Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 40 (6.10.1916)
- Date
- 1916-10-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 661 Aus einem seiner Feldpostbriefe: „Teuerste Eltern! Endlich sind wir der Gefangenschaft entronnen, und daher nütze ich gleich die erste Gelegenheit aus, Euch, zu schreiben. Wir haben stürmisch? 20 Tage erlebt, Mein Standpunkt ist jetzt auf einer Höhe von 1200 Metern. Die Gegend ist herrlich-schön, ich kenne sie aber schon vom Vorjahre. Sonst bin ich, Gott sei es Dank, gesund. Es ist wirklich! ein Wunder, baß ich dies alles aushalte. Ich bin schon sehr neugierig, von Euch etwas zu hören. Was schreibt der l. Joska? Er ivar doch auch an der Front. Ich hoffe, daß Ihr das Paket habt. Wenn es Euch möglich ist, könntet Ihr mir im 35 Dekagramm- Paket die Zigaretten schicken. Wir rauchen jetzt Pfeifentabak. Schreibt mir sofort recht gute Nachrichten. Wir hoffen, in kurzer Zeit auf Rast zu kommen. Ich habe Euch noch vergessen mitzuteilen, daß wir die Heldenmütigen Verteidiger durch sieben Tage von gegen eine mehrfache Uebermacht ivaren. Meine Telephonstation war an der brücke. Gleich den zweiten Tag hatte die * Artillerie dieselbe in die Luft gesprengt, wodurch alle telephonischen Verbindungen zerstört wurden. Ich ging mit meinen Leuten im größten Artilleriefeuer und stellte die Verbindungen wieder her. Wir wurden für eine größere Auszeichnung eingegeben, ' Es grüßt und küßt Euch alle Euer treuer Sohn A r m i n." Köerkeutnant Ar. Keza H»oü'aK. Der Leiter des Preßburger Militärkommandos hat, wie „Egyenlöseg" mitteilt, die folgende belobende Anerkennung erlassen: „Dem zum königl. ung. Ldst.-Wachbataillon nach Hajmäsker zugeteilten Landsturmoberleutnant Dr. ,Geza Pollak spreche ich hiermit aus dem Anlasse, daß er über eigenes Verlangen abermals auf den Kriegsschauplatz abgeht, für seine ausgezeichneten Dienste, die er im Hajmaskerer Gefangenenlager geleistet hat, sowie für seinen emsigen Fleiß und ebenso dafür, daß er durch musterhafte Disziplin sowohl auf den Geist des Offizierskorps wie auch auf seine Untertanen einen hervorragenden Einfluß geübt hat, die belobende Anerkennung des Militärkommandos aus." Tapferkeitsmedaiü'e erster Fi käste. Julius Kozma, Kadett in einem Infanterieregiment, wurde, laut einem Berichte des „Egyenlöseg". für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde mit der silbernen Tapferkeitsmedaille erster Klasse ansgezeichnet. Zum zrveitenrnake ausgezeichnet. * Dem Zugsführer Adolf Steiner, J.-R., wurde die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse zum zweitenmal verliehen; ebenso dem Tit.-Zugssührer Julius Tauber, Ldst.-Ul.-Reg., die bronzene Tapferkeitsmedaille. Ein dreifach ausgezeichneter Kverarzt. Dr. Julius Schwartz, 26 Jahre alt, Oberarzt im k. u. k. Infanterieregiment , versieht seit der Mobilisierung Frontdienst. Er erhielt, wie „Egyenlöseg" berichtet, bisher die folgenden Auszeichnungen: Signum laudis, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone und die Ehrenmedaille erster Klasse vom Roten Kreuz. Aie Geschichte der Auszeichnung eines MaSvinersoynes. Leutnant Max H e r z o g, Sohn des Garamszeutkereszter Rabbiners, beschreibt im „Egyenlöseg" wie folgt die Geschichte seiner Auszeichnung: „Am 31. März 1016, abends, griff ich mit 200 Mann die südöstlich Olyka (gegenüber Rowuo in Wolhynien) vor unserer Stellung stark ausgebaute russische Stellung an. Die in der Stellung befindlichen Russen wurden zur Hälfte mit Handgranaten und Bajonett niedergemacht, nahmen im Trommelfeuer von 30 feindlichen Geschützen die Stellung im Sturm, machten die am Leben gebliebenen Russen zu Gefangenen. Wir hielten die genommene Stellung trotz des Artilleriefeuers und des Gegenangriffes der Russen, und kehrten, nachdem wir sie zugeschüttet und unterminiert hatten, taut Befehl in unsere eigene Stellung zurück. Von hier aus sprengten wir die Russen, welche wieder an die Arbeit gingen, mitsamt ihrer Stellung in die Luft. Hierauf begab ich nlich mit drei Mann und einem Sanitätsmann freiwillig zwischen die beiden Stellungen hinaus und brachten trotz des inzwischen verstärkten Artillerie- und Geivehrsperrseuers drei unserer Schwerverwundeten und einen Leichtverletzten in unsere Stellung ein. Für meine Leistung bei der . Führung dieses Angriffes wurde ich mit der silbernen Tapserkeitsmedaule ausgezeichnet." Jüdische Aarnikierr im Aekde. Hermann Adam, Privatier in Horgos, Komiutt Csongrad, hat sechs Söhne beim Militär. Ein Teil befindet sich auf den Kriegsschauplätzen. Bon der Witwe Karl Ke in er in Pilisoörösvar sind anläßlich der Mobilisierung vier Söhne zum Militärdienst eingerückt. Armin, Privatbeamter, der bereits auf sämtlichen Kriegsschauplätzen tätig war, versieht jetzt, als Feuerwerker der türkischen Armee zugeteüt, in Aegypten seinen Militärdienst. Ständig m der Feuerlinie stehend, erhielt er im vergangenen Monate das silberne Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille Alexander wurde nach achtmonatigem Militärdienst als Invalide aus dem Heeresverbande entlassen. Ern st, Privatbeamter, versieht als Feldwebel bdim Ergäuzungskommando des 32. Infanterieregiments seinen Dienst: E m a n u e l, Bankbeamter, wurde als Leutnant in Galizien durch zwei Schüsse verwundet, ging nach seiner Heilung anfangs dieses Jahres abermals an die Front und geriet am 21. Juli in russische Kriegsgefangenschaft. Er wurde für eine Auszeichnung vorgeschlagen. Der Schwiegersohn der Frau Keine r, Karl H a j d n, wurde zweimal verwundet, ging im Mai dieses Jahres zum drittenmäle an die italienisch? Front, wo er im August dieses Jahres in Gefangenschaft geriet. _" („Egyenlöseg".) Ernennung eines Iekdraböiners. Religionsprofessor Dr. Samuel Nagelberg in Wien wurde zum Feldrabbiner in der Reserve beim 5. Armeekommando ernannt. Gin jüdischer Leutnant an seinen Maöviner. Dr. Max Rozett, ein junger Advokat in Gyöngyös, kämpft seit Kriegsbeginn als Reserveleutnaut an der Front. Jüngst richtete er, wie wir im „Egyenlöseg" lesen, von der Front an seinen Seelsorger in der Heimat, dem Gyöngyöser Oberrabbiner H. L. Feigl, das nachfolgende interessante Schreiben: „Wie Sie aus den Blättern entnehmen konnten, waren seit dem 8. d. M. bei Szelwow wo wir sind grotze Kämpfe.