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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-06-23 · 25 (23.6.1916) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
25 (23.6.1916)
Date
1916-06-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 418 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 25 lich lustigen Geschichten: „Besser ist's, wenn mein Namen mit Lachen genannt wird als gar nicht." Die von Schalom Alejchem selbst verfaßte und in seinem Testament niedergelegte Aufschrift für seinen Grabstein lautet: Epitaph. Do liegt a Jud, a Poschuter,- Geschrieben Jüdisch-deutsch far Weiber Un far das proßte Volk is er — Genien a Humorist, a Schreiber. Dos ganze Leben ausgelacht, Geschlagen mit der Welt kappores. Die ganze Welt hot gut gemacht Un er — oj weh — gewen auf Zores! Un davke demolt, wenn der Ojlom hot Gelacht, geklatscht un flegt sich frohen Hot er gekrenkt — dos weiß nor Gott — Beßod, as keiner soll nit sehen. Schalom Alejchem. Jiddisch und Zeutsch. Wieviel Inden gibt es auf der Welt und wieviele davon reden deutsch v> Zahl sür Juden, Deutscher. Juden Rußland 7,090.600 6,780.000 Vereinigte Staaten 2,300.000 2,200.000 Oesterreich Ungarn 2,260.000 2,260.000 Deutschland 620.000 620.000 Türkisches Reich 400.060 120.000 Großbritannien 300.060 275.000 Rumänien 300.000 290.000 Frankreich 120.000 100.000 Niederlande 110.000 100.000 Marokko 110.000 — Griechenland 95.090 — Argentinien 90.000 90.000 Kanada 80.000 80.000 Algier 70.000 — Tunesien 65.000 — Italien (u. Tripolis 2000) 60.000 — Abessinien 50.000 — Bulaarien 50.000 . 40.000 Aegypten 50.000 10.000 Südafrika 50.000 40.000 Persien 40.000 — Indien 20.000 — Schweiz . 20.000 20.000 Serbien 20.000 10.000 Australien 20.000 15.000 Belgien 30.000 25.000 Ahghanisten 20.000 — Andere Länder, dum 50.000 14,400.000 20.000 13,095.000 Der MaHrungsmittet-DiKtator in der Wiöet. Als Josef die Träume Pharaos deutete, verknüpfte er hiermit gleichzeitig Ratschläge, um die nach der Deutung zu erwartenden Zeitereignisse einem guten Ende Zuzuführen. So lesen wir (1. B. M., Kap. 41, 5, 33): „Und nun ersehe sich Pharao einen umsichtigen und weisen Manu und setze i hu über das i L a n d A e g y p t e n." In der Folge baute nun Josef, selbst als Herr über das Land ,gesetzt, im Sinne feiner Worte eine Organisation auf, in welcher er, dank der großen Machtfülle, mit welcher er ausgestattet war, das ganze Land zur Abgabe der Bodenfrüchte an die Regierung anhielt und so einen Vorrat ansammeln konnte, mit welchem er jedem Anspruch gerecht würde. Er verfügte eine JB e schlagit ahm ii n g, >welche bei der Ernte der Früchte dazu führte, daß allerorts in den Städten Nahrungsmittel zur Aufspeicherung gelangten. Die gesammelten Vorräte wurden Staatseigentum. Um Lebensmittel zu erhalten, mußte sich jeder Käufer direkt mit den aufgestellten Staatsbehörden iu Verbindung setzen. Es umreit also Spekulationskäufe in Lebensmitteln u n t e r b u n d e n. Ironien des Krieges. Im „Midi Socialiste", dem sozialistischen Tageblatt von Toulouse, lesen wir unterm Datum vom 28. April: Er hieß £eon Israel und war revolutionärer Dichter. Er schrieb proletarische Lieder für die alte „Guerre Sociale", in denen er mit großer lyrischer Begabung die Arbeiter für die Brüderlichkeit der Völker und für den Menschheitssrieden begeisterte. Am Vorabend des Kriegsausbruches beteiligte er sich an der Friedensdemonstration des Pariser Gewerkschaftsbundes. Als aber Frankreich in Gefahr kam, niedergeschlagen zu werden, eilte er zu den Fahnen. Er kämpfte wie ein Löwe. Er wurde zweimal verwundet und kämpfte weiter, bis eine deutsche Kugel bei Verdun seinem Leben ein Ende machte.- .... Er hieß Maurice Sattes und .joat Romanschriftsteller. Seit 25 Jahren predigte er die Revanche, den Nationalismus und den Antisemitismus; er gab Lektionen der Energie an die Studenten, die er jedes Jahr zum Grabmal des Kaisers (Napoleons I.) und zur Straßburg-Statue führte. Er war Präsident des Bundes der Patrioten, und seine Freunde, seine Bewunderinnen und auch seine Gegner zweifelten gar nicht daran, daß er als erster ins Feuer gehen würde. Er ging tatsächlich ins Feuer, aber doch nur in die Flammen, die von der Rampe des TheStre Fran?ais ausstrahlten. _ Belgien. Eine Entgleisung hat sich Dr. B l o ch, der Oberrabbiner von Belgien, der Bruder des Oberrabbiners von Lyon, der kürzlich an der französischen Front den Tod fand, >zu Schulden kommen lassen. Bloch hatte in seiner Predigt den Segen Gottes auf den König herabgefleht und der königlichen' Familie eine baldige, glückliche Rückkehr gewünscht. Er verglich den Auszug der belgischen Bevölkerung mit der Flucht aus Aegypten und sagte, daß die zehn Plagen die Sieger treffen sollten. Im Anschluß an diese.Predigt, die er in der Synagoge in., der Rue de Regence in Brüssel hielt, wurde er in Haft genommen und nach Deutschland gebracht, unk eine sechsmonatliche Gefängnisstrafe zu verbüßen. Wiederholt war er schon früher wegen verschiedener Aeußerungen in seiner Predigt auf die Kommandantur befohlen und zur Verantwortung gezogen worden." Korrespondenzen. Wien. Die wissenschaftliche und literarische Welt pflegt Publikationen in wissenschaftlichen und anderen Fachblättern untereinander auszutauschen und läßt zu diesem Zwecke oft recht große Auflagen von Separatabdrücken Herstellen. In diesen Separatabdrücken ist zumeist überaus wertvolles und lehrreiches Material vorhanden. Die Sammelstelle für Kriegsgefangen en-Lektüre, die sich nun zum Ziele gesetzt hat, vornehmlich ernste und wissenschaftliche Lektüre an unsere Gefangenen in den feindlichen Staaten, besonders Rußland und Italien zu versenden, um diese Armen nicht nur anregend zu beschäftigen, sondern ihnen auch die Möglichkeit der Betätigung in ihrem Fache zu bieten, den Studierenden Wiederholung und Fortbildung zu ermöglichen, .bittet alle Kreise der wissenschaftlichen und literarischen Welt um derartige Separatabdrücke, von denen ja stets eine größere Anzahl in Vorrat gehalten wird, oder, weil ohnedies in den periodischen Publikationen ent-

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