Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 29 (21.7.1916)
- Date
- 1916-07-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sette 490 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. LS Liste der in Gutzwerk internierten, den Verbleib ihrer Angehörigen forschenden Flüchtlinge: Samson Drucker aus Kozov sucht den Schwiegersohn. Nechemie Zloczower und den Sohn Abraham Kicsler aus Czernowitz. Mina Paster aus Wasztoutz sucht ihren Mann Abraham Paster. Mechel Schüssel aus Kozov sucht seine Gattin Scheindel Schüssel, seine Kinder und seine Mutter. Ena Klüger aus Kozov sucht ihren Schwager Ja-i.el Beck, ihre Familie und ihren Bruder Mendel Leder. Henia Spasser. aus Wizrntz sucht ihren Onkel Seide Schieber, ihre Tante Gittel Siedrrer und ihre Schwägerin Lea Fleischer. LHaja Klüger aus Kozoo sucht ihren Gatten Berl Klüger. Cipera Nagler aus Horodenka sucht ihre Mutter Rechcl Dwora Spann und ihre Schwester Malta Spierer. Kreinze Bur. aus Waszroutz sucht ihren Bruder Cha'rm Kranz und ihre Tochter Sali Grüagratz. Perl Böller aus Waszkoutz sucht den Sohn Leon Böller, Gymnasiast. Scheindel Dermer vel. Danber aus Wasz.öutz sucht ihren Gatten Salman Dermer und drei Kinder. Simche Schlamm aus Gwozdziec sucht den Sohn Samuel Abraham Schlamm und die Kinder, ihre Tochter Blima Lehrer. Nute Terner aus Zamozt sucht seine Gattin Czarna Terner und Kinder. Gittel Winter aus Kozoo sucht ihren Vater Iankel Tauscher, ihre Schwestern Rifra Haber und Rosa Fuchs. __ Dreiste Setzer aus Ewozdziec sucht ihren Vater Ehu.ie Selzrr, der mährend der Flucht in einem Lemberger Spital interniert wurde. Taube Cottesmann aus Zaleszczy'ü sucht ihre zwei Kinder Rista und Lisschi Gottesmaun. Schaja Leiser Spunn aus Czernowit; sucht seine Frau Rizie Spunn. Owadie Setzer aus Gwozd.iec sucht seinen Vater J<el Wolf Selzer. Schr'rncie Schauber aus Kniacztowce sucht die Eltern Majer Haspiel und Frau. Vrana Sperber aus Zablotow sucht ihren Bruder Perei! Abraham Zanderer. Moses Schnabel aus Zablotow sucht seine Schwiegertochter Sara Schnabel. _ Zur Geschichte der Familie Kuh. Von Dr. P. Heinrich. Fortsetzung. In der Familienliste der Adam Arnsteinschen Erden vom Jahre 1753 finden wir Levi Knh und Jakob Moses Pollmayer, die „so anstatt Marx und Löw Arnstein, die so in Negotien auf- und zureysen,.- sich allhier befinden". Dieser Levi Knh oder, wie seiir Borname am Grabstein und im Totenbuch lautet (Juda), Juda Löb Knh aus Prag, starb in Wien als k. k. Hoflieferant am 25. April 1807 im 75. Lebensjahre. Vielleicht ist er ein Sohn des im November 1773 in Prag verstorbenen Simon üen Juda Löb Kuh halevi,*) dessen Grabschrift ihn als Judenfürst betitelt (D'Ti.T*? “liriTi Tw j’i'p) und von ihm erzählt, daß er „bereits in seiner Jugend sämtlichen Gemeindemitgliedern Wohltaten ausübte und hierdurch (manchmal) mit der Behörde in Konflikt gerät, die ihm sogar einmal einsperren und martern ließ. Er brachte es dann zu großem Vermögen, gelangte beim Adel zu einflußreichem Ansehen, so daß er zum k. k. Hoflieferant ernannt wurde. In seinem Hause erbaute er ein Lehrhaus (Beth-Hamidrasch), für das er eine namhafte Stiftung hinterließ, deren Zinsen für Thoralerner verwendet lverden sollen". (K. Lieben, Galed, Grabschriften des Prageralten Friedhofes, Nr. 44.) Löbls Seßhaftigkeit in Wien war jedoch von kurzer Dauer; seine sämtlichen Kinder sind in Prag geboren, *) Juda Löb, Simons Vater, ist vielleicht mit dem bei Grunwald-iOppenheimer, S. 338. erwähnten David Löb, der in Prag Vorsteher war, identisch; in diesem Falle mühte er aber im Jahre 1738 nicht mehr gelebt haben, da Simon sein 1732 geborenes Kind nach ihm „Juda Löb" nannte. die meisten, wie auch! seine Gattin, sind auch dort gestorben. Es ist daher begreiflich!, daß wir seinen Namen lveder in den Steuerlisten noch in den Lmmmelbogen oder im Kassabuch der Wiener israel. 'Gemeinde als Spender vorfinden. Erst kurz vor seinem Tode (wahrscheinlich nach dem Ableben seiner Gattin) war er nach Wien übersiedelt, jedoch nicht zu seinem in Wien wohnhasten Schwiegersöhne, wie aus der Notierung; der Wohnung, wo er starb, genau zu ersehen ist. Ans seiner Grabschrist ist zu entnehmen, daß er Vorsteher der Prager Chewra-Kadischa war, die ihm dann (wohl bei seiner Uebersiedlung nach Wien) zu ihrem „Ehrenmitglied" uitb „Alten Herrn" ernannte. Seine in Wien wohnhaften Kinder waren: 1. die 1750 in Prag geborene Ernestine (Esther), die Gattin des bekannlelt k. k. Bankal-, Tabak- und Siegeldirektors kais. Rat Aron Bär Hörrig Edler v. Hönigsberg. Aron Bär starb (in Wien?, im Totenbuch gar nicht notiert) am 25. Mai 1816, Ernestine am 25. Dezember desselben Jahres im 67. Lebensjahre rrnd sirrd in ein und demselben Grabe ,am Währinger Friedhofe beerdigt. Während sie am Grabstein als die Tochter des Juda Löb Kuh aus Prag bezeichnet tvird, wird sie im Totenbuch als geborene „Partenstcin" notiert. (Ein Kassier Ernst Parkenstein starb ledig am 11. Dezember 1809 im 22. Lebensjahre, ist am Währinger Friedhöfe beerdigt, hat aber keinen Grabstein.) Bon ihren in der Steuerliste vorn Jahre 1808 angegebenen drei Kindern ist uns kein einziges bekannt. Eine 19 jährige ledige Tochter Schöndl starb am 24. Juli 1799; eine Tochter Klara heiratete am 31. August 1801 den med. Dr. Salomon Liboschütz, Hausarzt des russischen Granden Kasorowsky, mit dem sie rvohl nach Rußland übersiedelte; die können also unter den drei Kirw dern nicht gemeint sein. Aron Bär und der bekannte, zirka 50 Jahre amtierende Vorsteher Maximilian v. Hönigsberg sind die einzigen unter den in dieser Steuerliste notierten 119 Familienhäuptern (darunter auch der bereits zum Freiherrn ernannte Nathan v. Arnstein usw.), die keine Toleranzsteuern, sondern bloß 101 st. 33 Kreuzer, event. 300 ft. Klassensteuer, entrichteten. Aron Bär könnte als Staatsbeamter davon befreit worden sein. 2. die in Prag 1766 geborene Elisabeth (Hindl) lvar die Gattin des in Prag 1763 geborenen Moses Sichfrowsky, der zwar kein gewählter Vertreter der Wiener Inden, äe facto jedoch mehr als eirr solcher war. In einem von ihm verfaßten und unterschriebenen Entwurf, der „rein abzuschreiben und an die 12 'Reprüsen-, tauten, um zu lesen, weiter zu senden sei," verlangte er von den Vertretern, bei Sr. Majestät geeignete Vor^ stellungen zu machen nur die Verbesserung der Lage der Juden in Wien, die peinlicher als die der Juden in der Prov'nz, und wo seit 17 Jahren keine drückende Verordnung ausgehoben wurde. Er wirst den Vertretern Unterlassung von Pflichterfüllung, „denen wir keineswegs Nebenrücksichten zur Last legerr möchten . . .", den Wählern gegenüber und Gebrächen an Mut und Beharrlichikeit vor. „Wir ersuchen Sie daher, uns gefälligst mitzuteilen, ob und was Sie auf diese unsere Ausforderung für Schritte zu machen gesonnen sind, damit wir in Üeberlegurrg nehmen, ob wir mit den von Ihnen cinzuleitenden Maßregeln, ivenn selbst baldigst in Ausführung gebracht werden, zufriedengestellt seyn können, oder ob unsere persönliche untertänigste Bitte bei unserem gnädigen und geehrten Kaiser ein günstigeres Resultat versprechen dürfte." Dieses Schriftstück ist nicht datiert, jedoch sicherlich irrt Jahre 1812 perfaßt, wo die Zahl der Vorsteher von 9 aus 12 erhöht wurde; damit stimmen auch die „17 Jahre" überein, nämlich seit 29. April 1795, rvo die Toleranzerteilrmg nicht mehr auf Lebens-.