Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 31 (4.8.1916)
- Date
- 1916-08-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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€ eile 516 Tr. Bloch'S CcioHomicucamlev, Infanterist im Jnf.-Reginient hat feil acht Monaten kein Lebenszeichen von sich gegeben. Chist Vater von vier Kindern. („Egyenlöseg.") Während des Sturmes. Am 2. Juni 1916 ist, wie -,EgYenloseg" berichtet. Etesan Kar dos, Fähnrich, Söhn des ehemaligen Reich?- ragsabgeordneten Dr. Samuel Kardos in Nagybees ier'ek, den Heldentod gestorben. Er befand sich auf den, italienischen Kriegsschauplätze. Als er den Befehl zum Sturmangriff erhielt, stürmte er mit feinem Zug Vor, drang trotz des italienischen beschütz- und Maschinengewehrfeners als erster in die italienische Stellung ein, und als es zu in Bajonettkanipf kam, senerle er seine Mann schast zum Widerstande an und hielt die eroberte Stellung, bis Hilfe gekommen war. Er selbst irmrde in dem schweren Kampfe tätlich verwundet und hauchte zveuige Stunden später seine edle Seele aus. Er ist aus jener Höhe begraben, welche er mit seiner Abteilung erobert hat und von wo sich ein herrlicher Ausblick iu die venctianische Ebene erschließt. Der Regimentskommaudant hat-Kardos für die goldene Tapferkelt s m e d a i l l e in Vorschlag gebracht. Nach dem Falle des Kardos' übernahm Zugsführer Nochem (Nathan) Flemmer die Führung des Zuges. Fl emm e r kämpft bereits seit Kriegsausbruch an.der Front und hat sich auch bei diesem Anlasse so sehr hervorgetan, daß Oberstleutnant Kästner iu Begleitung einer feierlichen Belobung vor dem Bataillon ihm die große silberne T a p f e r k e i t s m e d a i l l e an die Brust heftete. Bei demselben Sturmangriff fand auch Fähnrich Arthur Weinberger, Beamter der Pauesvarer Dampfmühle, den Heldentod und wurde der Fähnrich Josef Kanitz, Kaufmann aus Torontal, verwundet. Auch! der Oberarzt Dr. Julius Fischer, Besitzer des Signum laudis, erhielt inmitten der Erfüllung seines' edlen Berufes von einer Jnfanterickugel einen Kopfschuß und wurde in die Innsbrucker Universitätsklinik behufs Vornahme einer Operation gebracht. Der Keld von Mna. Vom Kriegsschauplätze meldet Ntan dem „Eggenlöseg": Anläßlich der berühmten Schlacht "bei Okna, oberhalb Czcrnowitz, geschah es, daß ein Honvedregiment gegen einen übermächtigen Feind den ganzen Tag hindurch dem russischen Trommelfeuer standhielt. Der Ausgang der Schlacht konnte nicht zweifelhaft sein. Die Unsrigen zogen sich zurück und bezogen ihre neuen Stellungen. Die russische Artillerie nahm das Gelände hinter der Front in der Ausdehnung von acht Kilometern unter Sperrfeuer, so daß der Nachschub von Munition und die Heranziehung von Reserven unmöglich wurde. Die Gruppe des Generals Papp deckte in diesen erbitterten Kämpfen den Rückzug unseres südlichen Flügels. Ein ^heldenmütiger Kadett blieb bis zum letzten Augenblicke auf seinem Platz, trotzdem eine russische Kugel ihn am Fuße eine tiefe Wunde zugefügt hatte. Inmitten des großen Geschoßregens gelang es ihm dennoch, mit seiner Truppe einen Fluß zu übersetzen und jenseits desselben den Kampf wieder aufzunehmen. Der heldenhafte Kadett, welcher jetzt in einem Wiener Spital gepflegt wird, ist Bela Biro, der wackere Sohn des Jakob' Biro, Postmeister in Mödos. Auszeichnung eines jüdischen Kantors. Simon F leis ch m a n n, Kantor der israelitischen Kultusgemeinde in Alfo-Lendva, wurde,- wie „Egyenlöseg" meldet, dieser Tage ausgezeichnet. Fleischmann ist schon seit längerer Zeit an der Front und lieferte bereits Wochenschrift ' Nr. 31 mehrfache Beiveise seiner persönlichen Tapferkeit. Vor kurzem nun wurde er mit der silbernen Tapferkeitsmedaille zweiter Klaffe ausgezeichnet. Dieser Tage wurde dem tapferen Soldaten die Auszeichnung an die Brust geheftet. Ein Wetter der Verwundeten. Dem Vater des gefallenen,'mit denk Eisernen Kreuz dekorierten jüdischen Assistenzarztes Dr. Map Cohn ging ein Schreiben von: Hanptmann seines Sohnes zu, in welchem es heißt: „Das Bataillon hat durch den Tod Ihres Sohnes einen sehr schweren Verlust erlitten; seit Beginn des Krieges hat er in allen Kämpfen und Gefechten sowohl von den wenigsten hat er wohl nach Hanse geschrieben! —, wie auch im langen Stellungskriege nnerm ü d l i ch, u n e r s ch rocke n und t a P f e r seines schweren Amtes gewaltet, viele B e uuit n de t e gerettet und manchem Kranken Trost und Hilfe gebracht. Er lvar der väterliche Freund der Manuschaflen, für deren jeden er das rechte Wort zur rechten Zeit hatte. Als wir gestern nach vier schweren Tagen aus der vordersten Linie kamen und die Trauerkunde vernahmen, sah man lauter betrübte Gesichter und hörte viel Gutes seitens der Mannschaften über den Verblichenen. Dieser ist in treuester Pflichterfüllung gestorben: als er sich eben anschickte, vom Truppenverbandsplatze zur Hilfeleistung nach vorn zu gehen, schlug eine Granate in das Haus und verletzte if;u schwer an beiden Beinen. Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle, und er wurde umgehend in ein Lazarett verbracht, .wo er anderen Tages, 7 Uhr ssr.üh, verschied. . . . Den Herren des' Stabes und mir selbst ist der Tod Ihres Sohnes besonders nahe gegangen, denn wir schätzte'.: in ihm nicht nur den -tüchtigen und unermüdlichen Arzt, sondern auch! den treuen liebenswürdigen Kameraden, der uns durch! seinen trefflichen Humor manchen langen Abend kürzte und durch sein Klavierspiel über manche bange Stunde hinweghalf. Wir alle werde): den Verstorbenen nie vergessen, unter den vielen Opfern, die der Krieg vom Regiment forderte, tvird sein Naine stets an erster Stelle mitgenannt werden. Noch möchte ich eine kleine Begebenheit Ihnen mitteilen, die sich soeben abspielte: Als der Adjutant eines benachbarte): Regimentes die Trauernachricht erhielt, sagte er zu mir: „Das ist ein sehr schwerer Verlust für Sie, der hat Hunderten von V e r w u n d e t e:: das Lebe n g e rettet!" Mit der nochmaligen Versicherung aufrichtigsten Mitgefühls und mit vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr sehr ergebener Hauptmann Kloß, Kommandant des 2. Bataillons vom Infanterieregiment Hpftr des Krieges. Am 9. Juli ist der Kadett d. R. Leo M e tz g e r des Jns.-Reg. 13, tapfer kämpfend, an: Kriegsschauplatz gefallen. Die Verlustliste Nr. 438 enthält u. a. die Na:nen der auf den: Felde der Ehre gefallenen Infanteristen Jankel Appel, J.-R. 58, geboren in TysMenica; Hermann Berger, J.-R. 58, geboren in Brzesany; Mechel Blumen stein, J.-R. 58,- geboren in Nadworna; 'Hersch Billig, recte Mantel, J.-R. 55, geborei: in Brzesany. Am Militärfriedhofe in Valjevo befinden sich die Gräber der dort verstorbenen Soldaten Natan Malz, J.-R. gestorben am 2.. Februar 1915 an Typhus; Josef Rubinwald, (oder Rubinfeld?), geboren in Przemysl, J.-R. gestorben am 25. Januar 1915; Simon Rosenberg, geboren in Lisko, J.-R. gestorben am 21 r Januar 1915.