkeit, ehrenhaftester Gesinnung, der sich aus kleinen Anfängen emporgearbeitet hat, erfreute sich in Lemberg und in Wien allgemeiner Wertschätzung. Mit Ausbruch des Krieges begann für den friedlich im Kreise seiner Familie und ihrem Wohle wirkenden Mann eine Zeit schwerer Leiden. Sofort bei Beginn des Krieges rückten swei Söhne ein, von denen der eine, der in Wien allgemein bekannte und geschätzte Dr. Lazar Stern, als Regimentsarzt im Felde den Heldentod erlitt. Ein zweiter Sohn starb in Wien nach längerem Sichtum in blühendem Alter. Drei Söhne, die ihm geblieben, Natan, Filip und Artur Stern, dienen dem Vaterlande. Von Haus und Hof vertrieben, mutzte der Verblichene mit seiner Gattin Rebekka, die ihm in allen Lebenslagen eine treue Gefährtin und Helferin war, und seiner Tochter Lola als Flüchtling in Wien leben. Jetzt, wo er in sein Heim zurückgekehrt, in der Arbeit Vergessen und Trost finden wollte, überfiel ihn ein tückisches Leiden, dem Adolf Stern trotz der Kunst der Aerzte zum Opfer fiel. Sonntag, den 12. d. M.» fand unter zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis auf dem Zentralsriedhofe statt. Rabb. Dr. Mar Grunw'ald hielt eine ergreifende Trauerrede, Oberkantor M. B. Kaufmann zelebrierte in wann empfundener Weise die Totengebete. Der vielgeprüften Witwe und den Kindern des Verstorbenen wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Wien. (Jsr. Tempel- und Schulverein, 6. Bezirk, Stümper gasse 4 2.) Herr Rabbiner F l e s ch hält vor dem Minchagebet folgende Vorträge: Samstag: Midrasch, Sonntag: Psalmen, die übrigen Tage: Pentateuch mit Raschikommentar. Wien. (Bet-Ha midrasch „Talmud Thor a", 2. V ezirk, Malzgasse 16.) Die diesjährigen populär-wissenschaftlichen Freitagabend-Vorträge beginnen kommende Woche am 24. November, halb 6 Uhr abends. Es spricht Seine Ehrwürden Herr Rabbiner H. Schenk über „Die Psalmen in ihrer Beziehung zum Talmud". Die Vorträge sind auch Frauen zugänglich und finden alle 14 Tage statt. Toynbeehalle (Josefine MenÄl-Wohi sahrtehaus), 20. Bez., Denisgasse 33. Der letzte Konzertabend überraschte durch eine interessante Neuheit. Frau Alice Möller und Fräulein M. Kühner brachten eine Brahmssonate, ein Rondo von Chopin und Variationen von Schumann auf zwei Klavieren zur Aufführung. Das Zusammenspiel der beiden Pianistinnen war in gleicher Tonfärbung, im musikalischen Ausdrucke, der sich an geeigneten Stellen zur orchestralen Wirkung steigerte, und in Anpassung des Rhythmus wahrhaft bewunderungswürdig. Fräulein Janosy sang die großen Sopranarien aus „Tosca" und „Aida" mit prachtvoller, vortrefflich geschulter Stimme und dramatischem Ausdrucke. Auch ihr Liederoortrag (Brahms und Mahler) stand auf gleicher Höhe. Die Sängerin machte ihrer ausgezeichneten Lehrerin, Fräulein Mütter, alle Ehre. Reicher Beifall lohnte die reifen Leistungen der Künstlerinnen. — Das Programm der nächsten Woche lautet: Samstag. den 18. November: Konzert, veranstaltet von der Gesangsmeisterin Fräulein Alice Goldberg. Sonntag, den 19. November: Professor S. Kraus: „Biblische Kriegsaltertümer". Donnerstag, den 23. November: Lichtbildervortrag, Univ.-Dozent Dr. Karl Allmann: „Wesen und Bedeutung der "Geschlechtskrankheiten" (ausschließlich für weibliches Auditorium). Freitag, den 24. November: Bibelvortrag. Samstag, den 25. November: Konzert; Fräulein Grete Schick (Violine), Fräulein Clara Reitz (Klavier), Fräulein 2l. Vorb (Gesang). Anmeldung von Vorträgen an die Adresse: Dr. Samuely, 1. Bezirk, Fischerstiege 6, erbeten. Nr. 45 Akademischer Verein „Jüdische Kultur" in Wien. Am 1. November 1916, also 26 Monate feit Kriegsbeginn, kamen die zurzeit in Wien befindlichen Mitglieder zum erstenmalwieder zusammen. Der größte Teil von ihnen war vom Felde auf Urlaub gekommen, andere wieder aus den verschiedenen Garnisonen. Insgesamt waren von den 41 dem Vereine angehörigen Bb. und A.-H. 18 erschienen. Man umarmte und küßte sich voll Freude Mer diese erste Zusammenkunft seit so . langer Zeit. Erlebnisse und Erinnerungen wurden ausgetauscht. Viele haben draußen in der großen Heimat des Ost-Judentums praktische Erfahrungen gesammelt, die nach dem Kriege wertvolles Material für die zukünftige jüdische Kulturarbeit liefern werden. Im Verlaufe der Zusammenkunft wurde folgende Statistik über die Mitglieder sertiggestellt: Stand des Vereines im Juli 1914: 41 Mitglieder (32 Aktive, 9 A.-H.). Davon sind in militärischer Dienstleistung stehend: 2 Oberleutnant, 6 Leutnant, 5 Landsturmingenieure, 14 Fähnriche, 1 Landsturmwerkmeister, 1 Kadett-Aspirant (kriegsgefangen), 5 Einjährig-Freiwillige. Von den verbleibenden sieben Mitgliedern sind 2 Bundesschwestern. 2 Enthobene und 2 Untaugliche. Zusammen gibt es im Vereine!bis 1. November 1916 an Auszeichnungen: 1 silbernes Signum laudis, 1 goldenes Verdienstkreuz m. d. Krone, 4 bronzene Signum laudis, 1 Meschidije- Orden, 1 eisernes Kreuz, 1 eiserner Halbmond, 1 goldenes Verdienstkreuz, 7 silberne und 3 bronzene Tapferkeitsmedaillen; hiebei fehlen von mehreren Bb. noch immer einige Daten. Zum Schlüsse wurde bestimmt, daß die im Zivilverhältnis verbliebenen Db. in kürzester Zeit Verfügungen treffen werden, die Vereinsbibliothek, bestehend aus über 1000 Werken,- zumeist jiddischen Inhalts, verbunden mit jüdischen Tageszeitungen und Zeitschriften, an interessierte jüdische Akademiker und Studenten zu bestimmten Lesestunden zur Verfügung zu stellen. . Es werden daher alle ostjüdischen Akademiker, die hiefür Interesse haben, aufgefordert, ihre Adressen an Dr. Mayer Präger, Buchhandlung L ö w i t, Wien, 1. Bez., Rotenturmstratze, einzusenden und über weitere Mitteilungen in diesem Blatte, nachzulesen. _ -B. Austritte aus dem Judentum vom 5. bis 11. November: Baum Margit, geb. Khu» Vertragsbeamtin, geb. 26. März 1686, Budapest, 18. Bez., Gürtel 107. Brünauer Elsa, Beamtin, geb. 24. Juni 1892, Baden b. Wien, 2. Dez., Schmalzgasse 7. ' Cerbeano Mar, Zivil-Ingenieur und Schriftsteller, geb. 2. Dezember 1872, Buhusch (Rumänien), 4. Bez., Waltergasse 3. Deichos Wilhelm, geb. 28. September 1895, Wien, (laut Zuschrift der israel. Kultusgemeinde Prag). Engel Bertha, gesch. Angermann, geb. 15. Juli 1886, Jesopol (Galizien), 1. Bez., Grashofgasse 3. Granitz Moritz, Landsturm-Infanterist, geb. 26. Juni 1892, Odenburg (Ungarn), 16. Bez., Grundsteingasse 38. Heim Jeanette, Beamtin, geb. 1. Januar 1886, Wien, 5. Bez., Hamburgerstraße 6. Klein Ernst Artur, Kaufmann, geb. 27. Oktober 1883, Wien, München, Brünnerstraße 6. zuletzt Wien, 3. Bez., Hörnergasse 7. Köhn Henriette, Absolventin der medizinischen Fakultät, geb. 23. März 1892, Wien, 1. Bez., Passauerplatz 9. Neumann Viola, geb. 1. November 1889, Wien, 19. Bez., Zehenthofgasse 31. Pollar Rosa, Näherin, geb. 15. Mai 1891, Wien, 16. Bez., Wilhelminenstratze 18. Prager Gottlieb Wilhelm, Handelsakademiker, geb. 19. September 1900, Bukarest (Rumänien), 3. Bez., Kollergasse 17. Schasranek Hilda, geb. 7. April 1899. Wien, ü. Bez., Margarethenstraße 70. Strom Bettina, Assekuranz-Beamtin, geb. 6. Februar 1892, Wien, 6. Bez., Kaunitzgasse 33. Htimaim Ernst, geb. 24. Dezember 1896, Wien, 10. Bez., Artilleriezeugsdepot. Wachsmann Paul, Gymnasiast, geb. 17. Juni 1899, Wien, 3. Bez., Löwengasse 1b. Wer mcih? Hanna. Fatzlec sucht ihren Gatten Aron Fastler aus Gurahumora. Nachrichten sind an das Beziccskömitee für Flüchtlingsfärsorge in Jägerndorf zu senden. Stein Hersch, Flüchtling aus Sniatyn, gegenwärtig in Wsetin, sucht seinen Sohn Mendl Stein, Schuhmacher, aus Sniatyn. Blume Weiner aus Mamajesti (Bukowina), gegenwärtig in Wsetin, sucht ihren Schwiegervater Srul Meiner aus Populniki bei Sniatyn und ihren Onkel Mendl Lebl aus Sloroznitz (Buk.). Jetttz Schüler aus Wiznitz, derzeit Wistritz Nr. 132, sucht ihre Tochter Hoidy Schiller. ' Samuel Nosterwitsch aus Wiznitz, derzeit Wistritz Nr, 160, sucht seine Mutter Golde Rachel Nosterwitsch; 60 Jahre alt, aus Wiznitz.