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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-08-18 · 33 (18.8.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
33 (18.8.1916)
Date
1916-08-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 550 D«r. Bloch's von den Militärbehörden ins Auge gefaßt, auf Grund ministerieller Verordnungen ins Leben gerufen und deren Errichtung im BataillonskomMandobesehl verlautbart wurde. In jeder der in Szatmar befindlichen Kasernen oder Lager besteht jetzt je eine solchp rituelle Küche, mit eigenem Kochgeschirr und Service, mit Schächtern, Marchgichim und allem rituellen Zubehör. Die Errichtung solcher Küchen hat sich deshalb notwendig erwiesen, weil in Szatmar die Mannschaft aus den Komitaten Marmaros-Bereg und Ugocsa stationiert ist und die aus diesen Gegenden stammende jüdische Mannschaft so streng religiös erzogen ist, daß sie lieber hungert, als nicht streng rituell zubereitete Kost zu genießen. Die meisten von ihnen sind auch sehr arme Leute, die nicht in der Lage sind, sich auf eigene Kosten zu verköstigen. Die Errichtung dieses schönen Werkes ist der Energie des Qberrabbiners Dr. Alexander Jordan zu danken, der auch au der Spitze eines Küchenerhaltungskomitees steht, dein als Mitglieder angehören die Herren: Adolf Fle ischm a nn, Salamon Markovics, Mo ritz Pas ch k e s, Salamon Schwarz und Leopold Roth. Dieses Komitee unterstütz r das Stationskommando hinsichtlich der rituellen Versorgung der Küchen und kommt für die Mehrkosten auf, wäche durch Errichtung und den Betrieb der rituellen Küchen erwachsen. Wochenschrift Nr. 33 Heldenamler auf den: Friedhose von Lezajsk. Lezajsk liegt kaum einen Kilometer vom San entfernt und war die Stätte vieler Gefechte. Zahlreiche Ge-, fallen.' sind dort bcstatet, auch auf dein jüdischen Friedhofe von Lezajsk liegen gar manche, die von den dortigen Glaubensgenossen nach den religiösen Vorschriften begraben wurden. Es ist aber beit Juden in Lezajsk nicht möglich, allen dort beerdigten Glaubensgenossen Gedenksteine zu setzen. Ein zur Beschaffung der Erfordernisse für die Anschaffung von Gedenksteinen nach in Lezajsk bestatteten jüdischen Kriegern geschaffenes Komitee wendet sich nun an die Oeffentlichkeit mit der Bitte um materielle Unterstützungen, damit den religiösen Vorschriften hinsichtlich der dort bestehenden jüdischen Heldengräber Genüge geleistet werden kann. Spenden wollen an Herrn Glücks mann in Lezaijsk gerichtet werden. Die verschärften fleischlosen Tage und die Heilige Schrift. Bezüglich der Brotkarten, die inn Laufe des Krieges eingesührt worden sind, wurde schon früher von mehreren Bibelkritikern auf die Heilige Schrift hingewiesen, und zwar auf das erste Büch Moses, in welchem wir von der Hungersnot in Aegypten erfahren. Es wurde damals das Brot, bezw. das Getreide von Zeit zu Zeit an die Bewohner des Landes in einem 'geringen Quantum ausgefolgt, um einen Brotmangel zu verhüten. Nun finden wir aber auch! zu dem neuen Erlaß der Regierung, betreffs der Verschärfung der fleischlosen Tage, in der Heiligen Schrift Winke zum Sparen beim Genüsse des Fleisches. In der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums",' Heft 1/2, 1914, steht in einem von Alfred Zweig neu veröffentlichten Pentateuch-Kommentar des Josef Bechor-Schor zuin fünften Buche Moses, im 12. Kapitel, Satz 21, folgende Stelle: “pp2E Dn“D „Du magst schlachten von deinem Rindvieh und deinen Schafen." Alle Hauptkommentare deuten diese Worte in bezug auf die vorgeschriebene rituelle nE'ntr Nur der "'p'1 ch? führt dasselbe aus, was eben Bechor-Schor in folgendem zusügt: „Die Thora lehrt, daß der Mensch all sein ganzes Rindvieh und all seine Schafe nicht schlachten und verzehren darf, sondern nur einen Teil." Der Kommentator macht uns auch auf den Talmud aufmerksam, und zwar auf Chulin, Seite 84, a: „Der Mensch darf Fleisch essen, wenn er es in großer Menge hat. Doch! darf der Mensch nur einen Teil von seinem Rindvieh und von seinen Schafen schlachten. Ferner darf er sich überhaupt nicht an das Essen von viel Fleisch gewöhnen, damit' er nicht verarme. Auch deshalb darf der Mensche nicht alle Schafe schlachten, damit er nicht dadurch materiellen Schaden leide, da er mit dem Ausschlachten aller Schafe die Milch und die Wolle verliert. Deutschbrod, am 7. August 1916. ^kabbiner Dr. Leo Bertisch.

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