Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 40 (6.10.1916)
- Date
- 1916-10-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 662 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr.^40 Am 6. schlugen wir sechs starke Angriffe der Russen zurück, woran ich, als Kommandant von sechs Maschinengewehren, bedeutenden Anteil hatte. Für die in diesem Kampfe, wie auch in den Schlachten vom 9., 10.. 11. errungenen Erfolge werde ich binnen kurzem das deutsche Eiserne Kreuz 2. Klasse und das eigene, spezielle Signum laudis erhalten. Für das Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse wurde ich schon früher vorgeschlagen. Wenn mir diese Auszeichnungen übermittelt werden, werde ich fünf Kriegsauszeichnungen haben. Wenn der gütige Gott hilft, kann ich erst im Oktober auf Urlaub gehen. Aber dann möchte ich auch schon den Eisernen Kronenorden 3. Klasse nachhause bringen. Das ist ein wenig schwer, aber ich will es versuchen. Ich will den Gyöngyösern und besonders meinen Glaubensgenossen keine Schande bereiten. Ich hoffe sogar, wenn wir mit den Türken beisammen sein werden, mir auch eine türkische Kriegsdekoration zu verdienen.... Im übrigen fehlt mir, Gott sei Dank, nichts. Ich war vielleicht niemals so gesund, ich bin bloß schon ermüdet. Meine Nerven sind stark wie Eisen. Gegenwärtig ist es seit 2—3 Tagen ruhig, aber in kurzer Zeit yoirb es wieder große Dinge geben und ich glaube, daß den Russen die Lust vergehen wird und sie werden nach Innerrutzland zurücklausen." ' _ Liste der vom 15. August bis 15. September in Wien beerdigten Offiziere und Mannschaften. Beerdigt: 18. August: Sigmund Saß, Mediziner, Einj.-Freiw. des Telegraphen-Rgts. 19. August: Ernst Adler, Einj.-Freiw. 26. August: Lajos Schwarz (Kommis), Pionier des Eisenbahn- Rgts. 3 b. 30. August: Marimrkan Eisler, Infanterist des Landsturm-Bez.- Komm. 39. Wilhelm Teltsch, Infanterist des Inf.-Rgts. Nr. 99. 31. August: Salomon Glattstem, Infanterist des k. u. k. Landrv.- Inf.-Rgts. Nr. 33. 3. September: Isidor Tänzer, k. u. k. Oberleutnant des Landw.- Inf.-Rgts. Nr. 1. 6. September: Markus Horowitz, Infanterist des k. u. k. Inf.- Rgts. Nr. 95. 10. September : Ludwig Eisler, Inf.-Tit.-Eefr. des k. ung. Honved- Jnf.-Rgts. Nr. 1. 13. September: Gustav Grünfeld, Kadettaspirant des k. u. k. Inf.-Rgts. Nr. 76, 3. Komp. Ain 24. September wurde auf dem Zentralfriedhofe in Wien die Leiche des auf dem galizischen Kriegs-) schauplatze gefallenen Dragonerossiziers Kurt Neumann, Sohn des kaiserlichen Rates Julius Neumann, unter zahlreicher Beteiligung weiter Kreise beigefetzt. Abordnungen der israelitischen Kultusgemeinde und vieler Wohltätigkeitsvereine wohnten der Leichenfeier bei. — Herr Karl R o senkra n z, Kadett in einem Infanterieregiment, Besitzer der bronzenen Tapserkeitsmedallle, hat im 20. Lebensjahre am 18. August an der Jsonzosront den Heldentod erlitten. Kirre Soldaten-Kroßmuller. Frau Witwe Josef Fischer in Szalkszentmarton hat elf Enkel, einen Sohn, einen Schwiegersohn und drei Schwiegerenlel als Soldaten. Bon diesen ist bereits ein Enkel — Offizier — gefallen, drei Enkel sind in Gefangenschaft geraten und drei Enkel wurden verwundet. Opfer des Krieges. Am 17. September fiel, tapfer kämpfend, an der italienischen Front der im 18. Lebensjahre stehende Kadettaspirant eines Infanterieregiments Heinrich! Bürger, Sohn eines sehr geachteten Bürgers in Lemberg, nachdem er erst im laufenden Jahre die Mittelschule absolviert hatte. Er stand seit mehreren Monaten im Felde. Korporal Leo Blawet ist am 17. Juni in Wolhynien gefallen. Aas dritte Kind verloren. Samuel Rabinek, Kaufmann in Kisgörbö, dessen Schwiegersohn und ein Sohn bereits vor längerer Zeit aus dem Kriegsschauplätze gefallen sind, 'hat jetzt, wie der Sümeger Oberräbbiner Dr. Jsak Pfeiffer dem „Egyenlöseg" mitteilt, fein drittes Kind, den 20 jährigen Sohn Ludwig, auf dem Schlachtfelde in Wolhynien verloren. Der junge Held hatte sich während seiner militärischen jKriegstätigleit Mehrfach Ausgezeichnet. Wie einem an die schwer Iheimgesuchten Eltern 'gerichtetes. Briese eines Mitkämpfers zu entnehmen ist, wurde er im Schützengraben von einem Granatsplitter so unglücklich am Kopse getroffen, daß er sofort sein Leben aushauchte. Er wurde in einem Walde östlich Mielnica in einem eigenen, bezeichneten Grabe bestattet. Samuel Rabinek hat nunmehr noch! einen einzigen Sohn, er war bis nun der jüngste; auch! dieser wurde jetzt gemustert und als geeignet befunden und ist bereits eingerückt. In einer Woche zwei Söhne verloren. Dr. Albert Strass er, Vizesekreär im königl.-ung. Justizministerium, Oberleutnant eines Artillerieregiments, Besitzer des Signum laudis, hat am 27. August aus dem russischen Kriegsschauplatzs, von einer Kugel getroffen, im Alter von 32 Jahren den Heldentod gefunden. Der Verblichene, der einer vornehmen Familie entstammt, wurde im Mipater Militärfriedhofe bei Gorodistye provisorisch zu Grabe gebracht. Wie „Egyenlöseg" berichtet, wurde anläßlich des Heldentodes des tapferen Offiziers der folgende Tagesbefehl herausgegeben: K. u. k. schw. Feldart.-Reg. Nr. Reservat-RegimenLskommnndobefehl. Feldpost, am 30. Aug. 1916. Am 27. l. M. wurde Oblt. i. d. R. Dr. Albert Strasser schwer verwundet und erlag seiner Verwundung am 29. l. M. Durch seinen Tod erleidet unser junges Regiment nunmehr den zweiten schweren Verlust an Offizieren. Wir werden seinen vorzüglichen Diensten, seiner Pflichttreue und Opserfreudigkeit stets mit Stolz gedenken und das Andenken des guten Soldaten und lieben Kameraden immer in dankbarer Erinnerung.behalten. v. Lud mann m. p., Hptnt. Außer diesem Sohn hatte der Großgrundbesitzer Isidor Strasser noch einen Sohn, und zwar George Kadett im Honved-Husarenregiment, welcher eine Woche nach lde'm Heldentode feines älteren Bruders Albert, gleichfalls an der russischen Front, den Heldentod starb. Innerhalb einer Woche haben demnach, die schwergeprüften Eltern ihre beiden Söhne auf dem Schlachtfelde verloren. Ihnen wendet sich jetzt die allgemeine Teilnahme zu. Jüdische Generale in England. Wir haben in der letzten Nummer, nach deM ,-, Berliner Tageblatt", die Meldung aus Rotterdam gebracht: „Infolge der Beförderung des Obersten John Monashy zum Generalmajor erhielt die englische Armee den ersten jüdischen General." Demgegenüber melden amerikanische Blätter, daß in der englischen Armee der Brigadegeneral Seligmann, ein Sohn des verstorbenen Bankiers Leopold Selig mann, bereits an der Front einer der Führer der englischen Armee ist.