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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-07-14 · 28 (14.7.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
28 (14.7.1916)
Date
1916-07-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 470 Dr. Bloch'S Wochenschrift Nr. 28 offene Aussprache am unangenehmsten getroffen sülchen, dadurch zu verwischen bemüht sind, daß sie in ihren Blättern die Rede entstellt wiedergeben und auf solche Weise den Eindruck Hervorrufen wollen, daß Farkas sich ausschließlich gegen die Grundbesitzer gewendet habe. .Hofrat Professor Dr. Eduard Lang gestorben. Sonntag nacht ist in Re scheu au Hofrat Pros. Eduard Lang, der Schöpfer und Vorstand der Wiener Lupusheilstätte, im Alter von 75 Jahren gestorben. Mit ihm hat die Wiener medizinische Wissenschaft einen ihrer hervorragendsten Vertreter verloren. Das Hanptverdienst Längs lag in den von ihm gefundenen H e i l m e t h od e n der L u p u s e r k r a n k n n g. Er behandelte den Lupus auf chirurgischem Wege, entfernte die erkrankte Haut und transplantierte gesunde Hautteile an deren Stelle. Später gründete er die L n p u s h e i l W t t e, wo die Patienten der Beli chtu n g sm e th o d e zugeführt wurden, und stattete die Anstalt mit allen modernen Mitteln der Therapie aus. Eine Erfindung des Gelehrten, die in wissenschaftlichen Kreisen Beachtung fand und manchen Meinungsstreit hervorrief, war das „graue Del", ein unlösliches Quecksilberpräparat zur Behandlung der Syphilis. Hofrat Lang war ein hervorragender Kenner der Fachliteratur. Er hat selbst ein anerkanntes Lehrbuch über die „Pathologie und Therapie der venerischen Erkrankungen" geschrieben, das zwei Auflagen erlebte. Hofrat Lang wurde im Jahre 1841 in Claucsan im Trencsiner Komitat in Ungarn geboren. In kümmerlichen Verhältnissen ausgewachsen, verbrachte er eine freudlose Jugend. Das Gymnasium vollendete er in Naay-Körös und Budapest. Seine medizinischen Studien absolvierte er im Jahre 1865 zu Wien. Neben zahlreichen Arbeiten aus allen Gebieten seines Jaches war epochemachend seine intensive operative Tätigkeit zur Bekämpfung des Luvus. Ueber zahllose Hindernisse hinweg wußte seine nicht rastende Energie den Weg zur Verwirklichung seines Ideals zu finden. Es ist für Längs ganzes, von absolutem Altruismus durchglühtes Wesen charakteristisch, daß er feilt Leben der Bekämpfung einer Seuche widmete, die fast ausschließlich die ärmsten Klassen befällt. So hat Lang diesem vRiet nicht nur seine körperlichen und geistiaen Kräfte, sondern auch sein Vermögen geopfert. Da die Arbeiten für den Lupus seine Zeit vollauf in Anspruch nahmen, legte Lang vor wenigen Jahren auch sein Primariat nieder und lebte nur der Lupusbekämpfung. Er wußte durch unermüdliche Demonstrationen endlich soivohl den Behörden äls auch den maßgebenden Kveisen die Ueberzeugung beizubringen, daß die Errichtung einer eigenen .Heilstätte unbedingt notwendig sei. In das Jahtz 1893 fallen Längs erste Erfolge der Behandlung des Lupus auf operativem Wege. Er erzielte auf seiner Klinik Hunderte und Hunderte Heilerfolge und gab zahllose Unglückliche und Entstellte dem Leben wieder. Weit über die Grenzen Oesterreichs verbreitete sich sein Ruf. und aus aller Herren Länder strömten an seine Klinik die Lnpuskranken. Lang hat die Genugtuung erlebt, auf dem Kongreß in Paris (1900') die Dermatologen der ganzen Welt überzeugen zu können, daß der Lupus, der als unheilbar galt, eine heilbare Krankheit geworden ist, und der Tuberkulosekongreß in Berlin gab seiner Bewunderung für sein«' Tätigkeit dadurch Ausdruck, daß Lang zum' Vorsitzenden gewählt wurde. Längs Lehrbücher sind in viele Sprachen übersetzt worden. Die neuen Weg«', die speziell die Syphilistherapie/genommen 'hat, find in seinen Schriften vielfach! vorgezeichnet. Die „Neue Freie Presse" verdankt dem verblichenen Gelehrten zahlreiche Aufsätze medizinischen und hygienischen Inhalts. L a n g hat auch vielfach Studienreisen unternommen, so 1884 nach Norwegen zum Studium der Lepra. Lang war ein treuer Jude und seine Leiche wurde ans der israel. Abteilung des Zentralfriedhofes beigesetzt. Ausruf! Durch die Räumung der Bukowina und eines Teiles Galiziens haben wir leider einen starken Zuwachs von neuen Flüchtlingen zur Ausspeisung bekommen, welche uns angesichts der ohnedies herrschienden Teuerung kolossale Spesen verursachen. Wir sind deshalb genötigt, an edelfühlende Wohltäter zu appellieren, zur Linderung der Not unserem Verein munifizente Zuwendungen zuk"w ritzen zu lassen, damit wir in der Lage find, das edle Werk der Nächstenliebe sortzusetzen. Wir sind gewiß nach Kräften bestrebt, unser Bestmöglichstes für die Ältcrarmsten aller Armen zu leisten, und ist uns? jede Gabe stets willkommen. Verein „M a ch s i k e h a d a t h", 2. Bez., Obere Augartenstraße 40. Ausruf! Infolge behördlicher Verfügung sind hier und in nächster Umgebung 330 arme galizische Kriegsjlüchtlinge cingetrvfsen, worunter viele, namentlich die Kinder, der primitivsten Kleidungsstücke entbehren. Da der den Flüchtlinge;! gewährte staatliche Unterst ützungsbeitrag kaum zur Befriedigung der allernotwendigsten Bedürfnisse hinreicht und die hiesige Gemeinde trotz größter Opferbcrcitschaft die zur Kleiderbeschaffung erforderlichen Mittel nicht selber auszubringen vermag, wenden wir uns an alle edlen Menschenfreunde mit der dringenden Bitte, unsere Hilfsaktion für die schwergeprüften Flüchtlinge durch Zuweisung von Kleidungsstücken oder Geldspenden an den hiesigen Kultusvorstand gütigst unterstützen zu wollen. Allen Spendern sei im voraus herzlichst gedankt. Schaffa, am 3. Juli 1916. Dr. Michael H a l b e r st a m, Rabbiner. Wi.helm Deutsch, Ku tusvorfand. Sigmund Kuli m, Bürgermeister der Jsraelitengemeinde. Dir Preisträger der Elisabech-Tenkinal--Konkm-renz. Aus Budapest lvird mrs geschrieben: Die Jury des Königin Elisabeth-Denkmals hat von den cingelangten 45 Entwürfen 22 ausgewählt und — in vier Gruppen geteilt — mit Preisen ausgezeichnet. Unter beit Preisträgern befinden sich die folgenden jüdischett Künstler: 1. Preis voll je 6000 Kronen erhielten die Bildhauer Josef Rona und Eduard Telcs, ferner Architekt Beta Lajta; den 4. Preis von je 1500 Kronen die Architekten B a l i n t uitb I a m b o r, ferner Eugen Erim Kör - m e n d i. Auszeichnung des Kultusporstehers von Karlsbad und seiner Gattin. Der Kultusvorsteher von Karlsbad, Herr Ludivig M o s e r, erhielt in der verflossenen Woche den Besuch des Vertualtungschefs der Spitäler vom Roten Kreuz in Karlsbad, Herrn k. u. k. Oberleutnant Heinrich von M a t t o n i, welcher ihm im Aufträge des Herrn Erzherzogs Ludwig Salvator das Ehrenkreuz 2. Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration taxfrei, spwie seiner Gemahlin, Frau Julie M o se r, die silberne Ehrenmedaille vom Roten Kreuz >mit der Kriegsdekoration überreichte. Bei dieser Gelegenheit sei auch erwähnt, daß Herr Kultusvorsteher Ludwig Moser und Frau seit Kriegsbeginn zwei Söhne im Felde stehen haben, tvelche beide ausgezeichnet tvurden, und zwar dient ein Sohn, Herr Dr. Karl Moser, als Arzt,- und es wurde ihm von Sr. Majestät das goldene Verdienstkreuz mit der

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