Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 28 (14.7.1916)
- Date
- 1916-07-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 474 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 28 Austritte aus -cm Judentum vom 2. Juli bis 8. Juli. Fuchs Amelie, geb. 25. Februar 1895, Wien, 4. Bez., Schönburgstraße 11. Grünberg Magda, Schauspielerin, geb. 5. Juni 1895, Wien, 2. Bez., Rembrandtstraße 23. Ho,',mann Albert, Bankbeamter, geb. 14. Januar 1884, Wien, 8. Bez., Albertgasse 55. Hof,mann Georg Walter, geb. 19. Juni 1914, Wien, 8. Bez., Albertgasse 55. Kraut Leopold, Chauffeur, geb. 10. Februar 1894, Wien, 7. Bez., Lindengasse 3. Lasner Hans, Realgymnasiast, geb. 10. September 1899, Wien, 2. Bez., Czerningasse 7/5. Leubufcher Mar, geb. 16. November 1895, Wien. Mar Emma, Näherin, geb. 20. Januar 1875. Wien, 13. Bez.,. Märzstraße 125. Trebitsch Oskar, k. k. Kommerzialrat, geb. 21. Dezember 1877, Wien, 1. Bez., Kärntnerring 4. Wefsely Irma, Schneiderin, geb. 6. März 1886, Wien, 2. Bez., Vereinsgasse 36. * . * Moskovics Ludwig, Leutnant i. d. Res., geb. zu Kaschau (Ungarn) am 1. März 1892', derzeit in Eger, hat seinen Austritt aus der jüdischen Religionsgemeinschaft erklärt. Nagy-Tadolcsany. Am Montag, den 2. d. M., wurde hier die Radbinersgattin Frau Ignatz Schweiger unter großer Teilnahme zu Grabe getragen. Die teure Verblichene war ein Muster der Frömmigkeit und Wohltätigkeit. Kaum gab es in ihrem Hause eine Mahlzeit, an welcher nicht arme Talmudjünger oder Talmudgelehrte gespeist wurden. Die Verblichene erreichte ein Alter von 66 Jahren und hatte das seltene Glück, ihre zahlreichen Kinder nicht nur versorgt, sondern in vornehmen gesellschaftlichen Stellungen zu sehen. 45 Jahre wirkte sie segensreich an der Seite ihres Gatten, des rühmlichst bekannten gelehrten Rabb. Ignatz Schweiger. An der Bahre widmete ihr der schwerbetroffene Gatte einen würdigenden Nachruf. Sodann hob ihr ältester Sohn, Dr. Alois Schweiger. Rabbiner aus Erlau, in ergreifendsten Worten die seltenen Verdienste der Verblichenen hervor. Ihr anderer Sohn, Dr. Albert Schweiger, Rabbiner in Kremsier, war durch seinen Dienst als Feldrabbiner an der Front verhindert, seiner besten Mutter die letzte Ehre zu erweisen.. Kinder, und Enkel . sowie die ganze Gemeinde umstanden die Bahre und trugen die edelste Mutter und Gattin zu ihrer letzten Ruhestätte. Smz. (25jäh^riges Amtsjubiläum des Professors Dr. ^tern.) Am 16. Juli a. c. sind es 25 Jahre, seitdem Herr Professor Dr. Stern als Rabbiner in Saaz tätig ist. lieber die Bedeutung des Professors Stern als Theologe und als Kanzelredner ist erst vor kurzem in der „Oesterr. Wochenschrift" (Nr. 8) von seinem Kollegen Rabbiner Dr. Hirsch in Karo^ linenthal aus Anlaß seines 60. Geburtstages ein ausführliches Bild gezeichnet worden. Freunde und Verehrer des Saazer Rabbiners haben es sich nicht nehmen lassen, am Jubiläumstage seiner Amtswirksamkeit ihm Zeichen ihrer Liebe und Verehrung zukommen zu lassen. Orkan. Am 7. Juli 1916 feierten in aller Stille das Fest der silbernen Hochzeit Herr Elias 'Barber und Frau Rosa, geb. Thieberger. Danktekegramm Sr. Majestät des Kaisers an Oberrabbiner Dr. Thumim, Bukarest. Aus das Glückwunschtelegramm des Herrn Oberrabbiners Dr. Jzydor Berthold Thumim, Bukarest, an Seiner k. u. k. Majestät Franz Josef I. von: 29. Juiri a. c. ist von der Kabinettskanzlei Seiner Majestät des Kaisers folgendes Danktelegramm hierorts angelangt: Wien (Hofburg), 30. Juni 1916. Herrn Oberrabbiner Dr. Jzydor Berthold Thumim, Bukarest, Str. Olari 36. Seine kaiser- und königliche Apostolische Majestät danken allergnädigst Euer Ehrwürden für die am 29. Juni dargebrachten aufrichtigen Segenswünsche. Aus allerhöchsten Befehl: Freiherr v. Schieß l. Jamnitz. Anläßlich des Ablebens des Herrn Hermann Schulz aus Dalfchitz gingen folgende Kranzablöfungs-Spenden zugunsten der Ehewra-Kadifcha in Jamnitz ein: Rabbiner Dr. Israel A. Kohn Kr. 2.—, Markus Neumann 2.—, Karl Schulz, Dalfchitz, 20.—, Hermann Glaser, Prag, 10.—, Allina, Zlabings, 4. , Hermann Grünfeld, Dalfchitz. 6.—, zusammen Kr. 44.—. Wer weiß? Es suchen: Markus Weinreb aus Zaleszyli, derzeit Aussig a. d. E., seine Frau Bina W. und Tochter Mina, bei der Durchfährt in Czernowitz verloren. Frau Sprinze Kamerling, derzeit Aussig a. d. E., ihren Mann Abraham Kamerling aus Podhajze. Hirsch Knoll, 13 Jahre alt. derzeit Aussig a. d. E.. seine Eltern Isar Knoll und Feige Lietermann aus Kolomea. Israel Stern aus Nepoloioutz, derzeit Türnitz b. Aussig a. d. (£., 315, seine Frau Ruche! Stern, geb. Reiner aus Nepoloiöutz, geflüchtet aus Olefchtöw b. Jablotow. Nachrichten übermittelt das Rabbinat Aussig a. d. E. Oskar Rosenstrauch aus Czernowitz, geboren im Jahre 1900, sucht seinen Vater Israel Rosenstrauch. Anfragen sind zu richten an Herrn Siegfried Löwenbach, Saaz (Böhmen). Frau Mina Luftig bei Markus Mekler in Stauislau wird von ihrem Mann gesucht. Gefl. Mitteilungen an Rabbiner Dr. Mehrer, Krems a. d. D. Cesie Mantel aus Podhorce, pol. Bez. Zloczow (Galrzren). derzeit Krumau (Böhmen), Flohberg 250, bei Leib Nie, sucht ihre drei Kinder: 1. Genie, 4 Jahre, 2. Hersch, 2'/ä Jahre und 3. Wolf (Säugling), 1 Jahr alt. die sie einer Frau namens Chawe Stock aus Zloczow am Zloczower Bahnhof übergab, während sie ihre Sachen zur Bahn beförderte. Feuilleton. Die Jungfrau uon Hudomir. Ein weiblicher Wunderrabbi. Ein ebenso wertvolles als eigenartiges Volksdokumenl bieten die Schriftsteller S. I. Agnon und A. E l i a s b e r g mit ihren: soeben im j ü dis ch e n V e rl a g (Berlin) erschieneneil reichillustrierten „Buch von den polnischen Inden". Die Absicht der beiden Herausgeber ist es, die polnischen Inden aus ihrer Eigenktiltur heraus erklären zu Helsen. 'Um dies zu erreichen, griffen sie nach charakteristischen -stücken aus der reichen polnischjüdischen Volksliteratur, nach alten Dokumenten, gesetzlichen Verordnungen, historischen Anekdoten, Sagen, Sprüchen und poetischen Darstellungen, in denell sich die jüdische Seele offenbart. Durch die gegenwärtige Befreiung Polens aus russischem Besitz sind seine lvenig getaunten jüdischen Einwohner der europäischen Betrachtung und Forschung nähergerückt. Das neue Buch ivird dazu beitragen, manch oberflächliches Urteil richtigzrl-j stellen und eine verschlossene Kultur zu beleuchten. Diese Zeugnisse und literarischen Denkmäler werdet: aber nicht nur den Folkloristen und Kultursorscher interessieren, sondern uns auch menschlich in hoher Weise anziehen. Ein Strom von Poesie und Weisheit quillt aus diesen schlichten Aufzeichnungen und volkstümlichen Gestaltungen. Märtyrergestalten tauchen hier vor uns auf, wie die des zum Judentum übergetretenen Grafen Potocki, der seinen neuen Glauben mit dem Tode büßen mußte, strahlender ivie die jüdische Polenkonigin Estherka und der pollrische Eintagskönig Schaul Wahl, falsche Propheten wie Jakob Frank, der Begründer einer Sekte, und Lehrer voll milder Weisheit luie der Rabbi von Sassow, dessen Geschichte Martin Buber erzählt. Dazu eine Anzahl von Kulturbildern von Asch und Perez, viele Schnurren, Geistergeschichten, Volksbräuche und Volkssprüche. Unter diesen traditionell erhaltenen Darstellungen ist eine besonders merkwürdig, die von einer weiblichen Wunderläterin in Wolhynien, der Jungfrau von Ludomir, zu erzählen weiß. Rührend in ihrem seelischen Heroismus und ihrer großen