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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-22 · 38 (22.9.1916) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
38 (22.9.1916)
Date
1916-09-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nc. 38 Seite 627 Dr. Bloch'S Wochenschrift um von dort aus nachhaufezu dirigiert zu werden, jedoch umsonst, denn seine Augen konnten nicht mehr das Antlitz seiner Ange-4 hörigen sehen, sein frischer Geist konnte sich nie mehr des lieblichen Elternhauses, des .schönen Heimatsbodens erfreuen. Der Blutverlust war zu groß, er starb den Heldentod für das Vaterland. ' Unser Schmerz war so groß, daß wir nicht-früher schreiben konnten. Erst jetzt richten wir den Brief an Euer Hochwohlgeboren, mit dem tiefsten Mitleide in unseren Herzen. Das Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration, zu dem er eingegeben ist, kommt einem Würdigen zu — leider zu spät. Wir bitten Euer Hochwohlgeboren, daß den väterlichen Schmerz der Umstand lindern möge, daß er aus dem Felde der Ehre gefallen ist als ein Held, der im Gedächtnis seiner trauernden Kameraden immer leben wird. Nehmen Euer Hochwohlgeboren nochmals unser tiefstes Beileid entgegen. Hochachtungsvoll Die Offiziere der 10. Feldkompagnie des.?. u. k. Jnf.-Rgts. Nr. Michael L a e, Leutnant. Kommandant der 10. Feldkomp m. p.. Albrecht S p e r l i k, Leutnant m. p., Franz B i s k u p, Leutnant m. p., Franz I a n u s z, Leutnant m. p.. T r y u l, Leutnant M. p., Hans Demo I. Leutnant m. p.. Jos. Z i s ch o k; Kadett nt. p., Franz Abel, Kadett m. p. Mach dl'M Jode ausgezeichnet. Der Kaiser hat dem vor dem Feinde gefallenen Oberleutnant d. R. Oskar Spira, J.-R., und Leutnant d. R. Josef Kornfeld, Geb.-Art.-Reg., für tapferes Verhalten das Militärverdienstkreuz 3. Klasse verliehen. _ Der Heldenmütige Professor der jüdischen ^LeHrerpräparandie. (Nach denk Tode zum 4. Male ausgezeichnet.) Dr. Eugen Lörincz, der kürzlich verstorbene heldenmütige Professor der jüdischen Lehrerpräparandie in Budapest, über dessen Heldentaten seinerzeit berichtet wurde, wurde nach seinem Tode durch eine hohe Auszeichnung geehrt. Wie nämlich „Egyenlöseg" 'meldet, berichtet das Verordnungsblatt des Heeres: Eugen Lör i n c z, der infolge der vor dem Feinde erhaltenen Verletzungen verstorbene Reserveoberleutnant im k. u. k. Infanterieregiment Nr. , erhielt in Anerkennung seines tapferen und erfolgreichen Verhaltens vor dem Feinde den eisernen Kronenorden dritter Klasse mit der Kriegsdekoration. Oberleutnant Lörincz war Besitzer der großen silbernen Tapserkeitsmedaille, des Signum laudis und des Militärverdienstkreuzes 3. Klasse. Der^SoHn des Ketdweöels HlotH. Bela Roth, ein Sohn des Csurgoer Sparkassen- Oberbuchhälters Jakob Roth, der mit vorzüglichem Erfolge seinen Studien an der Technik oblag, hat am 1. Juli auf dem nordöstlichen Kriegsschauplätze bei Sereclynce den Heldentod gefunden. Der Vater und der jüngere Bruder des gefallenen Helden sind gleichfalls Soldaten und dienen in Pecs, beziehungsweise Szabadka,- während der jüngste Bruder jetzt zur Musterung kommt. Ueber den Heldentod erhielt die Familie von zwei Seiten Mitteilung. Der „Egyenlöseg" gibt die folgende Zuschrift wieder: 27. Juli 1916. Lieber Feldwebel Roth! Es fällt mir außerordentlich schwer, Ihnen die tieserschütternde Nachricht geben zu müssen, daß Ihr heldenmütiger Sohn bei einem Sturmangriff am 1. d. M. den Heldentod gesunden hat. iJch kann mich hineindenken, was ein Vaterherz bei einer so erschütternden Nachricht empfinden muß und weiß, daß ich mit Worten des Trostes den ungeheuren Schmerz, Ihr geliebtes Kind in so jungen Jahren in das Grab sinken zu sehen, nicht zu lindern vermag. t . Doch wollen Sie in meiner Versicherung, datz das Offtzterskorps des Regimentes den Verlust dieses jungen, tapferen Kameraden, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreute. auf das tiefste beklagt, einigen Trost finden. Der gefallene Held war eines der tapfersten Kameraden; er wird in unseren Herzen weilerleben und sein Name in der Geschichte des Regiments einst in Ehren genannt werden. Das gesamte Offizierskorps spricht ^hnen sein aufrichtiges und herzlichstes Beileid zu dem schweren Verluste, der Sie betroffen hat. aus. Ihr Sohn wurde heute Nacht im Friedhofe von Sereclynce beerdigt. Der Allmächtige möge Sie in Ihrem Schmerze stärken, damit Sie mit Kraft dieses schwere Anglück ertragen können. Mit bestem Gruß, Ihr E m e r i ch Gerö, Oberst. Regimentskommandant. Korrespondenzen. Von dem- Wiener Stadtrat. Der Krieg hat einen Zug des Friedens in die Wiener Ratsstube gebracht. Angesichts einer vielleicht ungewissen Zukunft haben die Führer der Wiener Gemeinderatsmajorität beschlossen, drei Stadtratsmandate der Opposition eiuzuräumeu, und zwar ein Mandat der sozialdemokratischen Gruppe und zwei Mandate der deutschfreiheitlichen Partei. Voraussichtlich werden in den Stadtrat gewählt werden die Herren Dr. Hein und Hohens i n n e r von der fortschrittlichen Partei und von den Sozialdemokraten Herr Reumann. Das Prinzip, keinen Juden in den Stadtrat zu wählen, wird somit aufgegeben — vermutlich für die Dauer des Krieges; indes wird vielleicht diese Stimmung auch für die spätere Zeit nachwirken. Aus der Zeit der antisemitischen Hochflut datiert die Existenz eines Wiener Straßenzuges mit dem rumänischen Namen Cantacuzinostrape im 12. Bezirk, wie in den Wiener „Pikanten Blättern" erinnert wird. Seinerzeit hat die Wiener Stadtleitung den antisemitischen Rumänen eine Huldigung dargebracht, indem man diesen Straßenzug mit einem rumänischen Namen „auszeichnete". Nun hat sich das Königreich Rumänien dem österreichischen Kaiserstaat gegenüber „ausgezeichnet". Wäre es nicht vielleicht doch an der Zeit, das Merkmal einer traurigen Verirrung aus der Geschichte der Stadt Wien auszumärzen und auszutilgen? Für unsere Kriegsgefangenen in Italien. Aus Luzern (Schweiz^ erhält die „Oesterr. Wochenschrift" nachstehendes Telegramm: Dr. Bloch, Wien. Für die religiösen Bedürfnisse der österreichischen Kriegsgefangenen jüdischer Konfeifion in Italien bat unser Zentralkomitee bereits namhafte Geldmittel überwiesen. Ans Anlass der bevorstehenden hohen Feiertage werden hente für die gleichen Zwecke weitere grössere Geldmittel verlangt. Bitte die Angelegenheit Herrn Rabbiner Tr. G r « n w a l d. Wie», zu unterbreiten, ihn zu ersuchen, in Ihrem Blatte einen Aufruf zur Spendensammlung zn publiziere», um die Mittel zu beschaffen, zur Befriedigung der religiösen Bedürfnisse jüdischer Kriegsgefangener aus Oeste'rreich in Italien. Die Gelder sollen schleunigst unserem Zentralkomitee zugemittelt werden. Zentralkomitee vom Roten Mögen David. Dr. M. Erlanger, Luzern, Vorsitzender; Dr. T. L ö w e n st e i n, Zürich, Bizevorsitzeuder. Aufruf! Für die religiösen Bedürfnisse der österreichischen jüdischen Kriegsgefangenen in Italien hat unser Zentralkomitee in der Schweiz bisher namhafte Beträge aufgewendet. Auch für die bevorstehenden hohen Feiertage

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