Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-11-03 · 43 (3.11.1916) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
43 (3.11.1916)
Date
1916-11-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3020846-3022195-3022239--25524-3050831
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 726 Nr. 43 Tr. Bloch's Wien. (Vorlesungen im Wiener Bet h-Hamidrasch, 2. Bez.. Ferdinandsstraße 23. im Winter-Semester 1916/17.) Samstag, 11-12 Uhr vormittags: Lektor Dr. S. Rubin: Die lausende Parascha. Samstag» 6 -7 Uhr abends:. Rektor Dr. A. Schwarz: Mischna. Sonntag, 6—7 Uhr abends: Lektor Dr. S. Rubin: Midrasch Bereschith. Montag, 6—7 Uhr abends: Lektor Dr. S. Rubin: Talmud. Dienstag. 6—7 Uhr abends: Lektor Dr. S. Gelbhaus: Psalmen. Mittwoch. .6—7 Uhr abends: Lektor Dr. S. G e l b h a u s: Psalmen; 7 -8 Uhr abends: Dr. A. Ka minka: Maimonides, More Nebuschim. Donnerstag» 6—7 abends: Dr. '31. ftominfa : . Maimonides. More Nebuschim. _ Wien. Am 31. Oktober 1916 wurde in Klosterneuburg der' k. u. k. Einjährig-Freiwillige Zngsführer Alois Spitz, Sohn des Weingroßhändlees' Josef Spitz in Klosterneuburg, unter Beteiligung mehrerer hundert Personen %n Grabe getragen. Derselbe erhielt bei den letzten größeren Kämpfen am südöstlichen Kriegsschauplätze eine Wunde, der er am 29. Oktober a. c. erlegen ist. Dem tapferen Helden, der erst 19 Jahre alt war, und seinen Eltern, die ihren einzigen Sohn verloren haben, galt die überaus große Teilnahme der ganzen Stadt, der Militärbehörden und der Gemeindevertretung, die bei dem Begräbnis dieses allgemein betrauerten jungen Vaterlandsverteidigers so zahlreich, zu sehen waren. JWjscher Arbeitecbildimgsverein „Poale Zion". Am Samstag, den 4. November l. I., 8 Uhr abends, findet im Cafe Stefanie ein Vortrag von Herrn Doktor Schipper statt. TheMa Vorbehalten. Vorträge stier Geflügelhaltung. Der vom „Galizischen Hilfsverein" errichtete Kurs für Flüchtlinge, an dem der Konsulent sür Geflügelzucht im k. k. Ackerbauministerium, Herr' G-eo rg W'i eni n g e r, ■ sechs Vorträge über 'Geflügelzucht und Geflügelhaltung halten wird, beginnt am 7. November d. I., um 4 Uhr nachmittags, im Josefine Mendlschen Wohlfährtshause, 20. Bezirk, Denisgasse 33. Anmeldungen ini Vortragslokale vor Beginn der Borträge. Austritte aus dem Judentum vom 22. bis 28. Oktober. Claser Lilli Cazjlie, Studentin, geb. 8. November 1893, Wien, 9. Bez., Bleichergasse 6. Glaser Ludwig Dr., Advokat, geb. 26. September 1857, Sadowa-Wiszma (Galizien), 9. Bez.» Universitätsstraße 6. Erül.feld Margarethe, geb. 7. Dezember 1891, Wien, 13. Bez., Eloriettegasse 13. Grünwald Lilly, geb. 1. September 1891, Wien, 8. Bez.. Duchfeldgasse 6. ' Ieliner Anna, Friseurin, geb. 11. Juni 1898, Wien, 18. Bez., Eentzgasse 64. Kadanra Helene, geb. 28. Oktober 1896, Wien, 5. Bez., Kohkgasse 42. Liebe! Arthur, Bankbeamter, geb. 26. Oktober 1882, Jägerndorf (Schlesien). 3. Bez.. Lslarngasse 10. Spitzer Heinrich, städtischer Beamter, geb. 16. Juli 1870, Wien. 9. Bez., Fuchstallergasse 20. Waldner Adolar, Techniker, geb. 27. Januar 1894, Wien, 3. Bez., Hauptstraße 56. Waldner Olga, geb. 15. Januar 1892, Budapest, 3. Bez., Hauptstraße 58. . Mödling. Der Kultusausschuß der israel. Kultusgemeinde Mödling hat. den Altvorsteher Herrn Ignaz B e i ö i in meiterer Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um ihre. G emeinde einstimmig zum Ehren Vorsteher ernannt. Derselbe hat auch in Anbetracht, daß dee Vorsteher sowohl als. auch dessen Stellvertreter zum Waffendienste einrücken mußten, die Leitung der Gern eindeaeschäfte übernommen. Wochenschrift Krakau. Ein nachzuahmendes Beispiel echt jüdischer Gesinnung lieferte an den vergangenen- Feiertagen der Besitzer des Hotels ,,Eity" in Krakau, Herr Dr. Juda P e i p e r, der an die Spitze gleichgesinnter Männer trat, um nahezu 130 im Krakauer Feldgericht internierten jüdischen Häftlingen sür die Dauer der Feiertage geistige Erhebung, materielle und physische Unterstützung zu bieten. Di:,e Bestrebungen des Herrn Dr. P e i p e r förderte die h-esige Grr.chlsleiiung durch das vorbildliche Entgegenkommen, indeig sie im k. k. Feldgerichtsgebäude ejgene Räume zu kultuellen und Lernzweöen den Häftlingen zur Verfügung, gestellt hatte, welche zum Gebctsnal und mit talmudischeu und jüdischen Büchern und Folianten ausgefallenen förmlichen Beth-Hamidrasch eingerichtet worden wäre'. Herr Dr. Peiper sorgte munifizent für die Bertcilung von Lulow und Etrog sowie sür die rituelle Verköstigung der armen Häftlinge. WselN . Wir fühlen uns veranlaßt den Mitgliedern des Kultusvere. es in Wsetin unseren tiefgefühltesten Dank sür die uns seit d..- Stunde unserer Ankunft erwiesenen Wohltaten öffentlich auszusp echen. Herr Obmann Adolf Mandl und der rührige Dereinskasjier Herr Mar Reiß mit Herrn Religionslehrer Leop. Blau wc c i unermüdlich uns mit Rat und Tat be'.zustehen. Am Ausgange der Feiertage verheiratete Herr Hersch Fuhrmann, Flüchtling aus Kolonien, seine Tochter mit dem Feldwebel Naftali E n i s. Alte Damen wetteiferten, um den Flüchtlingen eine freudige Hochzeit zu veranstalten, wie sie es zu Hause gewöhnt sind. Man lieferte von jedem Hause Speisen, Getränke und Backwerk in Hülle und Fülle. Die fröhliche Stimmung war gewürzt durch die schönen, trostvollen Reden des hochgeehrten Herrn Kantors Blau. Gott lohne es allen tausendfach! Jur Rinnen der Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina __ in Wsetin. Wer weiß? Herr Hugo Schmidt, österreichischer Offizier, befindet sich seit längerer Zeit in russischer Gefangenschaft ohne seither eine Nachricht von seinen Verwandten zu erhallen. Er ersucht mich deshalb, denselben seinen Aufeirthaltsort anzugeben. Ich bitte, etwaige Verwandte oder Bekannte sich an Jlra Lang, Wien, 15. Brz., Jdagasse. 7, wenden zu wollen. Frau Sime Schiller in Wsetin (Mähren) sucht ihren aus Ezernowitz geflüchteten Sohn Schabse Schirlec samt Frau Sali und dessen Kind.^Ostar. Der fromme Man» Feuilleton (Eine böhmische Sage.) David Ganz wurde int Jahre 1542 (1541?) in Westfalen geboren und starb am 22. August 1613 in Prag, wo er auf dem berühmten alten jüdischen Friedhofe begraben ist) von den Tschechen wurde er gewöhnlich David H u sa genannt. In seiner Jugend besuchte er die Talmudschule des Rabbi Elieser T r e w e s in Frankfurt am Main, später lernte er in Bonn und kam endlich nach- Krakau, wo er im Hause des Rabbi Moses I s s e r l e s eine gastliche Ausnahme fand. Aus Veranlassung des letzteren befaßte er sich außer mit den talmudischen Studien noch mit dem Studium der Geographie und Geschichte, der Mathematik und Astronomie. Um das Jahr 1564 kam er nach Prag!, wo er bald mit den berühmten Astronomen Keppl er und Rycho, de Brahe in reger Verbindung stand. Keppler verpflichtete er sich dadurch, daß er ihm hebräische Tabellen aus der Handschrift des Jsak Ben Sidä, eines Toledanischen Ästronomen, ins Lateinische und ins! Deutsche übersetzte. Er schrieb das Werk „Zemach David", ediert in Prag im Jahre 1592; es enthält die Geschichte des jüdischen Volkes und der anderen Völker bis zum obgenannten Jahre. Dieses Werk wurde auch ins Lateinische und Deutsche übertragen; das geographische Werk „Galonlot lia ares“ das astronomische Werk „Nidnnad venaim“ und „Magen .iviä", ein astronomisches Manuskript: Aus dem Werke „Zemach David" bringen wir heute im Auszüge eine böhmische Sage, wie wir. sie in der Zeitschrift „Prag", Beiblätter zu „Ost und West", Jahr-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.