Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 21 (26.5.1916)
- Date
- 1916-05-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3020846-3022195-3022217--25131-3050416- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 21 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 355 Aus einem Kriegsgefangenenlager. Dem Briefe eines dem Gefangenenlager M. in Oberösterreich zu geteilten Unteroffiziers, Ehemaligen Zöglings des jüdischen Waisenhauses in Lemberg, entnehmen wir nachstehende, warmes jüdisches Empfinden widerspiegelnde Sätze: „Heute ist Sedernacht. Ja. heute sitzt das ganze Judentum am Sedertisch und dankt dem Allmächtigen, daß er uns die Freiheit geschenkt. Auch wir Soldaten sitzen vereinigt am gemeinsamen Sedertisch und ein gemeinsames Flehen entringt sich unserer Brust. — Unser und Euer aller Gebet wird am Throne Gottes Frieden für die ganze Welt erflehen. — Rührend ist es, an einem Tische serbische, mazedonische, spaniolische. italienische, ungarische und russische Juden in Festesstimmung vereint zu sehen. Ich sah an einem Ertratisch mit mehreren unserer Herren, doch befindet sich auch ein italienischer Offizier jüdischen Glaubens als Kriegsgefangener in unserer Gesellschaft. Zugsführer Naftali R." Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Bisher wurden 6251 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 69, zusammen 6320. Das Eiserne Kreuz 1. Klaffe. Zirke (Kreis Birnbaum). Unteroffizier der Landwehr Wilhelm David, im Res.-Jnf.-Rgt. Nr. 46 (R. d. E. K. 2. Kl.). Sohn des Rentners Meyer David in Kruschwitz. Rechtsanwalt Dr. Manneberg aus Oppeln, Oberleutnant und Kompagnieführer, wurde das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Dr. Manneberg ist Alter Herr des Vereins jüdischer Studierender in Berlin und Ansschußmitglied des Reichsvereins der deutschen Juden. Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Auerbach. Unteroffizier Ewgld^S achs, .Inhaber des Bayerischen Militär-Verdienst-Ordens 3. KI. mit Kr. und Schw. An»lam. Offiziers-Stellvertreter Erich Heydemann. Antwerpen. Schiffahrtsdirektor I. Hecht, Inhaber des Bayerischen Militär-Verdienst-Ordens 4. Kl. mit Kr. und Schw. und des Ritterkreuzes 1. Kl. des Friedrich-Ordens mit Schw. Bensheim. Jacob Wolf, Unteroffizier im Landwehr-Jnf.- Rgt. Nr. 81. Berlin. Offiziers-Stellvertreter Hermann Ascher. Gefr. Eurt E i 5 n e r. Assistenzarzt Helischkowski, er war im September in einem Feldlazarett in französische Gefangenschaft geraten und erst nach 10 Monaten ausgelauscht worden. Art.-Unteroffizier Mar Lewinsky. Siegm. Margoninsky. Unteroffizier Martin Strumpf. Alfred U ck o, im bayerischen Jnf.-Rgt. Nr. 17. Dr. L. Weinberg, Leutnant der Res. (K. I. V.). Dr. Adolf Weih, Vizewachtmeister im 1. Garde-Drag.-Rgt. Unteroffizier Solo W e i tz. Berli-Köperick. Unteroffizier der Landwehr C h r a p l e w s k i. Oberarzt Dr. E o st y n s k i. Stabsarzt Dr. Pfifferling. Berlii--Wnmersdor/ Ersatz-Reservist Kurt R o s e n b e r g. Beuthen (Obersch'.esien). Apothekerelevr Eurt Freudenthal, Ecfr. im Feldartillerie-Regiment Nr. 20. Breslau. Otto Böhm (Jüd. Turnverein) unter gleichzeitiger Beförderung zum Vizefeldwebel. Dessau. Oberjäger Waller Rieh. Düsseldorf. Carl Seligmann, Gesr. im 67. Res.-Jnf.- Rgt. Duisburg. Feldwebel Carl Auerbach. Eilsfeid. Hugo C r o n a ch e r. Eschwege. Unterarzt Fritz Lang. Unterarzt Fritz P e y s e r. Franffurt a. M. Unteroffizier Julius B e i f u h, auch mit der Hess. Tapferkeits-Medaille ausgezeichnet. Jacob D r e y f u h, Offi-- ziers-Stellvertreter im Landweh:-Rgt. Nr. 81, unter gleichzeitiger Beförderung zum preuh'fchen Offizier, Inhaber der Badischen Verdienst-Medaille. Malermeister Gustav Friesen, Gesr. bei einem Sanicrungslommando, Sohn der Witwe Frau Hermann Friesen, deren verstorbener Mann den Feldzug 1870/ 71 mitgemacht hat, und von der zurzeit sieben Söhne im Felde stehen. Gefr. Hamburger, Jnf.-Rgt. Nr. 81. 1. Komp. Gefr. der Res. L ö w. Gesr. der Res. Singer. Musketier Nebel. Reservist Weiler. Gesr. Bernhard Würzburger. Fraustadt (Bez. Posen). Otto Cohn, Soldat bei der Luftschifftruppe. Gera (Reuh). Herbert Bier mann, Vizewachtmeister in einem Feldartillerie-Regiment, Inhaber der Reuh. Verdienst-Medaille. Gleidingen. Erich Frank, Unteroffizier im Feldartillerie- Regiment Nr. 10, Hannover. Goldap. Vizewachtmeister Siegfried Fischer. Erunau-Höhe. Rudolph Apfelbaum. Hamburg. Paul D a m m a n n, Gesr. im grohherzoglich mecklenburgischen Grenadier-Regiment Nr. 89. Waller Holz, Musketier im Res.-Jnf.-Rgt. Nr. 213. Kahla. Gefr. Hans Glaser. Königsberg (Pr.). Kanonier Mar G o e tz. Lebno (Westpreuhen). Jäger Alfred Z a m o r y, im Jäger- Bataillon Nr. 2. Mannheim. Direktor Paul Hirsch, seit Oktober 1914 in Flandern, Inhaber der Badischen Verdienst-Medaille. Vizefeldwebel Siegfried Kaufmann. Menden (Kreis Iserlohn). Unteroffizier Louis Frankenberg. Mühlheim-Ruhr. Gefr. Walter Freund. München. Vizewachtmeister Kurt S ch ü l e i n, auch mit dem Bayerischen Verdienstkreuz 2. Kl. mit Schw. ausgezeichnet. M^'Gladbach. Malermeister Salli Blumenthal, Gefr. der Landwehr im Landw.-Jnf.-Rgt. Nr. 25. Nürnberg. Assistenzarzt der Res. Dr. Colli n. Landsturmmann Eduard Gärtner, im preußischen Jnf.-Rgt. Nr. 48. Unteroffizier Siegst. Silbermann. Feldlazaretts- Inspektor Lothar Schönberg. Unteroffizier Ernst Schüller. Vizeseldwebel und Offiziers-Aspirant Julius Reis, Inhaber des Bayer. Militär-Verdienstkreuzes 2. Kl. Plauen. Leutnant Theo L e f s e r. Kriegsfreiw. Herbert L ö b e l, Zeichner. Posen. Vizewachtmeister Georg I a r e tz k i, im Feldartillerie- Regiment Nr. 227, früher im Feldartillerie-Regiment Nr. 56 in Lissa (Posen). Bad Rappenau. Vizeseldwebel Fritz B a e r, Inhaber der Bad. silbernen Verdienst-Medaille. Schlaitdorf. Gefr. Ludwig S p e i e r. Schwetzingen. Unteroffizier Carl Singer. Stuttgart. Dr. Julius Schmidt, Prof, an der Technischen Hochschule, Leutnant bei der württembergischen Landsturm-Inf. Fritz Rothschild, Gefr. im Jnf.-Rgt. Nr. 246, Inhaber der Württemb. Tapferkeits-Medaille. Wattenscheid. Unteroffizier Kurt Röttgen. Wien. Leutnant Wilhelm U n g e r. Bad Wildlingen. Unteroffizier Leop. O p p e n h> e i m e Windesheim. Krankenträger-Gefr. Willy Wolf, im Jnf.- Rgt. Nr. 99. _ Korrespondenzen. Eine Klinik für Palästina. Nun ist wieder in den Spalten dieses Blattes ein großes Wort gesprochen worden. Ein Wort, das ein Programm' bildet und den Blick vom kleinlichen Detail des Alltags hinauslenkt aus das Große und Allgemeine: c i lt e Klinik für Palästina! Wir wollen hier nur als Laien vom Standpunkte der Autopsie palästinensischer Verhältnisse und insbesondere der dortigen jüdischen Hospitäler in den Jahren 1914 und 1915 die Frage erörtern: Braucht man für Palästina eine Klinik? Palästina chatte vor dem Kriege folgende jüdische Hospitäler im Betriebe: in Jerusalem das „Meyer Rothschild-Hospital", die Krankenhäuser „Bikkur Cholim", „Misgab ladach". „Schaare Zedek", die Augenklinik,.Lemaan Zion" und endlich das „Pasteur-Institut der jüdischen Aerzte und Naturwissenschaftler für sanitäre Interessen in Palästina". In anderen Städten: „L-chaare Zion-Hospital" in Jaffa. welches jedoch zuweilen wegen finanzieller Schwierigkeiten geschlossen ist: ferner das bescheidene, im Jahre 1911 in Haifa begründete Krankenhaus. Alle diese Hospitäler 'haben insgesamt etwa 270 Betten, was bei einer jüdischen Einwohnerzahl von ca. 100.000 Seelen in einem von Malaria, Typ'hus, maltischem Fieber. Trachom und Blattern epidemisch heimgesuchten Lande bei weitem nicht imstande ist, dem Bedarf zu genügen. Tie Spitalsnot wird noch offenkundiger illustriert durch die enorme Zahl der ambulatorisch-