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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-08 · 36 (8.9.1916) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
36 (8.9.1916)
Date
1916-09-08
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. £6 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 603 Intelligenz zeigt sich (aucfj: in ihren Leistungen in den kommerziell-juristischen Fächern^ Freilich werden bieje durch das häusliche Milieu gefördert, denn die meisten jüdischen Schüler stummen aus kaufmännischen Kreisen. „Lebhaftere Intel! ektualität und stärkere Emotionalität" geben der jüdischen Psyche ihr eigentümliches Gepräge. Wenn nun der Verfasser den Gründen dieser Erscheinungen nachspürt und dabei auf das Problem der Rasse zu sprechen kommt, das er, mit Recht, nicht gerne ins Treffen führt, denn vielumstritten ist diese Frage, da man jja auch bei den Juden selbst — man' denke an die polnischen, spanioli-, scheu und deutschen Juden — die verschiedensten Rajseneigenheiten beobachten kann, so möchten wir zur Erklärung der „lebhafteren Jntellektualität" der jüdischen Schüler als Grund anführen, daß diese aus der Erkenntnis hervorgeht, der Jude Müsse im „Kämpfe ums Dasein" seine Geisteskräfte mehr anstrengen als der Nichtjude. Daher auch seine bedeutendere Emotionalität, seine größere Beweglichkeit, nenne man sie Agilität oder, tvenn sie gar zu gesteigert auftritt, Nervosität. So wird es auch zu erklären s>ein, daß die Noten aus dem „Betragen" der jüdischen Schüler im allgemeinen schlechter sind als die der christlichen. Man vergleiche hiezu» was der Verfasser auf den Seiten 33, 34, 35 und in den Tabellen 16 und 17 der vorliegenden Schrift sagt. Wenn er aber behauptet, daß „die an sich schätzenswerte Lebhaftigkeit der jüdischen Schüler mit einem Mangel an Zucht verquickt ist", so möchten wir ihm, nach unseren eigenen Erfahrungen, widersprechen. „Der Mangel an Z u ch t" ist, in den letzten Jahren namentlich, bei alle n Schülern zu beobachten. Er ist, leider, vielleicht die einzige internationale und interkonfessionelle Erscheinung. Es ist naturgemäß und, aus gewissen Gründen, erklärlich, daß bei der geringeren Zahl der jüdischen Schüler ein solcher Mangel stärker ins Auge fällt .und auch oft schärfer be- und verurteilt wird. Damit will ich aber gegen die, sonst sehr instruktive, sehr fleißige, vorurteilslose Arbeit des Herrn Verfassers nichts gesagt haben. Ich empfehle sie vielmehr zur sehr hingehenden Lektüre allen, Christen und Juden. Die Schrift selbst wurde mir von meinem Sohne, k. u. k. Oberleutnant bei einem Infanterieregimente in Galizien, eingefendet. Brünn. Dr. M. G r ü n f e l d. Literatur. 23. Jahresbericht der Jsrael.-Theolog. Lehranstalt in Wien. Für das Schuljahr 1915/1916. Voran geht: Die hermeneutische Quantitätsrelation in der talmudischen Literatur von Rektor Pros. Dr. Adolf Schwarz. Wien 1916. Verlag der Jsrael.-Theolog. Lehranstalt, 2. Bez., Tempelgasse 3. Kriegspolitische Einzelschristen. Heft 13. Die Lage des jüdischen Volkes in Rußland, Reden, gehalten in der Duma. Aus dem französischen übersetzt und mit einem Geleitwort versehen von Prof. Dr. S. Kali scher. Berlin 1916. C. A. Schwetschke L Sohn, Verlagsbuchhandlung. Juden und Christllchsoziale. Ein Vorschlag von A. M e i ß n e r. Wien 1916. Verlag A. Mejstrik. Lo sane al Rau». (Sanhedrin 18 b.) Eine Abhandlung über die Betätigung des Rabbiners in Handel, Gewerbe und Industrie nach dem Talmud von W. B. Alter M a j e r, Rabbinatskandidat, derzeit Boskowitz. Im Selbstverläge des Verfassers. Reinerträgnis zugunsten der jüdischen Flüchtlingssürsorge. „Jeschurun", Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. Herausgeber Dr. I. Wohlgemuth. Verlag des „Jeschurun", Berlin R. 24. Inhalt: * I. Heinemann: ,,Der Zweck heiligt die Mittel". — I. Wohlgemuth, Kitzingen: „Die jüdisch-deutsche Sprache". — S. Klein: „Eine Tannaim- Familie in Rom". — I. Weinberg: „Schulsragen im Ostjudentum". — D. Fink, L. Wreschner: „Proselyten einst und jetzt". — Notiz. Kriegskakender! Demnächst erscheint: „Wiener Indischer Bolkskalender" 15. Jahrgang. Preis Kr. 2.50. Aus dem Inhalte: Benedikt Clothrlde: Die jüdische Frau im Kriege; Feuchtwang Dr. D.: Judenschicksal: Frankfurter Tr. A.: Die k. u. k. israel. Militärseelsorge in Wien; Erunwald Dr. Mar: Die Hilfskommission 1915 für Palästina; Erönwald Malwine: Elegie-Gedicht; Eü^zig Dr. I.: Kalendarium; _ Koh.r David, atäd. Maler: Krieg-Kultur-«abbah; Klirrest» Prof. Dr. Ad.: Rabbi Jehuda hachassid.; Kuhmecker Cäcilie: Waisen; Müller Amttrr, Wien: Mein Beistand für die Flüchtlinge; Porges Fciedr.: Sinkende Sonne; Sch erlag Marek: Flüchtlinge; Schreiber Tr. Hestrr.: Die Wiener Kultusgemeinde und die Fürsorge für die Flüchtlinge; Stand Adolf: David Wolffsohn; Tag Dernard: Das Judentum und der Weltkrieg; Illustrationen. Ehrentafel für die auf dem Felde der Ehre Gefallenen ufw. Zu beziehen durch: Redakteur Mar Hick!, Wien, 8. Be;., Lerchrngasje 6 a, und Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn, Adlergasse 9. Briefkasten. Neugierig. Welcher Konfession die aus dem Judentum ausgetretene Eiza Walter, geb. Ochs, gegenwärtig angehört, wissen wir nicht und interessiert uns auch nicht. K. F. In bezug auf die Einsendung in der Budapester „Allg. Jüd. Zeitung" vom 24. August 1916 können wir bloß konstatieren, daß di: Spalten der „Oesterr. Wochenschrift" der orthodoreil Partei Oesterreichs jederzeit zur Vertretung ihrer Interessen offen standen, und daß wir niemals Anstand genommen haben, etwaige Einsendungen dieser Parteiführer zu publizieren. Israelit, Wien. Die betreffenden Schritte bei den Behörden in bezug auf den Freitag am Vorabend des Fasttages Jom-Kippur sind bereits eingeleitet. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion S. Podzamcze, 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Wochen-Programm: Freitag, den 8. September, nachmittags halb 4 Uhr: ..Beide Kuni Lemel", Komödie in vier Auszügen von Goldfaden; abends 3 Uhr: „Herz und Hand fürs Vaterland". Lebensbild in vier Auszügen von Meisels, Musik von Ch. Wolfsthal. Samstag, den 9. September, Neu, zum erstenmale: „Abele Aschkenase". Lebensbild in vier Aufzügen von Lolatrewski. Sonntag, den 10. September, nachmittags halb 4 Uhr: „Schabfe Zwi", Lebensbild in vier Aufzügen von Horowitz; abends 8 Uhr: „Das gebrochene Mutterherz", Lebensbild in vier Auszügen. Dienstag, den 12. September: WohltätigUäts-Vorsteilung: „Die Wahnsinnige aus Liebe", Lebensbild in vier Aufzügen. Mittwoch, den 13. September: „Ter Deserteur", Lebensbild in vier Auszügen. Donnerstag, den 14. September: Gordin-Abend: „Der Unbekannte", Drama in vier Aufzügen von Gordin. Theobald Uffenhe imersche Gewerbeftistunz. Anzahl der Plätze: Zwei im Betrage von je Kr. 210.--. Bewerbungsberechtigt sind: Verarmte oder arbeitsunfähige, wohlverhaltene Gewerbsleute israel. Konfession. Bevorzugt sind: 1. Verwandte des Stifters; 2. nach Wien zuständige oder in den Bezirken Leopoldstadt oder Brigittenau, oder in Wien überhaupt geborene Bewerber. Eesuchsbeilagen: Geburtsschein, Heimatschein. Ausweis über die Mitgliedschaft einer Genossenschaft, Jmpfungsnachweis aus den letzten sechs Jahren, eventuell Bestätigung der Genossenschaft, daß Bewerber sein Gewerbe wegen Arbeitsunfähigkeit zurücklegen mutzte, allenfalls Nachweis der Verwandtschaft mit dem Slifter. Verleihungstag: 28. November 1916. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 22. September 1916. EinreichsteUe: 1. Bez., Seitenstettengasfe 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll).

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