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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-08-04 · 31 (4.8.1916) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
31 (4.8.1916)
Date
1916-08-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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-fit. 31 Dr. Bloch'S Wochenschrift Sette 517 Heldentod/ Am 4. Juli l. I. fand der Kadett int k. u. k. Ins., Regiment Nr. Philipp Adler, Lohn de» Jgttaz Adle r ans Franzensbad, absolvierter Handelsakademiker, am Kriegsschauplätze infolge eines Kopfschusses im Alter von 19 Jahren den Heldentod. Kadett Adler, der in letzter Zeit von Todesahnungen befallen war, schrieb in einem seiner letzten Briese an seine Eltern: „Würden die Menschen setzen, wie nichtig hier des Einzelnen Leben ist, sie wurden bald von Haß und Verfolgung gegen einander Massen und, gleich, uns Karneraden, friedlich und verträglich miteinander leben. Sollte ich den Tod fürs Vaterland sterben, so bitte ich Erichs Eurem Schmerze Einhalt zu gebieten, denn an 'meiner Seite fallen Leute, um dessen Verlust Weib und Kind trauern, wogegen ich tun niemanden zu sorgen habe. . . Der fürs Vaterland Gefallene bekundete seinen Pal r io tismüs auch unter anderem in der Weise, daß er bei Ansbruch des Krieges sich der k. k. Bezirtshanptmann schaft in Eger, die seinerzeit von Amtsgeschäften überbürdet war, unentgeltlich zur Verfügung stellte und wochenlang als flotter Schreiber mtt> Stenograph dem Militärreferenten Dr. Vocab gute Dienste leistete. Kie Spaniolen in Arankreich. Der Madrider Universitätsprofessor Dr. A. S. 9) a - h n-d a hat an den Präsidenten der französischen Kammer B r i a n d ein Memorandum gerichtet, das von einergroßen Zahl spanischer Gelehrter und Politiker unterzeichnet ist, und das der französischen Regierung für die gute Behandlung der spanisch-türkischen Juden in Frankreich dankt. „Durch die Zeitungen unseres Landes", heißt es in der Zuschrift, „haben wir mit besonderer Befriedigung erfahren, daß die französische Regierung trotz ihrer feindlichen Beziehungen zur Türkei sich jeglicher Gewaltmaßnahmen gegen die in Frankreich lebenden spaniolischen Juden türkischer Abkunft enthält mit) ihnen gestattet, ruhig ihren Beschäftigungen nachzugehen. Spanien hat diese Juden nicht vergessen, obgleich sie sich schon 'feit mehreren Jahrhunderten von ihrem ursprünglichen Vaterland losgelöst haben: und auch diese Juden konnten ihre ursprüngliche Heimat nich? vergessen: sie haben die spanische Sprache beibehalten, nennen sich Spaniolen (Sepharditen) und halten die spanischen Ueberliefernngen und Gebräuche heilig. Wir betrachten sie als losgelöste Mitglieder der spanischen Familie, die sich ait einem fremden Herde niedergelassen haben, und nichts, tvas sie berührt, könnte uns Meichgiltig lassen. Die Güte der französischen Regierung rührt uns tief und bestätigt unsere hehre Auffassung von dem Idealismus der französischen Nation." Unter den zahlreichen Unterschriften finden sich die des Senatsvizepräsidenten Dr. Angel Pulido, der Deputierten Dr. Manuel Hilario A v u s o, Roberto C a st r o v i d o, Pedro Gomez C h a i x. des Senators Dr. R. A l t a m i r a. Mitglied der Madrider- Akademie der Wissenschaften, des Direktors des königlichen Konservatoriums in Madrid Th. Breton u. v. a. Kie Toterlgewänder (Jachrichim). Eine Anregung von Prof. Dr. Kahan, Znaim. Wie die Totengewänder beschaffen sein sollen, hat keine Verordnung der Thora oder des Talmud bestimmt. Cs 'war in der alten Zeit einem jeden freigestellt, wie er seinen Toten kleiden wollte. Mit der Zeit aber hat sich der Brauch herausgebildet, die Toten in möglichst kostbare Gewänder zu kleiden, und dieser Brauch wurde für die Armen so drückend, daß sie ihn als ein größeres Unglück ansahen, als den Tod ihrer Lieben. Es kam sogar soweit, daß sie die Toten unbeerdigt liegen ließen und davon liefen, n>eil sie die Kosten nicht erschwingen konnten. Diesem Nebel hat Rabban G a m t i o t durch eine kühne Tat abgeholsen. Er, der Fürst und Führer seines Volkes, verordnete, daß seine Totenkleider aus billiger Leinwand gemacht werden sollen. Das Volk hat es ihm nachgemacht und kleidete seitdem die Toten in billiger Leinwand. R. Papa, etwa -00 Zähre später, berichtet, daß malt zu fesner Zeit den ganz billigen Hanf dazu benutzte. (Kethuboth Hk> Was die Farbe betrifft, so herrschte darin ursprünglich die reine Will kür, erst viel später ist weiß Mode geworden. Jlt der talmudischen Zeit hat R. Janai seinen Kindern sogar v c r b o t e n, ihlt in lv e i ß e n oder schwarzen Gewän dern zu begraben! l Schabbath 114;i.) Jedenfalls v e r bietet Maintonides, s ü r T o t e n k l e i d e r viel 0' e l d a n s z u g e b e n. 1'^' -rh'U l.Hil. Ebel IV, l. > Jedenfalls ist Leinwand durchaus nicht vorgeschrieben. Die Totenkleider können sogar aus Wolle, gemischt mit Leinwand, bestehen lJore Dea 351, I), was sollst verboten ist. Der Brauch, die Toten in weiße Leinwandgewänder zu hüllen, hat sich also rrnr herausge bildet, lveil es der billigste Stoff war. Nun aber ist die Leinwand furchtbar teuer geworden und die Tachrichin kosten über 60 Kronen. Wäre es nicht geboterr, jetzt mit diesem Brauche, der ja gegen Maintonides' Entscheidung verstößt, zu brechen? Ein Rabban Gamliel lväre jetzt auch gewiß mit gutem Beispiel vorangegangen! Korrespondenzen. An die gesamte jüdi'che Oefsentlichkeit der Monarchie. In Palästina, insbesondere in den Städten Safed. Tiberias, Jerusalem und Hebron, ivohnen Tausende österreichischer und ungarischer Juden, znm großen Teil Greife aus Ostgaltzten, der Bukowina und der Mar maros, die nach dem Heiligen Lande gepilgert sind, uni dort ihre Tage in Frieden zu beschließen. Viele von ihnen lebtert bisher von Unterstützungen, die ihnen ihre Familien aus der Heimat sandten. Diese Angehörigen sind jetzt, soweit nicht als Opser des Krieges gestorben, als Flüchtlinge selber an bcu Bettelstab geraten. Für Geldsendungert nach Palästitta kommen sie bis auf weiteres nicht in Betracht. Den durch diesen Ausfall dem Hungertode preisgegebenen Staatsangehörigen aus S ft g a l i z i s n, der B u kowitta und der Marmaros in Paläftilta, denen keine andere Hilfsquelle zu Gebote steht, liach Möglich feit über die Kriegszeit zu Helsen, betrachtet als ihre toichtigste Aufgabe die v o r Jahresfrist ins Leben gerufene „Hilfskommission 1 9 15 für P a l ä ft i tt a" Sie hat bisher, durch das hohe k. u. k. Ministerium des Aeußern, u. a. durch einen Zuschuß von 10.000 Kr. und Einleitung einer ergiebigen Sammlung, tatkräftig unterstützt, 300.000 Kronen aufgebracht und zumeist durch Vermittlung des hohe tt Ri i n i st e r i n nt s unter A u f f i ch t u tt s e r e r k. u. k. K o n s u l a t e i nt Heiligen Lande teils in B a r e m, teils in Mehl an jene Armetl verteilt. Bei der gegenwärtigen Teuerung itt Palästina, der Schwierigkeit der Kursverhältnisse und vor allem der großen Anzahl der Empfänger war diesen hiertttit nur die bescheidenste Daseinstnöglichkeit geboten. Das beispiellose Elend hat inzwischen verheerende» Seuchen die Pforten geöffnet, die bei dem M a tt g e l a n A e r z t e n, W a r t e p e r s o n a l. M e d i k a nt e n t e tt und Spitälern, vor altem in Safed, dem Borort unserer österreichischen Kolonie, dort binnen zweier Monate 500 Familien des Ernährers beraubt haben, so daß in dieser verhältnismäßig nicht zablreich'n Gemeinde 200 W a i s e tt o h n e D b d a ch, N a h r n n g tt n d K lei

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