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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-10-17 · 41 (17.10.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
41 (17.10.1916)
Date
1916-10-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 686 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. U Kronen hatte. Das Denkmal wird in Nagybocsko ausgestellt werden und, wie „Egyenlöseg" meldet, die folgende Inschrift tragen: „Bela H i r s ch l e r, Oberingenieur, und Andor Badnay, Oberlokomotivführer, haben am 7.'Oktober 1914, anläßlich des auf unser Vaterland einstürmenden russischen Einbruches, in unerschütterlicher Erfüllung ihrer Pflicht, von einer feindlichen Kugel getroffen, den Heldentod gefunden. Still stand die Maschine, auch die Herzen standen still? Ungar, den dein Weg hier vorüberführt, möge das Bewußtsein dein Herz erheben: Hier haben Helden ihr Leben fürs Vaterland hingegeben!" Der Ketdentod des Hrenclener Kantors, Aähnrich Koldring. Julius &: oldring, Fähnrich, Besitzer der großen silbernen Tapferkeitsmedaille, Kantor der Trencsener isr. Kulrusgenninde, hat am 4. September auf dem nördlichen Kriegsschauplätze den Heldentod gefunden. Er war 25 Jahre alt und hinterlicß eine junge Gattin. Er stand am Beginn seiner Laufbahn. Mit seiner angenehmen, geschulten Stimme, seinem Meiste und seiner Strebsamkeit und gewinnenden Persönlichkeit hat er sich schon während seines kurzen Wirkens die allgemeine Beliebtheit und Wertschätzung erworben. Er absolvierte in Papa das Obergymnasium und wandte sich dann dem Berufe seines Vaters, der Kantoreulaufbahn, zu. Jur August 1914 wurde er nach Trencscn berufen, im September gemustert und kam bald an die Front, wo er seinen Hauptmauu, unter Gefährdung seines eigenen Lebens, aus den Händen der Russen befreite. Bei einem späteren Anlasse hielt er mit achtzig eigenen Mann den Vorstoß eines feindlichen Bataillons auf und ermöglichte es dadurch, daß die Unsrigen sich in Ordnung zurückziehen konnten. Damals wurde ihm die große silberne Tapserkeitsmedaille zuteil. Mit einer Schußwunde wurde er heimgeschickt. Nach seiner Heilung machte er in Preßburg die Offiziersschule durch, kam daun wieder ins Feld, wo er bald darauf zum Fähnrich ernannt iwurde. Am 4. September schloßbr, laut 'einer Meldung des „Egyenlöseg", durch den Heldentod sein zu schönen Hoffnungen berechtigendes junges Leben ab. Ärmin Wassermann gefallen. Dieser Tage ist Armin Wassermann, ein Bruder des bekannten Romandichters Jacob W a s s e r m a n n, gesalleu. Er war unter Brahm und Baruowsky Mitglied des Leffingtheaters und vor dem Kriege am Hoftheatcr. in Darmstadt tätig. Er hatte sich auch schriftstellerisch versucht. Ludwig Schischa. Ludwig Schischa aus Oedenburg, 31 Jahre alt, der eine Stütze seiner verwitweten Mutter war, ist am 15. August bei Görz gefallen. Wie beliebt dieser einfache Soldat war, geht aus dem folgenden, dem „Egyenlöseg" entnommenen Schreiben hervor, das der Bataillonskommandaut an die tiefgebeugte Mutter des Gefallenen aus diesem traurigen Aulasse gerichtet hat. Die Zuschrift lautet: Geehrte Frau Schischa! Mache Ihnen die traurige Mitteilung, daß Ihr Sohn Ludwig Schischa in treuer Pflichterfüllung den Heldentod gefunden hat. Ludwig Schischa wurde am 15. August d. I. durch eine Schrapncllkugel tödlich getroffen und im Panonitzerwald vor Görz beerdigt worden. Diese Zeilen sollen ein Beweis sein, daß Ihr Sohn als braver und tapferer Soldat fein Leben für Kaiser und Vaterland gab. Feldpost, am 25. August 1916. Dr. Friedrich M a y r, m. p., Oberleutnant. Zygmunt Wappaport. In den denkwürdigen heldenmütigen Kämpfen um den „Politischen Berg" starb den Heldentod der Sohn des Lemberger Restauarteurs Eisig Rappaport, der Legiouskorporal ZygMunt Rappaport. Als 17jähriger .-Jüngling rückte er gleich zu Anfang des Krieges im Jahre 1914 mit den „Schützen" ins Feld und Machte die ganze achtzehnmonatige Kampagne mit, bis schließlich eine feindliche Kugel seinen Lebensfaden durch,schnitt. In einem Briefe an die Mutter des Verstorbenen, Frau Fanny Rappaport, macht der Feldkaplan der Legionen, Pater Jozes Panas, über den Tod des Heldenjünglings folgende Mitteilungen: 28. Mai 191fy Gnädige Frau! Ihr Sohn fiel tatsächlich in der schwersten und blutigsten Schlacht der Legionen, nämlich im Sturm auf die Anhöhe, die heute der „Polenberg" genannt wird. Der Angriff war infolge Unterbrechung der Linie am rechten Flügel wirklich notwendig. Aber er brachte auch riesige Verluste, denn die ganze erste Linie, die unter russisches Maschinengewehrfeuer gelangt, fiel dreißig Schritte vor den russischen Schützengräben. Es fielen der Bataillonskommandant Legionshauptmann Tarkowski und sämtliche Offiziere, die den Angriff führten. Auf jener Anhöhe fielen zusammen 60 Legionäre und zirka 350 wurden schwer und leichter verwundet. Der Kampf um diese Anhöhe dauerte einige Tage. Am 10. November v. I. wurde der Berg besetzt und die Front wurde gegen den Styr vorgeschoben und umfaßte das Dorf Kostiuchnowka. Es ist seither gefährlich, sich auf diesem „Polenberg" zu zeigen, denn die Russen sehen ausgezeichnet. Am TI. November ging ich mit vier Sanitätern und Soldaten aus, mm unsere Gefallenen zu bestatten. Während des Begräbnisses beschossen uns die Russen Vnit ungefähr 250 Granaten und Schrapnells, die, Gott sei Dank, keinen Schaden verursachten. Nur ich bekam eine Gewehrkugel in die rechte Seitezum Glück war es nur ein Streifschuß. Selbstverständlich konnte unter diesen Umständen keine Rede von der Errichtung von Einzelgräbern sein. So wurden denn alle zusammen in einem gemeinsamen Grabe auf dem „Polenberg" bestattet. Ihr Sohn, gnädige Frau, fiel durch Maschinengewehrgeschosse., und er hatte, soviel ich mich ^erinnere, sechs Schüsse in gerader Linie über die Brust. Eine der Kugeln traf ihn ins Herz und dort gab es den größten Blntaustritt. Die anderen Einschußkanäle sahen wie Nadelstiche aus. Die Habseligkeiten des Verstorbenen konnten wir nicht mitnehmen, denn die Brustlasche war von geronnenen! Blute durchtränkt und weitere Untersuchungen waren bei den gegebenen Verhältnissen unmöglich. Seine Legitimationskapsel wurde nicht gefunden und infolgedessen gab es gewisse Zweifel an derIdentität, denn die beim Verstorbenen gefundenen Korrespondenzkarten waren keine genügende Gewähr. Erst Ganitätssergeant O l e j, der den Gefallenen persönlich kannte, agnoszierte ihn als Zygmunt Rappaport. Auch die Korrespondenzkarten wurden, da sie gleichfalls vom Blut stark durchtränkt waren, in das Grab geworfen. Ihr Anblick wäre für die so opferfreudige Mutter sicherlich nur ein weiterer Grund zu neuer Verwundung des trauernden mütterlichen Herzens. Später einmal, wird an den Grenzen Polens, am Grabe Ihres Sohnes, gnädige Frau, und seiner 59 Kameraden, ein prachtvolles Denkmal erstehen. Es wird dies zugleich die Grenzsäule unseres Vaterlandes sein, dessen Umfang das Blut seiner besten Söhne gezeichnet. Pater Iozef Panas, Feldkaplan der polnischen Legionen. Kanonier Ma.r Strauß. An den Bürgermeister von Geroda in Preußen kam folgende Zuschrift: „Im Felde, 16. September 1916. Abschrift. Au das hochwohllöbliche Bürgermeisteramt Geroda. Es ist mir ein dringendes Bedürfnis, der Gemeinde Geroda mitzutellen, welch schmerzlichen, unersetzlichen Verlust die Batterie durch den Heldentod des Kanoniers Mar Strauß, eines Mitgliedes ihrer Gemeinde, erlitten hat. Ich fühle mich umso eher dazu verpflichtet, indem ich dem Helden noch den letzten Liebesdienst erweisen kann, indem ich der gesamten Gemeinde klarlege, wie stolz sie auf ihren Angehörigen sein darf. Mar Strauß war einer der unerschrockensten, tapfersten Leute meiner Batterie. Er war ein ganzer Mann, furchtlos und treu wie Gold, ein Mann mit hochanständigem Charakter, mit einwandfreier Gesinnung, mit kindlich anhänglichem Gemüt, ein Musterbeispiel für die ganze Batterie in bezug aus strengste Pflichterfüllung, auf tadellose kameradschaftliche Führung. So steht er noch vor mir, so habe ich ihn gern gehabt, so habe ich ihm vertraut als einem meiner Besten,

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