Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-08 · 36 (8.9.1916) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
36 (8.9.1916)
Date
1916-09-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3022195-3022232--25390-3050690
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 36 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 599 Dieser Delegierte des Verbandes erhält auch die Aufgabe zugewiescn, die Frage der Auswanderung der galizischen und bukolvinaisch.'n .Kriegsopfer nach dein Friedensschlüsse zu studieren und hierüber Bericht zu erstatten. Auszeichnung in Konstantinopel. Der Sultan hat, wie „Aurore" berichtet, dem Direktor des Instituts gegen Tollwut Dr. Haim Rann Elnöcarv für feine großen Verdienste itnt die genannte Anstalt während des Krieges die Kriegsmedaille verliehen. Anatole France als Freund der russischen Juden. Auch in Frankreich plant die Regierung Maßregeln zur zwangsweisen Einreihung der russischen Juden in die Armee. Der russische Botschafter ersucht im Aufträge seiner Regierung die französische Regierung zur Auslieferung der militärpflichtigen Russen zu bewegen, die französische Regierung hat indessen die Entscheidung der Angelegenheit einer' Kommission des Parlamentes überlassen. Der Beschluß dieser Kommission soll, obzwar er noch nicht bekannt ist, dem russischen Verlangen ablehnend gegenüberstehen. Es verdient Erwähnung, daß Franzosen von Namen gegen die unwürdige und unmenschliche Behandlung der Juden in Rußland protestiert haben. Auf einer öffentlichen Versammlung, die von der Liga für Menschenrechte einberufen worden war, sprach Professor Seigu o b o s, der bekannte Historiker der Sorbonne, seinen Abscheu über das Verhalten der russischen Regierung aus. Der russische Jude hat während des Krieges die Achtung der Franzosen gewonnen. Bei Beginn des Krieges meldeten sich 8000 russische Juden freiwillig zum Militärdienst. Nur 5000 wurden angenommen, der größte Teil dieser Freiwilligen waren politische Flüchtlinge, Arbeiter, Studenten und vor den Pogromen Geflohene. Sie ließen 4000 mittellose Familien zurück, deren Situation bemitleidenswert ist, da sie nicht offiziell anerkannt sind. Da sie nicht naturalisiert sind, ist ihr Name nicht iu den Verzeichnissen der Gemeindeämter eingetragen. Die russischen Behörden in Frankreich bekümmern sich nicht um sie, da sie keine Pässe besitzen, und die Pariser jüdische Gemeinde sorgt nicht für ihre Familien, weil sie nicht Mitglieder dieser Gemeinde waren. So sitzen .sie zwischen zwei Stühlen. Die Tapferkeit und der Heldenmut, beit die russischen Juden am Schlachtfeld bewiesen haben, schützt ihre Familien nicht vor dem Hunger. Eine Gesellschaft wurde gegründet, um diesen Opfern des Krieges zu helfen. An der Spitze isteht Anatole France und der jüngst verstorbene Professor Metsch-, nikoff. Die eigentliche Leitung hat Graf Nesfel-! rode inne, der frühere russische Kammerherr, der wegen seiner Sympathien für die jüdische Sache ins Exil ging, Vizepräsident ist der politische Flüchtling De Staat, der einer der berühmtesten Moskauer Advokaten war. Trotz, der vortrefflichen Männer, die an der Spitze der Gesellschaft stehen, kann sie sich doch nicht großer Popularität erfreuen, denn es existieren heute in Frankreich viele Hilfs- und Unterstützungsvereine und jeder halbwegs Begüterte hat für eine Reihe notleidender Verwandter zu sorgen. Vertröstungen der russischen Juden. Ein russisches Blatt brachte vor kurzem die Mitteilung, daß das Ministerium des Innern die Absicht habe, alle Rechtsbegrenzungen der Juden aufzuheben. Mit Rücksicht auf die Stimmung, welche die aus dem Auslande he ungelehrten Duma- und Reichsratsmitglieder verbreitet hatten, wurde diesen Gerüchten in manchen Kreisen Glauben geschenkt. Der Korrespondent der „Rjetsch" befrug hierüber den Minister des Innern selbst, welcher, luie das genannte Blatt nun berichtet, sich folgendermaßen äußerte: „Nach Wiedereintritt des Friedens lvird die Judenfrage ohne Zweifel auf die Tagesordnung gesetzt werden, da die Rechtslage der Juden unbedingt einer Regelung bedarf. Der gegenwärtige Moment ist jedoch nicht geeignet, die Judenfrage zu behandeln. Die russische Ret gierung ist jetzt mit anderen Dingen vollauf beschäftigt. Das einzig Mögliche wäre die Durchführung der Forderung Schtocherbatows wegen Erweiterung des jüdischen Ansiedlungsgebietes. Aber selbst in dieser Richtung sind bis jetzt bloß kleine Vorbereitungsarbeiten gemacht worden. Es sei daher auch kaum zu erwarten, daß selbst diese Frage in der nächsten Zukunft einer Lösung zugesührt werde. Feststeht das eine, daß die Regierung nach wie vor an ihrem Standpunkte festhält, daß den Juden das Wohnrecht in den Dörfern nicht zugebilligt werden könne. Für unmöglich hält es auch die Regierung, daß die Juden zu den öffentlichen Staatsstellen zugelassen werden und daß die Prozentnorm bei der Aufnahme von Juden in die Lehranstalten abgeschafft werde. Es kann auch in dieser Beziehung nur von einigen Erleichterungen die Rede sein. Vermischtes. „Hilfskommission 1915" und „Oesterreichifches Landeskomitee" für Palästina. Wien. 4. Bez., Frankenberggasse 14. Spendensammlung Rabbiner Pros Dr. Hofmann. Reichenberg (1. Rate) Kr. 150.—; Lederfabrik Hirsch * Huber, «chwechat, 50.—; Joses Eckstein, Wien. 40.—; Ing. E. Weiner, Wien. 20.--; Karl Klemperer, Dr. Julius Bermann, k. k. Notar. Hans Schäfer aus Czernowitz, sämtlich in Wien, Ri. Goldstein und Markus Karpf, Iaslo, Mor Schlesinger. Spende d:r Frau Jacob Strasser, je 10.—; Julius Fischl, Wien, 5.; Emmy Fischer- Landeis, Wien, 4.—; Dr. L. Weinmann, Albin Burbaum. S. Bermann, Moritz Gruber, Dr. Julius Weiß, sämtlich in Wien, je 3.—; Dipl.-Ing. Siegfried Fuchs, Julie Fuchsl, Friedrich Löwy, E. Grohner, Hermine Gerber. Buchhandlung I. Frankfurter, Adolf Spitzer, Ehrenfeld L Co., Leinenfabriks-Niederlage Aler. Weist L Co., sämtlich in Wien, Leiser Schiff, Frysztak, Hirsch Baumring, Iaslo, Julius Strisower, Iaroslau, je 2. . Mogen-Dovid - Nagelspenden : Direktor B. Planer, von den Zöglingen des Institu.es Bauer, Böslau, Kr. 10.—; Adolf Brauch, Haid-Spende R. Fischer und Frau aus Prag, 4.—. Aus Deutschland: Iacoby Alfred und Frau, Berlin, Mk. 100.; Kirschmann. Charlottenburg, 52.30; Gebrüder Heller & Horroitz 30.; Julius Heskel, Berlin, 25.—; N. Hendenostr, Berlin. 20.; D. Hesse. Berlin, 15.--; Rubin Horowitz, Altona a. E.. für den poln.-gal. Mynjan, 14.—; Nestor Iacoby, Heinrichsdorft, Mar Hirsch. Samuel Jsaac, sämtlich in Berlin, Julius Friedländer und Kehler, Charlottenburg, je 10.; Franziska Kraus, Julius Israel. Dr. H. Hirschwest, Robert Herz, Kirschner, Markus Iacobsohn. Dr. med. Richard Lehmann, sämtlich in Berlin, Hugo Heymann, Charlottenburg, Klausrabbiner Dr. Spiegel, Altona-Spende. Minna Spitzer, Teschen, je 5.—; Emma Henoch und Frau Alfred Kahn, Charlottenburg, Dr. Herzog und Obcrapotheker Dr. Kleemann, Berlin, je 3.; Albert Joachim und Wilhelm Kolln, Berlin, je 2.—; Wilhelm Herrmann, Wilmersdorf, 1.50; Bela Israel Fromm, Berlin, 1. . Bei der „Oestecreichjschen Wochriisckrjst" eingelaufen: Durch Obecrabbmer Reich, Baden: von Frau Bele Lauser Kr. 50.—; Beschneidungsmahl Ehrenstein 5. . Armine Eingedenk, Pirnitz b. Iglau, Kr. 5. . KriegSftilalshilse für Pa ästina. I. W., Wien, Kr. 3. . Aus Deutschland: Samuel Silbermann, Thorn, Mk. 25. -; Mivdowski, Bojanowa, Kreis Rawitsch, 24.—; Israel. Wohltätigkeitsverein Kir-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.