Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 29 (21.7.1916)
- Date
- 1916-07-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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, r/29 Tr. Bloch's Wochenschrift Leite 485 Wöhtstaild heben. Ich kann daher beit Gedanken dieses Projektes nur auf das Allerwärmste willkommen heißen und den Wunsch für baldige Verwirklichung aussprechen/' Hofrat Professor Dr. Politzer: „Es war ein segensreicher Gedanke, in Jerusalem ein größeres Krankenhaus mit klinischen Abteilungen zu errichten. Wer nach den immer wiederkehrenden Schilderungen aus Palästina das Elend ermißt, in welchem die stets zuströmenden Schwerkranken, ohne genügend ärztliche Hilfe, dahinsiechen, wird dieser Schöpfung seine volle Zustimmung nicht versagen. Was bisher die großherzige Wohltätigkeit in Palästina speziell für das Krankenwesen geleistet, hat sich gegenüber der großen Masse Heilungsbedürftiger als unzureichend erwiesen. Sollen daher diejenigen, denen Gottesglauben und Frömmigkeit den Wanderstab in die Hand drücken ließ, um an der heiligen Stätte ihr Leben zu beschließen, nicht in Krankheit und Elend verkommen, dann muß Barmherzigkeit und Wohltätigkeit in reichem Maße die Realisierung k-er neuen Schöpfung ermöglichen."' * * * Doch was heute vor allem und unumgänglich nottut, sind Geldmittel, zur Bekämpfung der augenblicklichen Not. H u n d e r t e n und T a u s ende n E r krankt e r oder von Krankheit Bedrohter gilt es, schleunigst Hilfe zu leisten. Die „Kriegsspitalshilfe für Palästina". Adresse: K. u. k. Hofrat Dr. Julius Schlag,'Wien, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 109. Spüsestcllc für HandelsaiMstellw und den Mittelstand. Wien, 1. Bez., Eßlinggasse 18. An die geehrte Redaktion der „Oesterreichischeu Wochenschrift". Wien, II., Praterstraße 9. Bezugnehmend auf den offenen Brief in der IctUeu Nummer Ihres geschätzten Blattes, erlauben wir uns folgendes zu erwidern: „Es ist vor allem unrichtig, daß ein Gast mit dem Präsidenten unseres Vereines eine Unterredung hatte, da derselbe seit Wochen nicht in Wien weilt, dadurch noch nicht einmal Gelegenheit fand, unsere ueu-adaptiertc Speisestelle aufzusuchen. Irgendwelche Bevorzugung der Gäste in unserer lKriegshilfsaktion nach Nation, Konfession oder Stand ist vollständig ausgeschlossen und weisen wir jede gehässige Anschuldigung auf das Entschiedenste zurück. Wahr hingegen ist, daß jedermann, der sich Montag oder Dienstag bei der Kärtenausgabe im Wochenabonnementsystem ein solches Abonnement für die ganze Woche zu lösen beabsichtigt, dasselbe in zuvorkommendster Weise anstandslos ausgefolgt erhält. Wie der zahlreiche Zuspruch und das stets lobende Urteil unserer Gäste, die uns alle gleich lieb und wert sind, beweist, erfreut sich unsere Speisestelle allgemeiner Beliebtheit, so daß uns die Zumutung einer Ungerechtigkeit oder Ungehörigkeit absolut nicht trifft. Wir verzeichnen es übrigens, daß wir Anregungen und Wünschen, die uns seitens unserer Gäste direkt zngekommen sind, nach Möglichkeit immer entsprochen haben, so daß eine Flucht in die Oesseutlichkeit recht deplaziert ist." Für die gütige Aufnahme dieser -seilen dankt bestens mit vorzüglicher Hochachtung D e r B o r ft a n d. Wien, 14. Juli 1916. Einer weiteren Zuschrift entnehmen wir: Hochgeehrte Redaktion! Eine Mitteilung von Herrn Heinrich C z o p s, 1. Bez.. Wipplingerstraße 12/10, betreffs der Kriegshilfsaktion in der Eßlinggasse 18, veranlaßt mich, den enthaltenen Behauptungen im Interesse der Wahrheit entgegenzutreten. Ich bin Flüchtling aus Galizien und speise bei dieser Kriegs- Hilfsaktion schon länger als acht Monate. Die daselbst verabreichte Kost ist vorzüglich zu nennen. Man bekommt hier nicht „ein paar Lössel Essen", wie Herr E z o p s behauptet, wohl aber eine gute Suppe, Gemüsen. Fleisch oder zwei Eier, Mehlspeise und Brot — alles um Kr. 1.20. Die Nahrhaftigkeit läßt nichts zu wünschen übrig. Ferner heißt es in dem Brief: „Ein Blick in die Halle genügt, zur Ueberzeugung zu gelangen, daß das Gros der Besucher aus Flüchtlingen von Galizien und der Bukowina sich rekrutiert, und kann ich dreist behaupten, daß alle Gäste mit gleichem Entgegenkommen zur Zufriedenheit behandelt werden." Hochachtungsvoll Z. Rat h a u s e r, Privatbeamter. 8. Bezirk, Iosefsstädterstraße 11/5. Im Namen vieler Flüchtlinge. Knab: »Volksschule m. Oefentlichkeitsrecht (TalnmdThora) Wien, 2. Bez., Malzgasse 16. Am 14. Juli wurde das Schuljahr 1915/16 mit einer schönen Feier in würdiger Weise geschlossen. Die Schule wies Heuer wieder einen besonders zahlreichen Besuch auf. Bon den 236 Schülern stiegen 211 auf, außerdem blieben 7 wegen Krankheit ungeprüft. 14 Kinder treten in die Mittelschule ein, so daß der Erfolg recht günstig erscheint. Für die vielen armen Schüler, Kinder der zum Heeresdienste Eingerüäten oder durch den Krieg in Not Geratenen, hatte der Borstand in liebreichster Weise gesorgt. Sie erhielten täglich ausreichende, vorzüglich zubereitete Nahrung, mindestens zweimal in der Woche Fleischkost, was bei den unerschwinglichen Lebensmittelpreisen eine gewiß anerkennenswerte Leistung ist. Lange bevor der dringende Ruf: „Wiener Kinder aufs Land!" die Öeffentlichkeit beschäftigte, widmete der Vorstand dieser Frage seine Aufmerk samkeit, indem er .die Errichtung einer eigenen Ferienkolonie vorbereitete. Nur der Ausbruch des Krieges hinderte ihn an der Ausführung des Planes. In diesen Ferien wird ein Ersatz dafür in Form einer Tagesheim- und Erholungsstätte geschaffen. Ein. edler Wohltäter, der ungenannt sein will, hat sein Anwesen in einem äußeren Bezirke als L>piel- und Beschäftigungsplatz zur Verfügung gestellt, wofür ihm hier der Dank ausgesprochen wird. Die Kinder werden nun täglich unter Aufsicht und Leitung ihrer Lehrer bei L>piel und Beschäftigung in Gottes freier Natur Erholung und Kräftigung finden und die Lebensfreude, nach der die Kinderseele so sehr begehrt, nach Herzenslust genießen können. Selbstverständlich ist auch die Nahrungssrage in befriedigender Weise gelöst, so daß es den Kindern an nichts fehlen wird. Sie erhalten Gabelfrühstück, Mittagessen und Jause. Es muß jedoch jedem klar sein, daß dies alles große Kosten verursacht man denke nur an die Fahrtspesen — und die Deckung dafür ist noch nicht vorhanden. Kinderfreunden ist da die richtige Gelegenheit geboten, durch Beiträge an Naturalien und Geldspenden ein gutes Werk zu tun und ihren Patriotismus auch in dieser Richtung zu betätigen. Wenn wir Körper und Geist unserer Kinder nähren und kräftigen, bauen wir uns eine schönere Zukunft, bahnen wir frohere, bessere Zeiten an. Möge die Bitte um Förderung des genannten edlen Zweckes nicht ungestört verklingen. Oberlehrer Jakob K o h n. Der neue amerikanische Botschafter bei der Pforte. Abraham L. Elkus war schon 1913, ehe Morgenthaü als Botschafter nach Konstantinopel ging, für diesen Posten ausersehen. Seine Ernennung scheiterte an dem Widerstande des damaligen Staatssekretärs Bryan: denn Elkus stand in enger Verbindung mit der bekannten Newyorker demokratischen Partei-Organisation Tammany Hall, mit der B. keinerlei Beziehugen haben wollte. Solange B. im Amt war, konnte Tammany Hall keinen ihrer Kandidaten für ein Bundesamt durchsetzen, denn Wilson beugte sich, wie in vielen anderen Dingen, so auch in diesem Punkte, vor dem festen Willen Bryans und bestätigte keinen Tammany Kandi daten. Hierin trat nach Bryans Rücktritt eine völlige Wendung ein. Um nun auch diese mächtige Organisation >'ür sich zu gewinnen, hat er vor kurzem seinen Frieden :n't ihr gemacht. Die Ernennung E'kus' wiirde das Siegel auf den neuen Bund bedeuten. Abraham Elkus, der im 49. Lebensjahr.' steht, ist bisher politisch säst gar nicht hervorgetreten. E - ist da-?