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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-11-03 · 43 (3.11.1916) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
43 (3.11.1916)
Date
1916-11-03
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 43 Dr. Bloch s Wochrnjcpnft Seite 727 gang 1841, redigiert von Rudolf G läse r, gesunden haben; diese Zeitschrift lieh uns frenndlichst die Biblia theksverwaltung des hiesigen Museum». „Die Hand des Herrn lag schwer auf uns im Jahre 1589 und noch schwerer in den: daraus,olgenden. Die Hungersnot wütete in diesen beiden Jahren gewaltig im ganze:: Böhmerlande; alles Getreide lvar ausgezehrt und auch kein Hafer und Stroh für das arme Vieh vorhanden. Die Sonne hatte alles verbrannt durch! ihre sengende Hitze und kein Tröpfchen Regeil oder Tau siel den ganzen Sommer hindurch; die Bäume und die Gesträucher vertrockneten und jegliche Frucht verdorrte. Bäche und Ströme versiegten, ja selbst große Gewässer, und die geringe Menge Korn und Gerste, die in den Vorratshäusern ausgespeichert lag und gar teuer bezahlt werdet: mußte, konnte nur an wenigen Orten lvegen Wassermangels dem Mühlsteine übergeben werden. Alle Grünkräuter und Hülsensrüchte verdarben aus dem Felde und Dinkel und Mais begann nicht einmal zu wachsen. Da lvar Heulen und Not und Zähneklappern unter dem gemeinen Volke, als wenn es vor dem jüngsten Gericht stünde! Die älteften Einwohner wollten ein solches Tal des Jammers niemals gesehen, eine solche Trübsal nicht erlebt haben, und suchten den Grund in der Schlechtigkeit der jungen Leute. Und wirklich" — fährt hier David Gans fort — „weiß sich Schreiber dieses, der selbst in jenen bedrängten Zeiten gelebt, nicht zu erinnern, je von einem so schrecklichen Schauspiele, von einer solchen göttlichen Heimsuchung in einem glaubwürdigen Werke gelesen zu haben! Und so lvie ein Uebel gewöhnlich ein anderes nach sich zieht, so gesellten sich auch zu der Hungersnot noch andere Plage::. Schreckliche Erdbeben wüteten ii: ganz Böhmen nach aller: Richtungen bis gegen Oesterreich hin, so daß selbst der Stephansturm zu erdröhnen begann und viele Ortschaften, ja ganze Länderstreckei: in Steinklumpen und Holzhausen verwandelt wurden. Zudem zogen Diebsbandei: und mordlustiges Raubgesindel umher und raubtei: alles: kleines und 'großes Vieh, Geld und Kostbarkeitei:, u::d mordeten ohne Schonung Greise und Säuglinge, Männer und Weiber. Laien und Geistliche, alles fiel durch die Schärfe ihres Schwertes, und um das Maß voll zu mache::, beraubten sie alle Kirchen und Bethäuser dermaßen, daß man in leeren, von allem Schmucke entblößten Häusern seine Andacht verrichten mußte. Da fingen die Leute an zu beten und zu fasten und allgemein religiöse 11:banger: und Prozessionen zu halten, und ein jeglicher nahm sich vor, einen frommen und rechtschaffener: Lebenswandel zu führer:. Die Kneipe:: und Wirtshäuser wurden leer, denn die Leute flehten zu Gott dem Herrn, das! Elend von dem bedrängten Lande abzuwenden. Und siehe da, es erfüllten sich die Worte des Psalmisten: Aus den Tiefen rufe ich Dich, o Herr, und Du erhörest mich! Als die Not an: höchsten stieg und die Armen gar nichts mehr hatten, woran sie ihre Zähne wetzen konnten, da sandte ihnen Gott einen Erretter, einen frommen, gottesfürchtigen Mann, der fein ganzes Leben in Demut und Tugend zugebracht. Dieser Bote Gottes wohnte in einem Dorfe unweit Kaurim, etwa fünf Meilen von Prag. Abgesondert von den übrigen Dorfbewohnern, lebte er einsam, nur von seinem Weibe und seinen Kindern umgeben. Seinen Namen wußte man nicht; er war erst jüngst in diese Gegend gezogen; er sagte, er kän:e geradenwegs aus Ungarn, wo die Türken so übel hausten und auch ihn: gar mannigfaltiges Leiden zugefügt hätten. Auch in diesen: Dorfe herrschte, der größte Mangel an den notwendigsten Lebensbedürfnissen, so daß endlich unter den: Vieh eine allgemeine Seuche entstand. Alles litt die herbste Not und sie verschonte auch nicht jenen göttlichen Mann mit seinen Kindern, die ihre Hände fallen und un: Brot schrien. Und als er ihnen keines zu geben oermochte, da schloß er sich in sein Kämmerlein ein und betete zu dem Herrn, daß er seine schwere Hand abtun möge von ihm und dem ganzen Lande, und daß er ihm ein Mittel zeige zur Erhaltung der Seinigen. Wie er so die halbe Nacht hindurch weinte und wehklagte, siel er urplötzlich in einen süßen Schlaf und erwachte an: frühen Morgen wie ein Mann, der seinen Kummer und alle seine Sorgen abgeschüttelt hat. Denn der Herr war ihm erschienen im Draume und hatte ihm gezeigt den Weg des Heils und der Rettung, und so machte er sich aus und ging etwa eine Meile links von seinem Orte, samrnelte dort kleine Steinchen, dünnen Kot und Staub und trug sie nach Hause. Dann zerrieb er dies alles, mengte es mit Wasser, buk es, und siehe da, es kam eine eßbare Speise hervor. Er und die Seinigen aßen davon und wurden satt. Als er dies sah, teilte er sein Geheimnis der ganzen Gemeinde mit. Diese wollte ihn anfangs verlachen; als sie aber von dem Brote genossen hatte und gesättigt war, tat sie ihn loben und preisen. Er aber verbat sich dies und sagte: ,-Nicht mir, sondern dem Herrn gebührt Ruhm Briefkasten. Robert A. Leider konfisziert. (5. &. Selbstverständlich ist Beniselos ein Judenstämmling. Die deutschnationalen Antisemiten haben es richtig herausgebracht. Was dabei den Lesern manchmal zugemutet wird, dafür ist nachstehende Notiz im Hammer" charakteristisch: „Eine Namensgleichheit zwischen Beniselos und dem englischen Staatsmann des vergangenen Jahrhunderts, Benjamin D'Jstaeli, hat ein englischer Professor entdeckt und seine Entdeckung in der Daily Mail" niedergelegt. Er knüpft dabei an die sprachliche Eigenart des Neugriechen an, das ..B" wie „B" auszusprechen, so daß der Grieche nicht Beniselos, sondern. Beniselos sagt. Dieses Beniselos in zwei Worten geschrieben, würde Ben Jzelos ergeben. Jzelos ist aber nichts anderes, als ein in der neugriechischen Sprache verdorbenes Jsraelos, so daß man von Beniselos über Ben Jzelos hinüber zu Ben Jsraelos gelangt. Dieses Ben Jsraelos bedeutet aber genau dasselbe wie das englische D'Jsraeli, so daß demnach der englische und der griechische Staatsmann denselben Namen tragen." Diese Beweisführung erinnert an den Scher;, mit dem einst die Auswüchse der vergleichenden Sprachwissenschaft verulkt wurden. Damals ,,bewies" man den Zusammenhang zwischen der deutschen und der griechischen Sprache an dem Worte „Fuchs". Der Fuchs heißt griechisch alop-x Auf dem Wege über in ex. opex, i ex, pix pux p fux wurde er zu dem uns allen wohlbekannten Tiere! Arischer Berichterstatter. Ueber den Prozeß gegen den Advokaten, der wegen Verbrechens der Veruntreuung zu zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt worden ist, bringt die biedere „Reichspost" bloß wenige Zeilen. Der Advokat hieß allerdings nicht Dr. Rosenbaum. sondern Dr. R a b e n d a. das ist die Angelegenheit. entweder nicht wichtig oder nicht besonders auffallend. Daß Hunderte kleiner christlicher Spareinlager bei der Nutzdorfer Sparkassa ihr letztes Hab verloren haben, ist diesem ..christlichsozialen" Organ ohne solchen Belang, als wenn Hersch Federbusch aus Galizien 14 Tage Arrest erhält. Tr. B. in L., Prof. G. in B., Rabbiner F. G. in B. Die Diskussion über .. Dawenen" erachten wir für unser Blatt als abgeschlossen. W. S. K. Die gebotene Erklärung wurde bereits vor Wochen von anderer Seite in der „Oesterr. Wochenschrift" publiziert, fand jedoch keinen Anklang. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion S. Podzamcze, 2. Bez.. Taborslrasze 12 (Hotel Stefanies. Wochen-Programm : Freitag, den 3. November: „Eisches Ehail", Operette in vier Aufzüge i von Laieiner. Samstag, den 4. November, und Sonntag, den 5. November, abends 8 Ubr. zum erstenmale: „Ehancze", Lebensbild in vier Aufzii,en von Schorr. Sonntag, den 5. November. nachmittags halb 4 Uhr: „Rabbi Amnon", Operette, in vier Aufzügen von Charkanski. Montag, den 6. November: ..Fluch der Liebe", Lebensbild in vier Aufzügen von Weidenfeld. Dienstag, den 7. November: „König Salomon", Operette in vier Aufzügen von Horowitz. Mittwoch, den 8. November: „Das

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