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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-06-02 · 22 (2.6.1916) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
22 (2.6.1916)
Date
1916-06-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Sette 372 Tr. Bloch s Wochenschrift Nr.^22 selbstredend ferne. Der Kirchenfürst ließ auch Freitag, den 26. . Arni, dem Kultusvorsteher Herrn Hermann Basch und dem Rabbiner David Alt die Ehre des Besuches -zuteil werden. Diesen Besuch stattete der Bischof in seiner kirchlichen AmtStracht ab. Freiberg (Mähren). Um den in Freiberg, weitab von ihrer Heimat, garnisonierenden Soldaten mosaischen Glaubens, größtenteils Söhne orthodoxer Eltern, die der Entfall der gewohnten Osterkost allzu hart getroffen hätte, eine rituelle Beköstigung anläßlich der Osterfeiertage zu verschaffen, ward» über Initiative einiger Unteroffiziere, die sich durch die Schwierigkeiten eines solchen Untere nehmens nicht abschrecken ließen, eine Osterküche gegründet, die dank den erfolgreichen Bemühungen dieser Herren alle Erwartungen üüertraf. Im Sinne eines Erlasses des Ministeriums hatten die Truppenkörper nach Anzahl der an der rituellen Osterkost teilnehmenden Soldaten des eigenen Standes das entfallende Menagegeld beizustellen, welches bei diesem Kommando noch hnrch Menagezubußen aus den Menageersparnissen ergänzt wurde. Da aber dieser Betrag viel zu gering gewesen wäre, um die Auslagen einer streng rituellen Osterkost zu decken, sahen sichdie Veranstalter veranlaßt, an den Wohltätigkeitssinn einzelner jüdischer Mitglieder einiger Gen meinden zu appellieren, die in hochherziger Weise das Unternehmen unterstützteil. Auch von seiten der wohlhabenderen jüdischen Soldaten der Garnison flössen reichliche Speilden ein. Nachdem auf diese Weise die erforderlichen Mittel aufgebracht waren, lvurde das nötige Kochgeschirr und Speiseservice, alles noch unbenützt, beschafft, sowie große Mengen von Osterbrot, Speisefett, Kartoffeln und anderen Viktualien eingekauft. Unterdessen nahte der erste Sederabend heran. Langsam füllte sich die große Halle, die zu diesem Zwecke gemietet wurde, mit jüdischen Soldaten. Erhebend war der Anblick, da über 200 jüdische Krieger aus dem fernen Osten der Monarchie, in stiller Andacht vereint, in Gedanken an ihre Lieben daheim, den Auszug ihrer Väter aus der ägyptischen Sklaverei feierten, zugleich von der Hoffnung beseelt, daß der Sieg unserer Verbündeten den Juden des Ostens eine neuerliche Befreiung aus russischer Knechtschaft bringen werde. Diese Hoffnung kam zum lebendigen Ausdruck, als statt des „Leschuuu Habu" das Lied der Befreiung des Ostens unter dem bekannten Titel „Vonie" zum Vortrage gelallgte und von allen Anwesenden mitgesungen wurde. An beiden Sederabenden uild den beiden folgenden Feiertagen wurden die Teil-i nehmer, dank den eingelaufenen Spenden, reichlich mit Osterspeisen bedacht, die an Qualität und Quantität nichts zu wünschen übrig ließen und vollste Zufriedenheit der Teilnehmer erweckte. Selbst der Osterwein fehlte hiebei ilicht. In humaner und wohlwollender Weise sind für obigen Zweck von nachbenannten Wohltätern Spenden eingelaufen, wofür ihnen auf diesem Wege der wärmste Dank ausgesprochen wird.: Viktor Fluh Kr. 100.—; Helene Fluh 20.—; Eleonore Fluh 20.—; F. Frydecki 40.—; Jakob Fertig 5.—; Hummel 10.—; Horowitz 5.—; Karl Fische! 10.—; I. Kulka 30.— - Emanuel Kulka 10.—; Direktor Kubie 20.—; Morgenstern Wilhelm 10.; I. Kosiner 5.—; Josef Perl 20.—; K. Reich 4.; Firma Richard Schnürer 100.—; Albert Tauber 30.—; N. N. 5.; N. N. 2.—, alle aus Freiberg (Mähren). Dr. Czeczowitzka (Gut), Partschendorf, 50.—; Fr. Deutschberger, Stramberg, 5.—; Inst. Krön 30.; Druckmann 20.—; Feldwebel Hermann 10.—; Emil Blum 20.—; Israel. Kultusgemeinde Suczawa 50.—; Leiser Gropper 5.—; Wolf Sigall 5.—, beide aus Suczawa; Israel. Kultusgemeinde Kimpolung 100.-^; Salomon Rudich 40.—; Ehaim Mechel 10.; Nathan Harth 5.—, alle aus Radautz; Firma Arthur und Firma Deszö Egressi 20.—; M. und Eh. Cchapira 20.—; W. und E. Ellenbogen 3.—; M. M. Schöner 5.—, alle aus Gurahümora. Sammlung durch Herrn Wolf Kahn, Gurahumora: Schulim S. Majer 10.—, Israel Katz 2.—, Moses Hermann 10.—, Israel Bollner 20.—, Samuel Kohn 10.—, Srulita Weintraub 5.—, Baruch Alpern 4.—, Schaje Michelsohn 2.—. Israel Schaffer in Kornulunczc 10.—, Moses Koppel Tennenhaus in Gurahumora 10.—, Alter Ohrenstein 6.—, Osias Tennenhaus 3.—, beide in Bajaschestie, Moses Gropper in Berkischestie 4.—, Israel. Kultusgemeinde Gurahumora 20.—, Jeny, Alfons, Solo Kahn 2.- , Jakob Sternlieb 10.—, Simche Scharfstein 10.—, Wolf Kahn 10.—, Salomon Beridt 5.—, Salomon Levin 2.—, Elias Laufmann 2.—, Jakob Osifeld 4.—, Moses Schärf 2.—, Mendel Budik 2. . Menasche Sommer 2.—, Hersch Scheuer.4.—, Jsak Schieber 2. , Jakob Kimmelmann 2.—, Marie Weingarten 2.—, Heinrich Lieber 2.—, Abraham Meth 4.—, Apotheker Alexander Löbel 3. , Jsak Witz 2.—, Anczel Steinholm 2.—, alle aus Gurahumora. Salomon Kellmer aus Brajestie 4.—, Rachmiel Singer aus Wama 2.—, David Heller aus Kapukodrului 2.—. Osias Heller aus Stupka 2.—. 1/22 Landsturm-Ersatz-Kompagnie Kr. 471.—, 2/22 Landsturm-Ersatz-Kompagnie Kr. 86.—, Detachement und Kader- Kommando Kr. 202.—, alle in Freiberg (Mähren). Zum Schlüsse sei noch hervorgehobcn, daß um das treffliche Gelingen dieses edlen Zweckes uneingeschränktes Lob insbesondere den Herren Rechn.-Unteroffizieren 1. Kl. M. Herbst, S. Mining er (derzeit Postassistent in Czernowitz), L. D e r m e r, N. S t e r n b a u in, Zugsführern A. K a h n und W e dj s c r gebührt. Tie Beschästigunasschule der Flüchtlingskinder in Pohrlitz. Tr. David Korn grün war bis vor kurzenr Direktor der Budapester Schule der Flüchtlinge aus Ga-« lizien und der Bukotvina. Da jetzt diese Schule geschlossen werden mußte, übersiedeltc Dr. Korn grün mit seiner Familie nach Pohrlitz, wo sich ungefähr 3000 jüdische Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina in Barackenlagern befinden. Dort übernahm er die Leitung der Beschäftigungsschule der Flüchtlinge. In einem Tunkschreiben an den Direktor der Knabenschule der Budapester Kultusgemeinde, in ivelchenr Dr. K o r n - grün für die vielen Wohltaten den Dank abstattet, teilt er auch interessante Datei: aus dem Pohrlitzer Flüchtlingslager mit, denen wir das Nachfolgende entnehmen: PoHrliA ist ,, eine,, kleine,. mähxische Stadt an der Jglaü, erneinhälb Stunden von Brünn entfernt. Die Reinlichkeit in der Stadt wirkt angenehm. Wer aber zlvanzig /Monate in Budapest verbracht und das pulsierende Leben der Residenzhanptstadt gesehen hat, der findet Pohrlitz selbst am hellichten Tage wie in tiefem Schlaf versunken. In einer Entfernung von ungefähr zwanzig Minuten Gehweg westlich des Städtchens ist das Barackenlager. ES besteht aus vierzehn Baracken, einem Schulgebäude, einem Wohnhaus' für Lehrer und aus mehreren anderen Gebäuden, Magazinen, Spital,- Synagoge, Elektrizitätswerk und Ma schirr enhaus für die Wasserversorgung, Kanzleien usw. Schöugebaute Gassen durchkreuzen das Lager und auch für die sanitären Ansprüche der Internierten ist nach Möglichkeit Vorsorge getroffen. Die Internierten werden auf Staatskosten versorgt und vom 18. Lebensjahr aufwärts bekommt jeder Flüchtling and) eine Krone wöchentlich Taschengeld. Ueberdies steht den Flüchtlingen die Verrichtung jedweder Ackerbau- oder Fabriksarbeit frei. Die Nacht beginnt um 10 Uhr. Um diese Zeit wird das elektrische Licht .ausgeschaltet und jeder nruß sick) zur Rühe begeben. Das gesäurte Lager wird von einem Statthaltereikommissär, einem Berpflegsinspektor, zwei Aerzten, einem Ingenieur ustv. geleitet. Im Lager sind ungefähr 3000 Flüchtlinge untergebracht. Die Beschäftigungsschule der Kinder wird bis nun von 489 Schülern beiderlei Geschlechtes besucht. Der Unterridst wird von drei männlichen und vier weiblichen Lehrkräften besorgt. Die Lehrkräfte gehören den: Verbände der Baron .H i r s ch'scheu Schulstiftung an. Sie erhalten je 100 Kronen monatlich und überdies unentgeltliche Verpflegung, die meisten sogar Naturalwohnung. Meine Wohnung besteht aus zwei Zimmern, einer Küche und den Nebenräumeu. Für die Lehrer und ihre Familienmitglieder wird in einer eigenen Küche gekocht, wo eine Köchin und ein Küchem

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