Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 30 (28.7.1916)
- Date
- 1916-07-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sitte 502 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 30 Erfüllung unseres Humanitären Wirkens durch milde Gaben zu unterstützen. Geldsendungen für das Komitee für die rituelle Ausspeisung jüdischer Soldaten und Häftlinge bitten mir zu richten an die Firma 'Sch. S ch e n k e r, Krakau, Grodzkagasse 40. Auch die „Oesterreichische Wochenschrift" ist bereit, Spenden für das Komitee entgegenzunehmen. Marienbad. (O f f e n e r B r i e f a n B ü r g e r m eiste r Rubritius.) Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Ihr ebenso umsichtiges als liebevolles Walten in dieser schweren Zeit sowohl den Flüchtlingen als auch den Einheimischen und Kurgästen gegenüber, .ermutigt zu der offenen Frage: Würden Sie nicht vorangehen wollen und die nichts weniger als malerische Schaustellung der bekannten Ansichtskarten utit Karikaturen polnischer Juden einstellen? Diese polnischen Juden, die heute zerrieben und zernralnrt wurden zwischen den Mühlsteinen dieses großen Völkcrringcns, vertrieben von Haus und Hof, getrennt von den engsten Angehörigen, beraubt ihrer Habe und ihres Gutes — und die doch in tauseird und tausend Fällen bewiesen haben, daß sie auch im Schützengraben ihren Mann stellen und den letzten Blutstropfen für Kaiser und Vaterland herzugeben bereit sind —, sie sollten in diesen Tagen nicht kränkelndem Spotte und Hohne ausgesctzt sein. Gehen Sie voran, Herr Bürgermeister, wie Sie in manchem Guten und Schönen vorangegangen fiitb — und Karlsbad, Franzensbad, Teplitz usw. werden dafür sorgen, daß diese sehr unzeitgemäßen Ansichtskarten aus den Schaufenstern und dem Verkehre verschwinden. Ein langjähriger Besucher Marienbads. London. Wie die hiesigen cingewanderten Juden denken, zeigt die dem bekannten Agitator für die Jüdische Legion, Schabotinski, vor einigen Tagen von ihnen erteilte kräftige Absage. Eine große Volksmasse hatte sich am 25. Juni versammelt, mit einen Vortrag desselben zu verhindern, und nahm folgende Resolution an: „1. Wir protestieren gegen die Verwaltung der Popolew-Bibliothek, welche das Referat des Herrn Schabotinski veranlaßt hat. 2. Wir drücken unsere ganze Verachtung aus gegen Schabotinskis Handlungen, die wider unsere Interessen 'sind."