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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-06-16 · 24 (16.6.1916) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
24 (16.6.1916)
Date
1916-06-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 24 Dr. Bloch's Wochenschrift «Veite 405 ""1 Dr. Fingerhut war ein Arzt im Geiste Notnagels, ein edler Menschenfreund, aufopferungsvoll, hingebend, dem zahlreiche Freunde, insbesondere Arme und Notleidende, ein dankbares Gedenken 'bewahren. Kadett Theodor Fruchter, Besitzer der silbernen Tapferkeitsmedaille, hat, wie wir bereits gemeldet haben, mit 8. Januar 1916 im Gefechte bei St. Luzia den Heldentod gefunden. Seine Leiche wurde exhumiert und am 4. d. M. auf der israel. Abteilung des Zentralfriedhofes (Heldengrab) bestattet, lieber das Leichenbegängnis wird uns berichtet: Außer den Familienmitgliedern hatten sich eingefunden: der Direktor des Erzherzog Rainer-Gymnasiums Regieruugsrat Dr. Müllner, der Religionsinspektor Professor Dr. Kanitz, Oberlehrer Kohn von der Talmudthoraschule, die Doktoren G e y e r h a h n, Röder, F e i l b o g e n, die Herren Lord, A. L ö w y^ G ö tz und A. Hofbauer u. a. m. Feldrabbiner Frankfurter hielt eine kurze Ansprache und würdigte die Tapferkeit der als Helden Gefallenen. Sodann trat Herr Prof. Dr. Kanitz an die Bahre des Helden, der zu den besten seiner Schüler zählte, und hielt eine .Trauerrede, in der er ausführte, daß der Verstorbene schon als Schüler sich musterhaft aufführte und mehr als seine Kraft zuließ, leistete. Sowohl bei den 'Kollegen als auch bei den Professoren war er der beliebteste Schüler. Unteroffiziere trugen den Sarg zum Grape, über das dann die Ehrensalve ertönte.- Am Grape hielt noch ein Onkel des Gefallenen, Oberrabbiner Joel L ö w i n g c r aus Wiefelburg, eine Trauerrede, die sämtliche Anwesenden zu Tränen rührte. Die zeremonielle Funktion versah Herr Kantor L ö w y von der Schiffschul. Die Nrüder Uaszlor. Dem Berichte, den die Karcager Kultusgemeinde dem „Egyenlöseg" über die gefallenen und ausgezeichneten Gemeindemitglieder eingesandt hat, eurnehmen wir das Folgende: Adolf Pasztor, Apotheker-Offizier, einer der Organisatoren des berühmten Budapester Apothekerstreiks, hat seit Ausbruch des Krieges in Przemysl gedient. Er geriet als Kommandant der Apotheke des Festungsspitals in russische Gefangenschaft. Als Gefangener war er erst in Perowsk, dann in Chodfchent, wo er einer verheerenden epidemischen Krankheit zum Opfer fiel und am 18. Januar d. I. den Heldentod starb. Seine Mitgefangenen Kameraden errichteten ihm in Chodfchent ein Grabdenkmal. Außer seiner jungen Braut und seinen beiden Schwestern trauert um ihm der bekannte Journalist Geza Pasztor, Reserveleutnant im Grazer Hausregiment, der gleichfalls seit Ausbruch des Krieges erfolgreich Frontdienst leistet. Dieser rückte als Freiwilligen- Korporal ein und hat sich als einziger jüdischer und einziger ungarischer Soldat so sehr ausgezeichnet, daß er nach der ersten Schlacht bei Lemberg außertourlich mit Ueberspringung aller anderen Stufen zum Fähnrich, in den Karpakhenkämpfen beim Duklapaß wieder außertourlich zum Leutnant befördert wurde und die große silberne Tapferkeitsmedaille erhielt. Bei Felsopagony (griff er mit seiner Abteilung in einesm Walde ein russisches Bataillon an, und es gelang ihm durch geschicktes Manövrieren, die Russen so irrezuführen, daß diese ,ohne des eigentlich an anderer Stelle sich vorbereitenden Angriffes zu achten, von früh morgens bis spät abends gegen die einzige Abteilung kämpften, und es dem Nachbarregiment inzwischen gelang, in die vernachlässigten übrigen russischen Stellungen einzudringen. Leutnant Pasztor wurde bei der Einnahme von Zaleszyki durch den Luftdruck einer Granate in den Dniestr geschleudert, kam jedoch mit einem Sehnenriß davon. Jetzt macht er als Kommandant einer Maschinengewehrabteilung Dienst. Ein Ieldpolllirief. Fähnrich Sigm. Singer, IV 18. Landsturm-Jnfanteriebataillom sandte an seine Cousine Frl. Mizzi Pink a s ein Feldpostschreiben, dem wir nachstehende interessante Stellen entnehmen: „In letzter Zeit haben wir wieder unruhige Zeiten. Vorgestern gelang den Russen vor der Stellung unseres Nachbarbataillons eine große Sprengung und drangen sie in die erste Linie ein. Ich erhielt den Befehl, mit einer Halbkompagnie sie wieder hinauszutreiben, was mir leicht gelang, denn schon als ich auf 100 Schritte zuni Sturm ansetzte, sprangen sie aus dem Graben und rannten zurück in ihre Stellung. Auch jüngst hatte ich einen größeren Erfolg als ich mit meinem Zuge nachts auf einer vorgeschobenen Stellung auf Feldwache stand und die Russen mit überlegenen Kräften einen Angriff machten. Sie kamen bis auf 20 Schritte vor unsere Stellung, dann ließ ich ein kräftiges Gewehr- und Handgranatenfeuer abgeben, so daß sie mit erheblichen Verlusten an Toten und Verwandten den Vorstoß bezahlten. Uebrigens werde ich Euch noch nicht mitgeteilt haben, daß ich mir bereits die große und kleine Silberne geholt habe. Für die letzten Vorfälle erhielt ich im Befehl eine höchste Belobung. Ihr seht also, Langeweile gibt es nicht, trotzdem die Sache schon eintönig wird. Rur der schwere Dienst mit seiner großen Veranwortlichkeit strengt die Nerven an. Für heute mit besten Grüßen und nochmaligem Dank Euer Reffe und Cousin S i g m u n d." Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Bisher wurden 6464 mitgeteilr, in der vorliegenden Nummer 73, zusammen 6537. Das Eiserne Kreuz 1. Klaffe. Berlin. Stabsarzt Dr. B. Haller. Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Bamberg. Leutnant Otto H e l m a n n. Barmen. Musketier Paul O l l e n d o r f, im Inf.-Rgt. Nr. 145, Musikstudierender, zurzeit schwer verwundet im Roten Kreuz-Lazarett in München. Berlin. Kriegsfreiw.-Arzt Dr. K. B e n d i .r. Kriegsjreiw.-Gefr. Aler. Berger. Werner B e r n st e i n, Vizewachtmeiiter. Kriegsfreiwilliger-Gefr. Paul Lohnen. Gerichtassessor Hans G r a n, Leutnant der Res. Unteroffizier Rechtsanwalt Jakob Groß. Gefr. E. Hartwig. Unteroffizier Armin Heller. Kriegsfreiw.-Unteroffizier stud. jur. Kurt H o f f m a n n. Obergefr. Otto I a f f <•. Stud. phil. Fritz Joseph. Gefr. Ref. Mar K a l i s k i. Kriegsarzt Dr. Julius S i ni o n, Bat.-Arzt eines mob. Inf.-Bat. im Westen. Inhaber des Mecklenb. Militär-Verdienstkreuzes. Feldwebel Willi) T,e j ch m a n n. Berlin-Neutöln. Landsturmmann Georg S a l k o w. Biagen o. Rh. Kriegsfreiwilliger Ferdinand Schott. Bleicherode. Erich Beyth, Vizefeldwebel im Inf.-Rgt. Nr. 370. Breslau. Musketier Richard Ba schwitz. Rechtsanwalt Jakob Fischer, Vizewachtmeister. Bürge«. Albert Grünebauni, auch mit der Hess. Tapferkeits- Medaille ausgezeichnet. Cassel. Wilhelm A b r a h a m, Kriegssreiw. im Feldart.-Rgt. s)lx. 47. Vizewachtmeister Norbert Ledermann. Charlottenburg. Obermatrose Kurt A r o n. Cöln. Vizewachtmeister Res. Wilhelm Herz, Inhaber des Bayer. Verdienstkreuzes 2. Klasse mit Schw. Otto M a r u m, Vizeseldwebel in einem Fußartillerie-Bat. Paul M a r u m, Leutnant bei einem Art.-Meßtrupp. Walter M a r u m, Leutnant im Feldart.- Rgt. Nr. 59. Unteroffizier Richard M a r u m, zurzeit im Lazarett in Düsseldorf. Heinz Saß, Unteroffizier im Res.-Fußart.-Rgt. Nr. 7. San.-Unteroffizier Joseph Welsch, Inf.-Rgt. Nr. 53. Cöthen (Anhalt). Inspektor und Kontrolleführer Eugen H e i n e m a n n. Diedenhofen. Oberstabsarzt Dr. Albert D o e b l i n, Chefarzt. Dortmund. Vizefeldwebel Franz Jeimann, Ab!t. d. königl. Gymn., unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant der Res. Kaufmann Harry Steinberg, Vizefeldwebel im Arm.-Bat. 75. Bad Dürkheim. Unteroffizier Hermann Al 1 schüler, zurzeit verwundet im Lazarett Herzog Karl in München. Düsseldorf. Unteroffizier Alfred Bach. Elberfeld. Dr. L o e b, Bat.-Arzt beim Arm.-Bat. 65. Frankfurt o. M. Vizewachtmeister im Dragoner-Rgt. Nr. 21 Willi Wolf.

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