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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-08-18 · 33 (18.8.1916) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
33 (18.8.1916)
Date
1916-08-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 33 Tr. Bloch's Wochenschrift Leite 549 Lords die Sache Zu Herzen nehmen lmd Instruktionen verlangen. Bielleicht werden diese Debatten Mr. Samuel daran erinnern, daß er als' Jude nicht unbedingt verpflichtet ist, den russischen Juden gegenüber rücksichtsloseste Kaltherzigkeit an den Tag zu legen. Korrespondenzen. Das jüdische Rechtsschutzburealt zu Lemberg. Kurz nach der Wiederbesetzung der Landeshauptstadt durch unsere Truppen wurde im Anschlüsse an das noch während der Invasion, gegründete jüdische Rettungskomitee ein dessen Leitung untergeordnetes Rechtsschutzbureall ins Leben gerufen, das sich durch eine zielbewußte, intensive und weitausgreifeude Tätigkeit den wärmsten Dank vieler Tausende uirserer Volks- und Glaubensgenossen in Onilizien crtvorben hat. Not lehrt nicht nur beten, sondern schafft ailch die rechten Menschen,- mir die Härten der Zeit tragen zu helfen. So hat denn der früher bescheiden im Hintergrund stehende Advokatnrs^ kandidat Dr. Israel Rath, der neben seinem Berufs-, sindium ausschließlich der hebräischen Sprache und Literatur lebte, für eine Zeit die Schriften Achad Haams und Bialiks beiseite gelegt und sich als Leiter des Komitees in aufopferungsvoller Weise der Praktisch-sozialen Wirksamkeit im Dienste seiner Brüder gewidmet. Dr. R a t h hat nun bei einer der letzten Sitzungen des Rechtsschütz ko mi tecs einen Bericht über die einjährige Tätigkeit desselben erstattet, den wir nach dem Berichte des „Lemberger Tageblattes" hier wiedergeben. In der ersten Zeit war es nötig, eine große Anzahl von Flüchtlingen, die sich zur Zeit der Invasion in Lemberg anfgehalten hatte, in ihre früheren Wohnsitze zu repatriieren. Das Stadtkommando hat dem Rechtsschntzbnreau in dieser Hinsicht das weitgehendste Entgegen-, kommen bewiesen, so daß die Aktion bald flott vonstatten ging. In weiterer Folge hat das Bureau in einer Reihe von Fällen, in denen Juden,- wenn auch nicht als Soldaten, so doch indirekt infolge des Krieges physisch erwerbsunfähig geworden, denselben die materielle Unterstützung seitens des Staates erwirkt. Eine Riesentätigkeit eröffnete sich dem 'Bureau in dem Bestreben, unzähligen Frauen und Kindern, deren Ernährer Kriegsdienste leisten, zu den staatlichen Unterhaltsbeiträgen zu verhelfen. Hier handelt es sich vor allem um jene leider unzähligen Glaubensgenossen, die infolge seinerzeitigen Eingehens von rituellen Ehen bei der Geltendmachung ihrer Ansprüche auf scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten stießen. Dieselben waren in einzelnen Fällen so groß, daß deren Beseitigung eine Frist von 2—3 Monaten erforderte. Hier handelte es sich! auch um jene aus gesetzlichen Ehen stammenden Kinder, die aus Nachlässigkeit nicht in die Geburtsmatriken eingetragen und deren Legitimität nachträglich nachgewiesen werden mußte, in vielen Fällen befand sich! der Gatte bereits im Felde und mußte die gesetzliche Eheschließung durch einen Bevollmächtigten erfolgen. Bisher wurden 300 ähnliche Angelegenheiten zufriedenstellend erledigt. Viel zahlreicher waren die Fälle, in denen im Wege von Rekursen an die UnterstütznngskoMmissionen und höheren Instanzen wegen unzulänglicher Bemessung des Unterstützungsbeitrages eingeschritten werderr müßte. Das Bureau hat bisher in mehr als 2000 Fällen dieser Art interveniert und bei 80 Prozent günstige Erfolge erhielt. In vielen Fällen mußte auch ein Vormund für die in Betracht kommenden Kinder ausfindig gemacht werden. Zn Ende des Jahres 1915 erwuchs dem Bureau ein neuer Agendenkreis, da es sich um die Anmeldung der Kriegsschäden handelte. Bisher sind seitens des Rechtsschutzbureaus 300 solcher Angelegenheiten erledigt worden. Ueberaus häufig wird die Hilfe des Bureaus angernfen, wo es sich um Nach, sorschung über die im Kriege verschollenen jüdischen Soldaten, wie auch die nach Rußland verschleppten Geiseln handelt. Hier galt es im Wege einer ausgedehnten Korrespondenz'mit den in Betracht kommenden Instanzen, zum Teile auch im Anslande, so mancher schwergeprüften Familie Beruhigung zu verschaffen,. es gelang zunächst in 150 Fällen. Das Bureau hat 'auch in zahlreichen Füllen die Erlaubnis zur Exhumierung und Ueberführung gefallener jüdischer Soldaten erwirkt. Die Gesamtzahl. der seit Beginn erledigten Angelegenheit beläuft sich auf 2800. In der: letzten Wochen hat das Bureau eine Aktion zwecks Behebung der sanitären Uebelstände in dem jüdischen Stadtviertel Lembergs in die Wege geleitet. Wenn zum Schlüsse bemerkt lvird, daß das jü dische Rechtsschntzburean in 200 Fällen auch christlichen Parteien an die Hand gegangen ist, so dürfen wir diesen wackeren Männern, die unter den schwierigsten Verhält nissen eine so schöne Arbeit geleistet haben, ein ans ganzem Herzen kommendes „Jejafcher koach" znrnfen. _ B. . .k Fürsorge-Komitee für jüdisch-galizische Flüchtlinge, Lundenburg (Mähren). Aufruf! Fast tausend Flüchtlinge ans Galizien und der Bukowina ivnrdeu über behördlichen Auftrag in den letzten Wochen in unserer Stadt untergebracht. Die weitgehendste Opserwilligkeit der Mitglieder unserer Knltusgemeinde, von denen ein großer Teil zur militärischen Dienstleistung eingerückt ist, ist nicht imstaitde, ohne auslvärtige Hilfe das namenlose Elend dieser bedauernswerten Kriegsopfer zu lindern und ihr Los nur halbwegs erträglich zu ge statten. Der staatliche Unterstützungsbeitrag von Kr. 1. -- Per Kopf und Tag reicht infolge der horrenden Teuerung kaum zur Beschaffung der wichtigsten Lebensmittel — Brot und Milch — hin. Daher ist es ein Gebot der wahren und echten Nächstenliebe, dis keinen Unterschied des Glaubens und der Nationalität kennt, diesen unglücklichen Geschöpfen rascheste Hilfe zu getvähren. Es ergeht hiemit an alle edleir Menschen, die ein Herz für fremdes Leid sich betvahrten, insbesondere an jene Wohltäter, denen unsere Stadt als ihr Geburts- oder Heimatsort lieb und teuer ist, an alle verehrlichen auswärtigen Korporationen die innigste Bitte um Gewährung eines Beitrages zu unserem Hilfswerke. Möge ein jeder helfen, die Not dieser Aermsten der Armen, zu lindern, möge ein jeder tun, was in seinen Kräften steht! Lundenburg, im August 1916. Für das Fürsorgekomitee der jüaisch galiftschen Flüchtlinge in Lundenburg i Mähren''. Der Obmann: Moriz H o l l ä n d e r, Bürgermeister der poiilischn Jsr. Gemeinde Lundenburg. Dr. Heinrich S ch w e n g e r, Josef H o l l ä n d e r. Rabbiner. Obmann d. Kultusgemeinde. Regine B a u e r, Präsidentin des israel. Franenwohltätigkeitsvereines. Rituelle Küchen in der Kaserne. Wie dem „Egyenlöseg" aus Szatmar geschrieben wird, sind seit Anfang Juli d. I. in den dortigen Ka ' fernen rituelle Küchen für die jüdische Mannschaft in Betrieb. Es handelt sich hier nicht um eine Privatein-' richtung, sondern um eine militärische Institution, welche SHW9 msm

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