Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 43 (3.11.1916)
- Date
- 1916-11-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 43 Tr. Bloch'S Wochenschrift auf den Namen des „Feldrabbiners Dr. Link und seiner Gattin, geb. Paula Kuntz aus Pilsen/' einen Bauftciit!znr Gründung eines Kriegerwaisenhauses dienen soll. Nei den rumänischen Kriegsgefangenen. Wie erwähnt, hat das Etappenlommando in Marosvasarhely gestattet, daß die erst kurz vorher gefangiengenowmenen rumänischj-jüdischen Soldaten am Rosch-- haschonoh- und Jom-Kippurfeste unter Bewachung in den Tempel gehen. Am ersten Laubhüttenfesttage besuchte s-e Rabbiner Dr. Lö'vy in der Kaserne, verschaffte ihnen einen Lulaw und Ethrop, was sie mit unaussprechlicher Freude entgegennahmen. Als jedoch der erste Gefangene das „schehechejonu" (den Segensspruch, daß wir diese Zeit erlebt haben) sprach;, brachen viele in lautes Schluchzen aus. Die bedauernswerten Gefangenen leiden unschuldig für das böse Rumänien, welches seine Juden nicht als seine Söhne betrachtet, sie aber unbarmherzig als Soldaten einreihte und ostentativ in die erste Feuerlinie Vortrieb. Monatsbericht des Wasteurinstitutes in Iernfatem für die Zeit v. 15. August bis 15. September 1916. 1. Wutschutz-Abteitung. Die Zahl der Gebissenen, die sich an das Pasteurinstitut wandten, betrug in diesem Monat 17; von diesen waren 9 in militärischen Stellungen und 8 Bürger, 6 Juden, 9 Mohammedaner, 2 Christen, 2 Frauen, 15 Männer, 3 Kinder. Die Verletzungen: In den Händen 5, unteren Extremitäten 9, im Körper 2, in einem Falte wurde der Patient berührt, nicht gebissen. Tiere: Hunde 13, Katzen 2, Schakal 1. Die Gebissenen sind aus Jerusalem 8, Beer Seba 4, aus Wad-it-Arischl, Nazareth 3, Bisan 1. 2. In der Serologischen Abteilung wurden folgende Untersuchungen ausgesührt: 1. 23 Fälle von Darmtyphus (9 positiv), 2. 33 Fälle von Syphilis (14 positiv). Die höchste Zahl der Untersuchungen sind aus den Militär- Spitälern. 3. In der Baccinotherapeutischen und Jmpfabteilung wurden 12 Kranke gegen Ekzem und Furunkulose (am meisten sind das Streptomykoten und Staphylomykosen der Haut) mit hier fabrizierten Vaccinen behandelt. 5 Kinder wurden gegen Pocken geimpft. Die Pockenfabrikation wird fortgesetzt. Jerusalems 22. September 1916. Dr. A. B e h a m. Korrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 15. Skt. 1916 unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Mfred Stern. Im Einlaufe befinden sich: Erlaß der k. k. n.-ö. Statthalterei, Zahl \Y—3820/2, mit welchem zufolge Erlasses des k. k. Ministeriums des Innern, Z. 48533, mitgeteilt wird, daß „in analoger Anwendung des § 3 der Ministerialverordnung /vom 14. Juli 1916, R.-G.-Bl. Nr. 218, für Angehörige des mosaischen Glaubensbekenntnisses, welche am 7. Oktober l. I. (Versöhnungstag) Fasten halten, am vorangehenden fleischlosen Tage, d. i. am Freitag, den 6. Oktober, die Zubereitung, die Verabreichung und der Genuß von Fleisch und Fleischspeisen zugelassen wird." Aus dem Militär-Kommando-Befeht Nr. 226, cle 3. Ok.ober 1916. Auf Erlaß des k. k. Kriegsministeriums, M.-Abt. XII, Nr. 96648, vom 30. September 1916, wird bestimmt: „Mit Rücksicht darauf, daß der israelitische Versöhnungstaq, welcher ein strenger Fasttag ist, auf beit 7. Oktobers fällt, wird, um den Offizieren und Mannschaften des israelitischen Glaubensbekenntnisses am Vortage zum Bersöhnungsfeste den Fleischgenuß zu ermöglichen, der 6. Oktober (Freitag) für die gesamte Mannschaft als Fleischtag, dagegen der 5. Oktober /Donnerstag) für die gesamte Mannschaft als fleischloser Tag erklärt. Die diesbezüglich erforderlichen Veranlassungen sind rechtzeitig zu treffen." Mitteilung des Vorsitzenden des k. k. Bezirksschulrates Wien Sr. Exzellenz des Bürgermeisters Dr. W e i skir chner, wonach zufolge Erlasses des k. k. n.-ö. Landesschulrates vom 29. Mai 1916, Z. 1905/2 II, das Mitglied des Vertreter-Kollegiums der Wiener israelitischen Kültusgemeinde, Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Wilhelm Pappen heim, zum Vertreter des israelitischen Religionsunterrichtes im Bezirksschulräte der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien ernannt worden ist. Dankschreiben des Ministers für Kultus und Unterricht Dr. Max Freiherr H u s s a r e k v. H e i n l e i n für die Gratulation des Vorstandes anläßlich seiner Erhebung in den Freiherrnstand. Dankschreiben des Regierungsrates Ignaz Wilhelm für die Gratulation des Vorstandes anläßlich der Allerhöchsten Auszeichnung durch Verleihung des Titels „k. k. Regierungsrat". Dankschreiben des Chefs des Steueramtes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Adolf Popper, für die Gratulation des Vorstandes anläßlich der Feier seines 25 jährigen Amtsjubitäums. Dankschreiben des Rektors des Israel. Rabbiner- Seminars Prof. Dr. Adolf Schwarz für die Gratulation des Vorstandes anläßlich seines 70. Geburtstages. Dankschreiben der Frau Ernestine Lang für die Kondolenz des Vorstandes anläßl'ch des Hinscheidens ihres Gatten, des Herrn k. k. Hofrates Prof. Dr. Eduard Lang s. A. Dankschreiben der Frau Clotilde Reitling er für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des Ablebens ihres Gatten, des Herrn Julius Reitlinger s. A. Dankschreiben des Fürsorgekomitees des Roten Kreuzes für Kriegsgefangene für Ueberlassung von 2000 Gebetbüchern für die israelitischen Kriegsgefangenen. Dankschreiben des Herrn Dr. Albert Kuh, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, für die Gratulation des Vorstandes anläßlich der Feier seines 70. Geburtstages. Vor Eingang in die Tagesordnung gedenkt der Vorsitzende des Hinscheidens des Vorstandsmitgliedes, Vertreters Prof. Dr. Josef Pollak s. A., in warmen Worten. Der Verblichene, welcher 10 Jahre hindurch dem Vorstande, davon 6 Jahre dem Vertreterkollegium, angehörte, zählte, zu den eifrigsten und tätigsten Mitgliedern desselben. Er brachte allen Angelegenheiten unserer Gemeinde das wärmste und werktätigste Interesse entgegen, ganz besonders aber betätigte er fick, seinem Lebensberufe entsprechend, als langjährig"? Mitglied und in den letzten Jahren als Obmann unserer Spitalskommission. In dieser seiner Eigenschaft hat er sich um das Spital hervorragende Verdienste erworben und er, der, wie es bei seinem bescheidenen, unaufdringlichen Wesen nicht anders zu erwarten war, nur Freunde und keine Gegner hatte, hat sich in allen Kreisen unserer Gemeinde und insbesondere der Aerzte und Kranken des Spitales ein ehrendes, dankbares Gedenken gesichert. Im Präsidialbericht bringt der Vorsitzende zur Kenntnis, daß in jüngster Zeit abermals drei Beamte der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, welche seit Kriegsausbruch ihrer Militärdienstpflicht entsprechen, mit Allerhöchsten Auszeichnungen bedacht wurden, und zwar wurde dem Sekretär-Stellvertreter k. k. Oberleutnant, Regi-