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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-07-21 · 29 (21.7.1916) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
29 (21.7.1916)
Date
1916-07-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Ecit.c 484 Tr. Bloch'S Wochenschrift Nr 29 Maße überprüfen will, aber die Geschäfte geschlossen vorsindct. Was tut er? Er nimmt den ersten Laden - besitzcr und verabreicht ihm eine Tracht Prügel. Und siehe da, sowie die Kunde sich hievon verbreitet, da öffnen sofort alle Ladenbesitzer ihre Läden. — Man sieht, wie sich in früheren Zeiten die Leute gleich drastischer Mittel zu bedienen wußten, wo ihnen die Geivinnsucht der Warenhändler gar zu arg wurde. Und daß encrgm sches Borgehen gegen diese Art der Ausbeutung auch rvirklich nützt, zeigt eben auch die eingangs erwähnte Notiz aus — Deutschland. Dr. Max Steif. Korrespondenzen. Amerikanische Pläne in Palästina. Befürchtungen der Entente. Die „Gazette de Lausanne" bringt einen Pariser „Eigenbericht" betreffs der Befürchtungen des Bi er verbau des gegenüber der deutlichen Absicht Amerikas, mit der Türkei wegen Palästina steinen endgültigen Vertrag behufs Errichtung einer jüdischen Republik abzuschließen. In Washington wünsche man eine Wiederholung dieses Experimentes. Die Republik Liberia (??) würde Palästina unter ihr Protektorat nehmen. Die Türkei habe weitestgehende Konzessionen zugesagt. B,ezeichueud sei ferner die Ernennung des türkischen Großrabbiners Ha im Nah um zum Gesandten in Washington. Nun hätten aber die Ententemächte bereits das Schicksal der türkischen Territorien geregelt, besonders Palästina bildete das Objekt eingehendster Verhandlungen. Falls der Viervcrband beim Ende des Krieges sich. Rechten, gegenüber sähe, die inzwischen, von Amerika erworben wurden, wäre das ganze Problem geändert, kompliziert und verdunkelt. Ein türkischer Vertrag mit Washington müßte bei den Entcnteländern größten Nachhall erregen. Anm. der Redaktion: Daß die Negcrrepublik Liberia das Protektorat über Palästina übernehmen soll, entspringt wohl der Phantasie des verbündeten R u ß l a n d s. Kriegsspitalshilfe für Palästina. Die Folgen der Spitalsnot in Palästina, insbesondere in Safed und Tiberias, reden eine Sprache, der sich kein fühlendes Herz verschließen kann. Wie traurig die Lage, zeigt schon die Tatsache, daß die verhältnismäßig kleine österreichisch-ungarische Gemeinde in Safed allein aus den letzten beiden Molraten rricht weniger als 500 Witwen urrd Waisen zu verzeichnen hat, deren Ernährer vom Typhus dahingerasst und die nun vollständig, da an eine Hilfe an Ort und Stelle rricht zu denken ist, ganz und gar auf Unterstützung aus dem Heimatlande 'angewiesen sind. Ein Bittbrief der dortigen Gemeindevorsteher, von der Konsularbehörde unterstützt, ersucht uns urn die unverzügliche Einrich-i tung einer Volksspeisehalle, sowie um Beistellung sanitärer Hilfsmittel, deren sie vollständig ermangeln. Eine solche Katastrophe, die — nebst vielen ähnlichen Begleiterscheinungen — das restlose Aussterben dieser und anderer Ansiedlungen in Palästina befürchten läßt, wenn nicht schleunigst und tatkräftigst eingegrissen wird, erklärt sich aus dem beispiellosen Wohnungselend, das alles überbietet,- was an Gesundheitswidrigkeit aus den osteuropäischen Städten bekannt ist. Bei der Anhäufung von Einwohnern in kleinsten Räumen, in engsten Gassen genügt ein Epidemiesall-. mit daß ganze Haus zu infizieren. Man hat nun in Safed in aller Eile ein Spital mit 40 Betten eingerichtet. Abgesehen von der Unzulänglichkeit dieses Belegraumes, fehlt es an Aerzten, Wartepersonal und Medikamenten sowie an Lebensmitteln. Die „Hilfskommission 1915 für Palästina" in Wien hat mit Hilfe des hohen k. u. k. Ministeriums des Aeußern bereits über 200.009 Kronen den dortigen Konsulaten zur Linderung der entsetzlichen Hungersnot zur Verfügung gestellt. Aber A e r z t e u n d a n d e r e sanitäre Hilfsmittel zu schaffen, muß unsere, der „Kriegss p i t a l s h i l s e" für Palästina, angelegentl i ch st e Sorge sei n. Der Begriff der K r i e g s f ü r - sorge ist, wenn überhaupt aus Opfer des Krieges außerhalb des engsten Kreises der Kombattanten ausdehnbar, gewiß aus jene von mörderischen Seuchen dezimierten Aertnsten im Heiligen Lande anzuwenden, denen weder Propaganda in einheimischen Zeitungen, noch irgendein anderes Mittel zur Verfügung steht, um das öffentliche Mitleid zu erwecken und in Bewegung zu setzett. Mit allem Nachdruck weisen wir aus ein Projekt hin, das jüngst aufgetaucht ist und dahin zielt, die Gesell-' schäften vom Roten Kreuz zur Einrichtung von Lungenheilstätten in Palästina anzuregen, das an vielett Stellet: hiezu die günstigsten Bedingungett bietet und einen vollwertigen Ersatz für das doch bis auf weiteres unzngäiigliehe Aegypten darstellen könnte. Durch Ausnahme dieses Plattes würde dem Aerztemangel und anderen sanitären Notständen ttt Palästina um ein Wesentliches gesteuert werden. Auchhaben wir die Errichtung einer Klinik in Palästina ins Auge gefaßt und ttns an hervorragende Mitglieder der Wiener medizinischen Fakultät um Gutachten über dieses Projekt gewandt. Die Antlvorten lassen wir folgen und sprechen gleichzeitig,deu Herren Einsendern an dieser Stelle unseren wärmsten Dank aus. Professor Dr. Adamkiewicz: „Ich erfülle nicht nur meine Pflicht als Arzt, sottdern auch ein tiefgefühltes Bedürftris als Mensch, wenn ich Ihrer freundlichen Einladung, einige etnpfehlende Worte der Errichtung einer Klinik in Jerusalem, der historisch geweihten Zufluchtsstätte so vieler Unglücklichen, zu widmen, somit folge. Mögen sie überall Widerhall findet!, wo noch edle und mitfühlende Menschenherzen schlagen, nnb möge deren Edelsinn und Mitgefühl sich für die Leidenden in Segen und Gesundheit wandeln." Professor D r. B e r g m e i st e r: „Ich halte Ihre Bestrebungen zur Sanierung der sanitärett Verhältnisse Palästinas, insbesondere durch Gründung einer Klinik in Jerusalem, resp. einer Krankenanstalt für die gesamte Bevölkerung Palästinas ohne Unterschied, für int höchsten Grade entpfehlenswert und der allgemeinen Aufmerk-' samkeit und Unterstützung würdig." Professor Dr. B. Gomperz: „Möge dieses Liebeswerk als Symbol gemeinsamer Kulturarbeit aller Nationen gedeihen und einigend wirken." Professor Dr. Hamm erschlag: „Aust Ihr wertes Schreiben vom 31. Juni 1916 beehre ich mich, Ihnen mitzuteilen, daß ich Ihr Werk für eine wichtige und dankenswerte soziale Tat halte. Ich bin gerne bereit, auch in Zukunft über Ihren Wunsch meinen bescheidenen Einfluß für Ihr schönes Vorhaben einzusetzen." Professor Dr. Mannaberg: „Die Errichtung einer Poliklinik und eventuell einer Klinik in Jerusalem würde einem äußerst dringenden Bedürfttisse entsprechen und wäre von jedermann auf das Wärmste zu begrüßen. Durch Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse ivürde man auch die Erwerbssähigkcit der dortigett Bevölkerung günstiger gestalten und damit den allgemeinen

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