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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-05-26 · 21 (26.5.1916) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
21 (26.5.1916)
Date
1916-05-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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feite 354 Tr. Vloch's Wochcnschrift Nr. 21 sprach',worauf Rabbiner ,Dr. Ts c n ch 1 )u a it g Äff? Trauerrede tz'.elt. Unteroffiziere der Landwehr trüge.: den Sarg zum Grabe, über dem dann die Ehrensalve ertönte. Mögen auch die Meörigen von ihm lernen. Wir hatten schon einmal Gelegenheit, so schreibt „Egyenlöseg", über den Herrn Menyhert Mandel in Kleinpest zu berichten, der mit unvergleichlich.'r Liebe und Aufopferung die Soldaten in seiner Gemeinde pflegte und betreute. Der römisch-katholische Geistliche N. Held hat nun Herrn Mandel durch das folgende bezeichnende Schreiben für seine patriotischen Leistungen den Dank ausgesprochen: „Als römisch-katholischer Geistlicher, welcher in dem Hofherr und Schrantz'schen Militärspital in Kleinpest seit eineinhalb Jahren die seelsorgerische Tätigkeit versieht, zolle ich mit Freude und voller Bereitwilligkeit Dank dem von edlem Herzen und wahrer Nächstenliebe erfüllten Herrn Menyhert Mandel, welcher jedes einzelne Mitglied des unter meiner seelsorgerischen Leitung stehenden Spitales mit wahrem ungarischen patriotischen Herzen betreute, und bestrebt war, ihnen die Herzenslcärmc der Familie zu ersetzen. Mit eigenen Augen sa'h ich das Wirken seiner edlen, guten Seele und als ich die wahre Anhänglichkeit der Soldaten sah, erfüllte aufrichtige Freude nrcin Herz, denn ich sah, daß die aufopfernde, edelmütige Liebe des Herrn Mandel die Dankbarkeit der Soldaten gewann. Ich wünsche chm deir Segen des allmächtigen Gottes, möge die Gnade des Herrn feilt Lohn sein. Mögen auch andere von ihm lernen, wie man die Pflicht gegen das Baterland zu erfüllen hat. Ter eine mit Schwert und Gewehr, der andere mit gutem Herzen und barmherziger Seele. Kleinpest, den 30. März 1916. Emmerich H e l d, römisch-katholischer Seelsorger." Kekdentod durch eine Lawine. Tr. Desider F ü r st, Advokat aus Temesvar, ist am 12. März d. I. an der italienischen Front, wo er als Artillerie-Kadett-Aspirant Dienst leistete, das Opfer eines tragischen Lawinensturzes geworden. Hauptmann S ch ub e r t hat, wie wir dem „Egyenlöseg" entnehmen, die tiefgebeugte Gattin mittelst folgenden ergreifenden Schreibens von dem Unglück verständigt: Feldpost 612, am 19. März 1916. Hochgeehrte arme Frau Doktor! Es ist meine schwerste Pflicht als Kommandant, wenn ich die Anochöregen von dem Unglück, das einen oder den anderen meiner großen Familie betroffen hat, verständigen mutz. Selbst durch einen blinden Zufall mit wenigen anderen dem Tode entronnen, stehe ich an der Bahre von vier wackeren Menschen, und Tränen treten mir in die Augen, wenn ich all das Unglück ansehe, welches im Zeitraum von kaum einer Sekunde die fürchterliche Naturacwalt angerichtet hat. Trösten kann ich Sie nicht, gnädige Frau, kann Ihnen nur das Eine sagen, daß unser von allen hochgeschätzter Doktor schmerzlos, ohne zu leiden, ins Jenseits hinübergegangen ist, und datz alles so rasch vor sich gegangen ist, datz er und die mit ihm Betroffenen kerne Zeit mehr hatten, zu denken. Mitleidige Bretter deckten ihn und so haben wir ihn nach stundenlanger Arbeit, unentstellt, mit einem freundlichen Ausdruck im Gesicht, so wie er eben am Tische sitzend, dem daneben auf einem Bette liegenden Leutnant P e k e r n y ein Lied vorgesungen hatte, aufgesunden. Jetzt ruhen sie allesamt im Schatten der Berge, im Tale der Berge, die ihnen zum Unheil geworden. Treu seiner Pflicht bis zum Tode, verlieren wir in Ihrem Gatten einen lieben Menschen, einen guten Kameraden und tüchtigen Soldaten, und schwer empfinden wir seinen Verlutz. Gott tröste Sie, gnädige Frau, und lindere Ihr Leid. — Ihr Schubert. Hauptmann. Uakmudift Martin Steiner. Der Talmudist Martin Steiner, der einzige Sohn des Kaufmannes David Steiner in Benyhad, ist im Alter von 19 Jahren in der ersten Sedernacht sauf dem italienischen Kriegsschauplatz den Heldentod gestorben. Ein Kämpfgenosse des juirgen Helden hat, wie „Egyenlöseg" berichtet, die Verlvandten desselben in nachfolgendem Schreiben von dem Trauerfall benachrichtigt: Sehr geehrter Herr! Mit unaussprechlich lies bewegtem Herzen ist es doch meine, ob zwar eine schwerfallende, traurige Pflicht, Sie als nächsten Verwandten zu verständigen, datz Ihr Neffe, Steiner Marlon, Sohn des Steiner David, am 17. d. M., abens 9 Uhr. im treuen Dienste für König und Vaterland ins Ohr einen Gewehrschutz erhielt, wodurch er lautlos und ohne Schmerzen verschied. Boruch dojon ho-emes! Er möge ein Erlös sein, für alle seine hartbetroffcncn Nächsten, für die ganze Gemeinde Bonyhad, für ganz Israel. Ich habe auch sein Grab besucht und dort die bei uns usuelle letzte Ehrenbezeugung für den armen M o r d ch e — im Gan Eden soll er ruhen — erwiesen. Ich habe ihn „mechilo gebeten" für seine Ellern und Geschwister. Er wurde am 16. d. M., am ersten Tag Pessach, beerdigt in einer Dolina (Aushöhlung). 500 Meter nächst dcni Orte Doberdo. Aen zweiten Sohn vertaten. Bor kurzem erst wurde berichtet, daß Dir. Moritz Krausz, Leutnant im k. u. k. Infanterieregiment 6, Chemiker, einer auf dem Kriegsschauplätze zugezogenen Krankheit erlegen ist. Nun hat der tiefbetrübte Vater, Dr. Eugen Krausz, Advokat, verdienstvolles Mitglied des Kultusvorstandes in Fünfkirchen, einen neuen schweren Schlag erlitten. Der zweite Sohn, Aladar, Techniker, Kadett des Honved-Jnfanterieregimentes Nr. 19, ist seinen Wunden, welche er an der bessarabischen Front erlitten, im Czernowitzer Feldspitale erlegen. Sein Leichnam wurde nach Fünfkirchen gebracht, wo er, lvie „Egyenlöseg" meldet, am 8. Mai mit großen militärischen Ehren zur. ewigen Ruhe bestattet wurde. Aladar Krausz war Besitzer der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Klasse. Lifte der vom 15. April vis 15. Mai in Wien beerdigten Hfstziere und Mannschaften. 14. April: Otto Riedeu, Leutnant. 16. April: Viktor Pick. 17. April: Ignatz Tänzer, k.' u. k. Leutnant-Nechnungssührer. 18. April: Sandor Altmann. 19. April: Julius Rubin, Einj.-Freiw.-Inf. des Inf.-Rgts. Nr. 9. Adolf Schwarz, Inf. der Eleltro-Ersatz-Abteilung. Abram N a l i n s k i, russischer Kriegsgefangener. 23. April: Richard Müller, k. u. k. Leutnant. Adolf F e r d a, Landst.-Inf. des Inf.-Rgts. Nr. 83. Adolf Hammer, Kadett. Ignatz Planer, zum Militär eingerückt. Truppenlörper und Charge unbekannt. 28. April: Isaias Folkenfok, Rechnungsfeldwebel 1. Klasse, Militär-Rcservc-Spital 7/11. Walter Fischel, k. u. k. Oberleutnant. 30. April: Emilio Steinhardt, Einj.-Freiw.. 2. Mai: Hersch Zorn, Korp. des 45. Landwehr-Feldhaubitzen- Rogimentes. 3. Mai: Ludwig Kornfeld, Korp. des Honv.-Inf.-Rgts. Nr. 1, Komm. d. tgl. Ungar. Honv.-Minist.-Abtlg. 4 k. 4. Mai: Heinrich K o ch, erh. Leiche. 3. Mai: Fritz K o h n, Tiroler Landesschütze des 2. Tiroler Landesschützen-Regimentes. Hugo Fadenhecht, k. u. k. Oberleutnant. Osiar Reif, k. u. k. Leutnant des Landsturm-Bataillons Nr. 252. 10. Mai: Geza N e u m a n n, k. u. k. Leutnant des Inf.-Rgts. Nr. 52. 14. Mai: Salomon S ch m a l h o l z, Inf. des Inf.-Rgts. Nr. 57. 15. Mai: Wilhelm K n ö p f e l m a che r, Kadettaspirant. Arthur Schaf f a, Militär. 22. Mai: Eduard Schnabel, k. u. k. Leutnant.

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