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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-11-03 · 43 (3.11.1916) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
43 (3.11.1916)
Date
1916-11-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 718 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 43 als Rechnunasünteroffizier in einem Ulanenregllrent. De'' sechste, Adolf S inge r, gehörte dem Teschener Hausreamrente an. Er hat am 6. Juni 1915 im Kampfe den Heldentod gefunden. Der sieben e David Singer, dient im gleichen Regimente. Er wurde im Felde verwundet, ist bereits gehellt und erwartet gegenwärtig beim Kader sein neuerliches Abrücken ins Feld. Auch der achte Sohn, Max Singer, der in einem FestungsartillerieregimenL dient, wurde verwundet. Er ist jedoch schon hergestellt und wieder ins Feld abgegangen. Sämtliche Söhne hängen an ihren Eltern mit unaussprechlicher Liebe, sie begleitet der beste Wunsch daß sie hell nach Hause wiederkehren mögen. Ar. Alfred Mschl. Leutnant Dr. Alfred Fischt, Besitzer der großen und kleinen silbernen Tapferkeitsmedaille und des Militärverdienstkreuzcs 3. Klasse, hat, nachdem er seit Kriegsausbruch an der Front gekämpft hatte, aus recht tragische Weise, gerade als er selbst dem Feinde gegenüber eine Menschenpslicht erfüllte, den Heldentod gefunden. Er wurde als Artilleriebeobacher ausgeschickt und bemerkte in der Nähe seines Postens einen verwundeten feindlichen Soldaten. Ohne viel überlegen, nähert er sich ihm, lindert seinen Schmerz, labt ihn mit Speise und Trank, und gerade inmitten dieser edlen Tätigkeit trifft ihn die feindliche Kugel. . . . Sein Kommandant hat dem tiefgebeugten Vater, der in dem Dahingeschiedenen den einzigen Sohn verliert, wie „Egyenlöseg" erfährt, mit nachfolgendem ehrenden Schreiben die Trauernachricht bekanntgegeben: „Hochgeehrter Herr Fischt! Tiefgerührten Herzens gebe ich Ihnen die traurige Nachricht vom Heldentode Ihres Sohnes bekannt. Ihr lieber Sohn, unser biederer „Alfred", erhielt auf dem Plateau von Doberdo einen Kopfschuß und hatte einen raschen, schmerzlosen Tod. Es drängt mich Ihnen, sehr geehrter Herr, mitzutellen, daß mir und meinen Offizieren — speziell aber mir und Herrn Oberleutnant Haka, mit unserem lieben, unvergeßlichen Alfred wie Geschwister die großen Strapazen, Leiden und Freuden durch volle 16 Monate geteilt haben — der Verlust unseres lieben Kameraden ein sehr schwerer ist. Nachdem wir den besonders feinen Charakter Ihres stets mutigen, heldenhaften Sohnes kennen, erkennen wir, wie groß und schwer Ihr Leid ist, welches die Welschen Ihnen Zugefügt haben! Indem ich Ihnen und der gnädigen Frau Gemahlin mein tiefstes Belleid zum Ausdruck bringe, zeichnet mit ergebener Hochachtung B a n d i s ch m. p., Oberleutnant, Batteriekommandant." Aas dritte Kind . . . Die machfolgende erschütternde 'Todesanzeige lesen wir im „Egyenlöseg": „Durch Schmerz gebrochenen Herzens geben wir bekannt, daß unser unvergeßlicher, guter Sohn, bezw. Bruder und Verwandter, Wilhelm Hechtner, Maschineningenieur, Pionierleutnant im Honvedinfanterieregiment, im 28. Jahre seines jungen Lebens, auf dem italienischen Kriegsschauplätze am 23. September 1916 den Heldentod gestorben ist. Eine grausame Granate hat seine edelmütigen Bestrebungen und den Stolz und die Hoffnungen seiner verzweifelten Eltern zunichte gemacht. M i t ihm hat nun unser drittes Kind und Bruder in der Verteidigung des Vaterlandes sein Leben gelassen! Die irdisch: Hülle des Verewigten wurde von seinen liebevollen Kameraden provisorisch im Wangroder Friedhofe zur Ruhe gebettet. Lasar Hechtner und Frau, geb. Rosa Haas, Eltern, Isidor und Martin Hechtner, Geschwister, und sämtliche Verwandte." Ein interessanter Aetdpostßrief. Einem neuerlichen Schreiben des an der Jsonzosront überaus eifrig tätigen Feldrabbiners Dr. Bernhard Hausner seien nachstehende interessante Details .entnommen: In einer Stunde muß ich zu meinen Truppen nach vorne zum Jom-Kippurgottesdienst. Zu Neujahr hatte ich in meinem Abschnitt allein acht gottesdienstliche Veranstaltungen; ich konnte an vier abwechselnd teilnehmen, mit einem Worte, es gab viel Arbeit/ die aber gern geleistet wurde. Alle innigen Gebete für den Sieg unserer Waffen werden' hoffentlich Erhörung finden, denn wir streiten für eine gerechte Sache.' An Ritualien hat es nicht gefehlt, ganz besonders ist mir in dieser Hinsicht die „Israelitische Allianz" in Wien beigestanden. Die Kommandanten von fünf Regimentern, deren Güte ich bei Veranstaltung der Gottesdienste in Anspruch nahm, wetteiferten direkt im Entgegenkommen, von den jüngeren Offizieren nicht zu sprechen. Ich habe unsere Armee mit ihren besten Traditionen, die vor allem in unserem obersten Kriegsherrn verkörpert sind, aus eigener Anschauung kennen und schätzen gelernt. Wo sich! nur eine Spur von Animosität gegenüber unseren Glaubensbrüdern im Felde zeigt, wird sie gründlich im Zaume gehalten. Beiliegend sende eine Reihe von photographischen Aufnahmen, die sich auf die verflossenen Feiertage beziehen und deren Verwertung ich Dir überlasse. Ich habe in letzter Zeit infolge des Ausrufes in der „Oesterreichischen Wochenschrift" zahlreiche Liebesgaben für unsere braven Soldaten erhalten, die in kurzem mit dem Ausdrucke herzlichen Dankes .für die,edlen Spender veröffentlicht, werden , spjlen,, Für das Geld wurden Zigaretten, Seife- und Schokolade in größerer Anzahl beschafft und unter die Mannschaft, unter anderem auch an jene unseres Haus!- regimentes, verteilt. Fürwahr, unsere Soldaten verdienen vollauf diese Fürsorge. Denn hier, mein Lieber, ist jeder Soldat ein Held, jeder Glaubensbruder ein Epigone der Makkabäer. Was manche von ihnen geleistet haben, will ich nächstens an einzelnen Beispielen zu schildern versuchen. Zum Schlüsse bemerke ich, daß ich nach Möglichkeit für die Bestattung jüdischer Soldaten in Einzelgräbern Sorge trage, an denen genaue und gut haltbare Täfelchen angebracht werden. (Folgen Bemerkungen privater Natur.) Mit freundschaftlichem Gruß Feldrabbiner Dr. Bernhard Hausner, Wie Sotdalen ihren Seelsorger ehren. Aus dem Felde wird dem „Neuen Pester Journal" geschrieben: In herzerh ebender Weise konnten die jüdischen Soldaten an der Südwestfront den Versöhnungstag feiern. In . . . ., woselbst Feldrabbiner Dr. Link, ein gebürtiger Ungar, den Feldgottesdienst leitete, an dem etwa 560 Soldaten teilnahmen, hatte der Gottesdienst ein besonders feierliches Gepräge. Dr. Link wußte durch seine Predigten bei feinen Kriegskameraden solchen Enthusiasmus auszulösen, daß sie es als Herzensbedürfnis empfanden, ihm ihre warme Anerkennung durch ein Andenken in Form eines kostbaren Sllbergegenstandes' zum Ausdruck zu bringen. Da aber der Rabbiner die Annahme eines solchen beharrlich ablehnte, leiteten zwei ungarische Offiziere, Oberleutnant Dr. H. und Oberleutnant Dr. M. aus Budapest, eine Geldsammlung ein, deren Erträgnis

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