Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 42 (27.10.1916)
- Date
- 1916-10-27
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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tbc. 42 Dr. Bloch s Wochenschrift S erteilt stellt werden, ist eine sprachlich unbekannte Erscheinung. Aus benedeien — betbetten ist undenkbar. Aus benedeien geht vermutlich „britischen" zurück, d. h. nicht direkt aus das deutsche Wort, sondern aus das italienische oau.-äir., .ältere Form o u aio»-e (spr. beneditschere). Es dürste nicht unbekannt sein, daß gerade nn jüdischen Dialekt recht viele Wörter geradezu aus dem Italienischen stammen. So Schkrap (ein alter Schuh) aus Scholtik (ein ausgelassener Junge) aus Fatscheile (Taschentuch) aus sazzoletto, die Siamen Sprinze aus Speranza, Bendit aus üon .:eLto u. v. m. Von den bis jetzt gegebenen Erklärungen der Etymologie des Wortes Dawenen ist keine stichhältig, am allerwenigsten die letzte. Hochachtungsvoll Dr. A. KapraIik. WeraLur. Mischt KunslWweiLc. Das Oktoberhest der vornehmen ungarischen Zeitschrift für jüdische Kunst und Literatur „Mult 65 Jovi?' (Nedakteur: Dr. Joses P a t a i, Budapest) veröffentlicht u. a. Bilder und Skizzen zur jüdischen Geschichte von Dr. Mar G r u n w a l d und eine sehr interessante Serie von kunstgewerblichen Gegenständen, die von dem ungarisch-jüdischen Künstler Salamon Seelen freund, entworfen wurden, und die uns mit «einer Fülle von überaus geschickt und geschmackvoll verwendeten hebräischen Motiven überrascht. Wir finden zart und sein ausgeführte Teppich- und Tapetenmuster, dekorative Leisten und Vignetten, Kapitäle, Bordüren und verschiedenen Buchschmuck, alles aus rein hebräischen Buchstaben und Lesezeichen komponiert. Redakteur Dr. Joses P a t a i würdigt die' Kunst Seelensreunds in einem lehrreichen Artikel, in dem er daraus hinweist, wie die Türken und Araber ihre Buchstaben in ihrem Kunstgewerbe so prachtvoll verwendet haben und welche Bedeutung die Verwendung der hebräischen Buchstabenmotive in der Entwicklung desjüdischen Kunstgewerbes haben werden, besonders bei jüdischen Buchdekorationen, tsynagogen-Tapeten. der Glasmalerei rc. Dr. Patai weist selbstverständlich auch aus die Tätigkeit des Bezalels hin. Seelensreunds Kunstgewerbe zeigt uns aber einen großen Fortschritt der mannigfaltigen Verwendung hebräischer Buchstaben, die ja in ihrem Ursprünge eigentlich Bilderschriftzeichen waren und mit Recht eine große Zukunft in der Kunst erhoffen lassen. „Jeschurun". Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. 3. Jahrgang. Hest 10. Verlag des „Jeschurun" Berlin vi. 24. Herausgeber: Dr. I. Wohlgemuth. Inhalt: Die Freude an der Pflichtersüllung. — Ä. Lewy : Aus unserer Haggadaliteratur. — I. Blaser: Suchet den Ewigen, wenn er gefunden sein will. — M. L. Bamberger : Der Wiwhag, an Halbsesttagen keine Hülsenfrüchte zu genießen. — E. Biberfeld: Die Neuordnung des Geschichtsunterrichts in den höheren Schulen Preußens. — S. Eppenstein: Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. — H. Levy : Religion und Religiosität^ — I. Sperber: D. Hossmanns „Deuteronomium" und „Wichtigste Instanzen". _ Schriften des sozialwissenschaftlichrn akademischen Vereines in Czernowitz. Heft 1. 4. Auflage. Verlag Sünder E Humbl 0 t, Aiünchen und Leipzig. Dr. Eugen Ehrlich, 0. Professor der Rechte an der Universität Czernowitz: Die Ausgaben der Sozialpolitik im österreichischen Osten (Juden- und Bauernsragen). Eduard König, Dr. Litt. Semit., Phil.-Theol., 0. Professor und Geheimer Konsistorialrat in Bonn. Hermeneutik des Allen Testaments. Mit spezieller Berücksichtigung der modernen Probleme. Bonn 1916. Ä. Marcus & E. Webers Verlag. Preis br. Mk. 6.—, geb. Mk. 7.-. _ Oesterreichisch^ungarisches Rorsua). Diplomatische Aktenstücke, betreffend die Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu Rumänien in der Zeitvom 22. Juli 1914- bis 27. August 1916. Preis Kr. 1.20 (Mk. 1.—). Wien 1916. Man z'sche k. u. k. Hof-, Verlags¬ und Universitäts-Buchhandlung. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin NW.. Dorotheenstraße 52. Schriftkeitung: Dr. Bruno Blau, Berlin. 12. Jahrgang. Hest Nr. 1, 2, 3, Januar, Februar, März 1916. Inhalt: 1. Abhandlungen: Dr. Bruno Blau, Berlin: Die Ausgaben der Statistik der Juden nach dem Kriege. — Wlad. Kaplun-Kogan, Berlin: Die jüdische Sprach- und Kulturgemeinschaft in Polen. — Dr. Mar R 0 senfeld, Lemberg: Die jüdische Bevölkerung Galiziens 1867—1910. — 2. Statistisches Archiv: Religionsbekenntnis der im Jahre 1911 in Preußen wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Reichsgesetze Verurteilten. — die Blinden, Taubstummen. Geisteskranken und Geistesschwachen nach der Konfession aus Grund her Volkszählung (1910 in Berlin. Dr. Mar Simon. Der Weltkrieg und die Judenfrage. Berlin 1916. Verlag und Druck von B. G. T e u b n e r, Leipzig und Berlin. Der Born Judas. Legenden, Märchen und Erzählungen. Erster Band. Von Liebe und Treue. Leipzig, im Insel-Verlag. Geh. Mk. 4.50, in Pappe Mk. 6.—, Halbsrb. Mk. 7.50. Berichtigung. In den Nachträgen „Zur Geschichte der Familie Kuh". „Oesterr. Wochenschrift" Nr. 38 und 41. finden sich einige Druckfehler. Nr. 38, S. 633, Kol. a) in Nr. 1. soll es heißen Roda B'jehuda, Nr. 82 und 83 nicht „Seite"; ibid.: „Monatsschrift" nicht „Monatschronik". Seite 634. Nr. 4, ist die Paranthese „(Bruder des M. L. Biedermann)" irrtümlich eingeschoben. Es war die Rede von Neuwall als Bruder des Leidesdorf. Nc. 41, S. 693, Kol. b), soll es heißen „war die Gattin des David S ch a ch e r l ". Andere unwesentliche Druckfehler wird der Leser sich schon selber korrigiert haben. _ Heinrich. B. L. Der Vater Viktor Adlers trat, als dieser noch ein Kind war, aus dem Judentum aus und zum Katholizismus über. Cr wurde samt seiner Familie in Rom vom Papg selbst getauft. Die Taufe fand an einem Jom-Kippur statt. Sowoyl Viktor Adler wie auch Friedrich Adler haben sich später für konfessionslos erklärt. Bern. K. Wie das „Neue Budapester Abendblatt" zu meiden weiß, hat Graf S.ürgiy im Jahre 1891 in Nizza geheiratet, und zwar eine Bürgerliche: Hermine Fuchs, die Tochter eines W.ener Fouragegroßhandlers. Graf Stürgkh wurde in Nizza standesamtlia) getraut, wie es heißt, weil seine Frau eine Jüdin gewesen ist. Trauzeuge soll der intimste Freund des Grafen, Baron Bte.ierth, gewesen sein. Die Verehelichung erfolgte in dem Jahre, als Graf Stmrgry für die Unterstützung der Kompromißpolttit Koerbers, die zur Aktionsfähigkeit des Reichsrates führte, durch die Verleihung der Geheimen Ratswürde ausgezeichnet worden war. Graf Stürgkh hielt seine Verheiratung geheim und seither lebte feine Gattin zum Teil in Hietzing bei Wien, zum Teil in Graz. Eine Schwester der Gräfin ist in Budapest an den Ofenfaorikanten Sperling verheiratet. — Auf Grund von Informationen fügt das „Reue Budapester Abendblatt" diesem Berichte noch hinzu, die erwähnte Budapester Dame sei die Gattin des Ofenfabrikanten Eugen I. Sperling, Kalvariaplatz 14, tatsächlich eine geborene Fuchs, eine ob ihres charitativen Wirkens be^bekannte und geschützte Dame. Sie und ihr Gatte sind jedoch abgereist. In dem Hause Kalvariaplatz 14 (Sperling-udvar) wurde dem Berichterstatter des Blattes mitgeteilt, daß Frau und Herr Sperling zum „Begräbnis eines Verwandten" nach Wien gefahren sind. Von einer Bekannten der Frau Sperling wird dem Blatte erzählt, Frau Sperling habe Sonntag früh eine Depesche von ihrer Schwester in Graz erhalten, die sie oeranlatzte, nach Wien zu reisen. Näheres konnte hier nicht erfahren werden. K. F. Die Bekanntschaft mit dem Wein und dem Weinbau verdankt Deutschland den alten Römern; der Weinbau in größerem _ Stile wurde aber erst, wie der noch nicht lange verstorbene Professor Berliner nachgewiesen hat, von Juden, die über Spanien nach Lothringen und den Rhein kamen, den Deutschen gelehrt. Namentlich wurden die Insassen der christlichen Klöster thre gelehrigen Schüler. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion S. Podzamcze, 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Wachen-Programm: Freitag, den 27. Oktober: „Das X. Gebot", Operette in vier Aufzügen von Goldfaden. Samstag, den 23. Oktober, zum erstenmale: „Chaim in Amerika". Lebensbild in vier Aufzügen von Lateiner. Sonntag, den 29. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Das Mädel von der West", Lebensbild in vier Aufzügen von Schorr; abends 8 Uhr: „Chaim in Amerika". Lebensbild in vier Aufzügen von Lateiner. Montag, den 30. Oktober: „Chanele, die Näherin", Lebensbild in vier Aufzügen von Feinmann. Dienstag, den 31. Oktober: „Ben Hador". Operette in vier Aufzügen von Horowitz. Mittwoch, den 1. Noventber, nachmittags halb 4 Uhr: „Ter Meturvf", Drama in vier Aufzügen von Gordin; abends 3 Uhr: „Die erste Liebe". Lebensbild in vier Aufzügen von Schorr. Donnerstag, den 2. November: Gordin-Abend: ^.Dwajrale Mejücheses", Drama in vier Aufzügen von Gordin.