Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 22 (2.6.1916)
- Date
- 1916-06-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Sette 370 Tr. Vloch's Wochenschrift Nr. 2° Hin jüdischer Aeiseschriftsteüer über eine öntgarische Kesandlschast in Aeutschkand vor tausend Jahren. Einer größeren Arbeit des Herrn Dr. Paul Rieger! Hamburg, über „bulgarisch? Gesandte am deutschen .^iaiserhofe" entnehmen wir folgende interessante Stelle, die sich auf eine bulgarische Gesandtschaft bei Kaiser Ctto in Magdeburg im Jahre 973 bezieht: Gerade über diese letzte Gesandtschaft der Bulgaren in Deutschland besitzen wir außer dem kurzen Bericht des Thietmar, des Lampert und der Jahrbücher von Altaich einen überaus merkwürdigen arabischen Bericht des jüdischen Reiseschriftstellers Ibrahim ibn Jakub, der die bulgarischen Gesandten entweder in Magdeburg bei ihrer Reise zum Kaiser oder bei Gelegenheit der Beisetzung des Kaisers in Magdeburg gesehen und gesprochen hat. In seinein arabischen.Reisebericht, der im zweiten Teile des Abu Kitab al-Masalik walmamalik des spanischen Gelehrten Abu Ubaid al-Bakri Aufnahme gesunden hat, erzählt Ibrahim: „Was mm den König der Bulgaren betrifft, so habe ich sein Land nicht betreten;, aber ich habe seine Gesandten in der 'Stadt Magdeburg gesehen, als sie zu König Otto kämen; sie trugen enge Kleider und waren mit langen Gürteln geschmückt, an denen Knöpfe aus Gold und Silber befestigt waren; ihr König ist hohen Ranges: er trägt eine Krone, hat Diele Beamte, gebietet und verbietet nach Ordnungen und Gesetzen wie nur ein mächtiger König. Tie But-l garen sind sprachenkundig: sie Haben das Evangelium! in die slawische Sprache übersetzt und sind selbst Christen." Zeichnungen für die vierte Kriegsanleihe. Der Verein „Agudas I i s r o e l" hat Don kleinen Leuten in Anteilen von je 25 Kr. für die vierte Kriegsanleihe die Summe Don 237.650 Kr. aufgebracht. Die Repräsentanz der Lau desjudenschaft d e s Kö n i g r e i ches Bö hüte n zeichnete bei Mehreren Prager Bankanstalten 425.000 Kr., mit früheren Zeichnungen 500.000 Kr. Von den studentischen Vereinen brachte die Bukowinaer jüdisch-akademische Landsmannschaft „Jordania" eine Kollektivzeichnung ihrer Couleur von 10.000 Kr., die katholisch-deutsche Studentenverbindung „Nibelungia" eine solche von 3000 Kr., der deutsch-akademische Anglistenverein eine Zeichnung von 100 Kr. und der Verein zur Pflege kranker Studierender eine Zeichnung von 6000 Kr.' zur Anmeldung. > Rabbiner Professor Dr. Philipp Bloch,. Dienstag, den 30. Mai, hat einer der bedeutendsten und angesehensten Repräsentanten der jüdischen Wissenschaft, Professor Dr. Philipp Bloch, Rabbiner in Posen, sein 75. Lebensjahr vollendet. Der Jubilar gehört zu den wenigen deutschen Rabbinen, die bei aller Treue in der Erfüllung ihrer Amtspflichten es als ihre Auf-f gäbe ansehen, die jüdische Wissenschaft zu pflegen und zu bereichern, die nicht bloß Handwerker sind, welche das rabbinische und Predigerhändwerk gut erlernt und gut ausüben, sondern auch es als ihre Aufgabe anseheu, der jüdischen Geschichte und Wissenschaft zu dienen und sie weiter auszubanen. Der Weltkrieg absorbiert alle Sorgen des Tages und läßt keine Muße für sonstige, selbst die dringendsten Pflichten. In Friedenszeiten hätte das Judentum den 30. Mai nicht vorübergehen lassen, ohne Professor Dr. Philipp Bloch in Posen, welcher sein ganzes Leben fruchtbarer wissenschaftlicher Arbeit gewidmet hat, seine Huldigung darzubringen. So aber beging der gefeierte Gelehrte diesen Tag in stiller Zurückgezogenheit und im engsten Familienkreise. Seine Geistesarbeit widmete er zunächst, der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie; seine Uebersetzuugen klassischer Werke, wie Saadja G aons undChasdai Kreskas (1879), und ein aufschlußreicher Aufsatz über den Einfluß der Mystiker der Gaonenzeit auf die Liturgie bilden die wertvollen Vorstudien zu seiner klassischen „Geschichte der Entwicklung der Kabbälah und der jüdischen Religionsphilosophie" (1894) und zu seiner ausgezeichneten Arbeit „Die Kabbaläh auf ihrem Höhepunkt imb ihre Meister" (1905). Von grundlegender Bedeutung sind leicht minder seine „Studien zur Haggadah" (1885). Ebenso die historischeu Arbeiten „Die Sage von Saul Wahl, dein' Eim lagsköuig von Polen" iu der „Zeitschrift der Historij scheu Gesellschaft für die Provinz Posen" (1889); „Jim deuweseu, Jahr 1793", in ^Urkunden und Aktenstücke zur Organisation Südpreußens" (1895); „Die Generalprivilegien der polnischen Judenschaft" (1892); „Kolonisationsbestrebungen des Salomo Eiger" (1901), endlich die bedeutsame Untersuchung über den Mamran, den jüdischpolnischen Wechselbrief (Berliner-Festschrift). Seine geistreichen Vorträge aus der jüdischen Geschichte, die er in Posen hielt, haben zur Verbreitung einer besseren Kenntnis des Judentums in weiten Kreisen viel beigctragen lind bilden ein Verdienst, welches seine Gemeinde mit Recht freudig anerkennt. Zu seinem Ehrentage entbietet ihm auch die Herzlichsten Grüße und Wünsche .. " "Die Red aktiv n der „O e st e r r. W o ch e lt s ch r i f t". „Wiener Kinder aufs Land." Unter diesem Titel ist in den Tagesblättern ein Aufruf erschienen, der edle Menschen bittet, arme Kinder mit aufs Land zu nehmen. Wir schließen uns demselben an, bitten jedoch bei dieser Gelegenheit, unserer Hortkinder zu gedenken. Wir sind außerstande, allen, die es bedürfen, einen SomMeraufenthalt auf dem Lande zu verschaffen, wiewohl eine größere Anzahl in Ferienkolonien ausgenommen werden dürften. Wir haben in unseren Horten guterzogene, gesittete Knaben und Mädchen in: Alchr von 8—14 Jahren, von denen viele schlwächlichj, aber sonst gesund sind, so daß ihre Mitnahme durchaus keine Gefahr für ihre Umgebung mit sich bringt, für sie selbst aber ein Segen wäre. Gefällige Anträge erbitten wir uns an die Adresse unseres geschäftsführenden Obmann- Stellvertreters, des Herrn Karl Freund, Wien, 2. Bezirk, Praterstraße 70. Gleichzeitig teilen wir mit, daß wir uns durch die Zeitverhältnisse genötigt sehen, trotz, der nicht gerade glänzenden Materiellen Lage unseres Vereines den vollen Betrieb unserer Horte in denk Josefine Mendl'schen Stiftungshause, 20. Bezirk, .Denisgasse 33, auch! während der Ferienzeit aufre'chtzuerhalten, ja sogar zu erweitern und sind auch bereits andere aufsichtsbedürftige Kinder in unsere Obhut zu nehmen. Diesbezügliche Gesuche sind an die Adresse unseres Hortes, 20. Bezirk, Denisgasse 33, zu richten. ..In Vertretung des Vorstandes: Professor S. Kühner. Karl Freund.