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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-07-07 · 27 (7.7.1916) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
27 (7.7.1916)
Date
1916-07-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 27 Dr. Blocht Wochenschrift Seite 459.Z Herzenskron notiert! Vielleicht ivar er dafür in Vorschlag gebracht. lieber 10 Jahre war er Vertreter der Juden in Wien, wahrscheinlich schon im Jahre 1793, als 9 Vertreter gewählt wurden. Am 3. Oktober 1795 erging nämlich an sämtliche Tolerierten die Aufforderung „zur Wahl der künftigen 9 Vertreter" und in einem Protokolle der Sitzungsberichte vom 26. November und 1k. Dezember 1797 sind folgende 9 Vertreter genannt: Max von Hönigsberg, Joachim Herzenskron, Samuel Levinger (wohl gewählt statt seines Schwiegervater David Josef Wertheim), Lazar von Wertheimstein (wohl statt seines Bruders Josef), Salom von Herz, Götz Uffenheinr (Schwiegersohn des Löb Leidesdorf), Id ach. Leidesdorf (Sohn des Löbl), D. L. Neustadtl (Schwiegersohn des Jsak Jafe-Schlesinger) und Aron Leidesdorf (b. Mendl). Die Kassabücher des isr. Spitals sind vom Schriftführer und Kassier Max v. Hönigsberg, ^sodann der Reihenfolge nach von Lazar v. Wertheimstein, Joachim Herzenskron und Salomon von Herz als Revisoren unterzeichnet. Der Spitalsvater Ascher Matzet beruft sich in seinem Gesuche vom 6. Juli 1801 ans ein Zeugnis des „Spitalsvorstehers Herzenskron" und im Kassabnch vom Dezember 1799 ist eine Summe von 916 fi. 32 Kr. ausgewiesen, die Herzenskron für Spitalsrepa a uren bezahlt hat und ihm erstattet wurde. Ja, es scheint sogar, daß er im Jahre 1801 erster Vorsteher der Wiener Juteasch aft war, da man ihm am 3. September a. c. 90 sl. Hauszins bezahlt hat. (Kassabuch d. d.) Die ^.Kultusgemeinde amtierte nämlich damals irr einem „Zusammentunftszimmer", und zwar in der Wohnung des 1. Vorstehers, der sich dafür bezahlen ließ. Laz. v. Wertheimstein berechnete dafür 200 fl., als die Sitzungen in seiner Wohnung abgehalten wurden. Die Toleranzsteuer von 100 fl. jährlich zahlte er auch im Jahre 1808, dazu noch Klassenstener 72 fl., das sogenannte „Büchelgeld" (Aushilfe für das Spital) 12 fl. Er ist dort (Nr. 54) mit 3 Kindern und 4 Do-- mestiques notiert, während uns aber von ihm bloß ein Sohn bekannt ist. 1809 zahlte er eitle Repartitionssteuer von 400 fl. (er war aus 600 fl. vorgeschlagen), für den „Denrpfingerfonds" 300 fl. ilnd für Bewaffnung der Landwehr 50 fl. usw. 1812 wurde er mit einer Requifsitionssteuer von .750 fl. belastet, wogegen er bei der k. k. Landesregierung Protest einlegte, indem er darauf hinweist, vier Fünftel seines Kapitals, verloren zu haben, was aber die Vertreter in Abrede stellten. Und so mußte er die von ihm verlangte Summe zahlen, ohne Mahnung und Drohung mit Exekution abzuwarten, wie es andere (darunter Laz. v. Wertheimstein, Mayer Beysus ll. dgl.) gemacht haben. Es wird sich jedoch bald zeigen, daß seine Angabe in bezug auf seine Vermögensverhältnisse tatsächlich auf Wahrheit beruhte, von der sich auch die Vertreter dann überzeugt haben mußten! OW wohl er am 14. Oktober 1813 noch eine Jahreskarte zum Börsenbesuch um 24 fl. bestellte und im folgendell Jahre (10. Juni 1814) noch 100 fl. zum Jnvalidenfonds spendete (Veronika v. Arnstein bloß 50 fl.), ist es ganz wahrscheinlich, daß von seinem ehemaligen großen Vermögen auch das gngeblich noch zurückgebliebene ein Fünftel in der Wirklichkeit nicht mehr existierte und bloß aus leichtbegreiflichen Gründen verheimlicht wurde. In der Tat, dieser Mann, der mit dem beträchtlichen Vermögen seines Vaters auch dessen Charakter und Wohlwollen erbte, war in seinen letzten Lebensjahren auf fremde Unterstützung angewiesen. Bald nach dem Tode seiner Gattin (5. August 1820) erhielt er aus dem ,>DemPfingerhoffonds" eine jährliche Siechenpension von 300 fl. in zwei Raten ausbezahlt, die im Kassabuch dieses Fonds vom Jahre 1821, Seite 109 (Nr. 91), 1822, S. 123 .Nr. 165), 15. Januar 182$ (keine Numerierung) und die letzte am 2. Juli a. c. „60 fl. für Juli bis Dez." ausgewiesen sind. Am 23. Juli a. c. hat er, „geläutert durch irdische Leiden", sein wechselvolles Leben beschlossen. Seine Grabschrift lautet: „Hier schläft Joachim Herzenskron, gest. 23. Juli 1823 im 701/2. Lebensjahre, geläutert durch irdische Leiden, ging eilt zu ewigem Frieden. Nur oben im himmlischen Saal ist frey nran von irdischer Oual; nur oben glänzt elvige Wahrheit, nur oben blüht elvige Klarheit." In der hebrät schell Inschrift wird, neben den vielen Ehrentiteln, dar unter als Gemeindevorsteher (ivie J'2 2wV auf seinen anßergeivöhnlichelt hilfreichen Beistand hingewiesen, den er den Nichttolerierten leistete, für die er stets bei der Oberpolizeidirektion interne nicrte, die gelvöhlltich die „Fremden" verhaften ließ, um sie dann abzuschieben. X xarr “PüXl □:*! ♦ . IVW LL^W H I /i tl t »; . i 1 i lL iU« W £ il i Cii/ liU . Von seinen in der Steuerliste vom Jahre 1808 no tierten drei Kindern ist uns bloß der im Geburtsbuche vom 12. Juli 1789 eingetragene Hermann bekannt, der wohl mit dem in der Rekrnlierungsliste des Jahres 1809 vorrominenden „lvafjensähigea Sohn" des Joachim Herzenscron, ohne Angabe eines Vornamens, iden tisch ist. „Als Associb seines Vaters" heiratete Hermann am 29. Mai 1814 die 20 jährige Amalie, Tochter des Nathan Mayer, dessen ältere Tochter Rosalie mit Samuel, Sohlt des bekannten Aron Leidesdorf, verheiratet war. Bei dieser Gelegenheit spendeten die Eltern 55 fl. für die Gemeinde (ansgewiesen im Kassabuch vom 10. Juni a. c.). Amalie (Malta) starb am 24. Januar 1860, ihr sie überlebender Gatte scheint nicht in Wien gestorbeit zu sein, seine Mutter Marianna starb am 5. August 1820. Trotzdem findet sich ein Gesuch vom 2. Mai 1820 an die Landesregierung um klebertragung ihrer Toleranz an ihren sohn Hermann, unterschrieben angeblich von Marianne Herzenskron, vor, was auch am 10. Juli a. c. für den Handel mit Staatspapieren beivilligt wurde/) 9 Diesen Joachim, wie auch seinen Vater Raphtaly kennt der Herausgeber des Wiener Ehewra-Statuts gar nicht, und begnügte sich daher bei der Beschreibung der Personen mit der Uebersetzung der Unterschrift: „Kuh. Chaiin b. Hirz", obwohl es ein leichtes gewesen wäre, sie zu kennen. Aus den von Stern und Frankl herausgegebenen, zwar jehlervvllen, jedoch an Ort und stelle leicht kontrollierbaren Grabinschriften des alten Friedhofes in der Seegasse, konnte man die äußerst interessante Grabschrift Naphtalys und aus den im Archiv der Kultusgemeinde befindlichen Kopien der Grabschristen des W ä h - ringer Friedhofes die Inschriften sowohl seines Sohnes Joachims als die der übrigen Familienmitglieder erfahren. Die Grabschri,t Joachims, die auch das Geburtsdatum enthält, hätte ihn auch bei der Beschreibung der übrigen Personen zum Nachdenken veranlaßt. So bezweifelte er die danebenstehende ganz deutliche Unterschrift des Berisch Eskeles, weil Eskeles damals bloß 10 Jahre alt war, läßt dagegen eine bedenkliche Unterschrift des Hermann Wertheimstein gelten, weil er eben nicht wußte, daß er auch im selben Alter stand. Aus genannter Grabschrift hätte er sehen können, daß auch Joachim 10 Jahre alt war. Es soll jedoch damit nicht gesagt sein, daß diese im Alter von 10 .Jahren das Statut unterfertigten, da unter den Unterschriebenen sich noch viele, dem Herausgeber natürlich unbekannte Personen finden, die viel jünger, ja sogar zur Zeit noch nicht geboren waren. Dem Statut sind nämlich im Laufe von zwei Jahrzehnten noch .immer Unterschriften beigefügt worden. Ein Besuch am Friedhofe in der Seegasse hätte ihn über den Rabbiner Saul Kempen, dessen Grabstein gut erhalten ist. sowie über Seligmann Groß, sie da an der Mauer eine Grabschrift seines Kindes zu lesen ist, und über Moses Sußmann rc. Klarheit verschafft. Aus dem Katalog zum Währinger Friedhof samt den vielen Randbemerkungen ist Vielerlei und Wichtiges über viele Unterfertiget des Chewra-Statutes zu erfahren, wie z. B. über die Rabbiner Moses Berlin, Sam. Trebitsch. Baruch Weißweiler, Löbl Sußmann rc., endlich auch über den „greisen Spitalswärter Bär", von hefsen Bekanntschaft W. „vieles zur Aufklärung des

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