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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-06-02 · 22 (2.6.1916) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
22 (2.6.1916)
Date
1916-06-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Ni. 22 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 377 Kriegsschwesternpflegrstätte -es „Frauenhortes" in Seebenstein. Löbliche Redaktion! Wollen Sie dein freundlichen Angreifer iit der letzten Nummer Ihres hochgeschützten Blattes, in den: ich den gütigen Villenbesitzer vermute, der unse e Schützlinge oft mit Obst aus seinem Garten beschenkt, milteilen, daß es das Prinzip unseres „Frauenhortes" sowohl unter der Leitung der unvergessenen Frau Rosa Ziffferer als unter der jetzigell der Frau Regine K o p st e i n ivar, still und geräuschlos zu wirken. Wir haben daher für Umwandlung unseres Heimes nicht einnral die Hilfe unserer Mitglieder, um so weniger die Oeffeutlichkeit in Anspruch genommen und uns im Stillen sehr gefreut, daß unsere Schweizer Mitschwestern denselben Gedanken im großen Stile aufgegrifsen haben, den wir dem Roten Kreuz im kleiireren Maßstabe, aber dafür ausschließlich für österreichische Schwestern, zu verwirklichen ermöglicht haben. Wie uns gerade die Zuschrift des Herrn zeigt, hat es Ulis trotz unserer Zurückhaltung nie an Sympathien in «Zeiten Kreisen gefehlt. Wien, Mai 1916. In vorzüglicher Hochachtung Clotilde B e n e d i k t, Schriftführerin des „Frauenhortes." Wien. (T ödes fall.) Das am 27. Mai d. I. erfolgte plötzliche Hinscheiden des Mitchess der Firma Jakob Neurath, Herrn Emil Neurath, empfinden alle, die den Verewigten kannten, als einjen schweren, persönlichen Verlust. Hervorragende Eigenschaften des Herzens und des Geistes formten sich in dem Verewige ten zu einem Charakterbilde von seltenem, edlem Gef präge. Mit der Lauterkeit der Seele eines Kindes ver-> band sich eine Abgeklärtheit weit über seine Jahre — er erreichte ein Alter von kaum 42 Jahren — hinaus; strenge gegen sich selbst, war er voll Milde und Güte gegen andere; seit früher Jugend mitten im regsten Leben stehend, durch hervorragende kaufmännische Begabung ausgezeichnet, fand er in seinen kargen Muße-, stunden Zeit für alle Wissensgebiete des Lebens, insbesondere aber widmete er sich dem Studium der Thora mit geradezu schwärmerischer Hingabe; erfüllt von modernem Geiste und durchdrungen von den Forderungen der Gegenwart, wurzelte er mit seinem ganzen Wesen in den schönsten Traditionen des gesetzestreuen Judentums, dessen Ethik ihn bei allen seinen Handlungen leitete. Seine religiöse Ueberzeugung war echt und tief. Der Witwe, den im zartesten Alter stehenden drei Kindern und den Geschwistern des Verewigtelt, die, lvie die ganze Familie, einen unersetzlichen Verlust erlitten, wendet sich die tvärntste Teilnahme zu. Die Trauer um den vortrefflichen Menschen ist allgemein. Ihr gaben im Trauer-» hause Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann, welchem der Dahingeschiedene verehrungsvoll nahestand, ferner Herr Oberrabbiner Reich aus Baden beredten Ausdruck. Am Grabe sprachen in tiefster Ergriffenheit Herr Rabbiner Fürst, dann Herr Rabbiner Dr. Bach, den Kindheitserinnerungen mit dem Verewigten verbanden. Eill unvergängliches, ehrenvolles Angedenken bleibt dem Dahingeschiedenen bei allen, die ihn kannten, bewahrt. Jüdisches Museum, II., Malzgasse 16. Die Sammlungen werden mit 1. Juni d. I. für den Besuch geschlossen, doch haben Schulen und Korporationen bis zum Beginn der Hauptferien (Juli—September) gegen vorheriges Ansuchen beim Sekretariat noch Zutritt. Wien. kJ "bischer Handlungsgehilsenverband.) Montag, den 5. Juni, findet im Vereinslotale des „I. H.-B.", 2. Bez., Obere Donausiratze 65. eine Vorlesung aus Scho l e in Aleiche m ' s W e r k c n in deutscher Sprache durch Herrn Dr. Mar Präger statt. Beginn 3 Uhr abends. Gäste willkommen. Austritte aus dem Judentum vom 21. bis 27. Mai 1916. Atlas Sigmund, Advokaturskandidat,, geb. 13. Januar 1336. Tarnopol, 1. Bez.. Petersplatz 9 (Hotel Wandl). Buchwald Rosa, Gesellschafterin, geb. 8. Juni 1877, Klasno (Bez. Wieliczka), 6. Bez., Schmalzhofgasse 8. Drach Gisela, geb. 11. Oktober 1894, Wien. 20. Bez., Rauscherstratze 9. Engel Stefan vjon, k. u. k. Leutnant i. R.» geb. 28. April 1894, Wien, 1. Bez., Mölkerbastei 3. Glaser Charlotte, Gesangsschülerin, geb. 1. Februar 1894, Fiume, 4. Bez., Johann Strautz-Gasse. Hirsch Joachim, Stellwagen-Kondukteur, geb. 27. Juli 1863. Gr.-Karlowitz (Dez. Roznan), 2. Bez.. Am Tabor 28. l 15. Munk Jda, geb. Spitzer. Private, geb. 21. März 1370, Friedet, 3. Bez., Paracelsusgasse 8. Rottenstein Hugo, Beamter der „Neuen Freien Presse", geb. 19. Juli 1894, Wien. 6. Bez.. Mittelgasse 2. Seidner Berta, geb. 11. Januar 1884, Wien. >0. Bez.. Ouellenstratze 68. Nikolsburg. (2 p e n d e.) Bon Herrn Deutsch erhielten wir Nr. 5. für den Verein „Einheit' und Kr. 5.— für den Palästina- Hilfsfonds. _ Klattau. Der Titel Professor wurde dem israelitischen Religionslehrer am hiesigen Staatsrealgymnasium Dr. Siegfried Bret verliehen. Lemberg. Der Kaiser hat den Finanzrat Dr. Stanislaus G r a b sch e i d zum Obersinanzrat bei der Finanzdirektion in Lemberg ernannt. Oberfinanzrat W rab - s ch e i d gehört auch dem Lemberger Kultusrat als Mit glied an. Oberrabbiner Moses Babad von Lemberg s. A. Aus Lemberg kommt die Trauerbotschaft vom plötzlichen Hinscheiden des Herrn Oberrabbiners von Lemberg M. Babad. Ter Verewigte, der einer der angesehensten Rabbinen des galizischen Judentums lvar, hat sich um die gesetzliche Stellung der orthodoxen galizischen, Rabbinen, speziell in dieser schweren Zeit des Wellkrieges, hohe Verdienste erworben und seine Bemühung gen nach dieser Richtung sind von historischer Beden s tung. Oberrabbiner Babad war auch in Wien gut bekannt. Der Einbruch der Russen in Ostgalizien zu Ende des Monates August und anfangs September 1914 zwang den größten Teil der jüdischen Bewohner der von den Russen bedrohten Gegenden Galiziens, zum Wanderftab zu greifen und Schutz und Zuflucht in den lveftlichen Kronländern zu suchen. Ein großer Teil der jüdischen Flüchtlinge wandte sich nach Wien. Unter den jüdischen Flüchtlingen befanden sich auch Größen, Gelehrte, Rabbiner, welche eine Zierde des östlichen Judentums bilden. Zu diesen gehörte anerkanntermaßen der Lemberger Oberrabbiner Ehrwürden Babad. Um ihn sammelten sich seit September 1914 nicht nur seine Gemeindeangehörigen, sondern auch östliche Juden aus Galizien, bei ihm Trost und Schutz zu suchen. Und der Verewigte war unermüdlich tätig im Interesse seiner Glaubensgenossen und erwarb sich die Liebe aller, die mit ihm in Berührung kamen. Oberrabbiner Babad ivußte auch, wenn es Not tat, gegenüber den Behörden in sachlicher und auch entschiedener Weise die jüdischen Interessen zu vertreten und hat in dieser Richtung Erfolge erzielt, die ihm aber ein Ruhmesblatt in der Geschichte

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