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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-11-03 · 43 (3.11.1916) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
43 (3.11.1916)
Date
1916-11-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr 43 tr. t'iüdj’c. Wochenschrift :tte 723 teihung beo Ehrendoktorats ait Chambe r l a i u stellte, doch war diese zur Prosiiäc'iou nicht gcn.'igt." Soweit Friedrich Hertz. Ich muß allerdings gestehen, daß ich mich nach Ueberlegung über diese Erscheinung nicht wundere- Denn wenn nnsere Kommis vom! Sulzgries und die sicherlich noch erkennbarer jüdischen Advokaten, z. B. ans der Wollzeile, sich ihres Judeseins schämen: wenn am Roschi-haschonoh und Jonr-Kippur unsere frommen Herminengäßler beim Gang irr die Schiffschut die Gebetbücher sorgsam in Zeitungspapier oder Aktentasche möglichst unkenntlich verstecken, während ich derlei bei einem christlichen Gebetbuche nie bemerken konnte — wü sollte da der geschwaderte, geadelte, behofratete, beherrenhauste usw. Rektor der Alma mater Vindabonensis sich unserer Nation nicht schämen? Dr. A. Sch. Feldrabbmat in Budapest. Der Kaiser hat auf Borschlag des Kriegsministers den Pester Rabbiner Dr. Jlles Adler zum Füdrabbiner für den Bereich des vierten Armeekorps mit dem Sitze in Budapest ernannt. Den großen Arbeitskreis, den die Fürsorge für die rituellen Angelegenheiten der jüdischen Soldaten erfordert, wird Feldrabbiner Dr. Jlles Adler mit Rabbiner David v. Freudiger versehen. Das Bu-? dapestcr Platzkommando hat in der Erzherzog Kart-? Kaserne (V., Falk Miksagasse 9) ein Amtslokal für das ** Budapester Feldrabbinat eingerichet. Am 5. Novemler beginnen die israelitischen Militärgottesdienste, die abwechselnd in den verschiedenen Tempeln der Hauptstadt stattfinden werden. Brür. (Amtsjubilä u m.) Anfangs November feiert der Rabbiner der Briixer Kultusgemeinde, Herr Professor Dr. Adolf Biach, sein 25 jähriges Amtsjubiläum. Mit innerer Befriedigung und Genugtuung darf der Jubilar, der die Hochachtung und Wertschätzung aller Kreise der Stadt ohne Unterschied der Konfession in vollem Maße genießt, auf diese seine amtliche Wirksamkeit zurückblicken, die der Gemeinde und dem Judentume zum Segen, ihm selbst zur vollsten Ehre gereicht. Nach Vollendung der Gymnasialstudien (mit Auszeichnung) in Nikolsburg, absolvierte derselbe mit gleichem Erfolge das Breslauer Seminar, wurde an der Universität Tübingen zum Dr. phil. promoviert und das Diplom von der Prager Universität nostrifiziert Biach hat sich auf mannigfachen Gebieten hervorragend betätigt und sein Name als Kanzelredner, Lehrer und Schriftsteller ist weit ,uber die Grenzen des Landes hinaus bekannt und geschätzt. Außer dem Religionsunterricht erteilt der Jubilar auch den Stenographieunterricht am« Gymnasium und an der Handelsschule und hat stets fretS seinen Schülern, denen er immer ein väterlicher Freund J gewesen, die größte Verehrung und Sympathie gefunden. Er ist das Vorbild eines wahren Seelsorgers mit einem warmfühlenden, edlen Herzen, der sich seit Beginn des großen Weltkrieges in aufopfernder Weise der verwundeten Soldaten, Flüchtlinge und Kriegsgefangenen fürsorglich angenommen, sowie er stets der Armen, Hilfsbedürftigen und Unglücklichen liebevoll und werktätig eingedenk war. Wiederholt hatte Biach Gelegenheit, öffentlich Vorträge zu halten, so in Wien und Prag, die in bester Erinnerung geblieben sind. In Wien sprach er über Einladung des Kultusvorstandes vor einigen Jahren und wurde durch ein sehr ehrendes Dankschreiben ausgezeichnet. Er ist Ausschußmitglied des Reichsverbandes der israel. Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen sowie des Rabbinerverbandes in Böhmen und hatte auch Gelegenheit, in einer Generalversammlung in Wien durch einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag sein reiches fachmännisches und pädagogisches Wissen und Können zu zeigen. Ganz besonders ehrend muß ferner seiner reichen schriftstellerischen Tätigkeit gedacht werden. Außer einer großen Anzahl wissenschaftlicher Aufsätze und Abhandlungen in in- und ausländischen Zeitungen sowie in den Programmen der dortigen' Anstalt verfaßte er — einem dringenden Bedürfnis der Schule Rechnung tragend in Gemeinschaft mit dem Landesrabbiner D o c t o r in Kassel ein Lehrbuch der jüdischen Geschichte und Literat u r Früher Hecht-Kayserling), welches große Vorzüge aufweist und einen wesentlichen Fortschritt auf dem Gebiete des jüdischen Geschichtsunterrichtes auf der Oberstufe der Mittelschule bedeutet; sowie ein Beiheft: Proben zrrr jüdischen Literatur, worin er der reifen studierenden Jugend einen Einblick in die große jüdisch.' Literatur (nicht nur Literatur-Geschichte) eröffnet und dabei mit fachkundiger Hand und pädagogischem Geschick eine Auslese der nach Inhalt und Form beflgeeigneten Stücke (P r o s a und Poesie) gibt. Durch dieses heute bereits sehr verbreitete, wahre Schulbuch sowie durch eine Anzahl von Schriften, die für die Schule bestimmt sind, z. B. „Maimonides, ein Beitrag zum jüdischen Geschichtsunterricht an Mittelschulen" und „zur Erinnerung an den 700 jährigen Todestag des jüd. Geisteshelden Moses Maimonides" ('(bereits in 3. Auflage), ferner durch Aufsätze über „Hebbel und die Juden". ..Bibl. Sprache und Motive in Wielands Oberon" hat sich Biach ein großes und bleibendes Verdienst um den Unterricht und die reifere Jugend erworben. Viele Rezensionen über wissenschaftliche und pädagogische Werke sind in der „Neuen Freien Presse" von ihm erschienen, die immer den wohlwollender: Kritiker und feinfühligen Schriftsteller erkennen lassen. Nicht genug kann von Biach als Kollegen und Freund gesagt werden. Seine Amtsgenossen und Freunde, denen er wie ein Bruder in Treue und Aufrichtigkeit angehört, sowie alle, die mit ihm Verkehr pflegen, werden seine seltene Herzensgüte, seinen vornehmen Charakter und seine große Bescheidenheit — die Krone aller Tugenden — bewundern und rühmen. Und so wird der Jubilar anläßlich seines 25 jährigen Amtsjubiläums aewiß Gegenstand mannigfacher, wohlverdienter Ehrungen sein und seine vielen Schüler und Verehrer werden ihm Beweise ihrer Dankbarkeit und Anhänglichkeit vom Herzen zollen. Möge es dem ällverehrten Jubilar noch lange gegönnt sein, in ungeschwächter Kraft und voller Gesundheit segensreich zu wirken, in Wort und Schrift für die Hebung des Religionsunterrichtes und für die Interessen seiner Standesgenossen zu arbeiten und die Literatur mit manchen wertvollen Beiträgen .weiter zu bereichern. Wir rufen ihm ein herzliches Meinest nretwrv zu. —n— | Saaz. (Freitisch des „Hilfskomitees für 7ö ste rreichische Kriegs ftüchtlinge".) Das hiesige Hilfskomitee, das feit zwei Jahren in anerkennenswerter und anerkannter Weise für die durch das harte Schicksal in unseren Bezirk getriebenen Kriegsflüchtlinge aus den österreichischen Kriegsgebieten sorgt und lvirkt, hat eine seiner schönsten Einrichtungen am Beginne des Schuljahres getroffen. Für die Ftüchtlingskinder, die hiesige Schulen (Gymnasium, Handelsschule und Bürgerschulen) besuchen, wurde ein Freitisch errichtet. Die ersten Mittel hierzu brachte das Komitee durch freiwillige monatliche Beiträge der isr. Kültusgemeindemitglieder auf. Aber nicht nur Flüchtlingskinder erhalten dadurch täglich unentgeltlich den Mittagstisch, sondern auch eine Anzahl armer Kinder aus der Umgebung ohne Unterschied der Konfession und Schüler und Schülerinnen der genanntenSchulen die jetzt bei der so schwierigen Beschaffung der Lebensmittel schwer oder vielleicht gar nicht einen unentgeltlichen Mittagstisch in Privathäusern sinden können. Beim Freitisch werden die Mahlzeiten in gleicher Weise jüdi-

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