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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-22 · 38 (22.9.1916) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
38 (22.9.1916)
Date
1916-09-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 626 T-r., Bloch'S Wochenschrift Nr. 38 Tapferkeitswedaille. Anläßlich der diesjährigen großen russischen Offensive griff der Feind ohne Schonung von Mann und Material den Artillerieabschnitt bei Worobjowka-Hladki an. Die beiden wichtigen Punkte standen drei Tage lang unter Trommelfeuer, die Unsrigen hielten jedoch dem Feuer tapfer stand. Singer war am Telephon und wurde vonGranatsplittern am Rücken verletzt. Er verließ jedoch seinen Platz nicht. Er hielt aus und hielt bis zum Schlüsse die Telephonverbindung aufrecht. Er wurde, nach einer Meldung des „Egyenlöseg", mit der großen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Simon WatH. Aus Köröswezö wird dem „Egyenlöseg" geschrieben: Heute fand die Dekorierung des Kassiers der Gemeinde KöröÄnezö Simon Rath statt. Er wurde von Seiner Majestät mit dem silbernen Verdienstkreuz mit der Krone anr Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Der Oberstuhlrichter des Tiszavölgyer Kreises Stefan Szabo richtete an den Dekorierten eine Ansprache, in welcher er die Verdienste des Simon Rath würdigte, welche er sich im Dienste der Gemeinde und besonders durch hingebungsvolle Wahrung der Interessen des durchziehenden Militärs unter den kritischesten Verhältnissen erworben hat. An der Feier ließ sich auch das Kviegsperpflegskommando vertreten, dessen Offizierskorps sowohl den Gefeierten als auch die Gemeindevorstehung Zu einem Festmahle einlud. Beim dritten Gange schilderte Honvedhauptmann Verße die patriotischen, menschenfreundlichen Dienste des Rath und versicherte ihn der Achtung und Anerkennung der Soldaten. Der Wahrheit zuliebe sei erwähnt, daß Simon Rath beim Festmahl bloß Bier trank, von den Speisen jedoch, da er ein frommer Jude ist — mit der Bitte um Vergebung —, nichts genoß. Jüdische KamMen iw Jette. Adolf Kohn, Kaufmann in Verpelet (Kom. Hevcs), hat vier Söhne auf dem Schlachtfelde. Paul, 29Jahre alt, im Infanterieregiment Nr. , an der italienischen Front; Franz, 27 Jahre alt, im selben Regimente an der russischen Front; Elek, 21 Jahre alt, an der russischen Front; Arpad, 19 Jahre alt, im Honved- Jnsanterieregiment an der russischen Front, wurde gefangengenomwen. Witwe Ignatz Goldner, Kaufmannsfrau in Györ, hat vier Söhne bei den Soldaten. Oberleutnant Sigmund Gyarfas, Bataillonskommandant, Besitzer des Signum laudis; Albert Goldner, Feldwebel; Desider Arany, an der Front ausgezeichnet; Geza Arany, an der russischeil Front vermißt. Ihr Schwiegersohn Julius Fischer ist gleichfalls Soldat. Ihre Brüder Adolf und Moriz Goldner machen ebenfalls Militärdienst. Der Sohn des Kaposvarer KöerraMners. Der Feldrabbiner Freudiger berichtet im „Egyenlöseg": Desider Herczeg, einziger Sohn des vorzüglichen Koposvarer Oberrabbiners, rückte zum k. u. k. Infanterieregiment zur Dienstleistung ein. Nach seiner Abrichtung und Beendigung der Offiziersschule kam er an die Front und kämpfte in den schweren Tagen von Wolhynien Mit. In den Kämpfen bei Lopusov — welche auch der amtliche Genera'lstabsbericht vom 18. Juni erwähnte — hielt er mit seiner Kompagnie seinen Schützengraben gegen die feindliche Uebermacht und trotz des Trommelfeuers, bis er infolge Volltreffers, von einer Granate getroffen, schwer verwundet wurde. Er wurde nach Lemberg, voll dort nach Budapest transportiert. wo er seine Heilung erwartet. Für sein heldenmütiges Verhalten wurde er außertourlich zum Kadetten befördert und der Komwändant seines Kriegsspitales heftete ihm vor kurzem nrit warmen Begrüßungswörten die große silberne Tapferkeitswedaille an die Brust. Graf Khuen-Kedervary üöer die jüdischen Kettengräöer. Der hervorragende ungarische Schriftsteller Ladislaus Lakatos, welcher vor kurzem mit den Führern der Aktion für den Aufbau der Karpathendörfer Oberungarn bereist hatte, verzeichnet im >,Egyenlöseg" die folgende bezeichnende Episode aus Mezölaborcz: „Spät abends besichtigen wir den Militärfriedhof von Mezölaborcz. In einem kleinen Garten liegen viertausend Tote. Unter einer Tafel 450 unbekannte russische Soldaten. Auf den Gräbern unserer Soldaten Prangt ein Kreuz, auf denen der Russen ein Doppelkreuz. Hie und da ist auf den Gräbern eine Betonkuppel sichtbar. „Das sind Wohl die Grabsteine der Judell?" frag Graf Khuen-Hedervary den Friedhofaufseher. „Nein, die Gräber der ,Bosniaken!" Der faltete die Stirne: „Und die Juden? Hier sind doch so viele jüdische Helden gefallen. Wo sind denn ihre Grabdenkmäler? Man hat sie doch nicht unter einem Kreuz begraben? Das würde ja die religiösen Gefühle der Juden tief verletzen!" Einem anderen wäre das gar nicht in den Sinn gekonrMen. . . ." Leutnant Morrh Krzyö. _ Herr Max Grzy b, israelitischer Religionslehrer tit Aussig a. d. Elbe, erhielt als Vater des Leutnants Moritz Grzyb vom Offizierskorps der. 10. Feldkompagnie des Infanterieregiments nachstehendes Schreiben: 1' Im Felde, den 6. September 1916.> Euer Hochwohlgeboren! Wir, die Unterzeichneten Offiziere der 10. Feldkompagnie des k. u. k. Inf.-Rgts. Nr. empfangen mit schmerzlicher Rührung die traurige Nachricht über das Ableben unseres heißgeliebten, guten Kameraden, des Leutnants i. d. Res. Moritz E r z y b. Wir, die wir seit langer Zeit seinen edlen und aufrichtigen Charakter, seinen flammenden Geist, sein heiteres Gemüt kannten und bewunderten, können nicht über diese Nachricht hinweggehen, ohne Euer Hochwohlgeboren unser innigstes Beileid schmerzlichster Bewegung zu versichern. Zwei lange, ereignisvolle Jahre haben wir mit unserem lieben Kameraden gemeinsam verbracht. Gemeinsam hatten wir in Neuhaus die Rekrutenzeit mitgemacht und wenn wir nachmittags nach dem schweren Exerzieren zusammengesessen sind, da war sein frischer Humor, sein kluger Geist das,' was uns über die Anfangsschwierigkeiten des Militärlebens durchhalf. Später, im Felde, saßen wir oft zusammen. Im gemütlichen Gespräche vergaßen wir die Hitze des Sommers, die Kälte des Winters, das Pfeifen der Kugeln, das furchtbare Summen der Granaten. Aber nicht nur Kamerad war er, ein Held war er, ein Held, der im Regen und Sturm, Gefechte und Hageldonner der Geschosse, stets mit derselben Tapferkeit, Entschlossenheit, Kaltblütigkeit und mit derselben Selbstaufopferung seinen Mann stellte. Wir sahen ihn in den Gefechten bei Kosowa, bei Dolezanka, dann in Sven schrecklichen Strapazen des Winterstellungskrieges und er war der gleiche furchtlose Offizier. Zuletzt gingen wir bei Iozefowka gemeinsam zum Sturni vor. Wir sahen ihn, wie er sich im schrecklichsten Feuer, das sich ein Sterblicher vorstellen kann, befand, wie er vorging, seine Mannschaft mit sich riß,. und da erreichten ihn die tätlichen Kugeln des Feindes. Aus mehreren Wunden blutend sank er zusammen, wurde auf den Hilfsplatz gebracht, sodann nach Lemberg transportiert/

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