Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 24 (16.6.1916)
- Date
- 1916-06-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 404 Tr. Bloch'S Wochenschrift Nr. 24 Gera. Pionier Hugo H e i m e r d i n g e r. Eleiwib. Abit. Günther Schnabel, Unteroffizier im Hust- Rgt. Nr. 6. Hagen. Siegm. Hesse, Offiziers-Stellvertreter im Landst.- Inf.-Bat. Etolp II. Halberstadt. Arno Mischkowsky, San.-Soldat beim 15. Armeekorps, zurzeit verwundet im Lazarett Magdeburg-Sudenburg. Hamburg. M.-K.-W.-Gefr. Waller Baer. F. Krohu, Vizefeldwebel und Off.-Asp. im Res.-Ins.-Rgt. Nr. 86. Lothar Joel, 36 I., Kriegsfreiw.-Osfizicrs-Stellvertreter und kaiferl. Ottom. Hauptmann (inzwischen gefallen). Landsturmmann Rudolf L e v y, zurzeit Res.-Lazarett 7, Abt. Kunstgewerbeschule, Inhaber des Hamb. Hanscatenkreuzes. Hans R o s e n b a u m, Offiziers-Stellvertreter im Inf.-Rgt. Nr. 361, Inhaber des Hamb. Hanseatenkreuzes. Erich Weil!, Inhaber des Hamb. Hanseatenkreuzes. Bad Harzburg. Unteroffizier der Res. Felir Groß. Iohannisburg (Ostpreußen). Mar Cohn, Eefr. im Feldart.- Rgt. Nr. 219. Iöhungen (Baden). Louis Kahn, Unteroffizier in der Geb.- Fernsprechabt. 29. Karlsruhe. Eefr. d. L. Samuel Krebs, Schlosser i. d. Gr. Hauptwerkstätte. Königsberg. San.-Unteroffizier Dr. W. A b r a m o w s k i. Feldmagazininspektor Curt Br i sch. Krotoschln^ Gefr. Viktor Wolfs. Kyllburg. Landsturmmann Lion E r in a n n. Laasphe. Kriegsbesch. Mar Präger, ehem. Musketier im 'ires.-Inf.-Rgt. Nr. 223. Luisenseld (Kr. Hohensalza). Hermann Weiß, im Feldart.- Rgt. Nr. 53. Mannheim. Unteroffizier Fritz Weiß. Memmingen. Vizeseldwebel und Off.-Asp. Hugo Eünzb u r g e r, Inhaber des Bayer. Militär-Verdienstkreuzes. München. Ing. und türkischer Vizekonsul Heinrich G o I d - b e r g, in einem Pionier-Rgt., auch mit dem Bayer. Militär-Verdienstkreuze 2. Klasse mit Kr. und Schw. und der Offiziersklasse des Türk. Osmanje-Ordens ausgezeichnet. Norden. Wehrmann Karl W o I f f, als Kriegsinvalide entlassen. Pyritz i. P. Feldarzt Mar Hirsch. Regenwalde. Feldmagazins-Inspektor Erich R e w a I d. Rohrbach (Oberhessen). Musketier Ludwig Stern. Saarbrücken. Ernst B o n n e m, Gefr. im Inf.-Rgt. Nr. 70. zurzeit im Hilfslazarett „Schützenhaus" in Danzig. Schwerfen; (Posen). A. Manasse, Wehrmann in einem Inf.-Rgt. Stuttgart. Feldmagazins-Inspektor Benjamin K a tz. Weingarten (Baden). Unteroffizier Baer, im 1. nassauischen Inf.-Rgt. Nr. 87, Inhaber der Bad. silb. Verdienst-Medaille am Bande d. Milit. Karl Friedrich-Verdienst-Medaille. Wittlich. Otto Ermann. Worms. Wehrmann Kaufmann Hugo Schif f. Zellingen b. Würzburg. I. Blaß, Gefr. im 17. Inf.-Rgt., Inhaber des Bayer. Militär-Verdienstkreuzes 3. Klasse mit Schw. KortsLomwandant von Vau.r, Major Maynak. Die Wiener Tagesblätter berichten von dem erschreckenden Heldenkamps zwischen den Deutschen und Franzosen bei der Einnahme des Forts Vaux vor Verdun.. Die preisen uneingeschränkt die Tapferkeit und Todesverachtung auch der französischen Besatzung und ihres Kommandanten. Als die Verteidiger des Forts nach dreitägigem heldenmütigen Ringen sich den deutschen Angrifjstruppen ergeben mußten, wurde der Führer Major Rayual zum Kommandeur der siegreichen Division geführt. „Der General begrüßte den braven Offizier mit außerordentlicher Höflichkeit, was Major R a y n a I, sehr stramm salutierend, quittierte. Er ist eine sehr soldatische Erscheinung, tief brünett, mit blitzenden schwarzen Augen. Von neuem salutierend, meldet er dem General: „Ich hätte mich nie ergeben, wenn ich nur Wasser gehabt hätte!" Hierauf teilte der deutsche General dem französischen Major mit, daß er vom Generalissimus Ioffre zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt wurde, und beglückwünschte ihn so als allererster. Eswar ergreifend, die Wirkung dieser freudigen Botschaft in dem gebräunten, unbeweglichen Soldatengesichte zu beobachten. Es ging wie Wetterleuchten über diese Züge, und die Augen strahlten. Später wurde der tapfere Kommandant dein Kronprinzen vorgestellt." Der Kronprinz überließ dem Major R a y ll a l in Anerlennung seines heldenmütigen Verhaltens den Degen. Wir iDoüeit nur noch hinzufügen, daß der Kommandant Major Raynal ein Jude ist, ein naher Verwandter des einstigeil Ministers der schönen Künste Jacques Raynal. Mückkel-r des Nobelpreisträgers H>rof. Aarany. Der Stockholmer Korrespondent des „Bert. Tageblattes" telegraphiert über eine Zusammenkunft mit dem soeben aus der russischen Gefangenschaft entlassenen Professor B a r an y, der in Haparanda vor'einigen Tagen schwedischen Boden erreicht hat: „Ich war der erste Landsmann, der den Nobel- Preisträger B a r a n y begrüßen durfte. B a r a n y sieht vorzüglich aus. Der Gelehrte hatte es seinem steifen Fuße zu verdanken, daß er nun endlich freigekommen ist. Der Austausch wurde nicht auf Grund seines Nobel- Preises vorgenommen, obwohl Prinz Karl vorr Schiveden sich so warm dafür eingesetzt hatte, sondern B a r a u y wurde als Invalide freigelassen. Er erzählte darüber: „Meine Freiheit verdanke ich der Anchylose meines Knies. Dem Prinzen Karl verdanke ich aber meine tleberweisung aus Turkestan nach Kasan. Das gleiche Glück erfuhren mit mir die Professoren Ficker, v. Feldhaus, Stark, Dybowski, Dr. M o h r, Dr. Kammerloher, der gegenwärtig Vererbungsstudien treibt, Rektor Professor Hugo. Dr. Kober und Techniker Prinz Eduard zu W i n d i s ch - E r ä tz." „Hatten Sie Gelegenheit in Kasan, Ihre Spezialforschungen fortzusetzen?" „Nein, aber da ich in Rußland sehr viel freie Zeit hatte, so konnte ich mich dank der Kasaner Universitätsbibliothek, die wirklich vortrefflich ist, auf einem neuen Gebiete betätigen. Schon vor zwanzig Jahren war ich durch Siegmünd E r n e r' s physiologische Erklärungen psychologischer Erscheinungen lebhaft angeregt. Nun hatte ich Zeit, mich in die Theorie des Bewußtseins zu vertiefen. Bei meinen Arbeiten über das Zentralnerveusystem war ich ohnehin der von Erner eingeschlagenen Denkrichtung gefolgt, indem ich bestrebt war, den anatomisch-histologisch gegebenen Bau des Hirnes in tieferer Weise, als es bisher geschah, funktionell zu erfassen. Ich verdanke dieser Arbeitsmethode bereits einen Teil meiner Entdeckungen auf dem Gebiete des Kleinhirns. In Kasan, wo ich voraussah, daß ich mich unter Umständenauch fruchtlos einem schwierigen Thema widmen könnte, versuchte ich aus Grund anatomisch-histologischer Arbeiten des Nobel-Preisträgers C a j a l, Bewußtseinsvorgänge anatomisch zu befassen, namentlich den so enorm komplizierten Bau der Hirnrinde zu verstehen. Ich glaube, daß es mir bis zu einem gewissen Grade gelungen ist, so daß meine Zeit nicht umsonst verging." „Das wäre also ein epochemachender österreichischer Sieg der Wissenschaft, Herr Professor! Wie war es in Przemysl?" „Dort hatte ich das ganze Garnisonlazarett für Nase, Ohren und Hals unter mir, und zwar ohne Assistenten. Außerdem behandelte ich mehr als die Hälfte sämtlicher vorgekommenen Schädelvcrletzungen. Dazu standen 250 chirurgische Belten bereit." „Was erlebten Sie in Merw?" „In Merw erkrankte ich an der Malaria. Dort waren 40 Grad Reaumur im Schatten. Aber das war das mindeste. Merw liegt wie eine Oase in der Wüste. Ein paar Schritte um die Stadt beginnt sie. Ich befaßte mich dort mit analytischer Geometrie." „Wie lange werden Sie sich in Stockholm aufhalten?" „Darüber kann ich noch nichts Bestimmtes sagen. Aber so viel möchte ich hervorheben: niemals sah ich unter Kollegen eine derartige Neidlosigkeit, Uneigennützigkeit und Freundschaft wie in Schweden." Am Bahnhof wurde Professor Barany von Persönlichkeiten der ersten Stockholmer .Kreise empfangen. Im besonderen begrüßte ihn der österreichisch-ungarische Gesandte Graf Hadik; auch der Rektor Graf Mörner und Professor Holmgren waren erschienen. Eine bedeutsame Erfindung des Dozenten Dr. N!a.r <Aerz. Tic .Klangschrift für Blinde und Schwachsichtige. Kürzlich fand eilte Sitzung des unter dem Präsidium des Geheimen Rates Dr. Exner stehenden Vereines „Die Technik für die Kriegsinvaliden" statt, bei der Herr Admiral Erzherzog Karl Stefan den Vorsitz führte.