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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-08 · 36 (8.9.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
36 (8.9.1916)
Date
1916-09-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 698 Dr. Bloch'S Wochenschrift Nr. 36 der Bukowina*^ gegründet, der den Zlveck hat, dazu beizutragen, die verlassenen jüdischen Kinder zu sammeln, in Heimen unterzub ringen, vor den: Hungertode, vor geistiger und sittlicher Verwahrlosung zu schützen. Wir rusen alle Glaubensgenossen aus. Wir bitten, unserem Verein als Mitglieder und Spender beizutreten und denselben durch Werbung weiterer Mitglieder werktätig zu fördern. Jede, auch die kleinste Gabe wird dankbar angenommen, öffentlich ausgewiesen und verrechnet und ihrem Zwecke, der Milderung dieses fürchterlichen Kinderelends, zugeführt. Spendet Geld, um den verlassenen Kindern Nahrung und Obdach zu geben, spendet Kleider, Wäsche, Stoffe, um sie zu kleiden! Jeder aber gebe nach seiner Kraft, mit warmer, offener, jüdischer Hand! „Verein zur Rettung verlassener jüdischer K i n d e r G a l i z i e n s und der B u k o w i n a", Wien, IX/Z, Universitätsstr. 4. festere. Postsparkassen-Konto 151.857. Präsidium: Dr. S. Ehrmann, k. k. Universitäts-Professor, Vizepräsident; Frau Lisette Eelt-er, Vizepräsidentin; Dr. Edmund Kohn, Vizepräsident; Dr. Arnold Ascher, kaiserl. Rat, Generalsekretär der Baron Hirsch- Stiftung, Schriftführer; Ernst Simon, Kassenverwalter; Rudolf Koh-i, Kassenverwalter. Exekutiv-Komitee: Alexander Hecht, Direltor; Eveliue Klarmann; Dr. Josef Löwner, k. k. Hofrat; Heinrich Mendl; Dr. Jakob Rirensteln, Hof- und E<erichtsadvokat; Dr. Moritz Schnabl, Hof- und Eerichtsadvokat; Dr. Rudolf SchWarz-Hilker, Hof- und Eerichtsadvokat, Gemeinderat der Stadt Wien; Dr. Alfred Ster», Präsident der israel., Kultusgemeinde Wien; Alexander Weiner, Direktor der Boden- Kreditanstalt; Dr. Julius Zapprrt, k. k. Universitäts-Professor. Vor stand: Rudolf Borges; Jacques Vrichta, Direktor; Karl Freund; Dr. Ludwig Gelber, Hof- und Eerichtsadvokat; Heinrich Glücksthal, Domünen-Direktor; Leopold Jerusalem, Prag; Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem, k. k. Regierungsrat; Jacques Karpeles; Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Hof- und Eerichtsadvokat; Philipp Kohn, tönigl. una. Kommerzialrat; Robert Kolisch, Börserat; Dr. Emil Krasny, Hof- und Eerichtsadvokat; Dr. Moritz Laub; Frau Emma Lilien, Lemberg; Edmund Melcher, Architekt. Stadtbaumeister, Eemeinderat der Stadt Wien; Wilhelm Pappenheim; David Rotter, Vertreter der I. C. A.; Dr. Felir Schiff; Hugo Winter. Für die Werbetätigkeit in den Kronläudern Böhmen, Mähren und Schlesien sind Landes komitees in Bildung begriffen, denen beizutreten die hervorragendsten Persönlichkeiten ihre -Bereitwilligkeit ausgesprochen haben. Anläßlich des bevorstehenden Neujahrsfeste s bitten wir, unserem Vereine Gratulationsablösungs- Bciträge zu widmen. Die „Oesterreichische Wochenschrift" ist gerne bereit, solche Spenden entgcgenzuuehmen und auszuweisen. Neuern. Freitag, den 18. August d. I., um 3 Uhr abends, fand im Tempel, zusammen mit Kabulat-Sabbat, ein Festgottesdienst statt. Anwesend waren außer den Mitgliedern des Kultusvorstandes Herr B. Fleisch!, Präses, Herr E. Vogl, Stellvertreter, und Obmann des Flüchtlings-Komitees H. P. S1 e i n, dessen Stellvertreter, und die gesamte jüdische Bevölkerung, darunter alle jüdischen Flüchtlinge, auch der hiesige Bürgermeister Mag. der Pharm. Herr Pernfuß und dessen Stellvertreter Herr W. Eckstein, Chef der Firma W. Eckstein & Comp., Wien- Neuern, und noch verschiedene andere. Nach dem Minchagebet hielt Rabb. S ch a p i r a eine patriotische Festrede, in welcher er auf die verflossenen zwei Kriegsjahre hinwies und einige Abschnitte aus der Bibel nannte, welche die Beziehung der Juden zu dem Reich vorstellen, und unseren heißgeliebten Monarchen als Kaiser der Gerechtigkeit vorstellte. Nach Beendigung der Festrede wurde durch den Herrn Rabbiner vor der offenen Bundeslade das *) Jahresbeitrag mindestens Kr. 5.—, Gründerbeitrag mindestens Kr. 1000.—, eventuell in 5 Jahresraten, Stifterbeitrag mindestens Kr. 3000.—, eventuell in 5 Jahresraten. Gebet für Kaiser und Reich abgehalten, welches von allen Anwesenden, insbesondere von den jüdischen, tiefbetrofsenen Flüchtlingen mit Tränen in den Augen mitgebetet wurde. Damit fand die Feier ihren Abschluß. Mklowitz. Auch im hiesigen k. u. k. Kriegsgefangenenlager wurde das Eeburtsfest Sr. Majestät in erhebender Weise gefeiert. Seitens der hiesigen israel. Militärseelsorge, an deren Spitze der k. u. k. Feldrabbiner Jakob Frankfurter steht, wurde eine Baracke für den ständigen Gottesdienst zu einer Tempelbaracke umgewandelt, die aus diesem Anlasse festlich geschmückt und mit den aus Blumen hergestellten Initialen Sr. Majestät versehen war, in welcher sich am Vorabende des Allerhöchsten Geburtsfestes Offiziersdeputationen des hiesigen k. u. k. Kriegsgefangenenlagers sowie der hier garnisonierenden Wachtbataillone und die gesamte dienstfreie jüdische Mannschaft eingesunden chatten. Nach Abhaltung des Gottesdienstes und Rezitation des Königspsalmes durch einen Oberkantor aus Lemberg, der sich als Landsturmmann im hiesigen Rekonvaleszentenheim befindet, feierte der k. u. k. Feldrabbiner Jakob Frankfurter in formvollendeter, geistig durchdachter Festrede die Bedeutung des Tages, schilderte Seine Majestät als Friedensfürsten, der keinesfalls den Krieg gewollt, sondern nur notgedrungen zum Schwerte griff. Die Rede «machte auf die zahlreich versammelten Zuhörer einen ergreifenden Eindruck. Mit dem Kaisergebet bei geöffneter Bundesladr sowie Absingung der Volkshymne, begleitet von der Musikkapelle des königl. ung. Landst.-Wachtbataillons, nahm die erhebende Feier ihren Abschluß. — Am nächsten Tage wurde durch den hier eingeteilten k. u. k. Feldrabbiner Frankfurter die Kaiserfeier in der Synagoge in Königgrätz für die dortigen israel. Militärpersonen abgehalten, die in Anwesenheit der dortigen Militär-, Staats¬ und Zivilwürdenträger in der gleichen feierlichen Weise verlief. Cholera und Flecktyphus in Palästina. Durch das hohe k. u. k. Ministerium des Aeußern fft uns soeben die folgende Depesche aus I e r u s a l e m zu gegangen: „Flecktyphus, Dysenterie, Cholera nehmen namentlich unter den Juden großen Umfang an. Behördliche Epidemiespitäler für Europäer unbenutzbar. Daher Errichtung jüdischen Jnsektionsspitales dringend nötig. Bewilliget aus Fonds Kriegsspitalshilfe 10.000 bis 20.000 Kronen zur Einrichtung und Erhaltung eines solchen. Sendet außerdem Medikamente laut Brief behufs Verkaufes zum Selbstkostelkpreist Erbitte Drahtantlvort. Großrabbiner." Unter Hinweis auf diesen Hilferuf, der die sanitäreil Verhältnisse in Jerusalem und die dortige Spital s n o t anschaulich und eindringlich genug kennzeichnet und nur noch überboten wird durch Jammerbriefe, die aus Safed und Tiberias über das dortige namenlose Elend fortgesetzt an uns gelangen, bitten wir alle edlen Menschenfreunde, uns in unseren Bemühungen zugunsten dieser Verlassenen gütigst zu unterstützen. Zahlstelle: für Oesterreich Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien, I., Renngasse 3: für Ungarn Magyar Altalanos Hitelbank, Budapest: für Deutschland Deutsche Bank, Berlin, Postscheck- Konto Nr. 1000 (auf Konto „Kriegsspitalshilfe f. P."). Vom Verband der Galizier und Bukowinaer in Amerika. In der letzten Jahresversammlung des Verbandes der Galizier und Bukowinaer in Amerika wurden, wie aus Newyork berichtet wird, nahezu sämtliche Funktion näre auch für das kommende Verwaltungsjahr wiedergewählt. Die Gewählten sind: Arthur D. Kätscher, Präsident; Siegmund Th au, Samuel N adler und Hyman O l l i n g e r, Vizepräsidenten; Louis Gj r i l l, Schristführer; Jacob H a ß, Kassier; zum Obmann des Exekutivkomitees wurde.Abraham Basses gewählt. Dem Exekutivkomitee -gehören vierundzwanzig Mitglieder an. Die Jahresbersammlung nahm einen Beschluß an, wonach ein Kommissär des Verbandes nach Europa ent-, sendet werde, um sich der -materiellen Interessen der kriegsbeschädigten Galizier und Bukowinaer anzunehmen.

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